Palazzo Doria-Pamphilj

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Fassade des Palazzo Doria-Pamphili an der via del Plebiscito
Innenhof (cortile d'onore)
Papst Innozenz X. Pamphilj, von Velázquez

Der Palazzo Doria-Pamphilj ist ein Palast in Rom. Er liegt zwischen der Via del Corso, der Piazza del Collegio Romano, der Via della Gatta und der Via del Plebiscito.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Anwesen gehörte ursprünglich der Familie Della Rovere und kam dann zur Familie Aldobrandini. 1647 kam es durch Heirat an die Familie Pamphilj und 1671 wiederum durch Heirat an die aus Genua stammende Familie Doria, die ihn vergrößerte und zum größten bewohnten Palast in Rom machte.[1] Größer als manche Königsschlösser in Europa ist er weiterhin Residenz der Adelsfamilie und beherbergt eine wertvolle Sammlung von Gemälden und Kunstgegenständen, die sogenannte Galleria Doria Pamphilj, die der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Die Geschichte der Doria-Pamphilj ist das Ergebnis von verschiedenen Allianzen zwischen Adelsfamilien aus allen Teilen Italiens. Zu den bekanntesten Mitgliedern der Familie zählen der Admiral Andrea Doria und der Papst Innozenz X. Pamphilj. Dessen berühmtes Bildnis, gemalt von Velázquez, hängt im Palast. Es wurde im Heiligen Jahr 1650 von Olimpia Maidalchini, der Schwägerin des Papstes, in Auftrag gegeben, die seine enge Vertraute und Ratgeberin und nach Meinung einzelner angeblich auch seine Geliebte war. 1927 wurde ein kleiner Raum geschaffen, der ausschließlich Papst Innozenz X. gewidmet ist, und wo das Bild von Velázquez und eine Porträtbüste von Gian Lorenzo Bernini ausgestellt sind.

Der Sohn von Olimpia Maidalchini Camillo Pamphilj widersetzte sich seiner mächtigen Mutter und verzichtete auf die Berufung zum Kardinal durch seinen Onkel, den Papst, um die Witwe Olimpia Borghese zu heiraten. Als geborene Aldobrandini brachte sie den Palazzo Aldobrandini in die Familie Pamphilj ein. Nach einer Zeit des Exils in der Campagna Romana, um die Konfrontation mit dem Papst und Olimpia Maidalchini zu vermeiden, nahm das Paar seinen ständigen Wohnsitz im Palazzo Aldobrandini, den Camillo ab 1654 großzügig erweiterte. Es wurden benachbarte Häuser und ein Kloster aufgekauft und abgerissen.

Galleria Aldobrandini im Palazzo Doria Pamphilj

Als Architekt für das Projekt wurde Antonio Del Grande beauftragt. Die Fassade zur Via del Corso wurde von Gabriele Valvassori 1730–1735 realisiert.

Nach dem Tod von Camillo Pamphilj 1666 wurde der Bau von seinen Söhnen Giovanni Battista, dem Erben und dem Kardinal Benedetto Pamphilj weiterbetrieben. Auf den Letzteren, bekannt für sein Mäzenatentum,[2] gehen die Gemäldesammlung und die Kapelle, die nach den Plänen Carlo Fontanas eingebaut wurde, zurück.

Eine der Töchter Camillos und Olimpias, Anna Pamphilj, heiratete 1671 den Genueser Aristokraten Giovanni Andrea III Doria-Landi. Ihre Nachkommen erbten den Palast, während der römische Zweig der Familie Pamphilj 1760 ausstarb. 1763 nahm Fürst Andrea IV. den bis heute gültigen Namen Doria–Pamphilj–Landi an. 1767 wurden die Decken der repräsentativen Räume im barocken Stil freskiert, wie sie sich heute noch zeigen. Aus der Kirche San Salvatore delle Coppelle wurden 1782 bei den baulichen Veränderungen dort Säulen in den Palast verbracht.

Die Familie ist im Jahre 2000 mit Donna Orietta, einziger Tochter des Fürsten Filippo Doria-Pamphilj-Landi, erloschen. Donna Orietta und ihr englischer Ehemann Don Frank taten viel für die Restaurierung der Sammlung und des Palastes. Nach ihrem Ausscheiden übernahmen die Leitung der Sammlung ihre englischstämmigen Adoptivkinder Don Jonathan und Donna Gesine Pogson Doria Pamphilj, die auch im Palast wohnen.

Caravaggio: Flucht nach Ägypten, 1594–1596

Die Galleria Doria Pamphilj enthält über die barocken Säle mit Mobiliar und Innendekorationen hinaus eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen in Rom mit zahlreichen Gemälden alter Meister, u. a. von Raffael, Lorenzo Lotto, Parmigianino, Jacopo Bassano, Tintoretto, Caravaggio, Memling, Jan van Scorel, Jan Brueghel d. Ä., Annibale Carracci, Domenichino, Guercino, Domenico Fetti, Mattia Preti, Jusepe de Ribera, Claude Lorrain, Poussin, Gaspar van Wittel. Der besondere Reiz der Bildersammlung liegt in der historischen Hängung in originalen Schauräumen des 17. und 18. Jahrhunderts. Daneben sind antike und barocke Skulpturen und Büsten zu sehen.

Der Palast ist nicht zu verwechseln mit dem Palazzo Pamphilj, der sich ebenfalls in Rom an der Piazza Navona befindet. Ein weiterer Palazzo Doria-Pamphilj steht in Valmontone in der Metropolitanstadt Rom.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mauro Lucentini, La grande guida di Roma, Newton & Compton, Rom 1999, ISBN 88-8289-053-8
  2. L. Montalto, Un mecenate in Roma barocca: il cardinale Benedetto Pamphili (1653-1730), Sansoni, Florenz 1955.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Palazzo Doria Pamphilj (Rome) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 41° 53′ 52,1″ N, 12° 28′ 53″ O