Osnabrück Hauptbahnhof

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Osnabrück Hbf
Bahnhofsgebäude mit Bahnhofsvorplatz
Bahnhofsgebäude mit Bahnhofsvorplatz
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bauform Turmbahnhof
Bahnsteiggleise 9
Abkürzung HO
IBNR 8000294
Preisklasse 2
Eröffnung 24. April 1895
Profil auf Bahnhof.de Osnabr-C3-BCck-Hbf
Lage
Stadt/Gemeinde Osnabrück
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 16′ 22″ N, 8° 3′ 40″ OKoordinaten: 52° 16′ 22″ N, 8° 3′ 40″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Niedersachsen
i11i16i16i18

Osnabrück Hauptbahnhof ist der Hauptbahnhof der niedersächsischen Stadt Osnabrück. Er wurde 1895 als heute einziger in Niedersachsen noch existierender Turmbahnhof in zwei Ebenen konzipiert und dient als Knotenpunkt für den Fern- und Regionalverkehr, der täglich von 20.000[6] Reisenden und Besuchern genutzt wird.

Geschichte des Bahnhofs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick aus dem Bahnhofsgebäude auf den Bahnhofsvorplatz um 1900
Wartesaal der 1. und 2. Klasse im Jahre 1925

Der Hauptbahnhof Osnabrück wurde am 24. April 1895 als „Centralbahnhof“ durch Kaiser Wilhelm II. feierlich eröffnet. Hier überquerte mit 5,85 Metern Höhenunterschied die Hamburg-Venloer Bahn die Hannoversche Westbahn, weshalb man sich für die Bauform eines Turmbahnhofs entschied.[7][8] Er ersetzte den westlich liegenden Hannoverschen Bahnhof an der Bahnstrecke Löhne–Rheine sowie den knapp nördlich des neuen Bahnhofs liegenden Bremer Bahnhof an der Bahnstrecke Bremen-Münster.

Die Tecklenburger Nordbahn konnte nach der Umspurung der Strecke ab dem 30. März 1935 mit Personenzügen bis zum Hauptbahnhof verkehren. Der Personenverkehr auf dieser Strecke wurde zwischen Osnabrück und Mettingen zum 25. September 1965 aufgegeben.

Die Bundesbahn beschloss 1963 ein großes Modernisierungsprogramm für den Osnabrücker Hauptbahnhof. Dieses mit 40 Millionen DM ausgelegte Programm umfasste die Elektrifizierung der großen Hauptstrecken und die Modernisierung der Stellwerke. Der Bau des Zentralstellwerks „Of“ (Osnabrück-Fahrdienstleitung) wurde im August 1963 begonnen, die Inbetriebnahme des Stellwerks erfolgte am 4. September 1966. Dieses Stellwerk ersetzte zehn kleinere Stellwerke rund um den Hauptbahnhof. Im und um den Osnabrücker Hauptbahnhof verschwanden durch das neue Spurplan-Drucktasten-Stellwerk auch die Formsignale, welche durch Lichtsignale ersetzt wurden.

Eine Woche nach der Inbetriebnahme des neuen Zentralstellwerks erreichte am 12. September 1966 der erste mit einer Elektrolokomotive bespannte Zug aus Richtung Münster die Stadt. Dieser wurde am Gleis 1 durch Ferdinand Erpenbeck sowie den Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm in Empfang genommen, welche mit ihm die Eröffnungsfahrt nach Münster unternahmen.[9] Der nördliche Teil der Rollbahn in Richtung Bremen wurde 1968 elektrifiziert, die Bahnstrecke Löhne–Rheine erfolgte am 29. September 1974 in Richtung Rheine und am 30. Mai 1976 in Richtung Löhne. Das Dampflokzeitalter endete in Osnabrück 1977 mit Umstellung der letzten Züge auf Diesel- bzw. Elektrobetrieb.

Zum 1. Juni 1984 wurde der Personenzugverkehr nach Bielefeld über den Haller Willem eingestellt.

