Palmkohl

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Palmkohl-Sorte ‚Nero di toscana‘
Sorte ‚Cavolo nero‘

Der Palmkohl (Brassica oleracea var. palmifolia DC.) ist eine Varietät des Gemüsekohls und gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Weitere Trivialnamen dieser Kulturpflanzenform im deutschen Sprachraum sind: Italienischer Kohl, Toskanischer Kohl, Schwarzkohl. Eine als Zierpflanze verwendete Sorte ist ‚Negro Romano‘.

Herkunft und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Kohl-Form wurde im 18. Jahrhundert in Italien entwickelt.[1] Traditionell wird sie noch viel in Norditalien, und dort besonders in der Toskana angebaut, wo in 2003 der industrielle Anbau untersucht wurde.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Palmkohl ist eine zweijährige krautige Pflanze und kann Wuchshöhen von bis 3 Metern erreichen. Er ist in den gemäßigten Gebieten nicht frosthart. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Markstammkohl, dessen Trieb dicker ist und dessen Blätter nicht blasig sind, aber manchmal leicht gezähnte, gekrauste Ränder aufweisen. Die Anordnung der blasigen, leicht nach unten gerollten Laubblätter ist wechselständig und wirkt etwas palmartig. Die Laubblätter sind 60 bis 80 Zentimeter lang und 8 bis 10 Zentimeter breit, dunkelgrün bis schwarz-grün.[2]

Er blüht im zweiten Jahr von Mai bis August mit hellgelber Blütenfarbe. Palmkohl ist selbstfertil und die Bestäubung erfolgt beispielsweise durch Bienen. Die Samenreife erstreckt sich von Juli bis September.[3]

Schädlinge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kohlfliege, Kleiner und Großer Kohlweißling, Weiße Fliege, Mehlige Kohlblattlaus, Kohlhernie, Alternaria.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je älter die Blätter sind, desto mehr Fasern (Trockensubstanz) enthalten sie. Besonders alte Blätter haben einen recht hohen Fasergehalt und sind für die industrielle Verarbeitung qualitativ nicht geeignet. Auch der Nitratgehalt ist höher als bei jüngeren Blättern. Der Nitratgehalt steigt auch mit dem Alter der Pflanzen, was sich aber nicht auf den oberen Pflanzenteil auswirkt.[4]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palmkohl ist im Geschmack milder als Grünkohl. Die fein geschnittenen Laubblätter werden für Salate oder Kochgemüse verwendet. Er eignet sich auch ausgezeichnet für toskanische Wintereintöpfe. Eine bekannte Verwendung des Palmkohls ist die portugiesische Kohlsuppe caldo verde. Palmkohl kann auch sehr gut für späteren Gebrauch blanchiert und danach tiefgefroren aufbewahrt werden. Palmkohl hat als Kübelpflanze im Garten oder vor dem Haus auch dekorativen Wert. Früher wurde die lange holzige Sprossachse zur Fabrikation von Spazierstöcken verwendet.[5][6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jack E. Staub, Ellen Buchert: 75 Exciting Vegetables for Your Garden. Gibbs-Smith, 2005, S. 120, ISBN 978-1-58685-250-4.
  2. Vilmorin-Andrieux & Cie, Les Plantes Potagères. Quatrième Édition, Paris 1925, S. 152–153.
  3. Brassica oleracea palmifolia bei Plants For A Future, abgerufen am 20. Juni 2020.
  4. L.F. D'Antuono u. R. Neri: Traditional Crop Revised: Yield and Quality of palm-tree kale, grown as a merchanised industrial crop, as a function of cutting hight. In: Acta Hort. (ISHS) 598, 2003, S. 123–127, doi:10.17660/ActaHortic.2003.598.17.
  5. Jack E. Staub, Ellen Buchert: 75 Exciting Vegetables for Your Garden. Gibbs-Smith, 2005, S. 119, ISBN 978-1-58685-250-4.
  6. Anton Oskar Klaußmann: Spazierstockpflanzungen. In: Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens, Jahrgang 1909, Neunter Band, S. 221–224. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Palmkohl (Brassica oleracea var. palmifolia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Spazierstockpflanzungen – Quellen und Volltexte