Axams

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Axams
Wappen von Axams
Axams (Österreich)
Axams
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 22,16 km²
Koordinaten: 47° 14′ N, 11° 17′ OKoordinaten: 47° 13′ 49″ N, 11° 16′ 45″ O
Höhe: 874 m ü. A.
Einwohner: 5.847 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 264 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6094
Vorwahl: 05234
Gemeindekennziffer: 7 03 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sylvester-Jordan-Straße 12
6094 Axams
Website: www.axams.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Christian Abenthung (Gemeinsam für Axams)
Lage der Gemeinde Axams im Bezirk Innsbruck-Land
Absam Aldrans Ampass Axams Baumkirchen Birgitz Ellbögen Flaurling Fritzens Fulpmes Gnadenwald Götzens Gries am Brenner Gries im Sellrain Grinzens Gschnitz Hall in Tirol Hatting Inzing Kematen Innsbruck Kolsass Kolsassberg Lans Leutasch Matrei am Brenner Mieders Mils Mühlbachl Mutters Natters Navis Neustift im Stubaital Oberhofen im Inntal Obernberg am Brenner Oberperfuss Patsch Pettnau Pfaffenhofen Pfons Polling in Tirol Ranggen Reith bei Seefeld Rinn Rum St. Sigmund im Sellrain Scharnitz Schmirn Schönberg im Stubaital Seefeld Sellrain Sistrans Steinach am Brenner Telfes im Stubai Telfs Thaur Trins Tulfes Unterperfuss Vals Völs Volders Wattenberg Wattens Wildermieming Zirl TirolLage der Gemeinde Axams im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
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Axams von Nordosten (Vordere Brandjochspitze) gesehen
Axams von Nordosten (Vordere Brandjochspitze) gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Axams ist eine Gemeinde im Bezirk Innsbruck Land in Tirol (Österreich) mit 5847 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde befindet sich im westlichen Mittelgebirge ca. 10 km südwestlich von Innsbruck. Unmittelbare Nachbargemeinden von Axams sind Oberperfuss, Grinzens, Götzens, Kematen in Tirol, Unterperfuss und Birgitz. Südlich vom Hauptort liegen die Axamer Lizum und die Kalkkögel, die noch mit zum Gemeindegebiet gehören. Weiter nördlich liegt der Zirler Berg. Im Westen fließen der Sendersbach und im Osten der Ruifachbach an Axams vorbei.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Axams.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits Mitte des 10. Jahrhunderts findet sich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Gegen 1330 werden die Michaelskapelle und die (heutige) Widumskapelle errichtet. Von 1359 an bis 1803 untersteht die Axamer Pfarrei der Brixener Dompropstei. 1462 erteilt das Kloster Frauenchiemsee eine neue Dorfordnung. Zwischen 1491 und 1498 entsteht die Pfarrkirche von Axams. Florian Waldauf erhält 1497 das Grundherrenrecht an Axams. In den kommenden Jahren besucht Maximilian I. öfters das Dorf, um in der Umgebung zu jagen. 1527 wird zum ersten Mal die Existenz einer Schule erwähnt. 1574 kommt die Axamer Lizum an den Reichenauer Hof.

Seit 1603 kommen in der Pfarrei Taufbücher zum Einsatz. 1626–1633 werden die Pfarrkirche und die Michaelskapelle renoviert, bald darauf, 1635, wird die Lindenkapelle gebaut. Im Jahre 1672 fällt die Axamer Lizum an die Grafen von Spaur. 1732–1734 wird durch den Pfarrer Anton Burglechner die Pfarrkirche nochmal neu errichtet. Um 1785 wird ein Schulhaus gebaut. 1806 wird das Gericht Axams aufgelöst und dem Landgericht Innsbruck zugeteilt. Die Pfarrkirche erhält 1844 neue Kirchenglocken; 1871–1879 wird sie erneut renoviert. Gegen 1872 entstehen ein Schulhaus und ein Altersheim. 1888 wird die Freiwillige Feuerwehr Axams gegründet.