Seit 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbahnhof und Theodor-Heuss-Platz mit Busbahnhof
Züge der NordWestBahn auf den Gleisen 13 und 14

Seit dem 1. November 2001 kann das neu errichtete Parkhaus Bahnhofsgarage genutzt werden, das auch einen Zugang zum Gleis 1 besitzt. Für 20 Millionen DM wurde das 700 Stellplätze umfassende Parkhaus von der Osnabrücker Parkstätten Betriebs-Gesellschaft (OPG) errichtet.[10] Im Rangierbahnhof im Fledder kam es am 16. Februar 2002 um 1:30 Uhr aufgrund eines Schienenbruchs zu einer Entgleisung eines Güterzuges. Ein Kesselwagen mit 60 Tonnen Acrylnitril schlug Leck und entzündete sich.[11] Erneut Entgleiste am 17. März 2004 ein Güterzug im Bahnhof, jedoch nun auf der oberen Ebene im Schinkel. Auch dieses mal geriet ein Kesselwagen in Brand und musste gelöscht werden.[12]

Der 1984 eingestellte Personenverkehr über den Haller Willem wurde nach der erfolgreichen Reaktivierung zum 12. Juni 2005 wieder aufgenommen.

Vor dem Katholikentag 2008 in Osnabrück wurden Aufzugsanlagen angelegt, die von den Bahnsteigen führen. Zuvor gab es für die unteren Bahnsteige nur Gepäckaufzüge, die nun durch neue Personenaufzüge ersetzt wurden. An den oberen Bahnsteigen gab es vor den Aufzügen nur Gepäckbänder, die zum Gleistunnel führten, diese wurden entfernt, als die Aufzüge montiert wurden.[13]

Im Rahmen des Konjunkturprogramms 1 wurde das Bahnhofsgebäude im Jahr 2010 saniert. So wurden in Absprache mit dem Denkmalschutz weiße Kunststofffenster durch braune Holzfenster ersetzt. Diese Holzfenster entsprechen nicht nur dem ursprünglichen Aussehen des Bahnhofs, sondern erfüllen auch moderne Energiesparauflagen. Auch der Innenraum der Bahnhofshalle sowie die Säulen in der Halle erhielten einen neuen Anstrich.[14]

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streckenplan Osnabrück
                  
Strecke von Bremen
                  
ehm. Bahnstrecke von Damme
                  
Bahnstrecke von Delmenhorst
                  
Bahnstrecke von Oldenburg Rieste
                  
Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn Bohmte
                  
Hase Bersenbrück
                  
Bahnstrecke nach Holzhausen Alfhausen
                  
                  
Hesepe
                  
Bramsche
                  
Mittellandkanal
                  
Achmer
                  
Grenze NRW-Niedersachsen
                  
Bahnstrecke von Recke Halen (NRW)
                  
Neue Einfädlung (seit 1989)
                  
Grenze NRW-Niedersachsen Ostercappeln
                  
Alte Einfädlung (bis 1989) Vehrte
                  
Abzw Piesberger Zechenbahn Belm
                  
ehm. Kleinbahnhof Eversburg (bis 1935) Zechenbahnhof
                  
Bahnstrecke von Rheine Vorbahnhof
                  
Piesberger Lückenschluss (seit 2013) Eversburg (Keilbahnhof)
                  
Hafen Osnabrück
                  
Osnabrück-Altstadt
                  
Abz. Hafenbahn Bahnbetriebswerk „Kamerun“
                  
Hannoverscher Bahnhof
                  
Ansch. KME
                  
„Kluskurve“
                  
„Schinkelkurve“
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Osnabrück Hbf (Turmbahnhof)
                  
Osnabrück Rbh
                  
„Münsterkurve“ Lüstringen
                  
Bahnstrecke von Löhne Osnabrück-Rosenplatz (geplant)
                  
Osnabrück-Hörne
                  
Bahnstrecke nach Bielefeld Sutthausen
                  
Brücke (bis 1926)
                  
Hasbergen
                  
Bahnstrecke von Georgsmarienhütte Wulfskotten
                  
Verbindungskurve Umgehungsbahn (1944–1949)
                  
Perm-Bahn von Velpe Natrup-Hagen
                  
Strecke nach Münster

In der oberen Ebene verläuft von Nordosten nach Südwesten die zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn Hamburg – Bremen – Ruhrgebiet (Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg), die sich mit der in der unteren Ebene von West nach Ost verlaufenden zweigleisigen, elektrifizierten Hauptbahn Amsterdam – Hannover – Berlin (Bahnstrecke Löhne–Rheine) kreuzt. Über einen Ring sind die Gleise der oberen und unteren Bahnsteige über den Stadtteil Schinkel miteinander verbunden.

