POC21 Innovationscamp

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
POC21 Innovationscamp
Die POC21 Crew vor der geodäsischen Kuppel nach der Finissage.
Die POC21 Crew vor der geodäsischen Kuppel nach der Finissage.
Allgemeine Informationen
Ort Chateau de Millemont
Website www.poc21.cc

POC21 war ein Innovationscamp, welches vom 15. August 2015 bis zum 20. September 2015 im Chateau de Millemont nahe Paris stattfand. Ziel des POC21 Innovationscamps war es, in 5 Wochen 100 Maker, Designer und Innovatoren zusammenzubringen, um ein Proof of Concept einer nachhaltigen Gesellschaft zu entwickeln.[1] Das Innovationscamp war eine in diesem Ausmaß bisher einmalige Zusammenkunft.[2] In diesem Acceleratorprogramm wurden 12 Open-Source-Hardware-Projekte aus den Bereichen Energie, Wohnen, Essen, Mobilität und Kommunikation entwickelt.

Das POC21 Innovationscamp war eine deutsch-französische Kooperation zwischen dem Berliner Kollektiv Open State und dem französischen Netzwerk zur Förderung kooperativer Projekte OuiShare.

Die Prinzipien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das POC21 Innovationscamp sollte die Startup-Welt, DIY-Szene und Umweltschutz zusammenbringen[3] und konkrete Lösungen für den Kampf gegen den Klimawandel aufzeigen.[4] Die grundlegenden Prinzipien vom POC21 Innovationscamp leiteten sich aus Sustainable Design, Open Source und Zero Waste heraus.[5]

Die Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das POC21 Innovationscamp legte neben der reinen Technologieentwicklung den Fokus auf kreative Prozesse wie einzelne Sessionformate oder Rituale. Zu diesen kreativen Prozessen gehörten u. a. Workshops, Keynotes, Mentorengespräche (mit u. a. Bruce Sterling und Michel Bauwens von der P2P Foundation), Reality-Checks mit externen Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft und regelmäßige Retrospektiven. Die 12 Projekte konnten auf das Wissen und Erfahrung von insgesamt 200 Trainer, Marketing-Fachleuten, Produktentwickler, Designer und Programmierer zurückgreifen, um ihr Produkt in den 5 Wochen weiter zu entwickeln.[3]

Das POC21 Innovationscamp war eine temporäre Kommune. In den 5 Wochen wurde ein Prototyp für eine nachhaltige Gesellschaft entwickelt. Konzepte wie Coworking, Co-Living, Konsensprinzip und Hierarchielosigkeit wurden aufgegriffen und umgesetzt.[6]

Zur Infrastruktur im Chateau de Millemont gehörten selbst gebaute Duschen und eine KüfA, Komposttoiletten und ein Zeltlager.[7] Im FabLab standen High-Tech-Werkzeuge, wie 3D-Drucker, Laser-Cutter und CNC-Maschinen zur Verfügung.[4] Das Camp diente dabei als Prototyp einer lokalen Minifabrik.[8]

Finanziert wurde das Camp (Budget: 1 Mio. Euro) zu je 40 Prozent von Unternehmen und Stiftungen, 20 Prozent stammte aus öffentlichen Zuschüssen.[9]

Die 12 Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 30$ Wind Turbine: kostengünstige Windturbine aus recycleten Materialien
  • Aker: Kits für urbanen Gartenbau
  • Kitchen B: Küchenmodule zur Müllreduktion und Energieeinsparung
  • Bicitractor: Pedalgetriebener Traktor als treibstofflose Alternative zu teuren Traktoren aus der Großindustrie
  • Faircap: kostengünstiger Wasserfilter für gängige Getränkeflaschen
  • Nautile: ein energiesparender Wasserkocher
  • Open Energy Monitor: Gerät zum Visualisieren und Überwachen von häuslichem Energieverbrauch
  • Myfood: Permakultursystem
  • SolarOSE: Solarkonzentrator zur Produktion von Wärmeenergie
  • Showerloop: wasserfilternde Kreislaufdusche zur Wasser- und Energieeinsparung
  • Sunzilla: modulare und leicht transportierbare Solargeneratoren
  • Velo M2: vielseitig verwendbare Module für Lastenräder

Alle 12 Prototypen können mittels Open-Source-Bauplan nachgebaut, weiterentwickelt und verbreitet werden.[10]

Medienresonanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 30. November bis 12. Dezember 2015 fand in Paris die UN-Klimakonferenz COP21 statt. Das POC21 Innovationscamp verstand sich als Graswurzelbewegung komplementär zur politischen Narrative.[11][12] Dadurch erhielt POC21 eine große Aufmerksamkeit in den internationalen Medien.[11] [13] Insbesondere in Frankreich[14] [5] [15] gab es für das Projekt wegen der thematischen und zeitlichen Nähe zur COP21 große Resonanz. Auch in Deutschland[10] [16] [3] gab es zahlreiche Medienberichte.

