Prellbock

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Leichter Bremsprellbock
Prellbock im Bahnhof Fridingen (2018)

Ein Prellbock, auch Pufferwehr oder Puffer, ist eine Form des Gleisabschlusses. Er verhindert, dass bei einem Stumpfgleis einer Eisenbahnstrecke ein Fahrzeug über das Gleisende hinausrollen kann.

Bauweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prellböcke sind meist so beschaffen, dass sie beim Aufprall möglichst viel Energie des rollenden Zuges aufnehmen können, damit der Zug nach Möglichkeit unbeschädigt bleibt. Der Prellbock kann dabei unter Umständen verformt oder zerstört werden. Um diese Aufgabe bestmöglich zu erfüllen, sind Prellböcke üblicherweise auf das Kupplungssystem der Bahn angepasst. Moderne Prellböcke sind zudem mit einem Aufkletterschutz versehen.

Einfacher Festprellbock im Deutschen Technikmuseum Berlin

Einfacher Prellbock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs waren Prellböcke einfache Konstruktionen, die geeignet waren, einzelne sehr langsam rollende Wagen aufzuhalten. Es zeigte sich jedoch schon früh, dass sie bei nur geringfügig höheren Geschwindigkeitern und Massen keinen wirksamen Schutz darstellen. Nach einer Reihe spektakulärer Unfälle um die Jahrhundertwende wie dem Eisenbahnunfall am Gare Montparnasse von 1895 und dem Eisenbahnunfall im Centralbahnhof Frankfurt von 1902 wurden moderne, energieabsorbierende Prellböcke entwickelt.

Festprellbock mit Hydraulikdämpfern für Scharfenbergkupplung

Festprellbock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Festprellbock wird fest im Boden oder an den Fahrschienen, in diesem Fall üblicherweise durch Schienenbohrungen, verankert. Ist mit Anfahrgeschwindigkeiten größer als 5 km/h zu rechnen, werden zur Absorption der Restenergie Dämpfungssysteme meist auf Hydraulikbasis verbaut.[1]

Bremsprellbock als Stahlschweißkonstruktion mit Scherenklemmelementen auf den Fahrschienen verschraubt.
Bremsprellbock auf Gleis 54 in Zürich Hauptbahnhof

Bremsprellbock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bremsprellböcke können deutlich höhere Energien als alle Arten von Festprellböcken aufnehmen. Sie werden in der Regel auf den Fahr- und gegebenenfalls Zusatzschienen mittels durch Schrauben verspannte Klemmen befestigt. Die Klemmen erzeugen einen hohen Reibwert und können so beispielsweise einen Zug mit einer Masse von 850 Tonnen auf sieben Metern von 15 km/h bis zum Stillstand abbremsen, ohne die Fahrzeuge zu beschädigen. Ist mit höheren Massen oder Geschwindigkeiten zu rechnen, wird ein Bremsprellbock zusätzlich mit Schleppschwellen ausgerüstet. Diese erfordern jedoch eine Betonplatte als Untergrund und damit einen deutlich höheren Bauaufwand.

Klappbarer Prellbock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um ein Gleis zeitweise zu sichern, werden alternativ zu Schutzweichen mit Bremsprellbock oder Gleissperren einklappbare oder versenkbare Prellböcke verwendet. Diese sind sowohl als Festprellbock mit und ohne Hydraulikdämpfer als auch als Bremsprellbock mit parallel zu den Fahrschienen verlaufenden Bremsschienen zu finden.[2] Klappbare Prellböcke dienen in Ablaufanlagen dem Abschluss der Richtungsgleise, um zu verhindern, dass Wagengruppen nach Rangierstößen in den Weichenbereich weiterlaufen. Beispielsweise werden auf dem Rangierbahnhof Nürnberg verfahr- und versenkbare Prellböcke eingebaut. Damit kann auf die Sicherung durch Hemmschuhe verzichtet werden.

Improvisierter Gleisabschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Bahnschwellen sind Kreuzweise in die Schienen gestellt, sodass ein Zug aufgehalten würde.
Schwellenkreuz als improvisierter Gleisabschluss

Bei manchen Nebenbahnen und in Nebengleisen werden teilweise recht primitive Konstruktionen eingesetzt. Beispielsweise kann aus zwei kreuzweise in ein Schwellenfach geschobenen Holzschwellen ein Schwellenkreuz als provisorischer Gleisabschluss hergestellt werden.

Abstellgleis der Métro Montréal in der Nähe der Station Beaugrand. Das Gleisende ist als Bremsprellbockersatz mit Sand abgedeckt.
Beton-Festprellbock in Russland
Einfacher Gleisabschluss bei der Fischzuchtbahn Hortobágy

Sandgleis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich einer Notfallspur kann der Zug durch ein kontrolliertes Ableiten in ein Sandgleis abgebremst und zum Stehen gebracht werden. Einen bekannten Anwendungsfall gab es im Bahnhof Eibenstock unt Bf an der Steilstrecke Eibenstock.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist vor Prellböcken von Hauptgleisen in der Regel das Schutzhaltsignal Sh 2 in Form einer Tafel angebracht, vor denen in Nebengleisen das Signal Sh 0.

Prellböcke müssen in Europa seit 1. Juli 2012 den Anforderungen der Eurocodes (insbesondere Eurocode 3) entsprechen. Im Bereich der Deutschen Bahn sind die Anforderungen im Deutsche-Bahn-Standard 918.005 geregelt.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Prellbock – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Prellböcke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trelco AG – Bahntechnik – Brems- und Festprellbock. Abgerufen am 19. Februar 2017.
  2. Bahntechnik | Vollbahn | Personenverkehr | klappbare Prellbocksysteme | RAWIE. Abgerufen am 19. Februar 2017.
  3. Jürgen Schönbrodt, Lothar Mattner: Bremsprellböcke zwischen DIN und Eurocode. In: Eisenbahntechnische Rundschau. Band 63, Nr. 10, 2014, ISSN 0013-2845, S. 26–31.