Außerdem zweigen zwei nicht elektrifizierte, eingleisige Strecken ab. Die eine in Richtung Südosten nach Bielefeld (Bahnstrecke Osnabrück–Bielefeld), die andere in Richtung Norden. Diese gabelt sich in Hesepe in zwei Strecken: einerseits die Strecke nach Wilhelmshaven über Cloppenburg – Oldenburg (Oldb) (Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück), andererseits die Strecke nach Delmenhorst über Vechta (Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe). Ferner zweigt bei Osnabrück–Eversburg die Bahnstrecke nach Westerkappeln–Recke ab.

Bahnhofsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1895 eröffnete Bahnhofsgebäude ist trotz starker Beschädigung im Zweiten Weltkrieg heute noch weitestgehend in seiner historischen Bausubstanz erhalten. Gastronomie Der Bahnhofswirt Schorn richtete das damals als einer der besten Adressen der Stadt geltenden Bahnhofsrestaurant Schorn'scher Speisesaal im neuen Bahnhof ein. Heute befindet sich hier ein Wartesaal.[8]

Gleisaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbahnhof Osnabrück, Wasserturm

Obere Ebene, Personenverkehr Gleise 1–5

  • Gleis 1: ERB nach Münster (Westf) (RB66); Ankunft RE9 von Bremen/Bremerhaven
  • Gleis 2: Fernzüge Richtung Ruhrgebiet
  • Gleis 3: Fernzüge nach Hamburg, Intercity Münster–Berlin
  • Gleis 4: RE nach Düsseldorf (RE2)
  • Gleis 5 Süd: NWB nach Halle (Westf.) und Bielefeld (RB75)
  • Gleis 5 Nord: RE nach Bremen/Bremerhaven (RE9)

Außerdem sind noch drei bahnsteiglose Durchgangsgleise vorhanden.

Untere Ebene; Personenverkehr Gleise 11–14

  • Gleis 11: Fernzüge nach Berlin, WFB nach Braunschweig (RE60), ERB nach Herford und Bielefeld (RB61)
  • Gleis 12: Fernzüge nach Amsterdam, WFB nach Rheine (RE60), ERB nach Hengelo (RB61)
  • Gleis 13/14: NWB nach Oldenburg und Wilhelmshaven (RE18) sowie Vechta und Bremen (RB58) (über Delmenhorst)

Es gab in der unteren Ebene (vor Gleis 11) auch noch ein Gleis mit einem Güterbahnsteig. Zusätzlich sind zwei Durchgangsgleise südlich der Bahnsteige vorhanden.

Alle Bahnsteige sind barrierefrei mit Aufzügen erreichbar. Die Empfangshalle verfügt über direkte Zugänge zu den Bahnsteigen der Gleise 1–5 durch einen Personentunnel, die Bahnsteige der Gleise 11–14 (untere Ebene) sind nur über den Hausbahnsteig 1 mittels Treppen und Aufzügen erreichbar.

Bahnhofsvorplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Bahnhof befindet sich der Bahnhofsvorplatz, welcher den Namen des ersten deutschen Bundespräsidenten Theodor Heuss trägt.

Siehe Hauptartikel: Theodor-Heuss-Platz (Osnabrück)

Humboldtbrücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im westlichen Bereich der unteren Ebene überquert die 100 Meter lange Humboldtbrücke die Gleise und Bahnsteige. Durch die nur für Fußgänger und Radfahrer nutzbare Brücke gelangt man von der Buerschen Straße auf den vor dem Bahnhof gelegenen Theodor-Heuss-Platz. Die nördliche Brückenseite endet auf dem höher gelegenen Klushügel, weshalb hier die Brücke ebenerdig betreten werden kann. An der Südseite, welche am Bahnhofsvorplatz liegt, muss ein Höhenunterschied durch die Treppe oder einen Aufzug überwunden werden. Bis kurz vor der Eröffnung des Aufzugs durch den damaligen Bürgermeister Boris Pistorius am 1. Dezember 2010 musste der Höhenunterschied mittels einer steilen Rampe oder einer alten Stahlbetontreppe überwunden werden. Die alte Treppe wurde durch eine moderne Stahltreppe, die Rampe durch einen Aufzug ersetzt.[15]

