Paul Collier (Ökonom)

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Paul Collier (2013)

Sir Paul Collier CBE (* 1949) ist ein britischer Wirtschaftswissenschaftler.

Collier, Enkel eines deutschen Einwanderers[1], ist Professor für Ökonomie und Direktor des Zentrums für afrikanische Ökonomien an der Blavatnik School of Government der Universität Oxford. Er ist Fellow des St Antony’s College. Davor war er Leiter der Forschungsabteilung der Weltbank. Er gehört zu den führenden Experten für afrikanische Wirtschaft und die Ökonomien der Entwicklungsländer.

Seit 2008 ist er Commander of the Order of the British Empire.[2] 2013 erhielt Collier den A.SK Social Science Award des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung.[3] Im Jahr 2014 wurde er in den Ritterstand erhoben.[4]

Für sein Buch Exodus: Immigration and Multiculturalism in the 21st Century (2013) forschte Collier zu den wirtschaftlichen und sozialen Folgen von Migration. Er plädiert für geringere und selektive Zuwanderung aus Entwicklungsländern nach Europa und in die USA und bezieht sich dabei insbesondere auf die Forschungen von Robert Putnam über die gesellschaftliche Fragmentierung als Folge fehlenden gegenseitigen Vertrauens zwischen den Einwohnern eines Landes. Fehlendes gegenseitiges Vertrauen verhindere zudem in vielen Entwicklungsländern vor allem Afrikas die Entstehung effektiver Organisationen und produktiver wirtschaftlicher Strukturen. In seinem Buch führt er aus:[5]

„Für eine dauerhafte Zusammenarbeit ist Vertrauen nötig [...] Bei einem hohen Maß an Vertrauen arbeiten die Menschen besser zusammen, und die sozialen Kosten der Kooperation sind geringer, da weniger Zwangsmaßnahmen erforderlich sind. Soziale Normen sind also ebenso wichtig wie formelle Institutionen.“

Migranten würden zumeist aus Ländern mit nicht funktionierenden Sozialmodellen und geringem gesellschaftlichen und institutionellen Vertrauenskapital fliehen. Diesen Mangel brächten sie in die Einwanderungsländer mit und erhöhten damit die sozialen Kosten der Integration. Dennoch tritt Collier für die Legalisierung illegaler Einwanderer besonders in den USA ein.[6]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So berichtet Collier selbst im Prolog zu seinem Buch „Exodus: Warum wir Einwanderung neu regeln müssen
  2. London Gazette. Ausgabe 58729 vom 14. Juni 2008.
  3. https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/ask-social-science-award-2013-an-paul-collier
  4. https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/269031/New-Year-Honours-2014-PM-list.pdf
  5. „Exodus: Warum wir Einwanderung neu regeln müssen“, S. 38
  6. Ökonom Collier: "Wir locken junge Menschen in den Tod" Die Presse, 19. Oktober 2013