Patara

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die antike Stadt in Lykien, zu anderen Bedeutungen siehe Patara (Begriffsklärung).

Koordinaten: 36° 15′ 37″ N, 29° 18′ 51″ O

Reliefkarte: Türkei
marker
Patara
Magnify-clip.png
Türkei

Patara (griechisch Πάταρα, unter ptolemäischer Herrschaft auch unter dem Namen Arsinoë; heth. Patara[1]) war eine antike Stadt an der Mittelmeerküste Lykiens in der heutigen Türkei. Sie liegt nahe der Mündung des antiken Flusses Xanthos, des heutigen Flusses Eşen Çayı, beim heutigen Gelemiş im Landkreis Kaş der Provinz Antalya.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Patara galt als eine der wichtigsten Städte Lykiens und der bedeutendste Hafen dieser Landschaft. Unter dem Namen Pttara war die Stadt wohl eine lykische Gründung, auch wenn eine spätere griechische Tradition sie auf Pataros, einen Sohn Apollons, zurückführte. Apollon Patroos hatte in Patara einen Kult mit Orakel.

Drachme aus Patara mit Lyra, ca. 167-110 v. Chr. geprägt
Römisches Theater in Patara

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Alexander dem Großen gehörte Patara zum Einflussbereich der hellenistischen Reiche und war eine wichtige Marinebasis in den Diadochenkriegen. Ptolemaios II. benannte sie zeitweise in Arsinoe um. In römischer Zeit behielt Patara seine führende Stellung in Lykien; es war Provinzhauptstadt und Sitz des Statthalters der Provinz Lycia et Pamphylia. Der Apostel Paulus verweilte im Verlauf seiner dritten Missionsreise (53–58 n. Chr.) in Patara:

„Als die Zeit zur Abfahrt gekommen war, trennten wir uns von ihnen, fuhren auf dem kürzesten Weg nach Kos, am anderen Tag nach Rhodos und von dort nach Patara. Hier fanden wir ein Schiff, das nach Phönizien fuhr; wir gingen an Bord und fuhren ab. Als wir Zypern sichteten, ließen wir es zur Linken liegen, segelten nach Syrien und landeten in Tyrus; hier sollte das Schiff seine Ladung löschen…“

Apostelgeschichte 21,1–3

Im 3. Jahrhundert n. Chr. wurde der spätere Bischof Nikolaus von Myra dort geboren.

Erforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafen Pataras, der sich – wie noch heute ersichtlich – über circa zwei Kilometer ins Landesinnere erstreckte, verlandete seit der Antike langsam. Dies geschah durch kontinuierliche Sandanschwemmung des nahen, schnellfließenden Flusses Xanthos und durch die Bildung von Wanderdünen. Endgültig aufgegeben wurde der Hafen wohl im Mittelalter (13. Jahrhundert). Systematische Ausgrabungen der Stadt wurden in den 2000er Jahren durchgeführt. Im Gelände lassen sich die Überreste größerer Bauten erkennen[2]: ein römischer Triumphbogen mit drei Durchgängen, Bäder, ein Theater, ein Getreidespeicher aus der Zeit Hadrians, zwei Aquädukte, die Hauptstraße (welche jedoch zum Teil unter Wasser steht) und Grundrisse des antiken Leuchtturms. In den letzten Jahren ist das Buleuterion, das Versammlungsgebäude des Lykischen Bundes, neu errichtet worden.

Apollon-Heiligtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Frühzeit berühmt war das Apollon-Heiligtum von Patara mit seinem Orakel, dem später das Orakel von Delphi den Rang streitig machte. Danach geriet es fast vollständig in Vergessenheit und wurde bis heute durch die Archäologen nicht wieder gefunden. Allerdings fanden kürzlich das Forscherpaar Fahri und Havva Işık am nordöstlichen Rand von Patara, nahe dem römischen Triumphbogen des Mettius Modestus, einen monumentalen Apollon-Kopf, sodass das alte Heiligtum an dieser Stelle vermutet wird.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Patara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Max Gander: Die geographischen Beziehungen der Lukka-Länder. Texte der Hethiter, Heft 27 (2010). ISBN 978-3-8253-5809-9. S.6
  2. Patara excavations start for the 25th time this summer. Hürriyet Daily News, 20 July 2013, (online).