Die Projektdokumentation hatte am 29. November 2015 im Kino Babylon in Berlin Premiere[17] und ist online verfügbar.

Events[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ergebnisse des POC21 Innovationscamps wurden auf zahlreichen Events, insbesondere im Rahmen der UN-Klimakonferenz COP21, vorgestellt.

  • Finissage im Chateau de Millemont, am 19. und 20. September 2015
  • Expo Paris de L’avenir, 18. November bis 13. Dezember 2015
  • COY11, 26. November bis 28. November, 2015[18]
  • PlaceToB, 29. November bis 4. Dezember, 2015
  • ICI Montreuil, 5. Dezember, 2015[19]
  • Climate Action Zone, 7. Dezember bis 11. Dezember, 2015[20][21]

Verwandte Themen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bintily Diallo: POC 21: Un camp d'innovation pour le développement durable. Radio France, 24. August 2015; abgerufen am 29. September 2016 (fr-FR).
  2. Birgit Holzer: Innovationscamp „Proof of concept 21“ - Zukunft selbstgemacht - in TAZ, 10. September 2015, abgerufen am 16. September 2016
  3. a b c Max Biederbeck: Open-Source-Evangelisten und DIY-Bastler tun sich zusammen, um die Welt zu retten. In: Wired. 4. August 2015; abgerufen am 20. September 2016.
  4. a b Suzanne Krause: UN-Klimagipfel - Grüne Alltagsprodukte für die Zukunft. In: Deutschlandfunk. 24. August 2015; abgerufen am 20. September 2016.
  5. a b Olivier Tesquet: COP21 : les bidouilleurs de POC21 ont des plans pour la planète. In: Télérama. 3. November 2015; abgerufen am 20. September 2016 (französisch).
  6. Dans les Yvelines, des éco-hackeurs au service du climat, in der Le Monde vom 16. September 2015, abgerufen am 16. September 2016
  7. Audrey Garric: Dans les Yvelines, des éco-hackeurs au service du climat. In: Le Monde.fr. 16. September 2015; abgerufen am 20. September 2016 (fr-FR).
  8. Alexander Merz: POC 21: Nachhaltiges Basteln im Barockschloss - Golem.de. Golem Media GmbH, 20. Juli 2015; abgerufen am 29. September 2016 (deutsch).
  9. Birgit Holzer: Innovationscamp: Werkstatt für eine bessere Welt - Stuttgarter Nachrichten. Stuttgarter Nachrichten, 31. August 2015; abgerufen am 29. September 2016.
  10. a b Marius Hasenheit: Zur Klimakonferenz: Open-Source-Treffen POC21 will grüne Innovationen schaffen. In: www.wiwo.de. Abgerufen am 20. September 2016.
  11. a b Tristan Copley Smith: Eco-geeks hold open source alternative to UN climate talks. In: The Guardian. 21. September 2015, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 20. September 2016]).
  12. Clara Potier: POC21 : la bidouille contre le réchauffement climatique. In: Libération. 16. September 2015; abgerufen am 20. September 2016 (französisch).
  13. Chris O'Brien: This 16th century French castle is the temporary home to 100 makers trying to save the planet. In: VentureBeat. 18. August 2015; abgerufen am 20. September 2016 (englisch).
  14. POC 21, le bricolage comme solution au réchauffement climatique. In: LCI. Abgerufen am 20. September 2016 (fr-FR).
  15. Aurélien Acquier, Valentina Carbone und Damien Demailly: L’économie collaborative est-elle source de progrès environnemental ? In: La Tribune. 30. Juni 2016; abgerufen am 20. September 2016 (fr-FR).
  16. Birgit Holzer: Innovationscamp „Proof of concept 21“: Zukunft selbstgemacht. In: die tageszeitung. (taz.de [abgerufen am 20. September 2016]).
  17. PROOF OF CONCEPT: 100 Geeks, 5 Weeks, 1 Future - Der POC21 Film, Kinoprogramm vom Kino Babylon, Berlin, abgerufen am 16. September 2016
  18. Conférence des Jeunes Paris 2015. 2015; abgerufen am 20. September 2016 (PDF, englisch).
  19. ICI Montreuil. In: www.icimontreuil.com. Abgerufen am 20. September 2016.
  20. VENEZ FAIRE VIVRE LA ZAC! | Coalition Climat 21. In: coalitionclimat21.org. Abgerufen am 20. September 2016.
  21. Prisma Media: Les astucieux inventeurs de POC21 s'exposent à Paris. 8. Dezember 2015; abgerufen am 20. September 2016.