Die 1990 aus Bongossiholz gebaute Brücke ersetzte eine im Jahr 1953 gebaute Brücke aus Spannbeton. Die Spannbetonbrücke, welche 1988 wegen Einsturzgefahr ersetzt werden musste, hatte wiederum bei ihrem Bau eine Vorkriegsbrücke aus Stahlbeton ersetzt.[16]

Bei dem Bau der Holzbrücke 1990 versprach man sich durch die Nutzung des Tropenholzes eine längere Lebensdauer gegenüber einem Bauwerk aus Stahlbeton. Jedoch wurden keine vernünftigen Wasserableiter beim Bau berücksichtigt, sodass die Brücke aktuell erneut ersetzt werden muss. In Zukunft soll nun eine Edelstahlbrücke über den Gleisen verlaufen. Da bislang trotz der Möglichkeit des Anschlusses der Bahnsteige an die Brücke mittels einer Treppe dieses nicht erfolgt ist, soll dieses eventuell beim Neubau berücksichtigt werden. Dieses hätte den Vorteil, dass die Innenstadt von den Bahnsteigen 11/12 und 13/14 schneller zu erreichen wäre, da der Umweg durch das Bahnhofsgebäude entfiele.[17]

Verbindungskurven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Obere- und Untere Gleisebene sind über mehrere Verbindungskurven miteinander verbunden. Die älteste Verbindungskurve stellt die Kluskurve nordwestlich des Bahnhofs dar. Sie wird ausschließlich im Güterverkehr genutzt. Südöstlich am ehemaligen Güterbahnhof verlaufen die Münster- und Bremerkurve. Nordöstlich durch den Stadtteil Schinkel verlaufend, befindet sich die Schinkelkurve welche sich in der unteren Ebene in die Löhner- und Stahlwerkskurve aufteilt.

Ringlokschuppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1913 durch die Königlich Preußische Eisenbahnverwaltung errichtete Ringlokschuppen steht seit 1996 unter Denkmalschutz. Er war teil des Neubauprojekts um den Güter- und Rangeierbahnhof, östlich des Hauptbahnhofs. Nachdem 1973 die beiden Osnabrücker Bahnbetriebswerke zusammengefasst wurden, ist der Standort Fledder an welchem sich der Lokschuppen befindet, 1985 aufgegeben worden. Das Gebäude bot 34 Lokomotiven Platz. Vor dem Lokschuppen befand sich eine seltene Doppeldrehscheibe mit welcher die Dampflokomotiven an die Stellplätze gedreht wurden.[18]

2019 wurde bekannt, dass die Aloys & Brigitte Coppenrath Stiftung den Lokschuppen gekauft hat und ihn zu einem Innovationsquartier umbauen möchte.

Geplante Modernisierungsmaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Konjunkturprogramme soll das Empfangsgebäude mit energetischen Maßnahmen durch die DB Station&Service AG saniert werden. Im Wartebereich werden auch neue Sitzmöglichkeiten und Informationsmedien installiert. In den kommenden Jahren plant die Deutsche Bahn, im Zuge eines Erneuerungsprogramms mehrerer Bahnstationen in Niedersachsen für rund 10 Millionen Euro, die Bahnsteige und Dächer des Osnabrücker Hauptbahnhofs grundlegend zu modernisieren.[19]

Des Weiteren soll das dem Bahnhof angehörende und aus den 1960er Jahren stammende[20] Relaisstellwerk der Bauart Sp Dr S 60 durch zwei elektronische Stellwerke („Osnabrück Hbf Po ESTW-UZ“ (HOOX) und „Osnabrück Hbf Pu ESTW-UZ“ (HOUX)) ersetzt werden.[21] Diese ESTW sollen außerdem die umliegenden Stellwerke bis Lembruch und Natrup-Hagen bzw. Velpe und Wissingen ersetzen. dies sind acht der Bauart Dr S 2, neben dem Hauptbahnhof fünf der Bauart Sp Dr S 60, zwei mechanische Stellwerke in Velpe aus dem Jahr 1950 und in Lemförde eines der Bauart Sp Dr S 600.[21] Baubeginn für das ESTW HOOX (Strecke Bremen – Wanne-Eickel) war am 23. Mai 2016, es soll in vier Stufen von November 2017 bis Dezember 2019 in Betrieb genommen werden.[21] Für das ESTW HOUX soll der Baubeginn 2019 sein, es soll im November 2020 (West) und im August 2021 (Ost) in Betrieb genommen werden.[21] Beide ESTW sollen vor Ort bedient werden.[21] Die Investitionssumme beträgt insgesamt 175 Millionen Euro.[21] Neben den beiden ESTW-Z werden hierbei 13 ESTW-A sowie etwa 1200 Weichenantriebe und Signale eingebaut und 32 Weichen zurückgebaut, 9 Bahnübergänge erneuert und 17 Bahnübergänge angepasst.[21]

