Łańcut

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Łańcut
Wappen von Łańcut
Łańcut (Polen)
Łańcut
Łańcut
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Karpatenvorland
Powiat: Łańcut
Fläche: 19,43 km²
Geographische Lage: 50° 4′ N, 22° 14′ OKoordinaten: 50° 4′ 0″ N, 22° 14′ 0″ O
Höhe: 235 m n.p.m.
Einwohner: 17.909
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 37-100
Telefonvorwahl: (+48) 17
Kfz-Kennzeichen: RLA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: E 40 RzeszówPrzeworsk
Nächster int. Flughafen: Rzeszów-Jasionka
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 17.909
(30. Jun. 2015)[1]
Gemeindenummer (GUS): 1810011
Verwaltung (Stand: 2008)
Bürgermeister: Stanisław Gwizdak
Adresse: Plac Sobieskiego 18
37-100 Łańcut
Webpräsenz: www.lancut.pl



Łańcut (deutsch Landshut) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Karpatenvorland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtrecht nach Magdeburger Recht erhielt der Ort wahrscheinlich 1349. Die erste Urkunde, die über den Ort Łańcut berichtet, ist eine Bulle von Papst Gregor XI. vom 28. Januar 1378. 1502, 1523 und 1626 wurde die Stadt von den Tataren angegriffen. 1629 bis 1642 wurde das Schloss errichtet.[2] 1889 bis 1911 wurde es umfangreich restauriert und umgebaut.[2] 1820 wütete ein großer Brand und zerstörte große Teile Łańcuts.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1910 wurden etwa 5.500 Menschen in der Stadt gezählt.[3] 2007 lebten 18.105 Menschen in Łańcut.[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Łańcut (Muzeum – Zamek w Łańcucie) kann besichtigt werden. Es zeigt historische Wohnräume aus dem 17. Jahrhundert bis zu den 1920er Jahren. Weiterhin kann die größte Sammlung historischer Pferdekutschen Polens besichtigt werden

Außerdem gibt es ein Brennereimuseum.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1961 findet das Musikfestival Łańcut (Muzyczny Festiwal w Łańcucie) statt.[5]

1975 begründete Zenon Brzewski (1923–1993) die jährlich im Schloss von Łańcut stattfindenden Internationalen Musikkurse (Międzynarodowe Kursy Muzyczne im. Zenona Brzewskiego w Łańcucie).[6]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Sehenswürdigkeit des Ortes ist der Schlosskomplex, zu dem unter anderem das Museum, ein Landschaftspark, die Orangerie und die Synagoge aus dem 18. Jahrhundert gehören.

Sehenswert sind die Kirche, die 1628 errichtet wurde und der Markt mit Bauwerken aus dem 17. Jahrhundert. Außerdem gibt es drei alte Friedhöfe, den Stadtfriedhof von 1862, den jüdischen Friedhof aus dem 17. Jahrhundert und den Friedhof der Sowjetsoldaten aus dem Jahr 1944.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Łańcut bildet eine Stadtgemeinde. Zugleich besteht eine Landgemeinde gleichen Namens, zu der die folgenden neun Schulzenämter gehören:

  • Albigowa (deutsch: Hedwigshau)[7]
  • Cierpisz (deutsch: Zerpisch)[7]
  • Głuchów
  • Handzlówka (deutsch: Hanselshau)[7]
  • Kosina (deutsch: Kossein)[7]
  • Kraczkowa (deutsch: Neudorf)[7]
  • Rogóżno
  • Sonina (deutsch: Schönwald)[7]
  • Wysoka (deutsch: Hochwald)[7]

Insgesamt hat die Gemeinde eine Fläche von 106,65 km², auf der 20.321 Menschen wohnen (2007)[8].

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Rzeszów-Jasionka, der etwa 16 Kilometer nordwestlich liegt.

Durch die Stadt führt die Europastraße 40, zugleich Landesstraße 4. Diese führt im Westen durch das etwa 15 Kilometer entfernte Rzeszów. In östlicher Richtung führt die Straße durch Przeworsk, Jarosław und Radymno. In Nord-Süd-Richtung führt die Woiwodschaftsstraße 877 (droga wojewódzka 877). Diese führt in nördlicher Richtung nach etwa 25 Kilometern durch Lezajsk und im Süden nach 15 Kilometern nach Dylagowka.

Der Anschluss an das Schienennetz der Polskie Koleje Państwowe (PKP) bietet unter anderem eine Direktverbindung nach Krakau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Władysław Czajewski, langjähriger Direktor des Schlossmuseums
  • Andrzej Gołaś (* 1946), 1998 bis 2002 Stadtpräsident Krakaus
  • Bogusław Kaczyński, Organisator des Musikfestivals in Łańcut (Muzyczny Festiwal w Łańcucie)
  • Krystyna und Mirosław Ławrynowiczowie, Mitorganisatoren des internationalen Musikfestivals
  • Stanisław Maczek (1892–1994), polnischer General
  • Józef Michalik (* 1941), Erzbischof
  • Józef Piłsudski (1867–1935), polnischer Marschall und Politiker
  • Stanisław Potocki, Nachfahre der ehemaligen Schlossbesitzer
  • Edward Rydz-Śmigły (1886–1941), polnischer Marschall und Politiker
  • Tadeusz Szymański (1917–2002), Oberst der polnischen Armee
  • Ignacy Tokarczuk (1918–2012), Erzbischof

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Łańcut – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. a b Muzeum-Zamek w Łańcucie, „Geschichte des Schlosses“ abgerufen am 4. Februar 2008
  3. Website der Stadt „Łańcut - 650 lat historii“, abgerufen am 4. Februar 2008
  4. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007 (Memento vom 16. Februar 2008 im Internet Archive)
  5. Music Festival in Lancut culture.pl ( englisch, abgerufen am 6. Februar 2013)
  6. Zenon Brzewski International Music Courses in Lancut
  7. a b c d e f g Wojciech Blajer: Bemerkungen zum Stand der Forschungen uber die Enklawen der mittelalterlichen deutschen Besiedlung zwischen Wisłoka und San. [in:] Późne średniowiecze w Karpatach polskich. red. Prof. Jan Gancarski. Krosno, 2007, ISBN 978-83-60545-57-7
  8. Główny Urząd Statystyczny, Ludność: stan i struktura w przekroju terytorialnym, S. 77 (Memento vom 16. Februar 2008 im Internet Archive)