PC Nackt

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Patrick Christensen als Warren Suicide auf dem M’era Luna Festival 2007

PC Nackt (* 1975 als Patrick Christensen) ist ein Musiker, Komponist, Produzent und Performancekünstler in Berlin. Die Verbindung von Klängen und Philosophien populärer und experimenteller Musik (Crossover) sind prägendes Element seiner Arbeit. Gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Cherie gründete er die Band „Warren Suicide“[1] und das Studiokollektiv „Chez Cherie“ in Berlin. Auch rief er die Orchester-Initiative „The String Theory“ mit ins Leben, bei der er als musikalischer Leiter und Dirigent tätig ist.

Leben und Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren 1975 als Sohn einer dänischen Tänzerin, begann PC Nackt, Ballettmusik zu komponieren und in Bands zu spielen. Mit 16 Jahren trat er dem Bundesjazzorchester bei, 1993 folgte ein zweijähriger Aufenthalt am American Institute of Music in Wien.[2]

Von 1995 bis 1999 studierte er Jazzgitarre und Komposition an der Hochschule für Musik in Köln. Neben Nackts intensiver Auseinandersetzung mit der Kölner Jazz/Kunstszene, arbeitete er zudem in den Bereichen zeitgenössischer Tanz, Theater und Plattenaufnahmen. Zudem tourte er mit verschiedenen Bands, u. a. Linientreu. Im Jahr 2000 trat er der Nena-Band bei, die er bis 2005 als Gitarrist, Co-Autor und zeitweise auch als musikalischer Leiter begleitete. In diese Zeit fallen Nenas Comeback mit zwei Mehrfach-Platin-Alben sowie eine Vielzahl von Aufnahmesessions mit anderen deutschen Popkünstlern, wie z. B. Udo Lindenberg oder Dendemann.

Seit 1999 lebt Nackt in Berlin, wo er begann sich intensiv mit elektronischer Musik zu beschäftigen. 2002 gründete er gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin und Malerin/VJ/Sängerin Chérie die Elektro-Punk-Band Warren Suicide sowie das „Chez Chérie“, ein in Berlin/Neukölln ansässiges Studioloft für Musik und Kunst, in dem bisher schon weit mehr als 100 Alben aufgenommen und dutzende Filme vertont wurden (z. B. Tocotronic, Beatsteaks, Filme von Wim Wenders), unter anderem auch von Nackt produzierte (z. B. Dieter Meier, Apparat, Hans Unstern).[3]

Hauptprojekt des Kollektivs ist die 2007 von Ben Lauber und Nackt ins Leben gerufene Initiative „Berlin String Theory“, an die sich 2010 die „Göteborg String Theory“, und 2017 schließlich „The String Theory“ anschloss – ein Orchester-Projekt mit einer Vielzahl von Mitwirkenden aus Deutschland (u. a. Tocotronic) sowie schwedischen Musikern und Künstlern (u. a. The Soundtrack of our Lives). So tourte Nackt als Dirigent gemeinsam mit José González und der Göteborg String Theory durch ausverkaufte Konzertsäle Europas, 2014 mit den südniederländischen Philharmonikern durch die Niederlande, und von Januar bis März 2017 mit „The String Theory“ durch Europa und USA[4]. Seit 2011 ist Nackt regelmäßig Co-Produzent und Co-Autor des Berliner Musikers Sascha Ring aka Apparat, mit dem er ebenfalls auf Tournee ging, zuletzt 2016 auf der europaweiten „Soundtracks“-Tour mit Elektronik, Streichern und den Visualkünstlern Transforma.

Parallel dazu schrieb er Musik für diverse internationale Kinofilme und Theaterproduktionen. Zu seinen jüngsten Projekten zählt die „Hair“-Kooperation mit den Bremer Philharmonikern und der Soundtrack zum US-Film „Equals“, für den Nackt gemeinsam mit den Co-Autoren Sascha Ring und Dustin O'Halloran mit dem SoundtrackStarsAward beim Venice Film Festival[5] ausgezeichnet wurde.

Vor kurzem ist die von Nackt produzierte Single „Kalle Llamen“ der albanischen Künstlerin Andrra, veröffentlicht im Januar 2017, auf Platz 1 der albanischen Charts eingestiegen[6].

