Raimondo Orsini del Balzo

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Das Wappen Orsini del Balzo

Raimondo Orsini del Balzo († 17. Januar 1406), (auch Raimondello oder Ramondello), war ein wichtiger Adliger des Königreiches Neapel. Er war Graf von Soleto (1382), Herzog von Benevent (1385–1401), 14. Fürst von Tarent (1393–1406)[1], Graf von Lecce (1401-06), Herzog von Bari, Konstabler des Königreiches Neapel und ab 1389 Gonfaloniere der Heiligen Römischen Kirche.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basilika Santa Caterina in Galatina

Raimondello war der zweite Sohn von Nicola Orsini di Nola (1331–1399), 3. Graf von Soleto, 4. Graf von Nola, großer Scharfrichter und Gerichtsschreiber des Königreichs Neapel und Maria del Balzo[2], Tochter von Francesco I del Balzo, 1. Herzog von Andria und Margarete von Anjou.[3]

Raimondellos Großvater war Roberto Orsini di Nola (1295–1345), 2. Graf von Nola, großer Scharfrichter von Neapel und seine Großmutter war die Erbin Sveva del Balzo (Anfang des 14. Jahrhunderts geboren), Gräfin von Soleto, Erbin von des Baux, (später wurde die Familie mit dem Namen del Balzo Orsini bekannt). Sein Bruder Roberto war der 5. Graf von Nola († 1400) und hinterließ nur uneheliche Erben. Eine seiner Schwestern, Sveva, heiratete Francesco del Balzo, Herzog von Andria.

1384 heiratete Raimondello Maria von Enghien (* 1367 - † 9. Mai 1446), Gräfin von Lecce, Tochter und (nach ihrem Bruder) Erbin des Grafen Johann von Enghien, Lord von Nivelles, Presle, Omophita und Diskoria und seiner Frau Bianca del Balzo der Grafen von Andria.

Raimondello wurde der reichste italienische feudale Herr seiner Zeit. Das Fürstentum Tarent schloss die Hälfte des Königreiches Neapel ein, und der Fürst herrschte fast unabhängig vom König. Aus diesem Grund, gab es einen Kampf zwischen Raimondello und König Ladislaus von Neapel, der wahrscheinlich über das Fürstentum herrschte, indem er nach Raimondellos Tod Maria heiratete.

Raimondello ordnete Ende des 14. Jahrhunderts den Bau der Basilika Santa Caterina d'Alessandria in Galatina an, ein Meisterwerk franziskanischer Kunst. Er und sein Sohn und Erbe Giovanni Antonio fanden in der Kirche ihre Runhestätte. Im Presbyterium befindet sich das gotische Grab von Raimondello und hinter dem Hauptaltar in der achteckigen Kapelle aus dem 15. Jahrhundert das Mausoleum von Giovanni Antonio.[4]

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Kinder mit Maria:

  • Maria del Balzo Orsini († nach 1410), verheiratet mit Antonio Acquaviva, zweiter Herzog von Atri usw., anscheinend kinderlos
  • Katharina del Balzo Orsini, auch als Katharina von Tarent bekannt, verheiratet mit Bartholomeo (alias Tristan) von Chiaromonte (de Clermont); Ritter der französischen Familie Clermont-Lodeve. Tristan wurde durch die Mitgift seiner Frau Graf von Copertino. (Katharina del Balzo Orsini, die in der gleichen Zeit lebte und mit Giulio Antonio von Aragona und von Acquaviva, Herzog von Atri, verheiratet war und als Mitgift Casamassima und Conversano in die Ehe mitbrachte, war anscheinend nicht dieselbe Katharina, sondern eine Verwandte, vielleicht die Tochter von Giovanni Antonio oder von Gebriel, Herzog von Venosa.)
  • Giovanni Antonio Orsini del Balzo (* 1386-† 1463), Fürst von Tarent, Herzog von Bari, Graf von Lecce, Acerra, Soleto, Conversano, kinderlos
  • Gabriele del Balzo Orsini († 1453), (möglicherweise natürlicher Sohn ihres Mannes), Graf von Ugento usw., Graf von Venosa; verheiratet mit Giovanna Caracciolo del Sole aus dem Haus Melfi.

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papst Urban VI. schenkte Raimondo Orsini del Balzo im Petersdom in Rom die Goldene Rose und machte ihn zum Gonfaloniere der Heiligen Römischen Kirche, weil er ihn in Nocera von den Heiden befreit hatte.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Domenico Ludovico De Vincentiis: Storia di Taranto, Collana di storia ed arte tarantina. Mandese, Taranto 1983, S. 172 (italienisch).
  2. Domenico Ludovico De Vincentiis, S. 154
  3. Domenico Ludovico De Vincentiis, S. 152
  4. Guida rapida d'Italia: Campania, Puglia, Basilicata, Calabria, Sicilia. Touring Club Italiano, Mailand 2002, ISBN 88-365-2389-7, S. 154 (italienisch).
  5. Moroni Romano (Gaetano): Dizionario di erudizione storico-ecclesiastica da san Pietro sino ai nostri giorni, Volume LIX. Emiliana, Venedig 1852, S. 125 (italienisch).
Vorgänger Amt Nachfolger
Otto von Tarent Fürst von Tarent
1399–1406
Ladislaus von Neapel