Preprint

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Der Begriff Preprint wird für wissenschaftliche Publikationen sowie in der Papierherstellung in unterschiedlicher Bedeutung verwendet.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Preprint bezeichnet man einen veröffentlichten wissenschaftlichen Beitrag in Manuskriptform, der im Gegensatz zum Postprint das Begutachtungsverfahren (Peer-Review) einer Fachzeitschrift oder eines Verlages noch nicht durchlaufen hat. Bei dieser Definition spielt es in erster Linie keine Rolle, ob das Manuskript bereits bei einem Verlag eingereicht bzw. zur Begutachtung zugelassen wurde oder nicht. Allerdings kann der Verlag die Veröffentlichung von einem Preprint eines akzeptierten Artikels im Verlagsvertrag verbieten.[1] Ein Preprint eines Artikels unterscheidet sich in der Regel nicht nur im Layout von der veröffentlichten Verlagsversion, sondern auch inhaltlich, da die durch den Begutachtungsprozess geforderten Änderungen noch nicht enthalten sind. Die Preprints werden üblicherweise auf Preprintservern im Internet meist öffentlich zur Verfügung gestellt.

Bedeutung für die Wissenschaftskommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Veröffentlichung von Preprints wird die Geschwindigkeit erhöht, mit der Forschungsergebnisse in der wissenschaftlichen Welt verbreitet werden. Einerseits ermöglicht dies kritisches Feedback von anderen Forschungsgruppen zur geleisteten Arbeit, ehe diese den formalen Begutachtungsprozess des Verlags durchläuft. Zum anderen kann die Wissenschaftsgemeinschaft auf den veröffentlichten Daten im Idealfall aufbauen und dadurch die eigene Forschungsarbeit schneller vorantreiben. In manchen Wissenschaftsdisziplinen ist das Veröffentlichen von Preprints ein gängiger Teil der Publikationskultur, wie etwa in der Physik. Hier werden Beiträge oft parallel zur Manuskripteinreichung innerhalb der Community diskutiert oder auf Preprintserver wie etwa arXiv hochgeladen.[2] Das zunehmende Aufkommen von fachspezifischen Preprintservern wie etwa bioRxiv, ChemRxiv oder medRxiv legt nahe, dass in den letzten Jahren zumindest auch in anderen Naturwissenschaften die Bereitschaft steigt, Preprints zu veröffentlichen.

Im Zuge der COVID-19-Pandemie wurde eine Vielzahl von Preprints veröffentlicht, um Forschungsergebnisse über die Krankheit und das Virus SARS-CoV-2 so schnell und frei wie möglich weltweit zur Verfügung zu stellen.[3] Der Virologe Christian Drosten betonte im März 2020 die Wichtigkeit von Preprint-Veröffentlichungen für die epidemiologische Forschung,[4] mahnte aber gleichzeitig zur Vorsicht bei der Auswahl und Bewertung dieser Publikationen.[5] Die freie Verfügbarkeit von Forschungsergebnissen in Form von Preprints kann zudem der Verbreitung von Fake News Vorschub leisten, die vor allem über Social Media verbreitet werden.[6] Autoren der Fachzeitschrift Science warnten im April 2020 vor einer zunehmenden Aushöhlung von Qualitätsstandards durch die wissenschaftliche Ausnahmesituation im Zuge der COVID-19-Pandemie. Hierfür seien insbesondere voreilig publizierte und oft unausgereifte klinische Studien zum Thema verantwortlich, die unter anderem massenweise auf Preprintservern landeten.[7]

Papierherstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausdruck Preprint wird auch bei der Herstellung von bedruckten Wellpappe-Verpackungen verwendet. In dieser Bedeutung beschreibt Preprint das Bedrucken der Papierbahn, bevor diese auf einer sogenannten Wellpappanlage (WPA) mit der Wellenbahn und der Rückseitenbahn zu Wellpappe verleimt wird.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SHERPA/RoMEO - Definitions and Terms. Abgerufen am 25. April 2020 (englisch).
  2. Rosenbaum, Konstanze: Von Fach zu Fach verschieden. Diversität im wissenschaftlichen Publikationssystem. In: Peter Weingart und Niels Taubert (Hrsg.): Wissenschaftliches Publizieren: Zwischen Digitalisierung, Leistungsmessung, Ökonomisierung und medialer Beobachtung. De Gruyter, Berlin, Boston 2016, ISBN 978-3-11-044811-5, S. 41–74.
  3. COVID-19 and SARS-CoV-2 preprints from medRxiv and bioRxiv. Abgerufen am 25. April 2020 (englisch).
  4. Coronavirus-Update, Folge 20. NDR Info, 24. März 2020, abgerufen am 25. April 2020.
  5. Coronavirus-Update, Folge 23. NDR Info, 27. März 2020, abgerufen am 25. April 2020.
  6. Die Wissenschaft im Stresstest. Republik (Magazin), 17. März 2020, abgerufen am 25. April 2020.
  7. Alex John London and Jonathan Kimmelman, Against pandemic research exceptionalism In: Science. Online-Vorabveröffentlichung vom 23. April 2020, doi:10.1126/science.abc1731, abgerufen am 25. April 2020
  8. Flexo-Preprint-Verfahren. Verband der Wellpappen-Industrie, abgerufen am 25. April 2020.