Paul von Bojanowski

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Paul von Bojanowski als leitender Bibliothekar in der großherzoglichen Bibliothek in Weimar, um 1904–1905

Paul von Bojanowski (* 24. Januar 1834 in Schwedt; † 19. Juni 1915 in Weimar) war ein deutscher Journalist, Bibliothekar und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bojanowskis Eltern waren der preußische Generalmajor Xaver von Bojanowski (1787–1856) und Rosalie, geborene von Knobelsdorff, Schwester der Ida von Lüttichau. Sein Bruder Alfred Alfons war auf Seiten der Revolutionäre beteiligt an der Revolution 1848 und starb an Verletzungen, die er sich beim Kampf in Berlin zugezogen hatte.

Nach einem Studium der Rechtswissenschaften in Halle, Heidelberg und Berlin legte Paul von Bojanowski 1856 das Auskultatorexamen ab. Von 1859 bis 1863 war er als Journalist in Paris tätig.

1863 kam er nach Weimar, wo er das seit 1817 bestehende „Oppositions-Blatt oder Weimarische Zeitung“ über 30 Jahre lang herausgab. Von 1893 an leitete er in der Nachfolge Reinhold Köhlers als Oberbibliothekar bis 1915 die Herzogin Anna Amalia Bibliothek (HAAB) in Weimar. Ihm gelang 1904 der Erwerb von 17 Autographen Martin Luthers für die Bibliothek, und er veranstaltete u. a. die erfolgreichen Bibliotheks-Ausstellungen zum 100. Todestag von Herzogin Anna Amalia mit einer Vielzahl von Gemälden, Handschriften und Büchern aus ihrem Besitz (1907) sowie zu Bucheinbänden (1913), bei der die Weimarer Buchbindergeschichte erstmals dokumentiert wurde.

Bojanowski war ab 1899 Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt. Die philosophische Fakultät der Universität Jena verlieh ihm anlässlich seines 80. Geburtstags 1914 die Ehrendoktorwürde.

Von 1868 bis 1871 war er Mitglied des Landtages des Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenachs und von 1874 bis 1877 Mitglied des Deutschen Reichstags für die Nationalliberale Partei. Er vertrat den Wahlkreis Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach 1 (Weimar – Apolda).[1]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Specht, Fritz / Schwabe, Paul : Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 272