Nola (Kampanien)

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Nola
Kein Wappen vorhanden.
Nola (Italien)
Nola
Staat Italien
Region Kampanien
Metropolitanstadt Neapel (NA)
Lokale Bezeichnung Nola
Koordinaten 40° 56′ N, 14° 32′ OKoordinaten: 40° 55′ 34″ N, 14° 31′ 39″ O
Fläche 39 km²
Einwohner 34.432 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 883 Einw./km²
Stadtviertel Piazzolla, Polvica
Angrenzende Gemeinden Acerra, Camposano, Casamarciano, Cicciano, Cimitile, Liveri, Marigliano, Ottaviano, Palma Campania, Roccarainola, San Felice a Cancello (CE), San Gennaro Vesuviano, San Paolo Bel Sito, San Vitaliano, Saviano, Scisciano, Somma Vesuviana, Visciano
Postleitzahl 80035 (capoluogo e Polvica), 80037 (Piazzolla)
Vorwahl 081
ISTAT-Nummer 063050
Volksbezeichnung Nolani
Schutzpatron San Felice
Website Nola
Der Dom von Nola
Der Dom von Nola

Nola ist eine süditalienische Stadt mit 34.432 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016).

Lage und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nola liegt 35 km nordöstlich von Neapel am Fuße des Vesuvs. Die Stadt hat Anschluss an die Bahnlinie Salerno–Caserta. Nola liegt am Kreuz der A16 und der A30, an der A30 gibt es eine Ausfahrt Nola.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Stelle des heutigen Nola lag in der Bronzezeit ein Dorf, das bei der sogenannten Avellino-Eruption des Vulkans Vesuv zwischen 1935 und 1880 v. Chr. verschüttet wurde. Die unter der Vulkanasche hervorragend erhaltenen Überreste wurden ab 2001 gefunden und untersucht.[2]

Angeblich gründeten griechische Kolonisten aus Chalkis das antike Nola ebenso wie das benachbarte Abella.[3] Gegen Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. war es laut Hekataios, dem ältesten bekannten Autor, der die Stadt erwähnt, von Ausonern bewohnt.[4] Ab etwa 471 v. Chr. stand es laut Cato unter der Herrschaft der Etrusker[5] und fiel Ende des 5. Jahrhunderts an die Samniten, die es Novla nannten.[6]

Münze aus Nola (ΝΩΛΑΙΩΝ)

Nola hatte während der samnitischen Periode zwar – im Gegensatz zu Neapel – keine größere griechische Einwohnerschaft, war aber laut Dionysios von Halikarnassos den Griechen und ihren Institutionen dennoch sehr zugetan.[7] Die Stadt pflegte gute Beziehungen zu Neapel und prägte nicht nur Münzen, die der neapolitanischen Währung im Typus und Gewicht ähnelten, sondern sandte auch 327 v. Chr. kurz vor Ausbruch des Zweiten Samnitenkriegs 2000 Mann Hilfstruppen, um Neapel in dessen Kampf gegen Rom zu unterstützen.[8] 313 v. Chr. wurde es von den Römern nach kurzem Widerstand erobert.[9]

Während des zweiten Punischen Krieges neigte die Plebs von Nola 216 v. Chr. zum Abfall von den Römern und Anschluss an Hannibal, nachdem dieser Capua unter seine Kontrolle gebracht hatte. Der Senat und die Adligen der Stadt hielten aber Rom die Treue und sandten Boten zum Prätor Marcus Claudius Marcellus, dem es gelang, das vom Feind besetzte Gebiet zu umgehen und mit einer beträchtlichen Streitmacht nach Nola zu gelangen. Gemäß der sehr unzuverlässigen, vor allem bei Titus Livius und Plutarch vorliegenden römischen Geschichtstradition soll dann Marcellus noch im gleichen Jahr einen glücklichen Ausfall gemacht und dadurch Hannibal zum Aufgeben seiner Absichten auf Nola gezwungen haben.[10] In den beiden folgenden Jahren 215 und 214 v. Chr. errang der römische Feldherr angeblich bei Nola zwei weitere Siege über Hannibal.[11] Der glaubwürdigere Polybios berichtet hingegen, dass Hannibal, solange er sich in Italien aufhielt, keinerlei Niederlagen erlitt.[12] So dürfte es Marcellus 216 v. Chr. durch die rechtzeitige Besetzung Nolas nur gelungen sein, die Stadt dem Zugriff Hannibals zu entziehen und in der Folgezeit zu behaupten. Dieser bescheidene römische Erfolg richtete aber die moralische Widerstandskraft der Römer nach deren zahlreichen Niederlagen in der Anfangsphase des Zweiten Punischen Kriegs wieder auf und wurde daher später immer wieder für Hannibals erste Niederlage ausgegeben.[13]

