Peter Robinson (Politiker)

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Peter Robinson

Peter David Robinson (* 28. Dezember 1948 in Belfast) ist ein nordirischer Politiker und Mitglied der Democratic Unionist Party (DUP). Er amtiert als erster Minister in der nordirischen Selbstverwaltung. Daneben ist er seit 1982 Abgeordneter in der Northern Ireland Assembly.

Positionen[Bearbeiten]

Robinson trat der DUP bei ihrer Gründung im Jahr 1971 bei. Zwischen 1975 und 1979 war er Generalsekretär der Partei. Erstmals 1979 wurde er als Abgeordneter des House of Commons für den Wahlkreis East Belfast. In allen folgenden Wahlen zum britischen Unterhaus bis zum Jahre 2010 konnte er diesen Sitz verteidigen. Bei den Unterhauswahlen 2010 verlor Robinson seinen Wahlkreis an die Kandidatin der Alliance Party of Northern Ireland Naomi Long. Ab 1980 fungierte er als Stellvertreter des Parteichefs Ian Paisley und galt als dessen enger Vertrauter. In diesem Sinne war er Gegner des Karfreitagsabkommens. In der neu konstituierten Regierung in Nordirland war er seit 2007 Kabinettsmitglied und wirkte als Minister für Finanzen und Öffentlichen Dienst. Als Ian Paisley 2008 seinen Rücktritt von den Ämtern des Parteivorsitzenden und ersten Ministers erklärte, folgte ihm Peter Robinson in beiden Ämtern nach. Er wurde von seiner Partei als erster Minister nominiert und am 5. Juni 2008 von der Northern Ireland Assembly akzeptiert.

Kritik[Bearbeiten]

Anfang 2010 geriet Robinson in Kritik im Zusammenhang einer Affäre seiner Frau Iris Robinson, die ebenfalls Abgeordnete des House of Commons ist. Laut einem BBC-Bericht[1][2] entwickelte sich ein Verhältnis zwischen Iris Robinson und einem Neunzehnjährigen, den sie bereits zuvor unterstützt hatte. Diesem soll sie Gelder zukommen lassen haben, die von Bauunternehmern stammten und die sie nicht ordnungsgemäß deklarierte. Laut BBC-Bericht wusste Peter Robinson von diesen Vorgängen und Geldern und versuchte, darauf hinzuwirken, dass die Gelder zurückgezahlt werden. Er habe es aber versäumt, die (illegalen) Vorgänge öffentlich zu machen, wie es als First Minister seine Pflicht gewesen sei. Peter Robinson legte am 11. Januar 2010 wegen der Affäre vorübergehend die Amtsgeschäfte nieder. Bis zum 3. Februar 2010 wurde er durch Arlene Foster vertreten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BBC-Bericht vom 8. Januar 2010 BBC iplayer, abgerufen am 10. Januar 2010
  2. Sex, Korruption und ein blamierter Regierungschef In: Die Welt online am 11. Januar 2010, abgerufen am 11. Januar 2010