Osthavelländische Kreisbahnen

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Osthavelländische Kreisbahnen war die Bezeichnung einer Bahngesellschaft in Brandenburg und Berlin. Die Gesellschaft firmiert heute unter dem Namen Havelländische Eisenbahn. Sie betrieb mehrere Bahnstrecken. Neben den aufgeführten gehört auch die Bötzowbahn dazu. Der Verkehr wurde mittlerweile fast vollständig aufgegeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nauen–Ketzin
(Osthavelländische Kreisbahnen)
Streckennummer (DB): 6888 Neugarten–Ketzin,
6508 Nauen–Röthehof
Kursbuchstrecke: 596b (1940)
Streckenlänge: 15,6 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
   
0,0 Nauen Klbf
Anschluss Berlin-Hamburger Bahn
BSicon exSTR.svg
   
nach Velten und Wustermark
   
2,1 Nauen Berliner Straße
   
4,9 Markau
   
Berlin-Lehrter Eisenbahn
   
von Neugarten
   
7,2 Röthehof
   
Strecke nach Brandenburg Krakauer Tor
   
Fa. Mosolf
   
11,2 Etzin
   
12,6 Vorketzin
   
15,6 Ketzin
Nauen–Velten (Mark)
(Osthavelländische Kreisbahnen)
Streckennummer (DB): 6509
Kursbuchstrecke: 596f (1940)
Streckenlänge: 25,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
   
0,0 Nauen Klbf
Anschluss Berlin-Hamburger Bahn
BSicon exSTR.svg
   
nach Ketzin
   
Berlin-Hamburger Bahn
   
zur Berlin-Hamburger Bahn
   
vom Kleinbahnhof (bis 1911) und von Oranienburg
   
2,5 Nauen Ludwig-Jahn-Straße
   
4,3 Nauen Stadtforst
   
9,6 Paaren
   
10,7 Perwenitz
   
13,6 Pausin
   
16,5 Wansdorf
   
18,8 Bötzow West
   
20,4 Bötzow
   
nach Spandau JohannesstiftSpandau West
   
22,0 Bötzow Nord
   
22,9 Marwitz
   
von Hennigsdorf
Bahnhof, Station
25,7 Velten (Mark)
Strecke – geradeaus
nach Kremmen
Bahnhof Ketzin
Aktie über 500 Reichsmark der AG Osthavelländische Kreisbahnen vom 1. April 1924

Unmittelbar nach dem Inkrafttreten des Preußischen Kleinbahngesetzes im Jahre 1893 beschlossen der Landkreis Osthavelland in der Provinz Brandenburg und die Gemeinden Nauen und Ketzin sowie die Zuckerfabrik Nauen, das Kreisgebiet mit Eisenbahnstrecken in der Fläche zu erschließen.

Als erste Strecke der Osthavelländischen Kreisbahnen wurde die 16 Kilometer lange Kleinbahn Nauen–Ketzin am 4. Oktober 1893 für den Güterverkehr und am 13. Dezember 1893 für den Personenverkehr eröffnet. Sie begann im Kleinbahnhof der Kreisstadt an der Berlin–Hamburger Eisenbahn und führte nach Süden bis zur Havel. Dabei kreuzte sie die Berlin-Lehrter Eisenbahn bei Röthehof, von wo seit dem 1. Juli 1896 eine Verbindungsbahn für die Übergabe von Güterwagen zur Station Neugarten bestand.

Für Rechnung des Kreises Osthavelland erbaute und betrieb die Aktiengesellschaft zwei weitere Kleinbahnstrecken, die sie 1924 aufkaufte und somit ihr Gesamtnetz damit auf 60 Kilometer Länge ausdehnte. Es handelte sich zum einen um die von Nauen in östlicher Richtung führende 26 Kilometer lange Strecke nach Velten, wo sie am 1. Oktober 1904 die von der Preußischen Staatsbahn betriebene Strecke Berlin–Kremmen erreichte. Diese Strecke begann in Nauen nördlich des Staatsbahnhofes, während die Ketziner Strecke südlich ihren Bahnhof hatte. Erst bei der Höherlegung der Staatsbahn wurde eine Unterführung gebaut und die Veltener Bahn in den südlichen Bahnhof eingeführt.

Als zweite Strecke zweigte von der Zwischenstation Bötzow seit dem 1. Juni 1908 (Personenverkehr ab 1. Mai 1909) noch die Bötzowbahn zum Spandauer Johannesstift ab.

Nach 1945

Die Gesellschaft wurde 1946 von den Sowjetischen Besatzungsmacht in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet und die Bahnen zunächst den Landesbahnen Brandenburg, dann der Deutschen Reichsbahn unterstellt. Nur der Berliner Teil der Bötzowbahn blieb der Gesellschaft erhalten. Die Personenzüge von Nauen nach Ketzin fuhren bis zum 22. Mai 1963. Der Kleinbahnhof Nauen wurde 1966 aufgegeben. Der Güterverkehr auf diesem Abschnitt wurde am 15. September 1997 zwischen der Mülldeponie Ketzin und Ketzin eingestellt, am 1. Juli 2000 zwischen dem Anschluss Mosolf und der Mülldeponie. Auf der Strecke Nauen–Velten wurde am 8. Dezember 1963 der Personenverkehr eingestellt, am 31. Mai 1964 der Güterverkehr. Sie wurde anschließend bis auf einen Rest in Nauen abgebaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörg Schulze, Bernd Neddermeyer: Osthavelländische Kreisbahnen. Havelländische Eisenbahn. Bernd Neddermeyer, Berlin 2012, ISBN 978-3-941712-23-2.
  • Gerd Wolff: Die Privatbahnen in der Bundesrepublik Deutschland. Eisenbahn-Kurier, Freiburg 1984, ISBN 3-88255-650-1, S. 15–17.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]