Peitsche (Musikinstrument)

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Peitsche der Firma Ludwig-Musser

Peitsche bezeichnet in der Musik sowohl ein Gegenschlagidiophon, dessen Klang den Knall einer langen Peitsche imitieren soll, ohne Mitmusiker des Schlagwerkers zu gefährden, als auch eine echte Peitsche, die musikalisch verwendet nach der Hornbostel-Sachs-Systematik als freies Ablenkungsaerophon klassifiziert wird.

Gegenschlagplatte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Idiophon Peitsche ist eine Gegenschlagplatte, auch Gelenkklapper,[1] und entspricht prinzipiell der aus dem Schulsport bekannten Starterklappe, jedoch ohne deren optische Signaleinrichtung. Diese Orchesterpeitsche besteht aus zwei Holzlatten mit Griffen, die über ein Scharnier oder einen Riemen miteinander verbunden sind und zur Tonerzeugung gegeneinander geschlagen werden.

Ablenkungsaerophon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine echte Peitsche wird in Bayern und Österreich beim Goaßlschnalzen verwendet. Bei ihr entsteht der Ton durch abrupte Aufwirbelung der Luft am Peitschenende, das auf Schallgeschwindigkeit beschleunigt wird. Die Peitschenspitze durchbricht die Schallmauer und es entsteht eine Schockwelle.[2]

Im Schweizer Kanton Uri heißt die Peitsche lautmalerisch Chlepfe und im Kanton Aargau Chlöpfe. In der Schweiz wird die kurze Fuhrmannspeitsche von der langen Schafspeitsche unterschieden.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Stauder: Alte Musikinstrumente in ihrer vieltausendjährigen Entwicklung und Geschichte. Klinkhardt & Biermann, München 1973, S. 415
  2. Physik: Wie die Peitsche knallt. Geo, 8. Oktober 2002
  3. Brigitte Bachmann-Geiser: Die Volksmusikinstrumente der Schweiz. (Ernst Emsheimer, Erich Stockmann (Hrsg.): Handbuch der europäischen Volksmusikinstrumente. Serie 1, Band 4) Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1981, S. 67–69