Prinzregententorte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Prinzregententorte

Prinzregententorte ist eine hauptsächlich in Bayern verbreitete Torte, die traditionell aus acht sehr dünnen Bisquitböden und Schokoladenbuttercreme besteht. Außen ist sie mit einem Schokoladenguss überzogen. Die Tortenspezialität hat für München eine ähnliche Bedeutung wie die Sachertorte für Wien.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgeber der Torte ist Prinzregent Luitpold, der ab 1886 Prinzregent von Bayern war und zu dessen Ehren sie benannt wurde. Die Frage, wer die Torte erstmals kreiert hat, ist bis heute umstritten. Der Hofkonditor Heinrich Georg Erbshäuser war wohl der Urheber. Johann Rottenhöfer, der immer wieder genannt wird, starb bereits davor, im Jahre 1872. Der Bäcker Anton Seidl kreierte sein Backwerk erst zwei Jahre nach Heinrich Georg Erbshäuser.

Heinrich Georg Erbshäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich Georg Erbshäuser gründete 1875 eine Konditorei. Im Jahre 1886 kreierte Heinrich Georg Erbshäuser, anlässlich des 65. Geburtstages des Prinzregenten Luitpold, Nachfolger von König Ludwig II., eine Torte. Sie bestand aus acht dünnen Bisquitböden, die die damals acht bayerischen Regierungsbezirke symbolisieren sollten; die Pfalz war damals bayerisch. Die Böden waren untereinander mit einer Schokoladenbuttercreme verbunden sowie mit einem speziellen Fondant-Schokoladenguß überzogen. Heinrich Georg Erbshäuser wurde für seine Verdienste 1890 zum königlich-bayerischen Hoflieferanten bestellt.

Ein Stück Prinzregententorte.

Anton Seidl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anton Seidl übernahm 1869 die Bäckerei seines Vaters. Er versuchte ab 1888, angelehnt an die Dobostorte, eine Schokoladentorte mit neun Böden herzustellen, jeder Boden stand für eines der Kinder Ludwigs I. Laut der Familienchronik der Seidls hat die Torte sehr schnell Verbreitung gefunden und wurde auch in anderen Konditoreien angeboten. Es soll eine schriftliche Genehmigung des Prinzregenten gegeben haben, die Schokoladencremetorte „Prinzregententorte“ nennen zu dürfen, diese ist aber verloren gegangen. In alten Anzeigen und in der Festschrift zum 125-jährigen Bestehen wird die Torte nicht erwähnt.

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Torte besteht aus sehr dünnen Biskuitböden von etwa 25 cm Durchmesser, die mit Schokoladenbuttercreme bestrichen und aufeinandergesetzt werden. Auf den obersten Boden wird Aprikosenmarmelade gestrichen. Die ganze Torte erhält einen Schokoladenüberzug.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die historische Rezeptur wird heute noch verwendet, in modernen Rezepten wird teilweise auch Rührteig für die Böden genommen, deren Anzahl nicht streng festgelegt ist. Es sollten grundsätzlich mindestens sechs sein. Häufig besteht die Prinzregententorte aus sieben Schichten und bildet damit noch immer die Anzahl der Regierungsbezirke ab.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Irene Krauß: Chronik bildschöner Backwerke. Hugo Matthaes Druckerei und Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-87516-292-7
  • Barbara Kagerer, Yves Hebinger, Christian Schneider: Süßes München Cafés, Konditoreien, Restaurants und mehr. Umschau Buchverlag, Neustadt/Weinstraße, ISBN 978-3-86528-385-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Prinzregententorte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien