Rehoboth

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rehoboth (Begriffsklärung) aufgeführt.
Coat of arms of Namibia.svg
Details
Wappen Rehoboth.png
Details
Stadt
Rehoboth
ǃAnis (khi)

Motto Pro Bono Omnium
(zum Wohle aller)
Basisdaten
Einwohnerzahl
Fläche
Einwohnerdichte
28.800 (Zensus 2010)[1]
639 km²[1]
44,4 Einwohner/km²[1]
Staat
Region
Wahlkreis
Namibia
Hardap
Rehoboth Stadt (West)
Rehoboth Stadt (Ost)
Gründungsdatum 1871
Kfz-Kennzeichen
Telefonvorwahl
R
62
Website
Karte Rehoboth in Namibia
Rehoboth aus der Vogelperspektive (2017)

Rehoboth ist eine Stadt und regionales Zentrum in der Region Hardap in Namibia. Die Stadt liegt circa 85 Kilometer südlich der namibischen Hauptstadt Windhoek und direkt an der B1. Rehoboth wurde 1871 gegründet und nach der biblischen Stadt Rechowot (in Israel) benannt. Rehoboth hat heute 28.800 Einwohner.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briefmarke der Reichspost für Deutsch-Südwestafrika mit Poststempel Rehoboth 1901

Rehoboth wurde 1871 als Stammessitz der aus der Kapprovinz eingewanderten sogenannten Rehobother Baster (Nachkommen aus Mischehen zwischen Nama(-frauen) und burischen Einwanderern aus der Kapregion (Südafrika)) unter ihrem Kaptein Hermanus van Wyk gegründet und sollte als Puffer zwischen den in ständiger Fehde liegenden Nama von Hoachanas und Herero von Okahandja dienen. Die hier siedelnden Baster nannten sich fortan Rehoboth Baster (wobei die Bezeichnung „Baster“ durchaus als Ehrentitel verstanden wird). Aufgrund ihrer exponierten Lage zwischen diesen beiden „Supermächten“ im damaligen Südwest-Afrika war Rehoboth wiederholt Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen, Plünderungen und Zerstörungen, insbesondere nachdem sich hier auch der Nama-Stamm der Swartbooi angesiedelt hatte.

Rehoboth, Blick auf die deutsche Station, um 1910

Nach der Inbesitznahme von Südwest-Afrika durch Deutschland und Begründung der Kolonie Deutsch-Südwestafrika schlossen die Rehobother Baster als einer der ersten Stämme Schutz- und Beistandsverträge mit der deutschen Schutzmacht ab (1885) und unterstützten diese aktiv bei der angestrebten Befriedung des unruhigen Landes durch Gestellung von Baster-Verbänden. Auch zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde in Rehoboth eine Freiwilligenkompanie der Baster unter deutscher Führung aufgestellt, jedoch mit der ausdrücklichen Beschränkung, nicht gegen Weiße eingesetzt werden zu dürfen. Im Gegenzug für ihre loyale Haltung erhielten die Rehoboth Baster von der deutschen Kolonialverwaltung beschränkte Autonomierechte zugestanden. Nachdem sich die Baster kurz vor Kriegsende 1915 gegen die deutsche Bevormundung erhoben hatten, wurden ihnen zunächst auch von der südafrikanischen Mandatsverwaltung diese Autonomierechte weiter zugestanden, aber 1925 wieder aberkannt. Die Baster erhoben sich zwar gegen diese Maßnahme, lenkten jedoch ein, als die Südafrikaner mit der Bombardierung von Rehoboth drohten.

Rehoboth und die Kapteine der Rehobother Baster verloren im Zuge der Unabhängigkeit ihre Sonderrechte. Das Rehoboth-Gebiet wurde auf drei verschiedene Verwaltungs-Wahlkreise aufgeteilt, und dies, obwohl zunächst der Völkerbund und später auch die Uno zunächst die quasi eigenstaatlichen Rechte Rehoboths anerkannte. Vor der namibischen Unabhängigkeit erwogen die Baster sich der Südafrikanischen Union anzuschließen, um ihre Eigenständigkeit zu wahren. Im Zuge der politischen Umbrüche in Südafrika konnte dieses Vorhaben jedoch nicht weiter verfolgt werden.

Rehoboth wurde aus Kostengründen nicht direkt mit der Bahn erschlossen. Die Bahnstrecke Windhoek–Keetmanshoop wurde rund 12 Kilometer an der Stadt vorbeigeführt. Der Staat baute nach Protesten der Stadtführung eine Tramway-Linie in 60-cm-Schmalspur vom Bahnhof bis zur Ortsmitte. Die Anschlussbahn wurde von einem Herrn Brauer gemietet und betrieben. Der Bahnbetrieb wurde am 15. Januar 1913 aufgenommen und in den frühen 1950er Jahren aufgegeben.

Kommunalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 2015 wurde folgendes amtliche Endergebnis ermittelt.[2]

Partei Stimmen Stimmenanteil Sitze
SWAPO 4519 53,8 % 4
UPM 3101 36,9 % 3
DTA 0482 05,7 % 0
RDP 0179 02,1 % 0
UDF 0099 01,2 % 0
Insgesamt 8390 100 % 7

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oanob-Stausee und Erholungsgebiet[3], westlich von Rehoboth

Rehoboth besitzt auf Grund seiner zentralen Lage gute Verkehrsanbindungen und eine relativ gesunde und gut durchmischte Wirtschaftsstruktur. Neben der heute durch die TransNamib betriebenen Bahnstrecke verläuft durch Rehoboth die Nationalstraße Nationalstraße B1 und hier treffen sich außerdem die Hauptstraße C24 und Hauptstraße C25 aus dem Namib-Naukluft-Nationalpark und der Omaheke.

Es gibt sieben Grundschulen, zwei Oberschulen und eine Technische Berufshochschule, sowie ein Krankenhaus und die Handelskammer Rehoboth. Wegen seiner reichen Geschichte bestehen in Rehoboth 72 Kirchen, eine für die Größe der Stadt relativ hohe Zahl. Rehoboth ist auch stolz auf sein Mineralbad, das viele Besucher aus Nah und Fern zur Kur animiert. Die Geschichte der Stadt wird im Rehoboth Museum reichhaltig belegt.

Westlich, nahe der Stadt, liegt der Oanob-Damm, der die Einwohner Rehoboths mit Wasser versorgt.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Groendraai Primary School
  • Herman Schoer Primary School
  • J.T.L. Beukes Primary School
  • J.W. Mouton Primary School
  • Mauheus Hansen Primary School
  • Origo Primary School
  • Petrus Vries Primary School
  • Ruimte Primary School
  • Schlim Primary School
  • St. Joseph’s Primary School[4] (RKK Namibia)
  • St. Mary’s Primary School
  • Tsumis Farm Primary School
  • Vooruitsig Primary School
  • Witkop Primary School
  • Witkrans Primary School

Oberschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dr. Lemmer High School
  • M&K Gertze High School
  • Pionier Junior Secondary School
  • Rehoboth High School
  • Rehoboth Junior Secondary School

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DeutschlandDeutschland Dessau-Roßlau, seit 1. Januar 2012[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rehoboth, Namibia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Namibia 2011 Population and Housing Census Preliminery Results. Namibia Statistics Agency, April 2012 abgerufen am 9. Mai 2012
  2. Offizielles Wahlergebnis der Regional- und Kommunalwahlen 2015, ECN, 4. Dezember 2015 (PDF; 150 kB)
  3. http://www.oanob.com.na/
  4. http://www.rcchurch.na/keetmanshoop/schools/rehoboth-ps.htm
  5. Neue Städtepartnerschaft in Aussicht. Allgemeine Zeitung, 24. Oktober 2011

Koordinaten: 23° 19′ S, 17° 5′ O