Rheinbahnhof Biebrich

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Rheinbahnhof Biebrich (vor 1902)

Der Rheinbahnhof Biebrich war ein Kopfbahnhof in Biebrich (heute: Wiesbaden-Biebrich), in dem die Bahnstrecke Curve–Biebrich der Taunus-Eisenbahn, die den dortigen Rheinhafen bediente, endete.

Bezeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof ist nicht mit dem heutigen Bahnhof Wiesbaden-Biebrich an der rechten Rheinstrecke zu verwechseln.

Ursprünglich trug der Bahnhof die Bezeichnung Biebrich, später: Rheinbahnhof, was wiederum nicht mit dem Rheinbahnhof Wiesbaden, dem ehemaligen Endbahnhof der rechten Rheinstrecke in Wiesbaden zu verwechseln ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. August 1840 eröffnete die 1,5 Kilometer lange Bahnstrecke Curve–Biebrich.[1] Sie führte von Biebrich Curve (heute: Wiesbaden Ost) ohne weitere Zwischenstation zum Bahnhof Biebrich. Der Bahnhof Biebrich hatte vor allem in der Anfangszeit der Bahn Bedeutung im Güterverkehr. Er lag unmittelbar hinter der nassauischen Grenze. Der benachbarte Hafen von Kastel, der ebenfalls von der Taunus-Eisenbahn bedient wurde, lag im Ausland, im Großherzogtum Hessen. Die wirtschaftlichen Folgen des neuen, im Nassauischen gelegenen Bahnhofs, waren 1841 Auslöser des so genannten Nebeljungenstreichs. Der Bahnhof lag in unmittelbarer Nähe des nassauischen Zollamtes am Rheinufer.[2]

Schon vor 1908 wurde der Personenverkehr eingestellt und in diesem Jahr die Strecke um einen knappen Kilometer verkürzt, der Bahnhof entsprechend zurück verlegt und der ursprüngliche Bahnhof am Rheinufer aufgegeben.[3] Das neue Dienstgebäude an der heutigen Wilhelm-Kalle-Straße wird heute durch die Betriebskrankenkasse der Chemischen Fabrik Kalle genutzt.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einem Empfangsgebäude war die erste Bahnhofsanlage mit einem Pferdestall ausgestattet.[4] Die Entwürfe dazu stammten von Ignaz Opfermann. Es war eher einfach: Ein zweigeschossiges Bauwerk auf rechteckigem Grundriss mit einem Uhrturm auf dem First. Es ähnelte den Mittelgebäuden der Kopfbahnhöfe in Wiesbaden und Frankfurt, die ebenfalls von Ignaz Opfermann geplant worden waren. Dieses erste Empfangsgebäude des Rheinbahnhofs in Biebrich wurde 1908 abgerissen.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lichthammer: Über einige Bahnhöfe des westlichen Deutschlands und Belgiens. In: Allgemeine Bauzeitung 7 (1842). Wien, S. 354–363.
  • Silvia Speckert: Ignaz Opfermann (1799–1866): Ausgewählte Beispiele seiner Bautätigkeit im Umkreis der Stadt Mainz = Hausarbeit zur Erlangung des Akademischen Grades eines Magister Artium. Johannes Gutenberg-Universität Mainz 1989. Maschinenschriftlich. Band 1: Text, Band 2: Tafeln. Stadtarchiv Mainz: 1991/25 Nr. 11.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 19 ff. (Strecke 001). S. 19.
  2. Zeitgenössische Beschreibung von Lichthammer, S. 360.
  3. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 28. März 1908, Nr. 19. Bekanntmachung Nr. 166, S. 201.
  4. Im Uebrigen weicht dieser Bahnhof von den anderen [der Taunus-Eisenbahn] darin ab, daß man hier statt Lokomotivhallen einen Pferdestall findet, indem auf der Zweigbahn nach Bieberich die Beförderung des Convois [Zuges] nur mit Pferden geschieht (Lichthammer, S. 360); nach Speckert, S. 69, soll es hier von Anfang an Lokschuppen und einem Hochbehälter zum Befüllen der Dampflokomotiven gegeben haben, was aber beim Betrieb ausschließlich mit Pferden keinen Sinn ergibt.
  5. Speckert, S. 68.

Koordinaten: 50° 2′ 10,1″ N, 8° 14′ 19,8″ O