Terminal Ost[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Osnabrück plant seit 1997 einen weiteren Ausgang des Bahnhofs mit der Bezeichnung „Terminal Ost“. Dieser zusätzliche Ausgang vom Hauptbahnhof zur Hamburger Straße soll den Hasepark, dem ehemaligen Güterbahnhof und die Gebiete des Fledder und Schinkel ohne Umwege erreichbar machen. Hierbei soll der Bahnsteigzugangstunnel von der Haupthalle zu Gleis 5 um 40 Meter verlängert werden, um das Gewerbegebiet Hasepark anzubinden und damit eine Entlastung der Verkehrssituation auf dem Bahnhofsvorplatz herbeizuführen.[22]

Fahrgastzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Hauptbahnhof nutzen täglich rund 20.000 Ein- und Aussteiger der verkehrenden Züge. Bei einer Zählung im Jahr 2011 wurde ein Durchschnitt von 18.996 Nutzern im Schienenpersonennahverkehr ermittelt[23]. Seit dem Jahr 2002, in dem 9.582 Reisende im Schienenpersonennahverkehr pro Tag ermittelt wurden, ist die Zahl um 98 % angewachsen.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: Jahresfahrplan 2020

Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf Takt EVU Ebene
ICE 30 Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln ein Zugpaar DB Fernverkehr oben
ICE 31 Hamburg-Altona – Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Hagen – Wuppertal – Solingen – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt Flughafen Frankfurt (ab dem 15. Dezember 2019 – Hanau – Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Passau) 120 min mit Lücken DB Fernverkehr oben
ICE 42 Hamburg-Altona – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Köln – Stuttgart – München ein Zugpaar täglich DB Fernverkehr oben
IC 30 (Binz – Stralsund – Rostock / Westerland – Niebüll –) Hamburg – Hamburg-Harburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Recklinghausen / Dortmund – Bochum – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Mannheim – Heidelberg – Vaihingen – Stuttgart 120 min DB Fernverkehr oben
EC 30 Hamburg-Altona – Hamburg – Hamburg-Harburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Bochum – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Mannheim – Karlsruhe – Baden-Baden – Freiburg – Basel – Zürich / Interlaken Ost zwei Zugpaare Mo–Sa / ein Zugpaar So DB Fernverkehr oben
IC 31 (Kiel / Fehmarn-Burg – Lübeck –) Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Wuppertal – Köln – Koblenz – Mainz – Frankfurt (– Würzburg – Nürnberg – Passau) zwei Zugpaare täglich DB Fernverkehr oben
IC 77 Berlin Ostbahnhof Berlin – Berlin-Spandau – Stendal – Wolfsburg – Hannover – Minden – Bad Oeynhausen / Bünde – Osnabrück – Rheine – Bad Bentheim Hengelo – Deventer – Apeldoorn – Amersfoort – Hilversum – Amsterdam 120 min DB Fernverkehr unten
Berlin Ostbahnhof – Berlin – Stendal – Wolfsburg – Hannover – Minden – Bad Oeynhausen Bünde – Osnabrück – Münster ein Zugpaar täglich oben
FLX 20 Hamburg-Altona – Hamburg – Hamburg-Harburg – Osnabrück – Münster – Gelsenkirchen – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln ein Zugpaar Flixtrain oben

Daneben verbinden einzelne Fernverkehrszüge Osnabrück mit:

