Paul Hinder

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Bischof Paul Hinder
Wappen von Paul Hinder

Paul Hinder OFMCap (* 22. April 1942 in Lanterswil-Stehrenberg in der Gemeinde Bussnang, Kanton Thurgau, Schweiz) ist Apostolischer Vikar mit Sitz in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate (VAE).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Hinder wuchs mit seinen drei Brüdern Wilhelm, Pius und Josef in Stehrenberg auf. Er trat 1962 der Kongregation der (Kapuziner OFMCap) bei, legte am 18. September 1966 seine Profess ab, studierte am theologischen Seminar des Ordens der Minderen Brüder Kapuziner in Solothurn und empfing dort am 4. Juli 1967 die Priesterweihe. Paul Hinder wurde an der Universität Freiburg (Schweiz) mit einer Arbeit über die Grundrechte in der Kirche zuerst beim Kanoniker Eugenio Corecco, ab 1986 Bischof von Lugano, promoviert.

Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Seelsorge wurde er Regionaloberer der Deutschschweizer Kapuziner und 1989 Provinzial der Schweizer Kapuziner. 1994 wurde Paul Hinder in den Generalrat des Kapuzinerordens gewählt mit Zuständigkeit für die deutsch- und französischsprachigen Provinzen sowie für die Kapuziner im Nahen Osten.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie es seit dem 19. Jahrhundert üblich ist, dass der Bischof in Arabien aus den Kapuzinern stammt, wurde 2003 Paul Hinder von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof im südlichen und nördlichen Apostolischen Vikariat Arabien bestellt und zum Titularbischof von Macon ernannt.[1] Die Bischofsweihe spendete ihm Kardinal Crescenzio Sepe am 30. Januar 2004. Sein Wahlspruch lautet: Justitia et pax et gaudium (lateinisch für "Gerechtigkeit und Frieden und Freude"). Papst Johannes Paul II. ernannte Paul Hinder 2003 zum Weihbischof, am 30. Januar 2004 in der St. Josefs-Kathedrale von Abu Dhabi zum Weihbischof von Arabien und am 21. März 2005[2] zum Apostolischen Vikar von Arabien.

Apostolischer Vikar in Arabien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Apostolische Vikariat Südliches Arabien (mit über 900.000 Quadratkilometern Fläche) ist weltweit eines der flächengrößten Bistümer und umfasst die Länder Jemen, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Katar, Bahrein und Saudi-Arabien bilden seit 2012 das Apostolische Vikariat Nördliches Arabien (mit 2.180.000 Quadratkilometern). Paul Hinder betreut vor allem über eine Million internationale Christen, die auf der arabischen Halbinsel beruflich tätig sind, darunter auch alle orientalischen Riten-Kirchen in Arabien, zum Beispiel Maroniten aus dem Libanon oder Syro-Malabaren und Syro-Malankaren aus Indien.

Als leitendem christlichem Seelsorger in ausschließlich muslimisch geprägten Ländern sind Paul Hinder bezüglich Sozialkritik (z.B. der Arbeitsbedingungen der ausländischen Angestellten) unter der Gefahr der Ausweisung weitgehend die Hände gebunden.[3] Bezüglich der angeblichen Gefahr des Islam für Europa meint er, dass nach seinem Dafürhalten die Gefahr in der religiösen Lauheit der Europäer liege.[4]

Ernennungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. Juli 2008 wurde er Mitglied des Päpstlichen Rates der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs.

Gemäß Mitteilung der Katholischen internationalen Presseagentur kipa/apic vom 4. Juli 2009 wurde Paul Hinder zusammen mit Heinz Wilhelm Steckling, Generaloberer des Missionsordens der Immaculata-Oblaten (OMI) von Papst Benedikt XVI. als Berater in die Missionskongregation berufen.[5][6]

Zwischen Muslime und Christen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäss Paul Hinder gibt es in den ihm anvertrauten Ländern keine völlige Religions- und Kultusfreiheit. Außer in Saudi-Arabien gibt es in allen anderen Ländern auch Kirchen, in denen christliche Gottesdienste gefeiert werden können. Die Furcht vor schleichender Islamisierung dominiere hingegen. Eine Tatsache sei, dass sich der Islam verbreite, auch in Europa. Dafür sei der Hauptgrund die heutige Migration aus Ländern mit Geburtenüberschuss in Länder mit rückläufiger einheimischer Bevölkerung. Im Orient wie im Okzident gäbe es gleichzeitig die Kultur der Einschüchterung und der Feigheit. So würden wir im Westen die Folge kennen der Einschüchterung – zum Beispiel aus der Austragung des Schweizer Minarettstreits – und die Feigheit, wenn sich religiöses Bekenntnis in der Öffentlichkeit zeigen will.[1]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundrechte in der Kirche: Eine Untersuchung zur Begründung der Grundrechte in der Kirche; Universität, Freiburg i.Ü. 1977, ISBN 3-7278-0174-3
  • Zwischen Morgenland und Abendland: Der Nahe Osten und die Christen; Dialog, Münster 2011, ISBN 978-3-941462-55-7 (Hrsg. Thomas Sternberg)
  • Als Bischof in Arabien: Erfahrungen mit dem Islam; Herder, Freiburg im Breisgau 2016, ISBN 978-3-451-34883-9 (Mit Simon Biallowons)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBischof Paul Hinder: Viele Muslime schauen bewundernd auf den Westen. vom 21. November 2009, abgerufen am 30. Oktober 2015.
  2. Predigt von Kardinal Crescenzio Sepe: „Kongregation für die Evangelisierung der Völker“ anlässlich der Bischofsweihe von Msgr. Paul Hinder OFM Cap. Abgerufen am 13. Januar 2016.
  3. Aus Zeitschrift der Kapuziner iTe 2006 Nr.3: 120 Nationen – Eine Kirche
  4. Aus Zeitschrift der Kapuziner iTe 2006 Nr.3: Muslime und Christen
  5. Webseite der Katholische internationale Presseagentur
  6. agenzia fides, Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke seit 1927
Vorgänger Amt Nachfolger
Giovanni Bernardo Gremoli Apostolischer Vikar von Arabien
2005–...
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