Ab 1904/1905 beginnt die Elektrifizierung Axams. Im Zuge des Ersten Weltkriegs müssen die Kirchenglocken 1917 zur Gewinnung von Kriegsmetall ausgehändigt werden. Seit 1926 besteht ein geregelter Omnibusverkehr, ein Jahr darauf wird das Landeskinderheim eröffnet. Die Pfarrkirche erhält 1948 ein neues Glockengeläut und wird zwischen 1956 und 1958 abermals restauriert. Die Lizum wird 1962–63 durch die Errichtung einer Straße mit Axams verbunden, 1964 finden dort auch fast alle alpinen Disziplinen der Olympischen Winterspiele statt, so auch bei den Winterspielen 1976. 1965 entsteht eine Hauptschule, jahrsdarauf eine neue Volksschule. 1980 wird Axams Sitz des gleichnamigen Dekanats. 1983 ereignete sich hier ein verheerender Murgang. Im Jahr 1998 bekommt die Lizum eine Beschneiungsanlage. 2007 wurde die Hauptschule renoviert und erweitert.[2][3] In den Jahren 2009–2015 wurde ein Zusammenschluss der Axamer Lizum mit der Schlick 2000 heftig und kontrovers diskutiert, bis die Tiroler Landesregierung bekannt gab, dass das Projekt rechtlich nicht umsetzbar ist. Im Feber 2016 wurden Pläne für ein Laufwasserkraftwerk am südlichen Ortsrand und Ende des Axamer Tals bekannt.[4]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dorfname Axams ist keltischen Ursprungs und bedeutet so viel wie sehr hoch gelegener Ort. Urkundlich erwähnt wurde er zum ersten Mal um 935-955 als Ouxumenes. Von dort an machte der Ortsname einige Veränderungen durch: Etwa 1200 findet sich ein Herbrandus de Auxun, zwischen 1200 und 1218 Berhtoldi plebani de Oscumnes, gegen 1228 dann Auxumes und 1232 Oxuemes. Bald kristallisierte sich der heutige Name heraus: Bereits 1288 liest man Ouxams, 1331 Auxums, 1390 Auxams, 1421 wieder Auxums, und 1500 bieten sich die Varianten Äxäms, Axam, Aexams.

Axams erlebte in den letzten Jahrzehnten einen raschen Bevölkerungsanstieg. Die kurzen Pendelzeiten (20 Minuten) nach Innsbruck machen Axams als ländliche Wohngemeinde sehr attraktiv. Die Gemeinde Axams gilt unter Fachleuten als Mustergemeinde für Integration. Das Elisabethinum Axams ist Westösterreichs größtes Förderzentrum für Kinder mit Körper- und Mehrfachbehinderung.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2016 wurde Christian Abenthung der Liste „Gemeinsam für Axams“ zum Bürgermeister gewählt. In einer Stichwahl gegen Gabriele Kapferer-Pittracher (Grüne) erreichte er 60,5 % der Stimmen. Der seit 1998 amtierende Bürgermeister Rudolf Nagl kandidierte nicht mehr.[5]

Der Gemeinderat besteht aus 17 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl im März 2016 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:[6]

  • 6 Gemeinsam für Axams
  • 4 Zukunft Axams – Die Grünen
  • 3 PRO Axams – Die Unabhängige Liste
  • 2 SPÖ – Axams und Unabhängige
  • 2 FPÖ Axams

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axams führt seit 1978 eine Gemeindepartnerschaft mit Rohrbach in Rheinland-Pfalz. Außerdem besteht seit 1984 eine Freundschaft zur Südtiroler Gemeinde Naturns.

Gemeindewappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau eine goldene Spitze mit einer blauen Flachsblüte.“ Die Flachsblüte deutet darauf hin, dass in Axams schon früh Flachs angebaut wurde. Der Ortsname findet sich in der Spitze des Wappens wieder.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche Axams
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Axams
  • Katholische Pfarrkirche Axams, nördlich verbunden die Kapelle hl. Michael, im Friedhof, welcher die Pfarrkirche umgibt, Totenkapelle und Kreuzstationen an der Friedhofsmauer
  • Baderbühelkapelle
  • Lindenkapelle, auch Friedhofskapelle hl. Sebastian genannt, und 1637 geweiht
  • Kapelle hl. Johannes der Täufer in der Lizum
  • Kapelle im Weiler Omes
  • Kapelle in Wollbell [7]

Vereinswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Axams sind über 60 Vereine registriert.[8] Dem Vereinswesen wird im Dorf eine große Bedeutung zugeschrieben. Die Gründung mancher Vereine geht auf das 19. Jahrhundert zurück (Musikkapelle vor 1810, Feuerwehr 1888, Kameradschaftsbund 1897); viele folgten am Beginn des 20. Jahrhunderts (Krippenverein 1911, Obst- und Gartenbauverein 1911).

