Petit Pont

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Petit Pont vom Pont au Double aus gesehen

Der Petit Pont, auch Petit-Pont, seit 2013 offiziell Petit-Pont-Cardinal-Lustiger[1] in Paris ist eine Brücke über die Seine zwischen der Île de la Cité und dem linken Seineufer.

Die Brücke quert den Fluss zwischen dem Pont au Double und dem Pont Saint-Michel und verbindet die Rue de la Cité im 4. Arrondissement mit der Rue du Petit Pont im 5. Arrondissement.

Charakteristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Petit Pont besteht in dieser Form seit 1853, ist aber eine der beiden ältesten Brücken der Stadt. An der Stelle existierte bereits vor der Eroberung Galliens durch die Römer eine Brücke über den Fluss. Als sich Titus Labienus im Jahr 52 v. Chr. mit seinen Truppen der Stadt näherte, zerstörten die Parisii diese Brücken, um dem Gegner das Überqueren der Seine und die Einnahme der Stadt zu erschweren.

Die Römer bauten die Brücke in Holz wieder auf (im Gegensatz zur Brücke über den großen Seinearm, für die sie Stein verwendeten) und machten sie zu einem zentralen Bestandteil ihrer Straße von Soissons nach Orléans, dem Cardo von Lutetia, von der wenige Meter südlich zudem die Straßen nach Burgund und Lyon (siehe Rue Galande) abzweigten.

Im Zusammenhang mit der Belagerung von Paris (885–886) wurde der Petit Pont zerstört. Den Jahreswechsel über hatten die Normannen witterungsbedingt die aktiven Kampfhandlungen unterbrochen, nahmen sie Ende Januar 886 dann aber bereits wieder auf. Sie steckten drei ihrer Schiffe in Brand und ließen sie in Richtung des hölzernen Petit Pont treiben, um ihn dadurch ebenfalls abzubrennen. Die Schiffe gingen jedoch unter, bevor sie die Brücke erreichten. Was den Wikingern nicht gelang, wurde am 6. Februar 886 von schweren Regenfällen vollbracht. Die Seine trat über die Ufer und riss die von harten Kämpfen stark beanspruchte Holzbrücke weg. Der Turm südlich der Brücke war nun von Paris abgeschnitten und konnte von den Angreifern erobert werden.

Nach dem Ende der Belagerung wurde der Petit Pont wieder aufgebaut. Zudem wurde die Steinbrücke der Römer, die innerhalb des Cardos von der Île de la Cité aus das rechte Seineufer erreichte (heute der Pont Notre-Dame), durch den hölzernen Pont du Roi oder Grand Pont etwa 150 m flussabwärts (heute der Pont au Change) ersetzt, so dass Paris bis zum 14. Jahrhundert weiterhin nur zwei Brücken besaß, die zudem nicht einmal in einer Linie lagen. Die beiden Kastelle (das Grand Châtelet und das Petit Châtelet), die diese Brücken nun schützten, verloren mit dem Bau der Stadtmauer durch König Philipp August ihre Schutzfunktion.

Die Brücken über die Seine, auch der Petit Pont, waren stark bebaut (Häuser auf Brücken waren die hygienischsten) und damit ökonomische Zentren der Stadt.

Erst 1379 ließ Hugues Aubriot gut 200 Meter flussabwärts den steinernen Pont Saint-Michel bauen, durch den der Petit Pont entlastet wurde. 1393 wurde dann der Petit Pont durch eine Flutwelle zerstört. 1395 bekam Raymond du Temple den Auftrag eines Neubaus, der aber 1408 ebenso Opfer einer erneuten Flut wurde wie der neue Pont Saint-Michel, wodurch die Stadt faktisch zweigeteilt wurde. Beide Brücken wurden danach neu errichtet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Petit-Pont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Petit-Pont-Cardinal-Lustiger bei parisrues.com, abgerufen um 30. Dezember 2016