Beim Ausbruch des Bundesgenossenkriegs 90 v. Chr. erhielt Nola als wegen seiner Nähe zur samnitischen Grenze wichtiger Platz eine römische Besatzung von 2000 Mann, die unter dem Kommando des Prätors Lucius Postumius stand. Die Stadt wurde allerdings an den Samnitenführer Gaius Papius Mutilus verraten und war seitdem eine wichtige Festung der Samniten in Kampanien.[14] 89 v. Chr. gewährte Nola den von Sulla geschlagenen Resten der Armee des Italikerführers Lucius Cluentius Zuflucht.[15] Auch nachdem die meisten Bundesgenossen mit Rom Frieden geschlossen hatten, leistete Nola weiterhin Widerstand. Eine römische Armee belagerte die Stadt noch, als der erste Bürgerkrieg zwischen Gaius Marius und Sulla ausbrach.[16] Die Nola verteidigenden Samniten schlossen sich der Partei von Marius und Cinna an. Erst nach dem endgültigen Triumph Sullas und der vollkommenen Zerstörung der samnitischen Macht konnte der Diktator Nola 80 v. Chr. erobern.[17] Die Stadt wurde wohl streng bestraft; ihr fruchtbares Gebiet teilte Sulla unter seine siegreichen Soldaten auf. 73 v. Chr. wurde sie von den Männern des Spartacus geplündert.[18]

Eine zweite Kolonie erhielt Nola durch den ersten römischen Kaiser Augustus. Dieser starb hier am 19. August 14 n. Chr. auf einem Familiengut nach seiner Rückkehr von Benevent, wohin er Tiberius begleitet hatte.[19] Das Sterbehaus wandelte Tiberius zu seinem Gedenken in einen Tempel um.[20] Die Kaiser Vespasian und Nerva siedelten ebenfalls Veteranen in Nola an.

Im frühen 5. Jahrhundert wirkte der Priester und spätere Bischof Paulinus von Nola in der Stadt, die seit dem 2. Jahrhundert Bischofssitz ist (siehe auch: Liste der Bischöfe von Nola). 410 n. Chr. wurde Nola von den Goten unter Alarich verwüstet.[21] Sie blieb aber anscheinend noch reich, bis sie der Vandalenkönig Geiserich 455 vollkommen zerstören und ihre Bewohner in die Gefangenschaft verkaufen ließ.

Am 7. Juli 1460 siegte Johann von Anjou, Herzog von Kalabrien, bei Nola über Ferdinand von Aragonien. 1548 kam der Philosoph Giordano Bruno in Nola zur Welt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt lebt im Wesentlichen von der Nahrungsmittelindustrie, von Dienstleistungen und Handel. Von besonderer Bedeutung ist das Industriegebiet CIS-Interporto-Vulcano Buono und das Alstom-Ausbesserungswerk. Nola ist einer der in und um Neapel gelegenen Standorte der italienischen Flugzeugbauindustrie. Leonardo baut in Nola und Pomigliano d’Arco Flugzeugkomponenten.[22] Von Bedeutung sind in diesem Zusammenhang auch die Flugplätze Neapel-Capodichino und Capua.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. archemail: Chronologie der Ausgrabungen (italienisch)
  3. Iustinus, Epitoma historiarum Philippicarum Pompei Trogi 20, 1, 13; Silius Italicus, Punica 12, 161.
  4. Hekataios, FGrH 1, F 61 bei Stephanos von Byzanz, Ethnika, s. Nola.
  5. Cato, Fragment aus Origines, Buch 3 bei Velleius Paterculus, Historia Romana 1, 7, 3.
  6. Lawrence Richardson Jr.Nola. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton NJ 1976, ISBN 0-691-03542-3.
  7. Dionysios von Halikarnassos, Antiquitates Romanae 15, 5.
  8. Titus Livius, Ab urbe condita 8, 23, 1; Dionysios von Halikarnassos, Antiquitates Romanae 15, 5.
  9. Livius, Ab urbe condita 9, 28, 3-6; Diodor, Bibliothḗkē historikḗ 19, 101.
  10. Livius, Ab urbe condita 23, 14-17; Plutarch, Marcellus 10 f.
  11. Livius, Ab urbe condita 23, 42-46 und 24, 17; Plutarch, Marcellus 12.
  12. Polybios, Historíai 15, 11, 7 und 15, 16, 5.
  13. Friedrich Münzer: Claudius 220. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band III,2, Stuttgart 1899, Sp. 2741.
  14. Livius, Ab urbe condita, Periocha zu Buch 73; Appian, Bürgerkriege 1, 42.
  15. Appian, Bürgerkriege 1, 50.
  16. Velleius Paterculus, Historia Romana 2, 17 f.
  17. Livius, Ab urbe condita, Periocha zu Buch 89.
  18. Florus, Epitoma de Tito Livio 2, 8, 5.
  19. Sueton, Augustus 98, 5 und 100, 2; Sueton, Tiberius 40; Velleius Paterculus, Historia Romana 2, 123, 2; Tacitus, Annalen 1, 5; Cassius Dio, Römische Geschichte 56, 29, 2.
  20. Cassius Dio, Römische Geschichte 56, 46, 3.
  21. Augustinus, De civitate Dei 1, 10.
  22. Lo stabilimento Alenia Aermacchi di Nola si rinnova. analisidifesa.it, 23. Jnuli 2013