Bahnhof Wiesbaden Ost

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Wiesbaden Ost
Wiesbaden- Bahnhof Wiesbaden Ost- Bahnhofsvorplatz mit Bahnhofsgebäude- von Wiesbadener Landstraße aus 26.6.2010.jpg
Der Bahnhofsvorplatz und das Bahnhofsgebäude von der Kasteler Straße aus
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung FWO
IBNR 8006404
Kategorie 4
Eröffnung 1840
Profil auf Bahnhof.de Wiesbaden_Ost
Lage
Stadt/Gemeinde Wiesbaden
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 2′ 28″ N, 8° 15′ 23,7″ OKoordinaten: 50° 2′ 28″ N, 8° 15′ 23,7″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen
i16i16i18

Der Bahnhof Wiesbaden Ost liegt an der Taunus-Eisenbahn, der Bahnstrecke FrankfurtWiesbaden[Anm. 1], die hier 1840 eröffnet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rhein und Eisenbahn um den Bahnhof 1841

Bezeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war der Name des Bahnhofs „Biebrich Curve“, später „Biebrich Ost“. Nach der Eingemeindung von Biebrich nach Wiesbaden wurde der Name 1927 um „Wiesbaden“ ergänzt[1], 1934 dann aber „Biebrich“ gestrichen[2] und nur noch „Ost“ im Namen der Station beibehalten – daher der Name des Bahnhofs, obwohl er im Süden von Wiesbaden liegt.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof wurde am 19. Mai 1840 eröffnet, als der letzte Abschnitt der Taunus-Eisenbahn von Kastel nach Wiesbaden in Betrieb ging. Zum 3. August 1840 wurde dann die Stichstrecke nach Biebrich, zum 18. September 1862 die Verbindungskurve zur Rechten Rheinstrecke in Betrieb genonnen.[3]

Der östlich gelegene Bahnsteig wurde bis 1955 als Haltestelle der von Mainz und Wiesbaden gemeinsam betriebenen Straßenbahnlinie 6 genutzt.

Wiesbaden Ost hatte früher einen eigenen Güterbahnhof und war ein Knotenbahnhof im Güterverkehr. Es gab einen mit Ablaufberg, aber die Gleisplangestaltung war ungünstig.

Empfangsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das neobarocke Empfangsgebäude aus rotem Buntsandstein[Anm. 2] stammt aus dem Jahr 1906. Es steht westlich der Gleise, hat einen etwa kreuzförmigen Grundriss und ist reich gegliedert: Der giebelständige Mitteltrakt zur Straße hat einen polygonalen Vorbau, nach Süden ziert Fachwerk den Giebel und nach Norden ist ein Eckturm mit Kuppeldach angebaut. Das Gebäude wird heute privat genutzt. Es ist ein Kulturdenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes.[4]

Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnstrecken um Wiesbaden Ost
Strecke – geradeaus
Aartalbahn von Bad Schwalbach
BSicon .svgBSicon STR.svgBSicon KBHFa.svg
Wiesbaden Hbf
BSicon .svgBSicon STR.svgBSicon STR.svg
BSicon .svgBSicon eABZgl.svgBSicon ABZglxr.svg
Wiesbaden Wäschbach Nord (Abzw)
  Ländchesbahn, Verbindung zur SFS
BSicon .svgBSicon STR.svgBSicon STR.svg
BSicon ABZq+r.svgBSicon KRZo.svgBSicon ABZgr.svg
Rechte Rheinstrecke nach Koblenz
BSicon STR.svgBSicon eABZg+l.svgBSicon eKRZu.svg
ehem. Verbindung von Ländchesbahn
BSicon STRl.svgBSicon ABZg+lr.svgBSicon STRr.svg
Rechte Rheinstrecke von Koblenz
Bahnhof, Station
Wiesbaden Ost
BSicon WASSER+r.svgBSicon ABZgl.svgBSicon STR+r.svg
Verbindungskurve Igelstein (geplan)
BSicon WBRÜCKEq.svgBSicon KRZu.svgBSicon xABZgr+r.svg
Kaiserbrücke, Strecke nach Mainz
BSicon WABZgr.svgBSicon STR.svgBSicon STR.svg
Rhein, Mainmündung
BSicon WBRÜCKEq.svgBSicon KRZur+l.svgBSicon STRr.svg
Kostheimer Main-Brücke, Strecke nach Bischofsheim
BSicon WASSER.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Taunus-Eisenbahn nach Frankfurt

