Pavel Brázda

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pavel Brázda (2012)
Věra s brýlemi (1955)

Pavel Brázda (geboren 21. August 1926 in Brünn) ist ein tschechischer Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pavel Brázda wuchs als Sohn des Rechtsanwalts und Politikers Oswald Brázda in Brünn auf. Eine Großmutter war die Schriftstellerin Helena Čapková, deren Brüder die Künstler Karel Čapek und Josef Čapek.[1] Im Jahr 1939 okkupierte das Deutsche Reich die Tschechoslowakei. Sein Vater wurde in einem Zwangsarbeitslager inhaftiert und sein Großonkel Josef Čapek 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet.[2]

Brázda studierte nach dem Zweiten Weltkrieg an der Kunstschule Brünn und an der Kunstakademie Prag. Da er sich politisch und künstlerisch nicht an den Kurs der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KSČ) anpassen wollte, wurde er relegiert und er musste seinen Wunschberuf, freier Maler zu werden, aufgeben. Für den Lebensunterhalt arbeitete er fortan als Anstreicher, Malergehilfe und Heizer.[2] Privat durfte er malen, wurde aber nicht in den Künstlerverband aufgenommen und konnte daher weder ausstellen, verkaufen noch Auslandsreisen machen.[2] Brázda malte in einem nichtkonformistischen Stil und nahm Anleihen bei den Dadaisten und Surrealisten. Zeitweise arbeitete er zusammen mit seiner Frau Věra Nováková als Illustrator für einen Verlag. Im Jahr 1978 hatten sie ihre einzige öffentliche Ausstellung.

Nach der Samtenen Revolution im Jahr 1989 fand Brázdas Malerei nationale und auch internationale Aufmerksamkeit. 1989 konnte seine Tochter Kateřina seine Bilder in einer kleinen Ausstellung unterbringen.[2] Im Jahr 1992 hatte er eine gemeinsame Ausstellung mit seiner Frau Věra.[2] 2006 wurde er anlässlich seines 80. Geburtstages in der Prager Nationalgalerie ausgestellt.[2]

Brázda erhielt 2008 die Verdienstmedaille der Tschechischen Republik.

Von Anfang Juni bis Anfang Juli 2017 stellte die Library of Birmingham seine Bilder unter dem Titel ‘Pavel Brázda is Here!’ aus.[2]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Věra Nováková, mit Beiträgen von Drury R, Brázda P, Pečinková P. Argo, Prag 2010, ISBN 978-80-257-0395-3.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pavel Brázda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susan Moore: Out of dystopia. Rezension einer Ausstellung in Birmingham. In: Financial Times, 27. Mai 2017, S. L&A13
  2. a b c d e f g Pavel Brázda: out of dystopia, Financial Times, 26. Mai 2017