Kompositionen/Arbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmscores[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik für Ballett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011 „No Gravity“ in Aachen – Choreographie: Company Irène K
  • 2008 „Adom Modulations“,Tanznacht Berlin -Choreographie: Zufit Simon
  • 2007 “Inside/Out”, Muffathalle München -Choreographie: Katja Wachter
  • 2006 “Pseudocouples” am Prinzregenten-Theater, München -Choreographie: Katja Wachter
  • 2000 “Steine sind Steine” in Kopenhagen -Choreographie: Michaela Christensen

Musik für Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017 „Katastrophenstimmung“ mit Schorsch Kamerun, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg
  • 2017 „Me are the world“ mit Schorsch Kamerun, Werk X Wien
  • 2016 „Paradise Lost“ mit Schorsch Kamerun an der Oper Basel
  • 2015 „Guts for Fear“- Live-Vertonung des Schlingensief-Films „Menu Total“ mit 6 Posaunen des Stegreif.orchesters und Elektronika im Silent Green/Berlin
  • 2015 „Ich habe um Hilfe gerufen. Es kamen Tierschreie zurück“ mit Schorsch Kamerun, Fabian Hinrichs und Nackt am Hebbel am Ufer/Berlin
  • 2014 „Hair“ von Galt McDermot, Oper für die Bremer Philharmoniker, Opern- und Bürgerchor und Warren Suicide am Theater am Goetheplatz, Bremen, Regie: Robert Lehniger
  • 2014 „Der Löwe im Winter“ von James Goldman, Musik für Elektronika und Schlagwerk am Deutschen Theater Berlin, Regie: Sebastian Hartmann
  • 2013 „Der Traum eines lächerlichen Menschen“ von Fjodr Dostojewski, Musik für 6 Posaunen und Elektronika, Central Theater Leipzig, Regie: Sebastian Hartmann
  • 2012 „Mein Faust“ von J.W.Goethe, Music für Elektronika und Flügel, Central Theater Leipzig, Regie: Sebastian Hartmann
  • 2010 „Hamlet ist tot - keine Schwerkraft“ von Ewald Palmetshofer, Musik für Orchester, gespielt von Mitgliedern der Berlin/Göteborg StringTheory, Staatstheater Karlsruhe, Regie: Florian von Hoermann
  • 2009 „Don Carlos“ von Schiller, Musik für Elektronika, Staatstheater Karlsruhe, Regie: Florian von Hoermann
  • 2008 „Transporter“ von Kai Ivo Baulitz, Musik für 12 Vinyl-Plattenspieler, Schauspiel Frankfurt, Regie: Florian von Hoermann
  • 2007 „Das trunkene Schiff“ von Paul Zech, Musik für Streichquartett, Schauspiel Frankfurt, Regie: Florian von Hoermann

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Warren Suicide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • EP: „World Warren Remixes“ (Shitkatapult)
  • Album: „World Warren III“ (Shitkatapult)
  • EP: „What did you do?!“ (Shitkatapult)
  • Album: „Requiem for a missing link“ (Shitkatapult)
  • Album: “The Hello” (Fume Recordings)
  • CD/DVD release: Mini-album “Warren Suicide” (Fume Recordings)
  • EP: “Listen to National Radio Stations”
  • EP: “1” (1st Decade)

Als Produzent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017 Andrra:„Paline“
  • 2014 Dieter Meier: „Out Of Chaos“
  • 2013 Unmap: „Pressures“
  • 2013 Wende Snijders: „Last Resistance“
  • 2013 Apparat: „Krieg und Frieden“
  • 2012 Hans Unstern: „The Great Hans Unstern Swindle“
  • 2012 Various Artists: „The Aachen String Theory“
  • 2011 Apparat: „Devil's Pact“
  • 2010 Various Artists: „The Göteborg String Theory“
  • 2009 Hans Unstern: „Kratz dich raus“
  • 2007 Band Deutscher Mädels: „Band Deutscher Mädels“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Warren Suicide. Abgerufen am 27. Januar 2017.
  2. MusicSales DE. Abgerufen am 27. Januar 2017.
  3. Die lauteste Wohnung der Stadt. (tagesspiegel.de [abgerufen am 27. Januar 2017]).
  4. With José González - twst. Abgerufen am 27. Januar 2017 (englisch).
  5. apparat on Twitter. In: Twitter. (twitter.com [abgerufen am 27. Januar 2017]).
  6. Top Awards | Top Channel | Andrra merr kreun e “The Top List” me “Kalle Llamen”. Abgerufen am 27. Januar 2017 (amerikanisches Englisch).