Anschlussstrecke Biebrich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. August 1840 wurde die 1,5 Kilometer lange Stichbahn zum Rheinbahnhof in Biebrich eröffnet und verband nun den dortigen Freihafen mit der Taunus-Eisenbahn. Der Kopfbahnhof am Rheinufer lag in direkter Nachbarschaft zum 1839 von Höchst am Main nach Biebrich verlegten Nassauischen Hauptsteueramt, so dass eine sofortige Verzollung der über den Rhein gehenden Waren möglich war. Diese Zweigstrecke wurde bis 1872 mit Pferdekraft betrieben, 1907 stillgelegt, aber ein Abschnitt als Anschlussgleis weiter betrieben.

Verbindungskurve Igelstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. September 1862 wurde eine Verbindungskurve zur Nassauischen Rheinbahn der Nassauischen Rhein- und Lahn Eisenbahngesellschaft (heute: Rechte Rheinstrecke) in Betrieb genommen. Die Nassauische Rheinbahn führte seit 1856 rheinabwärts in den Rheingau und später weiter nach Oberlahnstein, Bad Ems und Koblenz. Diese Verbindungskurve weist heute eine sehr hohe Dichte von Güterzügen auf. Diese durchfahren Wiesbaden Ost am westlichen Rand abseits der Bahnsteige und treffen im südlichen Bereich auf die Gleise der Taunus-Eisenbahn in Richtung Mainz-Kastel.

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Der Abschnitt zwischen Wiesbaden Ost und dem Abzweig Kostheim zur Umgehungsbahn Mainz zeichnete sich durch eine chronische Überlastung aus, da sich hier der Güterverkehr, die S-Bahnlinien S1 und S9 sowie die RMV-Linie 10 nach Frankfurt am Main Hbf die beiden Gleise teilen. Um diesen Engpass zu beseitigen, sollen im Rahmen des Sofortprogramms Seehafenhinterlandverkehr zum einen parallele Fahrmöglichkeiten für den Schienengüterverkehr durch längere Durchrutschwege entstehen, zum anderen eine Verbindungskurve zur Umgehungsbahn Mainz gebaut werden.[5] Laut Ausschreibung ist eine eingleisige, 1200 Meter lange Verbindung geplant, inklusive zweier Rahmenbauwerke.[6] Mit dieser Kurve wird es möglich werden, die Güterzüge aus dem Kerngebiet von Mainz-Kastel herauszuhalten und den Güter- und Personenverkehr zu entflechten. Auch wenn aus Kapazitätsgründen, sowohl der Verbindungskurve als auch der Umgehungsbahn, nicht davon ausgegangen werden kann, dass eine vollständige Verlagerung des Güterverkehrs möglich sein wird, so ist zumindest aber eine merkliche Verminderung des bisherigen Konfliktpotenzials zwischen Güter- und Personenverkehr zu erwarten. Lediglich die S-Bahnlinie S9 muss sich auch in Zukunft im Bereich zwischen der Abzweigstelle Kostheim und dem Bahnhof Mainz-Bischofsheim die Kostheimer Brücke mit den Güterzügen teilen.

Anfang 2011 wurde damit begonnen den Boden im Bereich der Abzweigung zur Kaiserbrücke zu dekontaminieren. Auf diesem ca. fußballfeldgroßen Areal befand sich früher ein Gaswerk, in dem Leuchtgas produziert wurde. Zu den primären Maßnahmen gehört der Austausch und die Entsorgung des mit polyzyklischen chlorierten Kohlenwasserstoffen verseuchten Bodens. Die Arbeiten hierzu wurden bis zum Spätsommer weitgehend abgeschlossen. Die Sanierung des Grundwassers wird jedoch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Nach Abschluss aller Arbeiten soll das Gebiet begrünt werden und als ökologische Ausgleichsfläche für die Igelstein-Kurve dienen.[7]

