Perversion

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Dieser Artikel behandelt das abnorme Verhalten. Für Jurij Andruchowytschs Roman siehe Perversion (Roman).

Perversion (von lat. perversus ‚verdreht‘, ‚verkehrt‘) bezeichnet eine Verkehrung ins Krankhafte oder Abnorme bzw. ein solches Empfinden und Verhalten.[1]

Im sexuellen Zusammenhang steht die Bezeichnung für eine Abweichung von den allgemein als angemessen betrachteten soziokulturellen Normen zu sexueller Begierde und Handlung. Im Zentrum stehen unübliche sexuelle Praktiken oder Objekte. Gerade im sexuellen Bereich ist es kultur-, zeit- und gesellschaftsabhängig, was als Abweichung von der Normalität gilt. So gelten in vielen Kulturkreisen z.B. oral-genitale oder anal-genitale Sexualität, Homosexualität, Onanie als Perversionen, obwohl diese laut ICD-10 normgerechtes Verhalten darstellen. Im ICD-10 und im neueren DSM-5[2] werden stattdessen Störungen der Sexualpräferenz diagnostiziert, wie bspw. Fetischismus[3], fetischistischer Transvestitismus, Exhibitionismus, Voyeurismus, Pädophilie, bestimmte Formen des Sadomasochismus, Sodomie und weitere Abweichungen vom fortpflanzungsorientierten Sexualakt.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Duden, Stichwort Perversion.
  2. David Kupfer, Darrel Regier: DSM-5 Implementation and Support. American Psychiatric Association, abgerufen am 4. Mai 2015 (englisch).
  3. John Junginger: Summation of arousal in partial fetishism. In: Journal of Behavior Therapy and Experimental Psychiatry. Bd. 19, Nr. 4, 1988
  4. Weber, Klaudia Luise et al.: Perversionen. Ein Standardwerk der Sexualpsychologie. Edition Liber Specialis. Norderstedt 2015