Paweł Zalewski

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Pawel Zalewski

Paweł Ksawery Zalewski (* 25. September 1964 in Warschau) ist ein polnischer Historiker, Unternehmer und Politiker. Er war Sejm-Abgeordneter in der 1., 5. und 6. Legislaturperiode; zwischen 2009 und 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1990 beendete Zalewski ein Geschichtsstudium an der Universität Warschau. Von 1991 bis 1996 als Adjunkt an der Szkoła Główna Handlowa w Warszawie und im Jahr 1996 in einer internationalen Beratungsfirma angestellt.

Während der 80er-Jahre war Zalewski an oppositionellen Publikationen beteiligt und gehörte dem Unabhängigen Studentenverband an. Bei den Gesprächen am Runden Tisch beschäftigte er sich innerhalb einer Arbeitsgruppe mit dem Hochschulwesen. Zwischen 1989 und 1991 war er Berater des Kultusministers. Zudem Mitbegründer der konservativen Partei Forum Prawicy Demokratycznej (deutsch Forum der demokratischen Rechten),[1] die im Jahr 1991 eine Kooperation mit der Unia Demokratyczna einging. Bei der Parlamentswahl 1991 wurde Zalewski als Listenkandidat der Unia Demokratyczna in den Sejm gewählt. Zwischen 1992 und 1993 Mitglied der Partia Konserwatywna. Nach seinem Austritt gründete er 1994 mit Kazimierz Michał Ujazdowski die Koalicja Konserwatywna, welche 1999 in die Konservative Volksunion eingegliedert wurde. In der Volksunion war Zalewski stellvertretender Vorsitzender des Parteienrates. Im Jahr 2001 gründete er den Bündnis der Rechten mit, die im Folgejahr in die Recht und Gerechtigkeit integriert wurde. In der PiS war Zalewski Mitglied des Parteivorstandes und bekleidete später den stellvertretenden Parteivorsitz.

Zwischen 2002 und 2003 saß er dem Woiwodschaftsvorstand von Masowien bei. Anlässlich der Europawahl 2004 kandidierte er erfolglos als Listenerster für die PiS-Partei aus dem Wahlkreis Łódź. Bei der Parlamentswahl 2005 wurde er aus dem Wahlkreis Sieradz in den Sejm gewählt. In der 5. Wahlperiode leitete er den Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten.

Im Juli 2007 setzte ihn der Parteivorsitzende Jarosław Kaczyński von seinen innerparteilichen Funktionen, wegen angeblicher Illoyalität gegenüber Partei, Regierung und Präsidenten, ab.[2] Die Vorwürfe bezogen sich auf ein Radiointerview vom 3. Juli 2007, in dem sich Zalewski kritisch über die damalige Außenministerin Anna Fotyga geäußert hatte.[3] Im Oktober des gleichen Jahres wurde das Disziplinarverfahren gegen ihn aufgehoben, sodass er seine Funktionen in der Partei wieder aufnehmen konnte.

Zur Parlamentswahl 2007 erzielte Zalewski mit 35.524 erhaltenen Wählerstimmen zum dritten Mal ein Abgeordnetenmandat. Kurz darauf legte er zusammen mit den stellvertretenden Parteivorsitzenden Ludwik Dorn und Kazimierz Ujazdowski seine parteiinternen Ämtern nieder. Auf Anordnung Jarosław Kaczyńskis wurde jedem die Mitgliedsrechte entzogen. Am 12. Dezember 2007 gaben Zalewski und Ujazdowski ihre Parteimitgliedschaft auf. 2008 wurde der Verband Mazowsze XXI unter Teilnahme von Zalewski gegründet.[4] Dieser gehörte der landesweiten Initiative Ruch Obywatelski "Polska XXI" an.

Im Jahr 2009 wurde er von der Bürgerplattform zur Europawahl 2009 aufgestellt und trat nachher auch der Partei bei. Mit 51.529 erreichten Wählerstimmen wurde er Mitglied des Europäischen Parlaments.[5] Im Europäischen Parlament schloss er sich den Christdemokraten an und wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für internationalen Handel gewählt. Im Juli 2011 initiierte er die European Parliament-Ukraine LINK Group, die EU-Abgeordnete verschiedener Fraktionen umfasst und den Integrationsprozess der Ukraine in die Europäischen Union unterstützen soll.[6] Im Januar 2013 ernannte der damalige Außenminister Radosław Sikorski ihn zum Ko-Präsidenten des Polnisch-Ukrainischen Partnerschaftsforums.[7] Im Zuge der Europawahl 2014 kandidierte Zalewski vergeblich für eine Wiederwahl. Im Jahr 2016 wurde er Mitglied im Rat des Bürgerinstituts (polnisch: Instytut Obywatelski).[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 belegte er in einem Ranking bezüglich Lobbyarbeit für die Ukraine des Institutes für Weltpolitik in Kiew den fünften Platz.[11] Das Nachrichtenmagazin Polityka zeichnete ihn als besten Abgeordneten 2006/2007 aus.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paweł Zalewski: Recepta na klęskę PO. In: Rzeczpospolita. 9. Oktober 2015, abgerufen am 18. September 2016 (polnisch).
  2. Prezydent: Moją znajomość z posłem Zalewskim uważam za zakończoną. 7. Juli 2007, archiviert vom Original am 22. März 2009; abgerufen am 18. September 2016 (polnisch).
  3. Biuletyn nr: 2161/V: Komisja Spraw Zagranicznych /nr 85/. In: sejm.gov.pl. 28. Juni 2007, abgerufen am 18. September 2016 (polnisch).
  4. Paweł Zalewski wśród założycieli Stowarzyszenia „Mazowsze XXI”. In: money.pl. 4. Februar 2008, abgerufen am 18. September 2016 (polnisch).
  5. Serwis PKW – Wybory 2009. In: pkw.gov.pl. Abgerufen am 18. September 2016 (polnisch).
  6. Nowa unijna grupa wsparcia dla Ukrainy. 5. Juli 2011, archiviert vom Original am 29. April 2013; abgerufen am 18. September 2016 (polnisch).
  7. Długie Polaków i Ukraińców rozmowy. In: eastbook.eu. 4. Februar 2013, abgerufen am 18. September 2016 (polnisch).
  8. Nowa Platforma - najważniejsze decyzje Rady Krajowej PO. In: Platforma Obywatelska. 26. Februar 2016, abgerufen am 18. September 2016 (polnisch).
  9. Prezydent zwleka z zagranicznymi orderami. In: Gazeta Wyborcza. 5. November 2008, abgerufen am 18. September 2016 (polnisch).
  10. Grande Ufficiale dell'Ordine della Stella della solidarietà italiana. In: quirinale.it. 17. Oktober 2006, abgerufen am 18. September 2016 (italienisch).
  11. Kwaśniewski, Zalewski i Sikorski lobbują za Ukrainą. In: TVN24. 1. Dezember 2011, abgerufen am 18. September 2016 (polnisch).
  12. Parlamentarnie to kulturalnie. In: Polityka. 2. Juli 2007, abgerufen am 18. September 2016 (polnisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]