Paul Gerhard Schmidt

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Paul Gerhard Schmidt (* 25. März 1937 in Pieske bei Frankfurt (Oder); † 25. September 2010 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher mittellateinischer Philologe und Professor für Lateinische Philologie des Mittelalters an der Universität Freiburg im Breisgau.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmidt legte 1956 am Evangelischen Gymnasium in Berlin-Grunewald das Abitur ab und studierte in Berlin und Göttingen die Fächer Klassische und Mittellateinische Philologie. Im Juli 1962 wurde er in Göttingen mit der Dissertation „Supplemente lateinischer Prosa in der Neuzeit. Ein Überblick über Rekonstruktionsversuche zu lateinischen Autoren von der Renaissance bis zur Aufklärung“, der ersten neulateinischen Dissertation in Deutschland, promoviert und ging für zwei Jahre nach Rom, wo er nach einem Studium der Historischen Hilfswissenschaften das Diplom als Palaeographus et Archivarius Vaticanus erwarb. 1970 habilitierte er sich in Göttingen mit einer kritischen Edition des Architrenius von Johannes de Hauvilla, die 1974 erschien. 1978 wurde Schmidt als ordentlicher Professor nach Marburg berufen. 1989 wechselte er nach Freiburg im Breisgau. Er starb am 25. September 2010 an den Folgen eines Herzinfarkts und wurde in Freiburg-Littenweiler auf dem Friedhof Bergäcker beigesetzt.

Schmidt war ordentliches Mitglied des Comité international de paléographie latine und der Società Internazionale per lo Studio del Medioevo Latino, korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Universität Frankfurt am Main und auswärtiges Mitglied des Instituto Lombardo di Scienze e Lettere. Er nahm Gastprofessuren in Oxford, Florenz, Fribourg (Wolfgang-Stammler-Gastprofessur 1993–94), Siena, Tartu und Paris wahr.

Zeitlebens beschäftigte sich Schmidt mit Paläografie und Handschriftenkunde. Er war (Mit-)Herausgeber der Reihen „Datierte Handschriften in Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland“, „Mittellateinische Studien und Texte“ und der Zeitschrift „Itineraria. Letteratura di viaggio e conoscenza del mondo dall’Antichità al Rinascimento“. Bis Ende 1999 war er Vorsitzender des Unterausschusses für Handschriftenkatalogisierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Schmidt war Mitglied in den Beiräten der „Onderzoekschool Mediëvistiek“ (Leiden/Groningen/Utrecht) und des Instituts für Europäische Kulturgeschichte (Augsburg).

Während seiner Laufbahn betreute Schmidt 16 Dissertationen und drei Habilitationsschriften (von Udo Kühne, Thomas Haye und Elisabeth Stein).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Bihrer und Elisabeth Stein (Hrsg.): Nova de Veteribus. Mittel- und neulateinische Studien für Paul Gerhard Schmidt, München und Leipzig: Saur 2004 ISBN 3-598-73015-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]