Przeworsk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Przeworsk
Wappen von Przeworsk
Przeworsk (Polen)
Przeworsk
Przeworsk
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Karpatenvorland
Landkreis: Przeworsk
Fläche: 21,98 km²
Geographische Lage: 50° 4′ N, 22° 30′ O50.05861111111122.493611111111Koordinaten: 50° 3′ 31″ N, 22° 29′ 37″ O
Höhe: 200 m n.p.m
Einwohner: 15.737
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 37-200
Kfz-Kennzeichen: RPZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: KrakauLemberg
Schienenweg: KrakauLemberg
Nächster int. Flughafen: Rzeszów-Jasionka
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde & Landgemeinde
Einwohner: 15.737
(30. Jun. 2014)[1]
Gemeindenummer (GUS): 1814011
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Janusz Magoń
Adresse: ul. Jagiellońska 10
37-200 Przeworsk
Webpräsenz: www.przeworsk.um.gov.pl



Przeworsk ist eine polnische Stadt in der Wojewodschaft Karpatenvorland und Sitz des gleichnamigen Kreises. Sie liegt am nordwestlichen Rand des Rzeszówer Hügellands am Fluss Mleczka und hat etwa 15.700 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge der Besiedlung reichen zurück bis ins Neolithikum. Für die Zeit um 1000 ist auf dem heutigen Stadtgebiet eine Burg nachgewiesen. Erstmals erwähnt wird der Ort im Jahre 1280 im Zusammenhang mit der Schlacht von Koprzywnica, in der Leszek der Schwarze den ruthenischen Fürsten Lew bezwang und daraufhin unter anderem die Siedlung Pereworesk oder Przeworsko besetzte. Nachdem König Kasimir der Große Rotreußen besetzt hatte, wuchs die Bedeutung von Przeworsk als Handelszentrum auf dem Weg von Ost nach West. Der Ort erhielt 1393 durch König Władysław II. Jagiełło das Stadtrecht verliehen. Seit dem 15. Jahrhundert war Przeworsk Kreisstadt. Es entwickelte sich Handwerk, wobei vor allem die Weberei eine wichtige Rolle spielte. Die Stadt war nacheinander im Privatbesitz führender polnischer Adelsgeschlechter, der Tarnowskis, Ostrogskis und Lubomirskis. Mit der Ersten Teilung Polens fiel Przeworsk 1772 an Österreich. 1862 wurde es zur „Königlichen Freien Stadt“ erklärt. Der zeitweilige wirtschaftliche Niedergang durch die Unterbrechung der alten Handelsverbindungen wurde erst durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahre 1859 von Krakau her beendet, zwei Jahre später wurde die Verbindung in die galizische Hauptstadt Lemberg hergestellt. 1892 siedelte sich eine große Zuckerraffinerie in der Stadt an, die sich nun bis zum Ersten Weltkrieg gut entwickelte und sogar zum Sitz einer Starostei wurde. Ab 1918 gehörte Przeworsk zum wieder entstandenen polnischen Staat und stellte darin ein nicht unwichtiges Zentrum der Bauernbewegung dar, in dem u.a. massive Streiks gegen die Politik Józef Piłsudskis ausbrachen. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs marschierte die Rote Armee in die Stadt ein, in der von September bis November 1939 ein Durchgangslager für polnische Kriegsgefangene mit über 5.000 Personen bestand. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 rückte die Wehrmacht in die Stadt ein. Die jüdische Bevölkerung wurde zwischen Juli und Oktober 1942 in einem Ghetto eingesperrt, bevor sie ins Vernichtungslager Belzec deportiert und dort größtenteils umgebracht wurde. In der Gegend operierten in jener Zeit sowjetische und polnische Partisaneneinheiten. Nach 1945 wurde Przeworsk wieder Kreisstadt.

Gemeinde[Bearbeiten]

Stadtgemeinde[Bearbeiten]

Die Stadt Przeworsk bildet eine eigenständige Stadtgemeinde (gmina miejska).

Landgemeinde[Bearbeiten]

Die Landgemeinde (gmina wiejska) Przeworsk besteht aus folgenden Ortschaften:

Chałupki-Szewnia
Gorliczyna
Grzęska
Gwizdaj
Łazy
Mirocin
Nowosielce
Rozbórz
Studzian
Świętoniowa
Ujezna
Urzejowice
Wojciechówka

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Spätgotische Heilig-Geist-Kirche mit Heilig-Grab-Kapelle und Kloster des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem
  • St.-Barbara-Kirche mit dem Kloster der Bernhardiner
  • Klassizistischer Lubomirski-Palast von 1823 (heute Museum)
  • Maria-Schnee-Kirche
  • Reste der Stadtbefestigung
  • „Pastewnik“-Freilichtmuseum

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Eine Ausgrabung in der Nähe der Stadt gab den Namen für die so genannte Przeworsk-Kultur, die etwa vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. reichte, vermutlich von germanischen Stämmen (Vandalen) getragen wurde und sich durch eine besondere Form der Keramik auszeichnete.

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Przeworsk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 2. Dezember 2014.