Purgier-Kreuzdorn

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Purgier-Kreuzdorn
Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), Illustration

Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), Illustration

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
Gattung: Kreuzdorn (Rhamnus)
Art: Purgier-Kreuzdorn
Wissenschaftlicher Name
Rhamnus cathartica
L.
Zweig mit einfachen Laubblättern und vierzähligen Blüten
Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)
Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica) in den USA
Im Winter ist die Art an ihren „schlampig“ gegenständig angeordneten, dunkelbraunen und nach innen gebogenen Knospen zu erkennen.
Rhamnus cathartica

Der Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica, Syn.: Rhamnus catharticus L.), Pflanzenart aus der Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae). Sie ist ein in Eurasien und Nordafrika heimisch und beispielsweise in Nordamerika eine invasive Pflanze.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Purgier-Kreuzdorn hat auch folgende weitere Trivialnamen: Purgierdorn, Purgierstrauch, Kreuzbeerstrauch, Kreuzdorn, Echter Kreuzdorn, Wegedorn oder Echter Wegedorn. Die Bezeichnung Kreuzdorn kommt von den zuweilen im Kreuz stehenden Zweigen bzw. Dornen, der Name Purgierdorn (purgieren: abführen) von den giftigen Früchte mit ihrer abführenden Wirkung.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Purgier-Kreuzdorn wächst als sparriger, sommergrüner Strauch und erreicht Wuchshöhen von 3 Metern oder als kleiner Baum bis zu 6 Meter, als solcher kann er auch ein Alter von rund 100 Jahren erreichen. Die Rinde des Kreuzdornes ist glatt und weist erst im Alter einige Risse auf. Er besitzt Dornen, die ihm seinen deutschen Namen verliehen haben. Die annähernd gegenständig angeordneten Laubblätter weisen eine Länge von 3 bis 7 Zentimeter auf.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die Blüten bilden sich in Büscheln. Der Purgier-Kreuzdorn ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch); in den einen Blüten finden sich jeweils Rudimente des anderen Geschlechts, wobei die männlichen Blüten noch verkümmerte Reste an Fruchtknoten und die weiblichen Blüten ihrerseits noch rudimentäre Staubblätter aufweisen. Die männlichen Blüten sind größer. Die Griffel sind verschieden lang (Heterostylie). Die unscheinbaren, grünen Blüten sind radiärsymmetrisch und vierzählig.

Die bei einem Durchmesser von 6 bis 8 Millimeter kugeligen, bei Reife schwarz-violetten Steinfrüchte enthalten drei bis vier dreikantige Steinkerne.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten sind unscheinbare, „Nektar führende Scheibenblumen“. Der Nektar wird offen von einem Diskus abgegeben. Die Bestäubung erfolgt besonders durch Fliegen und Hautflügler.

Es findet Verdauungsverbreitung durch Vögel statt. Fruchtreife erfolgt von September bis Oktober.

Vegetative Vermehrung erfolgt durch Wurzelsprosse.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Purgier-Kreuzdorn umfasst beinahe ganz Europa und erstreckt sich über Nordwestafrika bis nach Westasien.

Der Kreuzdorn ist kalkliebend, ansonsten aber pH-indifferent. Man findet ihn sowohl in Auwäldern, Hecken und Wegrändern als auch auf sowie an felsigen Hängen. In Deutschland ist er weit verbreitet – vom Norddeutschen Tiefland bis zu den Alpen in Höhenlagen von 1600 Metern.[1] Die bevorzugte Lage ist in der Strauchschicht in einer Höhe bis 800 Meter über dem Meeresspiegel. [2] Er ist in Mitteleuropa eine Berberidion-Verbandscharakterart.[1]

Schädlinge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Purgier-Kreuzdorn ist ein Zwischenwirt des orangefarbenen Hafer-Kronenrostes (Puccinia coronata), der ein bedeutender Schädling des Getreides und der Futtergräser darstellt. Ferner ist er Nahrungspflanze für die Raupen des Zitronenfalters (Gonepteryx rhamni) und für die des Großen Kreuzdornspanners (Philereme transversata).

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Früchte verwendet man getrocknet als Abführmittel; hingegen kann der Verzehr von unreifen Früchten – vor allem bei Kindern – zu Vergiftungserscheinungen führen. Der abführenden Wirkung hat der Strauch seinen botanischen Namen cathartica (altgriechisch: katarthikos für reinigend) zu verdanken.

Früher wurde aus den Früchten das „Saftgrün“ der Maler und aus den getrockneten, im Mörser zerkleinerten Beeren als wässriger Auszug ein gelber Farbstoff zum Beizen von Holz (15.–17. Jahrhundert) hergestellt.[3]

Giftigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Früchte sind stark giftig. Die Rinde ist ebenso giftig für den Menschen.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 652.
  2. Klaus Kugi: Heilpflanzen erkennen, sammeln und anwenden. Neuer Kaiser-Verl., Fränkisch-Crumbach 2012, ISBN 9783846800171.
  3. Sam Allen, übersetzt von Günther Heine: Oberflächenbehandlung von Holz: Klassische Techniken und Rezepte (Classic finishing techniques). Th. Schäfer, ISBN 3-87870-586-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Purgier-Kreuzdorn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien