Paul Engelhard

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Paul Engelhard auf dem St. Moritzersee

Paul Emil Engelhard (* 27. Juli 1868 in Münster (Westfalen); † 29. September 1911 in Berlin-Johannisthal) war ein deutscher Flugpionier.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Engelhardt im Flug, Johannisthal bei Berlin, 12. August 1910[1]

Seine Eltern waren der Generalmajor August Emil Engelhard (1829–1885) und Luise Amalie geb. Keller (1842–1914). Sein Vater, anfangs Adjutant (Major) beim General-Kommando des VII. Armee-Korps Münster in der Lotharinger Kaserne.3 wurde 1869 als Kommandeur eines Füsilier-Bataillons nach Stettin versetzt.

Paul Engelhard absolvierte 1886 das Gymnasium, entschied sich für eine Karriere als Marineoffizier und stieg zum Kapitänleutnant auf. Beim austritt aus dem aktiven Dienst im Jahr 1904 wurde er zum Korvettenkapitän ernannt. Danach arbeitete er in Bremen als Inspektor des Deutschen Schulschiffer Vereins.

Auf Vereinbarung mit der Motorluftschiff-Studiengesellschaft gehörte er mit Robert Thelen zu den ersten Flugschülern der Orville Wrights auf dem Bornstedter Feld. Am 15. März 1910 erwarb er die Flugzeugführererlaubnis Nr. 3 des Deutschen Luftschiffer-Verbandes und wurde Chefpilot der Wright-Gesellschaft auf dem Flugplatz Johannisthal.[2]

Schon Anfang 1909 hatte der deutsche Baron Auff’m Ordt Flugversuche in St. Moritz unternommen, war jedoch in der dünnen Bergluft gescheitert. Mitte Februar bis Ende März 1910 sollten Thelen und Engelhard in Begleitung von Victor de Beauclair († 1929) in St. Moritz mit zwei Flyern eine Flugschule aufbauen. Am 10. März 1910 drehte er drei Runden um den St. Moritzersee.[3][4] Sein Flugschüler Dr. Amsin verunglückte im Mai mit dem zweiten Flyer tödlich.[5]

Am 14. Mai 1910 stürzte Engelhard bei einem Wettkampf in Johannisthal zusammen mit Thelen, Emile Jeannin und dem Dänen Knud Thorup (1886–1942) ab und wurde als einziger schwer verletzt.[3] Am 29. September 1911 stürzte er bei einem Übungsflug mit einem Doppeldecker über dem Flugplatz Johannisthal erneut ab und erlitt tödliche Verletzungen. Sein Flugschüler Gerhard Sedlmayr[6] wurde dabei nur leicht verletzt. Engelhard wurde auf dem Riensberger Friedhof in Bremen, Grablage Z 281, beigesetzt. 1915 wurde die Engelhardstraße in Johannisthal nach ihm benannt.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kauther, Wirtz: Korvettenkapitän A. D. Paul Emil Engelhard, Flugschein NR. 3; Heft 28 aus der Dokumentenreihe über den Flugplatz Berlin-Johannisthal 1909–1914 (2012)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Flight. 27. August 1910, abgerufen am 15. Januar 2013 (Titelseite der Zeitschrift): „A Study at Johannisthal — Capt. Engelhardt, on his Wright biplane, fiying at the Johannisthal Aerodrome.“
  2. a b Engelhardstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  3. a b earlyaviators.com
  4. swiss.com (PDF; 1,3 MB)
  5. engadin-airport.ch (PDF; 2,3 MB)
  6. Gerhard-Sedlmayr-Straße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)