Volkstheater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theateraufführungen in Axams gehen in das 16. Jahrhundert zurück. Bekannt ist die Existenz einer „Spieltenne“ im Jahr 1613.[9] Das „Spiel von den zwölf Söhnen Jakobs des Patriarchen“ („Josefnspiel“) wurde 1677/1678 in Axams geschrieben. Seit 1683 wird dieses Stück im Zehnjahresrhytmus aufgeführt aus Dankbarkeit, dass Wien die Türkenbelagerung überstanden hat. Zuletzt fand die Aufführung im Jahr 2013 statt.[10] Im Jahr 1925 wurde der Verein Volkstheater Axams gegründet sowie mit dem Bau des bis heute existierenden Theatersaals begonnen, welcher 1928 eröffnet wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 81 landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaften die 332 Hektar große Fläche hauptsächlich als Dauergrünland (ca. 70 %), aber auch als Acker (ca. 30 %) (Zahlen von 2000).

Axams liegt relativ nahe an der Inntal Autobahn (A12) und wird von den Landesstraßen L12 und L394 durchquert. Es bestehen die Buslinien Grinzens–Axams–Götzens–Innsbruck (4162), Zirl–Kematen–Axams (4168), ein Nightliner Innsbruck–Natters–Mutters–Götzens–Axams–Grinzens (NL11), sowie zwei Skibuslinien auf die Axamer Lizum (L1 via Völs, Kematen und L2 via Götzens).[11] Axams selbst besitzt keinen Bahnhof; der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Kematen, wo eine Anbindung an die S-Bahn Tirol besteht. Durch den Flughafen Innsbruck existiert eine beinahe unmittelbare Fluganbindung.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Axamer Lizum

Die über eine ca. 8 Kilometer lange Straße zu erreichende Axamer Lizum war Austragungsort alpiner Wettbewerbe anlässlich der Olympischen Winterspiele 1964 und 1976 in Innsbruck. Die Straße in die Axamer Lizum wurde anlässlich der ersten Olympischen Winterspiele in den Jahren 1962/63 erbaut, bis zu diesem Zeitpunkt gab es auch noch eine Skisprungschanze in Axams die allerdings aufgelöst wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrea Grötschnig: Axams. Namen und Siedlungsgeschichte. Wien, Praesens 2008 (= Innsbrucker Beiträge zur Onomastik, 5), ISBN 978-3-7069-0327-1
  • Klemens Betz, Heinz Moser, Anton Zimmermann (Hrsg.): Axams. Gemeinde Axams, 2005
  • Annemarie Schweighofer, Axamer Dorfleut': Geschlechter – Generationen – Schichten: Eine regionale Gesellschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert, StudienVerlag Ges.m.b.H., ISBN 3706512033
  • Hans Leitner: Heimatbuch der Gemeinde Axams. Gemeinde Axams, 1984

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Axams – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Axams – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. NMS Axams: Renovierung der Hauptschule Axams – Teil 1. In: www.hs-axams.tsn.at. Abgerufen am 15. März 2016.
  3. NMS Axams: Renovierung der Hauptschule Axams – Teil 2. In: www.hs-axams.tsn.at. Abgerufen am 15. März 2016.
  4. Tiroler Tageszeitung Online: Weichen für Axamer Kraftwerk sind gestellt. In: Tiroler Tageszeitung Online. 16. Februar 2016, abgerufen am 16. März 2016.
  5. Engere Wahl des Bürgermeisters 2016 | Gemeinde Axams. In: wahlen.tirol.gv.at. Land Tirol, abgerufen am 15. März 2016.
  6. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen 2016 | Gemeinde Axams. In: wahlen.tirol.gv.at. Land Tirol, abgerufen am 15. März 2016.
  7. Dehio Tirol 1980, Seiten 181-185
  8. Dorfleben/Vereine. In: axams.gv.at. Abgerufen am 16. März 2016.
  9. Geschichte Volkstheater Axams. In: www.volkstheater-axams.at. Volkstheather-Axams, abgerufen am 16. März 2016.
  10. Geschichte Josefnspiel. Volkstheather-Axams, abgerufen am 16. März 2016.
  11. Linienverzeichnis. Verkehrsverbund Tirol, abgerufen am 16. März 2016 (Abschnitt „Regio Mittelgebirge“).
  12. Kirchebner, Anton, geschichte-tirol.com