Postcon Deutschland

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Postcon Deutschland B.V. & Co. KG

Logo
Rechtsform B.V. & Co. KG
Gründung 2000
Sitz Ratingen, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Rüdiger Gottschalk (CEO)
Mitarbeiterzahl 5800
Branche Postunternehmen
Website www.postcon.de

Postcon Deutschland ist ein Briefdienstleister speziell für Geschäftspost. Der Marktanteil in Deutschland liegt bei rund 10 Prozent. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochter der niederländischen PostNL.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Postcon Deutschland geht auf die EP Europost AG & Co. KG aus Hannover zurück. Das Joint Venture zwischen der niederländischen TPG Post und der deutschen Hermes Logistik Gruppe verteilte Briefe, Infopost, Versandhauskataloge oder Presseerzeugnisse, welche nicht unter das Briefmonopol fielen.

Seit April 2006 firmiert EP Europost unter dem Namen TNT. Seit Mitte März 2014 firmiert TNT Post unter den neuen Namen Postcon. Postcon beantragte Anfang Dezember 2016 die Übernahme der Mehrheit an der PIN Mail AG sowie am bundesweiten Briefnetzwerk Mail Alliance beim Bundeskartellamt. Bislang war Postcon an beiden Gesellschaften in einem Joint Venture mit der Holtzbrinck Publishing Group gleichberechtigt beteiligt.[1]

Dienstleistungsangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briefsendung, innerdeutscher Versand mit Postcon

Postcon bietet die Zustellung von Briefen, Infopost, Mailings, Warensendungen sowie die Zustellung kommunaler Briefpost und internationaler Post für Geschäftskunden in Deutschland an, die mehr als 50 geschäftliche Briefe und Sendungen täglich verschicken.[2]

Briefsendung, frankiert und konsolidiert durch postcon, Versand durch die Deutsche Post

Über eigene Zustellstrukturen im Ruhrgebiet und Rheinland sowie über rund 20 Beteiligungen an regionalen, meist verlagsgebundenen Briefdiensten werden rund 30 Prozent der bundesdeutschen Haushalte direkt erreicht. Um einen flächendeckenden Zustelldienst bieten zu können, arbeitet Postcon mit Mail Alliance und der Deutschen Post zusammen.

Zusammenschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. März 2014 fand die Umwandlung von TNT Post zu Postcon statt. Die Gesellschaften der TNT Post wurden unter Postcon zusammengefasst und behielten ihre Standorte.[3][4]

Situation seit Ende des Briefmonopols[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 2008 ist das letzte Monopol der Deutschen Post AG – das Briefmonopol für Briefe unter 50 Gramm – gefallen. Der Anteil der sonstigen Postunternehmen am deutschen Postmarkt stagniert seitdem bei 10 %. Schuld an dem nicht funktionierenden Wettbewerb ist u. a. die inzwischen gerichtlich untersagte Gründung des Subunternehmens der Deutschen Post AG First Mail in Düsseldorf. First mail hatte die Aktivitäten des ruhrgebietweiten Privatdienstleisters WAZmail für die Deutsche Post übernommen. Über diesen Umweg werden die meisten Briefe in der Rhein-Ruhr-Region wieder vom Postmonopolisten Deutsche Post AG zugestellt. Aber auch der Bund hatte mit der Postmindestlohnverordnung und der Umsatzsteuer-Bevorzugung der Deutschen Post den Wettbewerb behindert. Die Umsatzsteuer-Bevorzugung der Deutschen Post wurde zum 1. Juli 2010 abgeschafft, so dass für alle Postdienstunternehmen in Deutschland umsatzsteuerrechtlich formal dieselben Vorgaben gelten.

Rückzug aus der Fläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2011 wurde die TNT-Post-Niederlassung in Hamburg an die Elbkurier GmbH veräußert, welche im Oktober des gleichen Jahres Insolvenz anmeldete.

In Stuttgart wurde die TNT-Post-Niederlassung Fellbach im Februar 2012 geschlossen, nachdem sich TNT am örtlichen Privatpostdienstleister BWPOST beteiligt hatte.

Post-Mindestlohn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die TNT Post Regioservice GmbH klagte im Januar 2008 mit anderen Konkurrenten der Deutschen Post AG gegen die deutsche Postmindestlohnverordnung.[5] Mit dieser Verordnung wurde bestimmt, dass der Mindestlohn für Briefdienstleistungen, den der Arbeitgeberverband Postdienste e. V. und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft im Tarifvertrag über Mindestlöhne für die Branche Briefdienstleistungen vom 29. November 2007 vereinbart hatten, auch für alle nicht an den Mindestlohntarifvertrag gebundenen Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Branche gelten sollte. Die Kläger waren in allen drei Instanzen erfolgreich. Letztinstanzlich stellte das Bundesverwaltungsgericht am 28. Januar 2010 fest, dass die Postmindestlohnverordnung die Rechte der Kläger verletzten.[6] (Zitat: „Das Verwaltungsgericht hat dem Feststellungsbegehren der Kläger stattgegeben. Die Berufung der Beklagten hatte teilweise Erfolg. Das Berufungsgericht hielt die Klagen der Arbeitgeber für unzulässig. Im Übrigen hat es die Entscheidung des Verwaltungsgerichts bestätigt.“) Damit sind die Mindestlöhne auf dem Postmarkt formal außer Kraft.

Umsatzsteuerprivileg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 2010 sind formal auch die Universaldienstleistungen, welche durch Wettbewerber der Deutschen Post AG erbracht werden, von der Umsatzsteuer befreit, die Finanzämter gewähren die Umsatzsteuerbefreiung bisher jedoch nur der Deutschen Post AG mit dem Argument, dass die Privaten nicht flächendeckend präsent seien.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Postcon Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Postcon-investiert-in-den-deutschen-Briefmarkt-FOTO-5226413
  2. http://www.postcon.de/postversand-produkte/
  3. http://www.postbranche.de/2014/03/20/namenswechsel-aus-tnt-post-wird-postcon-unternehmensgruppe-positioniert-sich-neu-b2b-bleibt-kerngeschaeft/
  4. http://www.postmaster-magazin.de/index.php/postservice2/11519-aus-tnt-post-wird-postcon.html
  5. Verordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales über zwingende Arbeitsbedingungen für die Branche Briefdienstleistungen vom 28. Dezember 2007 (BAnz. vom 29. Dezember 2007, Nr. 242 Seite 8410)
  6. Pressemitteilung des BVerwG vom 28. Januar 2010
  7. Post-Steuervorteil wird auf Rivalen ausgeweitet. WELT online, 16. Dezember 2009