Pfeifensträucher

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Pfeifensträucher
Falscher Jasmin (Philadelphus ×virginalis)

Falscher Jasmin (Philadelphus ×virginalis)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Hartriegelartige (Cornales)
Familie: Hortensiengewächse (Hydrangeaceae)
Gattung: Pfeifensträucher
Wissenschaftlicher Name
Philadelphus
L.

Die Pfeifensträucher (Philadelphus) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae). Die etwa 70 Arten sind vor allem in Nordamerika und Ostasien verbreitet. Bekannteste Art in Europa ist der Gewöhnliche Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius), der auch wie manche andere Pflanzenarten Falscher Jasmin genannt wird. Einige Philadelphus-Arten und ihre Sorten werden in Parks und Gärten als Zierpflanzen verwendet. Der deutschsprachige Trivialname Pfeifenstrauch rührt daher, dass sich das Mark im Inneren der Zweige leicht entfernen lässt, so dass Kinder daraus Pfeifen herstellen können.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Southern wild flowers and trees, S. 224, Tafel LXVII von Philadelphus hirsutus
Blatt mit Blattstiel und die typischen Blattadern auf der Blattspreite des Europäischen Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius)
Illustration von Philadelphus satsumanus
Blühender Zweig von Philadelphus karwinskyanus

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philadelphus-Arten sind verholzende Pflanzen, es handelt sich fast stets um selbstständig aufrecht wachsende, selten auch um kletternde Sträucher.[1] Es gibt sowohl sommergrüne wie immergrüne Arten.

Die stets gegenständig angeordneten Laubblättern sind in einen kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Auf der einfachen Blattspreite gehen meistens von der Spreitenbasis drei oder fünf deutliche Blattnerven nach vorne. Der Blattrand kann ganz oder gesägt sein. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.[1]

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die stehen selten einzeln, meist zu vielen in rispigen, traubigen oder zymösen Blütenständen,[1] die am diesjährigen Holz gebildet werden.

Die Blüten verströmen bei vielen Arten einen mehr oder weniger intensiven fruchtigen Geruch, was ihnen auch den deutschsprachigen Trivialnamen "Falscher Jasmin" und den englischsprachigen Trivialnamen "mock orange" eingebracht hat. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist vierzählig, manchmal auch fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.[1] Die vier oder selten fünf Kelchblätter sind untereinander und mit dem Fruchtknoten verwachsen.[1] Die vier oder selten fünf Kronblätter sind weiß oder cremefarben, manchmal an der Basis auch ein wenig rötlich gefärbt. Die 13 bis 90 Staubblätter sitzen in einem dichten Kreis auf der kreisringförmig ausgebildeten Blütenachse, die den gesamten Fruchtknoten umgibt. Die flachen Staubfäden sind an ihrer Basis oft ein wenig verwachsen oder frei. Die gelben oder weißlichen Staubbeuteln (Antheren) sind eiförmig oder länglich, selten kugelförmig.[1] Meist vier oder selten fünf Fruchtblätter sind zu einem unterständigen oder halbunterständigen, meist vier- oder selten fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Es sind viele hängende Samenanlagen vorhanden.[1] Der Griffel ist meist vier-, selten drei- oder fünflappig.[1]

Die Kapselfrucht öffnet sich mit vier oder selten fünf Klappen und enthält je Fruchtfach mehr als zehn Samen.[1] Die rostig braunen Samen sind spindelförmig und manchmal geschwänzt.[2]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 13.[2]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Großteil der Arten wächst in Gebüschen oder als Unterbewuchs in Mischwäldern an Berghängen.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Philadelphus gehört zur Tribus Philadelpheae in der Unterfamilie Hydrangeoideae innerhalb der Familie der Hydrangeaceae.[3]

Die Gattung Philadelphus wurde von Carl von Linné in seinem Werk Species Plantarum aufgestellt.[1] Der wissenschaftliche Gattungsname Philadelphus kann auf den ägyptischen König Ptolemaios II. zurückgeführt werden. Er hatte den Beinamen Philadelphos (aus dem Griechischen philein = lieben und adelphos = Bruder, Schwester).[4] Ein Synonym für Philadelphus L. ist Syringa Mill. nom. illeg.

Man findet sie vom westlichen sowie südöstlichen Nordamerika (etwa neun Arten) über Mexiko bis Zentralamerika[2] und in Eurasien vom südöstlichen Mittelmeerraum über den Kaukasusraum bis Ostasien und den Himalaya. Verbreitungsschwerpunkte sind die Neue Welt und Ostasien.

Mexikanischer Pfeifenstrauch (Philadelphus mexicanus)
Kleinblättriger Pfeifenstrauch (Philadelphus microphyllus), Blüten
Blüten und Blätter des Weichhaarigen Pfeifenstrauchs (Philadelphus pubescens)

Die Gattung Philadelphus enthält 25[2] bis etwa 70[1] Arten (Auswahl[1]):

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen ihrer hübschen, duftenden Blüten werden diverse Arten als Ziersträucher angepflanzt. Die meisten angebotenen Pflanzen sind allerdings Hybride, vor allem zwischen dem Europäischen Pfeifenstrauch, dem Oregon-Pfeifenstrauch und dem Kleinblättrigen Pfeifenstrauch.

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alan S. Weakley, James Henrickson: Philadelphus Linnaeus. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee: Flora of North America, Volume 12: Magnoliophyta: Vitaceae to Garryaceae, Oxford University Press, New York und Oxford 2016, ISBN 978-0-1906-4372-0.
  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 447–450.
  • Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Brassicaceae through Saxifragaceae. Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2001, ISBN 0-915279-93-2, S. 395 (englisch).
  • Göritz, Hermann: Laub- und Nadelgehölze für Garten und Landschaft, Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin, 6. Auflage 1986, ISBN 3-331-00031-0
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 215.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah Huang Shumei, Hideaki Ohba, Shinobu Akiyama: Philadelphus, S. 395 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Saxifragaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010, ISBN 0-915279-93-2.
  2. a b c d e f g h i j k l m n Alan S. Weakley, James Henrickson: Philadelphus Linnaeus. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee: Flora of North America, Volume 12: Magnoliophyta: Vitaceae to Garryaceae, Oxford University Press, New York und Oxford 2016, ISBN 978-0-1906-4372-0.
  3. a b c d e Philadelphus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  4. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 477–478
  5. a b c d e f g Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pfeifensträucher (Philadelphus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien