Patek Philippe SA

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PATEK PHILIPPE SA GENEVE
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1839
Sitz Genf, Schweiz
Leitung Thierry Stern
Branche Uhrenhersteller
Website www.patek.com

Patek Philippe ist eine selbständige Uhrenmanufaktur aus Genf in der Schweiz.

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antoine de Patek, der Gründer der Manufaktur
Eine Taschenuhr von Patek Philippe
Patek Philippe Hauptsitz in Genf

Die Manufaktur wurde am 1. Mai 1839 von dem polnischen Adligen Antoine Norbert de Patek (1812–1877, geboren als Antoni Norbert Patek) und François Czapek, einem in Tschechien 1811 als Franciszek Czapek geborenen Polen, in Genf als Uhrenmanufaktur Patek, Czapek & Co. gegründet und nach dem Auslaufen des Vertrages 1845 wieder aufgelöst (Czapek gründete daraufhin seine bis 1869 bestehende Firma Czapek & Co.) Am 15. Mai 1845 gründeten dann Antoine Patek, Jean Adrien Philippe und Vincent Gostkowski die Firma Patek & Co. und benannten sie am 1. Januar 1851 in Patek Philippe & Co. um, woraus am 1. Februar 1901 mit einem Kapital von 1,6 Millionen Schweizer Franken die Aktiengesellschaft Ancienne Manufacture d’Horlogerie Patek Philippe & Co. S.A. entstand.[1] Aus Pateks Partnerschaft mit Adrien Philippe, dem Enkel von Jean Adrien Philippe, resultierte das Patent für eine weitreichende Innovation im Uhrenbau: die Aufzugskrone. Diese Mechanik veränderte den Gebrauch der Uhr insofern, als man keinen extra Schlüssel mehr benötigte, um das Uhrwerk aufzuziehen oder die Zeit zu verstellen.

Zu Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929 kauften Charles und Jean Stern, die Eigentümer der Zifferblattfabrik Fabrique de Cadrans Stern Frères, woher Patek Philippe alle Zifferblätter bezog, die Mehrheit des Aktienkapitals.[2]

Auch im beginnenden 21. Jahrhundert ist Patek Philippe als eines der wenigen noch unabhängigen Uhrenunternehmen im Besitz der Familie Stern, die im Jahre 1932 die 1929 begonnene Übernahme der Firma Patek Philippe & Co von Adrien Philippe vollendete.[3] Am 14. Juni 1932 endete somit die Teilhaberschaft von Adrien Philippe.[4] Im Jahr 1932 wurde auch die klassische Armbanduhr Referenz (Ref.) 96 eingeführt, die bis heute nahezu unverändert hergestellt wird. Unter der Leitung von Jean Pfister wurde 1933 wieder die Herstellung eigener Rohwerke aufgenommen. Lediglich die Grösse des Gehäuses wurde dem Zeitgeschmack angepasst. 1953 brachte Patek Philippe die erste Armbanduhr der Manufaktur mit automatischem Rotor-Aufzug auf den Markt. Seit jeher fertigte die Manufaktur komplizierte Armband- und Taschenuhren mit sogenannten Komplikationen. Um 1955 verfügte Patek Philippe mit Gyromax über eine den Drehradius der Unruh feinregulierende Vorrichtung.[5]

Im Jahr 1989 stellte Patek Philippe zum 150-Jahr-Jubiläum die komplizierteste Taschenuhr der Welt vor, das Caliber 89 mit 33 Komplikationen und 1728 Einzelteilen. Heute fertigt die Manufaktur einige der teuersten Uhren der Welt, beispielsweise die Sky Moon Tourbillon Ref. 5002. Von diesem im Jahr 2001 vorgestellten Modell werden jährlich nur zwei Exemplare hergestellt und zu einem Preis von rund 1'000'000 CHF verkauft. Sie werden durch den Präsidenten von Patek Philippe, Philippe Stern, persönlich abgenommen.

Seit 2009 führt Thierry Stern offiziell in der vierten Generation der Familie Stern die Geschäfte der Manufaktur. Patek Philippe stellt neben den komplizierten Uhren seit 1977 auch eine der flachsten Automatik-Kaliber 240 mit nur 2,40 mm Bauhöhe her. Hierin ist Patek nur durch Jean Lassale von der Firma Bouchet-Lassale SA (Kaliber 2000: 2,08 mm) übertroffen, dessen Patente 1982 durch die Nouvelle Lémania SA übernommen und dessen Uhrwerke in Uhren von Piaget und Vacheron Constantin (als Kaliber VC1170) verwendet wurden. Markenzeichen der Uhren ist das Calatrava-Kreuz, jeweils auf der Aufzugskrone abgebildet, und das Genfer Siegel als Qualitätsnachweis. Letzteres wird derzeit von einem eigenen Qualitätssiegel abgelöst.

Zum 175-Jahr-Jubiläum wurde die Armbanduhr Grandmaster Chime herausgebracht, eine Grande Complication mit akustischer Anzeige des Datums durch das Schlagwerk und mit einer Weckfunktion per Minutenrepetition.[6]

Die Produktion im Genfer Vorort Plan-les-Ouates liegt bei 55'000 Uhren pro Jahr;[7] der geschätzte Jahresumsatz beträgt etwa 1 Mrd. Franken.[8]

Seit Jahrzehnten lautet der Werbespruch der Uhrenmanufaktur:

Eine Patek Philippe gehört einem nie ganz allein. Man erfreut sich ein Leben lang an ihr, aber eigentlich bewahrt man sie schon für die nächste Generation.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen ist Eigentümer eines Flugzeuges Gulfstream G650 mit der Immatrikulation HB-JFP.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horand M. Vogel: Uhren von Patek Philippe. Düsseldorf 1980.
  • Martin Huber, Alan Banbery: Patek Philippe, Geneve. Taschenuhren. Peter Ineichen, Zürich 1982, ISBN 978-3-906500-01-0.
  • Martin Huber, Alan Banbery: Patek Philippe, Geneve. Armbanduhren. Patek Philippe, Genf 1998.
  • Anton Kreuzer: Patek Philippe. Klagenfurt 1991.
  • Madelaine Patrizzi, Osvaldo Patrizzi: Patek Philippe. Genf 1994.
  • J. Michael Mehltretter: Patek Philippe Armbanduhren, Kultobjekt & Wertanlage, Wissen – Märkte – Preise. HEEL Verlag, Königswinter 2011, ISBN 978-3-86852-394-2.
  • Guido Mondani, Osvaldo Patrizzi: Collecting Patek Philippe Wristwatches – Collezionare orologi da Polso Patek Philippe. Verlag Mondani, 2011, ISBN 978-88-903723-0-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Patek Philippe & Co. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. Callwey, München 1983; 5. Auflage ebenda 1996, ISBN 3-7667-1241-1, S. 485.
  2. Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. 1996, S. 485.
  3. Patek Philippe: Katalog 2008/2009
  4. Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. 1996, S. 485.
  5. Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. Callwey, München 1983; 5. Auflage ebenda 1996, ISBN 3-7667-1241-1, S. 38 f. und 485.
  6. Das Datum ertönt am Handgelenk. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. Oktober 2014. Abgerufen am 14. Oktober 2014.
  7. Andrea Hohendahl: Wie Patek Philippe die Zeit vergoldet. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Oktober 2014, S. 9
  8. Jean-Pierre Kapp: Die Genfer Uhrenindustrie erstrahlt in neuem Glanz. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Oktober 2014, S. 9
  9. Eintrag im Luftfahrzeugregister. Luftfahrzeugregister des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL)