Rainer Tetzlaff

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Rainer Tetzlaff (* 5. Oktober 1940 in Bad Salzbrunn) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Afrikawissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Tetzlaff studierte Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und Erziehungswissenschaften an den Universitäten Bonn und Berlin. Nach dem Abschluss des Studiums 1968 mit einer Dissertation in Geschichte über die deutsche Kolonialgeschichte am Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin arbeitete er von 1968 bis 1974 an der Arbeitsstelle Politik Afrikas des Otto-Suhr-Instituts, erst als Assistent, dann als Assistenzprofessor. Im April 1974 wechselte Tetzlaff nach Hamburg, wo er am Institut für Politische Wissenschaft eine Dozentur für internationale Politik übernahm.[1] Mit einer politikwissenschaftlichen Studie über die Weltbank und ihren Einfluss in Entwicklungsländern wurde er 1979 habilitiert. Es folgten Forschungsreisen in afrikanische Länder sowie in die USA, zur UNO, zum IWF und zur Weltbank. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Volkswagen-Stiftung bewilligten Tetzlaff zahlreiche Drittmittel-Projekte, die die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der Dritte-Welt-Forschung sowie der vergleichenden Demokratie-Forschung ermöglichten.[2]

Ein weiterer Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeiten waren Themen der Friedens- und Konfliktforschung im Bereich der internationalen Nord-Süd-Beziehungen. Er fungierte als Mitglied des Kuratoriums der FEST (Forschungsstelle der Evangelischen Studierendengemeinschaft) in Heidelberg, als Mitglied des Kuratoriums des Instituts für Friedens- und Sicherheitspolitik Hamburg (IFSH) und als Mitglied des Vorstands und des Kuratoriums des Instituts für Afrikakunde (IAK) Hamburg, des heutigen GIGA (German Institute of Global and Area Studies). Seit 2016 ist er Mitglied der Jury für die Vergabe des Christiane-von-Rajewski-Preises der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK).[3] Unterbrochen von einer Lehrstuhlvertretung an der Universität Konstanz (Lehrstuhl Ziebura) 1979 und durch Forschungsaufenthalte in Sambia, Südafrika, Ghana und Äthiopien unterrichtete er bis zu seiner Emeritierung an der Universität Hamburg. Danach übernahm er 2006 die Otto-von-Freising-Gastprofessur an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und lehrte von 2008 bis 2016 an der Jacobs University Bremen als Wisdom Professor of African and Development Studies. Seit 2000 ist er Lehrbeauftragter des Europa-Kollegs der Universität Hamburg für das Thema Geschichte der Europäischen Gemeinschaft/Union. Seit 2016 wirkt er als Senior Research Fellow der Akademie der Welt-Religionen Hamburg.[4]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Afrika. Eine Einführung in Geschichte, Politik und Gesellschaft. Lehrbuch. Grundwissen Politik. Wiesbaden 2018. Springer VS. ISBN 978-3-658-20253-8 bzw. ISBN 978-3-658-20253-8 (eBook); doi:10.1007/978-3-658-20253-8
  • Der Islam, die Rolle Europas und die Flüchtlingsfrage. Islamische Gesellschaften und der Aufstieg Europas in Geschichte und Gegenwart. In: WIFIS  aktuell. Wissenschaftliches Forum für Internationale Sicherheit e. V. Verlag Barbara Budrich Opladen, Berlin, Toronto 2016. ISSN 1867-3015; ISBN 978-3-8474-0509-2
  • Afrika in der Globalisierungsfalle. Otto-von-Freising-Vorlesungen der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. VS Verlag für Sozialwissenschaften Wiesbaden 2008. ISBN 978-3-531-16030-6
  • Weltbank und Währungsfonds – Gestalter der Breton-Woods-Ära. Kooperations- und Integrations-Regime in einer sich dynamisch entwickelnden Weltgesellschaft. Leske und Budrich, Opladen  1996. ISBN 3-8100-1481-8

Reader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das nachkoloniale Afrika. Politik – Wirtschaft – Gesellschaft. Lehrbuch. Grundwissen Politik (herausgegeben zusammen mit Cord Jakobeit). Wiesbaden 2005. VS Verlag für Sozialwissenschaften. ISBN 3-8100-4095-9
  • Blockierte Demokratien in der Dritten Welt (herausgegeben zusammen mit Gunter Schubert). Leske und Budrich Verlag. Opladen 1998. ISBN 3-8100-2011-7
  • Weltkulturen unter Globalisierungsdruck. Erfahrungen und Antworten aus den Kontinenten. Herausgegeben für die Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF). Texte Band 9. Dietz-Verlag Bonn 2000.
  • Das nachkoloniale Afrika. Politik – Wirtschaft – Gesellschaft. Lehrbuch. Grundwissen Politik (zusammen mit Cord Jakobeit). Wiesbaden 2005. VS Verlag für Sozialwissenschaften. ISBN 3-8100-4095-9

Herausgeber (zusammen mit Cord Jakobeit) der Wissenschaftlichen Reihe Demokratie und Entwicklung im Lit-Verlag, Münster und Berlin

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prof. Dr. Rainer Tetzlaff : Personen : Universität Hamburg. Abgerufen am 17. August 2018.
  2. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 17. August 2018.
  3. Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK): Christiane Rajewsky-Preis. 27. März 2017, abgerufen am 17. August 2018 (englisch).
  4. Senior Research Fellows, Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg; Zugriff am 17. Oktober 2020