Piz Forbesch

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Piz Forbesch
Piz Forbesch, aufgenommen vom Piz Mez

Piz Forbesch, aufgenommen vom Piz Mez

Höhe 3261,8 m ü. M.
Lage Kanton Graubünden, Schweiz
Gebirge Oberhalbsteiner Alpen
Dominanz 3,6 km → Piz Platta
Schartenhöhe 604 m ↓ Fuorcla Curtegns
Koordinaten 762697 / 154309Koordinaten: 46° 31′ 13″ N, 9° 33′ 33″ O; CH1903: 762697 / 154309
Piz Forbesch (Kanton Graubünden)
Piz Forbesch
Erstbesteigung Hauptgipfel: 21. Mai 1893 durch Valentin Fynn, Walter Gröbli und Christian Klucker.
Piz Forbesch Pintg: 10. April 1893 durch Walter Gröbli mit Johann Signorell.
Normalweg Über den Nordostgrat
Steinmann auf dem Piz Forbesch.

Steinmann auf dem Piz Forbesch.bdep2

Der Piz Forbesch (rätoromanisch, im Idiom Surmiran aus dem lateinischen forfex für ‚Schere‘)[1] ist ein Berg westlich von Mulegns im Kanton Graubünden in der Schweiz mit einer Höhe von 3261,8 m ü. M. Dank der tief eingeschnittenen Scharte zwischen dem Piz Forbesch und dem Piz Forbesch Pintg (3202 m) im Süden, bekommt der Berg die Form einer Schere und ist leicht zu identifizieren. Pintg ist rätoromanisch für ‚klein‘. Dank der Dominanz vom Piz Forbesch bietet er, vor allem Richtung Westen, eine aussergewöhnliche Fernsicht bis in die Berner und Walliser Alpen (Mönch, Dufourspitze oder das 149.5 km entfernte Weisshorn). Der am weitest entfernteste sichtbare Punkt (44° 18′ 33″ N, 6° 57′ 39″ O) vom Piz Forbesch befindet sich in der Nähe des Monte Vallonetto auf der Grenze zwischen dem italienischen Piemont und der französischen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur und ist 319 km entfernt.[2]

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugaufnahme vom Piz Forbesch.

Der Piz Forbesch ist der höchste Gipfel des Forbesch-Arblatsch-Massivs, einer Untergruppe der Oberhalbsteiner Alpen. Ein langer Nordgrat verbindet den Piz Forbesch mit dem Piz Arblatsch. Der regelmässige Grat senkt sich auf die Distanz von rund 1.5 km in einigen Absätzen zum fiefsten Punkt (2968 m), von wo er über mehrere Zacken zum 600 m entfernten Piz Arblatsch aufsteigt. Wegen der losen und plattigen Felsen in der Nähe des tiefsten Punktes wird der Grat kaum begangen.

Süd- und Westwand des Piz Forbesch Pintg fallen beide sehr steil ab, wobei brüchiger Fels Besteigungsversuchen erheblichen Widerstand entgegensetzt. Vom Südfuss des Piz Forbesch Pintg läuft der sehr ausgeprägte Hauptgrat flach weiter zur Erhebung P. 2954 oberhalb der Fuorcla Cagniel, von wo er, leicht gegen Süden abbiegend, als Rippe zur Val Gronda abfällt. Er bildet gegen Westen eine kaum überwindliche Felswand, weshalb von der Fuorcla Cagniel kein Zugang zum Piz Forbesch Pintg besteht.

Über den Gipfeln verlief die Gemeindegrenze zwischen den ehemaligen Gemeinden Riom und Mulegns, die heute beide zur Gemeinde Surses gehören.

Zu den Nachbargipfeln gehören der Piz Arblatsch, der Piz Platta, der Piz Cagniel und der Piz Mez.

Talort ist Mulegns. Häufige Ausgangspunkte sind Radons und Tga.

Bauernregel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weit verbreitete, romanische Bauernregel im Oberhalbstein besagt: Mett'igl Piz Forbesch se igl tgappi, lascha la fotsch e pegl'igl rasti, was so viel heisst wie «Setzt sich der Piz Forbesch eine Mütze auf, lasse die Sense und nimm den Rechen». Damit ist gemeint, dass schlechtes Wetter folgt, wenn der Piz Forbesch bewölkt ist.

Routen zum Gipfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alpstrasse von Mulegns ins Val Faller nach Tga ist für den allgemeinen Motorfahrzeugverkehr gesperrt. Ein Wanderbus fährt jedoch jeden Donnerstag von Savognin ins Val Faller.[3]

Hauptgipfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Tga (1927 m) oder Mulegns (1482 m) erreicht man den Gipfel in 4 bzw. 5¾ Stunden über den Osthang/Nordostgrat. Die Schwierigkeit dieses Anstiegs liegt bei T5+ / II / WS. Eine weitere Route führt von den genannten Ausgangspunkten in annähernd gleicher Zeit und Schwierigkeit durch die Südwandrinne auf den Piz Forbesch (T5+ / II / WS).

Von Radons (1866 m) führt eine Kletterroute durch die Nordwestwand (ZS) in knapp 5½ Stunden auf den Gipfel.

Piz Forbesch Pintg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders als der Name erwarten liesse, steigt keine scharfe Gratschneide aus der Scharte zum Gipfel, sondern ein aus Fels- und Schuttbändern aufgebauter Hang.

Die einfachere Route von Tga (1927 m) oder Mulegns (1482 m) führt in 4¼ Stunden über die Forbeschscharte. Die Schwierigkeit dieses Anstiegs liegt bei WS. Bei ausgeapertem Couloir ist eine Begehung wegen des vielen Lockermaterials im Aufstieg mühsam und schwieriger als bei gutem Schnee. Eine zweite Route von Tga führt in 4 Stunden über eine äusserst plattige, schuttbeladene Rampe und einer steilen Rinne über die Ostflanke. Die Schwierigkeit dieses Anstiegs liegt bei WS.

Von Radons (1866 m) wandert man auf markiertem Weg in die Val Curtegns bis auf die Höhe 2083 m und steigt dann eine steile, streckenweise ausgeschlagene Steilrinne zur Scharte empor und von dort zum Gipfel. Die Schwierigkeit dieses Anstiegs liegt bei WS+, der Zeitaufwand bei 4½ Stunden.

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

360°-Panorama vom Piz Forbesch
360°-Panorama vom Piz Forbesch Pintg

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Hunziker: Clubführer, Bündner Alpen, Band 3 (Avers) 1. Auflage. Verlag des SAC, 1994, ISBN 3-85902-140-0, S. 262–265.
  • Fabian Lippuner, David Coulin: Alpinwandern/Gipfelziele, Graubünden Nord. Verlag des SAC, 2013, ISBN 978-3-85902-341-3, S. 152–155.
  • Landeskarte der Schweiz, Blatt 1256 Bivio, 1:25000, Bundesamt für Landestopographie, Ausgabe 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Piz Forbesch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrea Schorta: Wie der Berg zu seinem Namen kam. Kleines Rätisches Namenbuch mit zweieinhalbtausend geographischen Namen Graubündens. Terra Grischuna Verlag, Chur und Bottmingen/Basel 1988, ISBN 3-7298-1047-2, S. 88.
  2. Berechnetes 360°-Panorama (U. Deuschle; Hinweise) vom Piz Forbesch
  3. Fahrplan Bike- & Wanderbus auf der Webseite der Ferienregion Savognin Bivio Albula, abgerufen am 18. August 2017