Patek Philippe SA

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Patek Philippe)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
PATEK PHILIPPE SA
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1839
Sitz Genf, SchweizSchweiz Schweiz
Leitung Thierry Stern
Branche Uhrenindustrie
Website www.patek.com

Patek Philippe (offiziell Patek Philippe SA) ist eine unabhängige Uhrenmanufaktur mit Hauptsitz in Genf (Schweiz). Die Schweizer Manufaktur stellt mechanische Armbanduhren im Luxussegment her. Patek Philippe ist im alleinigen Besitz der Familie Stern.

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antoine Norbert de Patek (1812–1877)
Jean Adrien Philippe (1815–1894)
Armbanduhr von Patek Philippe
Taschenuhr von Patek Philippe
Firmensitz von Patek Philippe in Genf (Schweiz)

Die Uhrenmanufaktur wurde am 1. Mai 1839 von dem polnischen Adligen Antoine Norbert de Patek (geboren als Antoni Norbert Patek) und François Czapek, (geboren als Franciszek Czapek), in Genf als Uhrenmanufaktur Patek, Czapek & Co. gegründet. Die Zusammenarbeit zwischen Patek und Czapek endete 1845, Czapek gründete daraufhin seine bis 1869 bestehende Firma Czapek & Co.

1845 gründeten dann Antoine de Patek und Jean Adrien Philippe mit Vincent Gostkowski die Firma Patek & Co. und benannten sie 1851 in Patek Philippe & Co. um, woraus im Jahr 1901 mit einem Kapital von 1,6 Millionen Schweizer Franken die Aktiengesellschaft Ancienne Manufacture d’Horlogerie Patek Philippe & Co. S.A. entstand.[1]

Patek Philippe gilt als Erfinder der Aufzugskrone. Diese Mechanik veränderte den damaligen Gebrauch von Uhren grundsätzlich, man brauchte seitdem keinen extra Schlüssel mehr, um das Uhrwerk aufzuziehen oder die Zeit einzustellen.

In Folge der Weltwirtschaftskrise von 1929 erwarben die Unternehmer Charles und Jean Stern, die Mehrheit an der Aktiengesellschaft Patek Philippe SA. Seit dem Jahr 1932 ist die Familie Stern alleinige Eigentümerin der Uhrenmanufaktur Patek Philippe SA. Im selben Jahr wurde auch die klassische Armbanduhr mit Referenz 96 eingeführt. Sie wird bis heute nahezu unverändert hergestellt. Unter der Leitung von Jean Pfister wurde 1933 die Herstellung eigener Rohwerke aufgenommen. Lediglich die Größe des Gehäuses wurde dem Zeitgeschmack angepasst. 1953 brachte Patek Philippe die erste Armbanduhr der Manufaktur mit automatischem Rotor-Aufzug auf den Markt. Seit jeher fertigte die Manufaktur komplizierte Armband- und Taschenuhren mit sogenannten Komplikationen. 1955 führte Patek Philippe mit dem Gyromax eine feinregulierende Vorrichtung für die Unruh ein.[2][3][4][5][6][7][4][8]

Patek Philippe stellt neben den komplizierten Uhren, seit 1977, auch eine der flachsten Automatik-Kaliber 240 mit nur 2,40 mm Bauhöhe her. Hierin ist Patek nur durch Jean Lassale von der Firma Bouchet-Lassale SA (Kaliber 2000: 2,08 mm) übertroffen, dessen Patente 1982 durch die Nouvelle Lémania SA übernommen und dessen Uhrwerke in Uhren von Piaget und Vacheron Constantin (als Kaliber VC1170) verwendet wurden. Markenzeichen von Patek Philippe ist das Calatrava-Kreuz, welches auf der Aufzugskrone abgebildet ist. Zum 175-Jahr-Jubiläum wurde die Armbanduhr Grandmaster Chime herausgebracht, eine Grande Complication mit akustischer Anzeige des Datums durch das Schlagwerk und mit einer Weckfunktion per Minutenrepetition. Die Produktion im Genfer Vorort Plan-les-Ouates liegt bei 55'000 Uhren pro Jahr. Der geschätzte Jahresumsatz beträgt etwa 1 Mrd. Franken. Im Jahr 1989 stellte Patek Philippe zum 150-Jahr-Jubiläum die komplizierteste Taschenuhr der Welt vor, das Caliber 89 mit 33 Komplikationen und 1366 Einzelteilen.[9][10][11]

Extrem seltene und hoch monetäre Exemplare, werden immer durch den jeweils amtierenden Präsidenten von Patek Philippe persönlich abgenommen bzw. kontrolliert. Seit 2009 ist Thierry Stern verantwortlich für Patek Philippe. Thierry Stern leitet heute in vierter Generation das Familienunternehmen aus Genf.[12]

Seit Jahrzehnten lautet der Werbespruch der Uhrenmanufaktur:

„Un Patek Philippe ne vous appartient jamais seul. Vous l'appréciez toute une vie, mais vous le conservez pour la prochaine génération“ (deutsch: „Eine Patek Philippe gehört einem nie ganz allein. Man erfreut sich ein Leben lang an ihr, aber eigentlich bewahrt man sie schon für die nächste Generation“).

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen ist Eigentümer eines Flugzeuges Gulfstream G650 mit der Immatrikulation HB-JFP.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horand M. Vogel: Uhren von Patek Philippe. Düsseldorf 1980.
  • Martin Huber, Alan Banbery: Patek Philippe, Geneve. Taschenuhren. Peter Ineichen, Zürich 1982, ISBN 978-3-906500-01-0.
  • Martin Huber, Alan Banbery: Patek Philippe, Geneve. Armbanduhren. Patek Philippe, Genf 1998.
  • Anton Kreuzer: Patek Philippe. Klagenfurt 1991.
  • Madelaine Patrizzi, Osvaldo Patrizzi: Patek Philippe. Genf 1994.
  • J. Michael Mehltretter: Patek Philippe Armbanduhren, Kultobjekt & Wertanlage, Wissen – Märkte – Preise. HEEL Verlag, Königswinter 2011, ISBN 978-3-86852-394-2.
  • Guido Mondani, Osvaldo Patrizzi: Collecting Patek Philippe Wristwatches – Collezionare orologi da Polso Patek Philippe. Verlag Mondani, 2011, ISBN 978-88-903723-0-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Patek Philippe & Co. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. Callwey, München 1983; 5. Auflage ebenda 1996, ISBN 3-7667-1241-1, S. 485.
  2. Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. Callwey, München 1983; 5. Auflage ebenda 1996, ISBN 3-7667-1241-1, S. 38 f. und 485.
  3. Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. 1996, S. 485.
  4. a b Patek Philippe: Katalog 2008/2009
  5. Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. 1996, S. 485.
  6. Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. Callwey, München 1983; 5. Auflage ebenda 1996, ISBN 3-7667-1241-1, S. 38 f. und 485.
  7. Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. 1996, S. 485.
  8. Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. 1996, S. 485.
  9. Andrea Hohendahl: Wie Patek Philippe die Zeit vergoldet. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Oktober 2014, S. 9
  10. Jean-Pierre Kapp: Die Genfer Uhrenindustrie erstrahlt in neuem Glanz. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Oktober 2014, S. 9
  11. Das Datum ertönt am Handgelenk. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. Oktober 2014. Abgerufen am 14. Oktober 2014.
  12. https://www.welt.de/icon/uhren/article163014358/Hier-entscheidet-der-Chef-wer-eine-Uhr-kaufen-darf.html
  13. Eintrag im Luftfahrzeugregister. Luftfahrzeugregister des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL)