Pfarrkirche Zams

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Pfarrkirche hl. Andreas in Zams
BW

Die römisch-katholische Pfarrkirche Zams steht in der Gemeinde Zams im Bezirk Landeck in Tirol. Sie ist dem heiligen Andreas geweiht und gehört zum Dekanat Zams in der Diözese Innsbruck. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).[1]

Lagebeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche steht auf dem Hauptplatz an der Hauptstraße im Gemeindezentrum von Zams. An den Kirchenbau schließt südwestlich ein Friedhof an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1271 wird erstmals urkundlich ein Pfarrer in Zams genannt. Wahrscheinlich wurde zu jener Zeit der Sitz der Urpfarre von Stanz bei Landeck nach Zams verlegt. Die heute bestehende Kirche wurde nach dem Dorfbrand von 1911 von Josef Huter neu errichtet und 1913 eingeweiht. In den Jahren 1977 und 1978 erfolgte eine Restaurierung der Kirche.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenbeschreibung

Die Kirche ist ein neobarocker Bau mit freistehendem Kirchturm. Der Kirchturm steht nordöstlich der Pfarrkirche frei auf dem Hauptplatz, Er stammt noch von der ursprünglichen Pfarrkirche aus dem 17. Jahrhundert und wurde nach dem Brand von 1764 erneuert. Die Turmspitze wurde um 1912 neu geschaffen. Der Kirchturm ist dreigeschoßig gegliedert, weist hohe rundbogige Schallfenster mit Balustraden auf. Darüber sind abgewalmte Giebel, Das Kirchturmdach ist als Faltdach mit Laterne und Zwiebelhelm ausgeführt.

Die Kirche ist ein Saalbau mit zentralem Querschiff und eingezogenem, rundbogig schließendem Chor. Dieser ist nach Südwesten ausgerichtet. Über dem Langschiff ist ein abgewalmtes Satteldach. Den Eingängen im Nordosten und an den Querschiffarmen sind Pfeilerportikuse vorgestellt. Im Osten schließt ein Sakristeianbau an die Kirche an.

Innenbeschreibung

Das Langhaus ist dreijochig und weist noch ein zusätzliches Emporenjoch auf. Das Mitteljoch ist platzlgewölbt, die kurzen Querschiffe tonnengewölbt. Die restlichen Joche sowie der Chor sind korbbogentonnenüberwölbt. Die Fenster sind als Rundbogenfenster ausgeführt. Durch den Kircheninnenraum zieht sich ein umlaufendes Gesims. Die Oberlichten schneiden in das Gewölbe ein. Die Orgelempore ist dreiachsig und zweigeschoßig und ruht auf Pfeilern. Im Gewölbe sind Stuckmedaillons mit Empire-Motiven. Die Deckenbilder stammen von Toni Kirchmayr aus dem Jahr 1941.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der barocke Hochaltar stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die seitlichen Statuen stellen die Heiligen Joachim und Josef von Nazaret dar. Das Altarbild zeigt den heiligen Andreas und wurde 1912 von Ernst Grissemann nach Schöpf gemalt. Das verbrannte Vorbild stammt jedoch von Johann Georg Witwer aus dem Jahr 1792. In der Kirche stehen außerdem vier barocke Seitenaltäre von der Mitte des 18. Jahrhunderts. Alle Altäre stammen aus der Alten Pfarrkirche Hötting. Sie weisen Schnitzfiguren aus der Zeit um 1912 sowie Altarbilder mit Darstellungen der Heiligen Andreas, Antonius und Josef auf. Sie wurden von Ernst Grissemann gemalt. Seitlich stehen barocke Statuetten der Heiligen Thomas von Aquin, Georg, Joachim und Anna. Die barocke Kanzel stammt aus dem dritten Viertel des 18. Jahrhunderts. Die Konsolfiguren stellen die Wetterheiligen Johannes und Paulus dar und stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Figuren der Heiligen Franziskus und Antonius sind aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel von den Gebrüdern Rieger stammt aus dem Jahr 1932.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zams. Pfarrkirche hl. Andreas. In: Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Tirol. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1980, ISBN 3-7031-0488-0, S. 890.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pfarrkirche hl. Andreas, Zams – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tirol – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz. (Memento vom 24. August 2018 im Internet Archive) (PDF), (CSV (Memento vom 24. August 2018 im Internet Archive)). Bundesdenkmalamt, Stand: 22. Jänner 2018.

Koordinaten: 47° 9′ 27,4″ N, 10° 35′ 20,4″ O