Qualitätsplanung

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Die Qualitätsplanung ist die gedankliche Vorwegnahme der zukünftigen Beschaffenheit, die ein Produkt bzw. eine Dienstleistung benötigt. Damit ist sie ein wesentlicher Teil des Qualitätsmanagements.[1] Nach den Anforderungen der Automobilhersteller bzw. der International Automotive Task Force (IATF) im Rahmen der Norm ISO/TS 16949, der amerikanischen QS 9000 und auch gemäß Qualitätsmanagementnorm EN ISO 9000:2015 ist Qualitätsplanung als „Teil des Qualitätsmanagements, der auf das Festlegen der Qualitätsziele und der notwendigen Ausführungsprozesse sowie der zugehörigen Ressourcen zur Erfüllung der Qualitätsziele gerichtet ist“ definiert. Die Instrumente der Qualitätsplanung bestehen aus den entsprechenden Qualitätsmethoden. Eine erfolgreiche Qualitätsplanung setzt voraus, dass geklärt ist, welche Art von Leistungen ein Unternehmen anbieten möchte und welche Kunden mit diesen Leistungen angesprochen werden sollen.[1] Sie ist eng mit der Prüfplanung verbunden.

APQP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Advanced Product Quality Planning“ (APQP; Teil der amerikanischen QS 9000) ist ein kontinuierliches Projektmanagement für die Produkt- und Qualitätsplanung und für alle Phasen des Produktentstehungsprozesses geeignet.

Ziel ist die Fehlervermeidung mittels einer einheitlichen, produktbezogenen Dokumentationsstruktur/-hierarchie, die dem Anwender (Hersteller) die notwendige Transparenz über das Herstellgeschehen liefert. Dadurch soll die Produktionslenkung vereinfacht werden. Alle projekt- und produktrelevanten Informationen und Dokumente werden zentral geplant, überwacht und verwaltet.

FMEA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fehlermöglichkeits- und Einfluss-Analyse (FMEA) ist eine strukturierte, systematische Arbeitstechnik, um Fehlerrisiken bereits im Produktentstehungsprozess zu identifizieren.

Ziel ist durch die Planung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen Fehlerursachen und damit Fehler zu vermeiden beziehungsweise die Weiterleitung fehlerhafter Teile zu verhindern, wenn die Ursachenbeseitigung deutlich unwirtschaftlicher ist.

Produktionslenkungsplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders in der Automobil- und Automobilzuliefer-Industrie besteht die Anforderung einer lückenlosen Dokumentation aller qualitätssichernden Maßnahmen während der gesamten Wertschöpfungskette. Der Produktionslenkungsplan (englisch control plan, von „to control“ = „steuern“) enthält hierzu alle Maßnahmen, die notwendig sind, um den Qualitätsprozess im Sinne der geforderten Qualität und einzuhaltenden Kosten optimal zu lenken. Im Speziellen sind dies für alle im Sinne der Qualität interessanten Produktmerkmale die jeweils anzuwendenden Prüfverfahren, einzusetzenden Prüfwerkzeuge, die Prüfhäufigkeit, die einzuhaltenden Toleranzen sowie einzuleitende Gegenmaßnahmen im Falle einer (maßlichen) Abweichung. Dadurch erfüllt der Produktionslenkungsplan nicht nur den Zweck einer vollständigen und nachvollziehbaren Dokumentation der Qualitätssteuerung, sondern darüber hinaus eine erhebliche Steuerungsfunktion: Durch eine Änderung des Produktionslenkungsplan wird unmittelbar auf die Qualität und den Preis des Endproduktes Einfluss genommen. Vergleichbar ist dies mit einem Lenkrad: Eine Drehung in die eine Richtung vergünstigt den Preis des produzierten Gutes (beispielsweise durch weniger und einfachere Prüfungen), eine Drehung in die Gegenrichtung verbessert hingegen dessen Qualität und reduziert somit langfristig die durch spätere Reklamationen entstehenden Kosten, welche sich ebenfalls auf den Verkaufspreis auswirken.

Prüfplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prüfplan: Auf der Grundlage des erstellten Prozesslenkungsplans werden die Prüfabläufe für die Sicherstellung der Qualität von Zulieferungen und für die Überwachung der Produktion geplant.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Geiger, W. Kotte: Handbuch Qualität. 5. Auflage. Vieweg, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8348-0273-6.
  • Michael Hölzer, Michael Schramm: Qualitätsmanagement mit SAP. 4. Auflage. Galileo Press, Bonn 2009, ISBN 978-3-8362-1216-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b G.M. Benes, P.E. Groh: Grundlagen des Qualitätsmanagements. München 2011, S. 7.