Nah- und Regionalverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf Takt EVU Ebene
RE 2 Osnabrück – Münster – Recklinghausen – Essen – Duisburg – Düsseldorf 060 min DB Regio NRW oben
RE 9 Osnabrück – Diepholz – Syke – Bremen – Osterholz-Scharmbeck – Bremerhaven-Lehe 060 min (Osnabrück–Bremen)
120 min (Bremen–Bremerhaven)
DB Regio Nord oben
RE 18 Osnabrück – Bramsche – Quakenbrück – Cloppenburg – Oldenburg – Sande – Wilhelmshaven
(werktags HVZ-Verstärkerzüge in Fahrplanlage der RB 58 mit Flügelung in Bramsche)
(samstags vormittags ein Zugpaar mit Zugtrennung/-zusammenführung in Sande und weiter nach/von Esens (Inselbusse) bzw. Wilhelmshaven)
060 min
030 min in der HVZ
NordWestBahn unten
RE 60 Rheine – Osnabrück – Bad Oeynhausen Minden – Hannover – Braunschweig 120 min Westfalenbahn unten
RB 58 Osnabrück – Bramsche – Vechta – Delmenhorst – Bremen 060 min NordWestBahn unten
RB 61 Hengelo – Bad Bentheim Rheine – Osnabrück – Herford – Bielefeld 060 min Eurobahn unten
RB 66 Osnabrück – Lengerich – Münster 060 min
030 min in der HVZ
Eurobahn oben
RB 75 Osnabrück – Dissen-Bad Rothenfelde – Halle – Bielefeld 060 (Osnabrück–Halle)
030 (Halle–Bielefeld)
NordWestBahn oben

Zukünftige Entwicklung und Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RRX 7

Voraussichtlich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019[veraltet] wird vom Hauptbahnhof Osnabrück aus der RRX 7 zum Hauptbahnhof Düsseldorf verkehren. Dieser soll Osnabrück stündlich mit der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt in 93 Minuten Fahrzeit verbinden. Zwischen Osnabrück und Münster wird er alle Haltepunkte anfahren, während er zwischen Münster und Düsseldorf als Sprinter mit nur wenigen Unterwegshalten fährt. Zusammen mit dem RB 66 „Teuto Bahn“ ist Osnabrück dann im Halbstundentakt mit Münster verbunden. Zudem wird der Übergang zu den anschließenden Linien in Osnabrück verbessert.[24] (siehe auch: Rhein-Haard-Express#Zukunft)

Tecklenburger Nordbahn

Der Nahverkehrsplan SPNV Westfalen-Lippe sieht die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Osnabrück–Westerkappeln–Recke im Personenverkehr vor.

Sonderverkehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptbahnhof Osnabrück ist regelmäßig Ziel von Sonderfahrten verschiedener Vereine und Anbieter. So finden zur Zeit der Maiwoche oder des Weihnachtsmarktes Sonderfahrten des Teuto-Express über die Tecklenburger Nordbahn von Recke bzw. Mettingen statt.

Von Ankum über Alfhausen und Bramsche wird regelmäßig Sonn- und Feiertags ein Personen- und Fahrradtransport der Weser Ems Eisenbahn zum Hauptbahnhof angeboten.

Zur Landesgartenschau 2018 in Bad Iburg wurden verschiedene Sonderfahrten angeboten.[25]

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionalbus am Busbahnhof

Der Bahnhof ist über den vorgelagerten Busbahnhof mit Stadt- und Regionalbussen gut zu erreichen. Zentraler Umsteigepunkt im Busverkehr ist jedoch der Neumarkt (zwei Haltestellen entfernt).

Für den Busverkehr im Stadtgebiet und im Landkreis Osnabrück gilt der VOS-Tarif (Verkehrsgemeinschaft Osnabrück). Im gesamten öffentlichen Personennahverkehr in Osnabrück und in Richtung Münsterland kann auch der Westfalen Tarif genutzt werden. Für die Bahnstrecke Haller Willem gilt ein Verbundtarif (VOS-Plus) und ein Übergangstarif nach Bielefeld zum Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH). Tarifraumüberschreitend für NRW gibt es den NRW-Tarif.

Weitere Bahnhöfe in Osnabrück[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Bahnhöfe für den Personenverkehr in Osnabrück sind:

  • Osnabrück Altstadt (vormals Osnabrück-Hasetor) (Richtungen Bramsche – Oldenburg – Wilhelmshaven, Bramsche – Vechta – Bremen, Melle – Bünde – Bielefeld, Melle – Bünde – Hannover – Braunschweig und Ibbenbüren – Rheine – Bad Bentheim – Hengelo), sowie
  • Osnabrück-Sutthausen (Richtung Halle – Bielefeld).

Die Bahnhöfe Osnabrück-Eversburg, Osnabrück-Lüstringen, der Bremer Bahnhof und der Hannoversche Bahnhof werden nicht mehr bedient.

Der Bahnhof Osnabrück-Hörne ist ein reiner Betriebsbahnhof.

Der Bahnhof Osnabrück-Piesberg ist ein ehemaliger Zechenbahnhof (Zeche Piesberg) und wird von den Osnabrücker Dampflokfreunden für Museumsfahrten genutzt.

Es gibt Planungen einen neuen Bahnhof am Osnabrücker Rosenplatz zu bauen. Hier soll dann die RB 75 (BielefeldHalle (Westf.)Osnabrück Hbf) halten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Garrelt Riepelmeier: Die Rollbahn und Ihre Stationen, Band 2: Bremen – Osnabrück DGEG Medien; 1. November 2014, ISBN 978-3937189840.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Osnabrück Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Deutsche Bahn AG:

ZVBN:

weitere Belege:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nächster Halt: Hauptbahnhof Osnabrück. In: mobil. Nr. 4, April 2020, ISSN 0949-586X, ZDB-ID 1221702-5, S. 104.
  2. Garrelt Riepelmeier: Die Rollbahn und Ihre Stationen, Band 2 S. 29
  3. a b Jakob Patzke: 125 Jahre Osnabrücker Hauptbahnhof: Eine Reise in die Vergangenheit. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 25. April 2020, abgerufen am 1. September 2020.
  4. Joachim Dierks: Als die elektrische Eisenbahn nach Osnabrück kam. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 7. September 2016, abgerufen am 8. Juli 2020.
  5. Parkplätze mit direktem Anschluss an Gleis 1. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 12. November 2001, abgerufen am 29. Oktober 2018.
  6. Rainer Lahmann-Lammert: Das zweite Gift kam mit dem Löschschaum: Neun Jahre nach dem Chemieunfall ist eine zweite Grundwassersanierung nötig. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 5. Juli 2011, abgerufen am 3. November 2020.
  7. Beinahe-Katastrophe in Osnabrück. In: spiegel.de. Der Spiegel, 18. März 2004, abgerufen am 3. November 2020.
  8. Bis zum Kirchentag barrierefrei. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 19. Dezember 2007, abgerufen am 29. Oktober 2018.
  9. Frische Farbe für den Bahnhof. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 7. Juli 2010, abgerufen am 29. Oktober 2018.
  10. Edel: Neuer Lift zur Humboldtbrücke. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 1. Dezember 2010, abgerufen am 12. Oktober 2018.
  11. Rainer Lahmann-Lammert: Humboldtbrücke am Osnabrücker Hauptbahnhof verrottet. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 31. Dezember 2017, abgerufen am 12. Oktober 2018.
  12. PM: Verkehrsverbände für Zusatztreppen am Osnabrücker Hauptbahnhof. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 7. Februar 2018, abgerufen am 12. Oktober 2018.
  13. Sebastian Stricker: Ringlokschuppen Osnabrück: Bau mit Seltenheitswert. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 21. November 2012, abgerufen am 21. Oktober 2020.
  14. Alexander Klay: Bahn saniert 17 Stationen im Nordwesten. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 4. Dezember 2014, abgerufen am 2. August 2020.
  15. Sebastian Stricker: Elektronisches Stellwerk in Osnabrück macht Züge pünktlicher. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 23. Mai 2016, abgerufen am 2. August 2020.
  16. a b c d e f g Egbert Meyer-Lovis: Neubau des Elektronischen Stellwerks in Osnabrück. (PDF; 1,05 MiB) (Nicht mehr online verfügbar.) Deutsche Bahn GNK Hamburg, 23. Mai 2016, archiviert vom Original am 22. September 2016; abgerufen am 1. Januar 1970.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschebahn.com
  17. Rainer Lahmann-Lammert: Vom Hasepark direkt ans Gleis. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 4. Oktober 2010, abgerufen am 19. Oktober 2020.
  18. 3. Nahverkehrsplans für Stadt und Landkreis Osnabrück; 5.3.6 Verkehrsnachfrage im Schienenpersonennahverkehr S.110 (Memento des Originals vom 12. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.planos-info.de
  19. Sebastian Stricker: RRX bringt Halbstundentakt zwischen Osnabrück und Münster. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 18. April 2018, abgerufen am 29. April 2018
  20. Martin Schmitz: Ankum: Mit dem Schienenbus zur Landesgartenschau. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 16. Juni 2018, abgerufen am 4. Mai 2020.