Als weitere vorbereitende Maßnahme wurde im Oktober 2011 eine Weiche installiert, auf der die Güterzüge in Zukunft zu der Verbindungskurve gelangen sollen. Der Bau der eigentlichen Kurve ist jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Zwar besitzt die Bahn rechtsgültige Planfeststellungsbeschlüsse. Wann sie diese jedoch in Anspruch nimmt, ist unklar.[8]

Bedienung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen der Baureihe 420 im Bahnhof Wiesbaden Ost der Linie S8 der S-Bahn Rhein-Main auf dem Weg nach Wiesbaden Hbf
Die Bahnsteiganlagen des Bahnhofs Wiesbaden Ost

Der Bahnhof Wiesbaden Ost gehört der Bahnhofskategorie 4 an. Er dient ausschließlich als S-Bahn-Systemhalt für die S-Bahnlinien S1, S8 und S9 des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV).

Der Bahnhof soll in das Projekt Stadtbahn Wiesbaden einbezogen werden, das derzeit noch im Planungsstadium ist.

Linie Strecke Taktfrequenz
S1 Wiesbaden Hbf – Wiesbaden Ost – Mainz-Kastel – Hochheim (Main) – Flörsheim (Main) – Eddersheim – Hattersheim (Main) – Frankfurt-Sindlingen – Frankfurt-Höchst Farbwerke – Frankfurt-Höchst – Frankfurt-Nied – Frankfurt-Griesheim – Frankfurt (Main) Hbf tief – Frankfurt (Main) Taunusanlage – Frankfurt (Main) Hauptwache – Frankfurt (Main) Konstablerwache – Frankfurt (Main) Ostendstraße – Frankfurt (Main) Mühlberg – Offenbach-Kaiserlei – Offenbach Ledermuseum – Offenbach Marktplatz – Offenbach (Main) Ost – Offenbach-Bieber – Offenbach-Waldhof – Obertshausen – Rodgau-Weiskirchen – Rodgau-Hainhausen – Rodgau-Jügesheim – Rodgau-Dudenhofen – Rodgau-Nieder-Roden – Rodgau-Rollwald – Rödermark-Ober-Roden Halbstundentakt
S8 Wiesbaden Hbf – Wiesbaden Ost – Mainz Nord – Mainz Hbf – Mainz Römisches Theater – Mainz-Gustavsburg – Mainz-Bischofsheim – Rüsselsheim Opelwerk – Rüsselsheim – Raunheim – Kelsterbach – Frankfurt (Main) Flughafen – Frankfurt am Main Stadion – Frankfurt-Niederrad – Frankfurt (Main) Hbf tief – Frankfurt (Main) Taunusanlage – Frankfurt (Main) Hauptwache – Frankfurt (Main) Konstablerwache – Frankfurt (Main) Ostendstraße – Frankfurt (Main) Mühlberg – Offenbach-Kaiserlei – Offenbach Ledermuseum – Offenbach Marktplatz – Offenbach (Main) Ost (– Mühlheim (Main) – Mühlheim (Main) Dietesheim – Steinheim (Main) – Hanau Hbf) Halbstundentakt
S9 Wiesbaden Hbf – Wiesbaden Ost – Mainz-Kastel – Mainz-Bischofsheim – Rüsselsheim Opelwerk – Rüsselsheim – Raunheim – Kelsterbach – Frankfurt (Main) Flughafen – Frankfurt am Main Stadion – Frankfurt-Niederrad – Frankfurt (Main) Hbf tief – Frankfurt (Main) Taunusanlage – Frankfurt (Main) Hauptwache – Frankfurt (Main) Konstablerwache – Frankfurt (Main) Ostendstraße – Frankfurt (Main) Mühlberg – Offenbach-Kaiserlei – Offenbach Ledermuseum – Offenbach Marktplatz – Offenbach (Main) Ost – Mühlheim (Main) – Mühlheim (Main) Dietesheim – Steinheim (Main) – Hanau Hbf Halbstundentakt

Bus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ostbahnhof ist im Öffentlichen Personennahverkehr über folgende Linien der ESWE und MVG zu erreichen: 6, 33 und 39

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Wiesbaden Ost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Streckennummer 3603; Kursbuchstrecke 645.1
  2. Postadresse: Kasteler Straße 44.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verzeichnisse der Bahnhofs-Namensänderungen für das Jahr 1927 auf web.hs-merseburg.de
  2. Verzeichnisse der Bahnhofs-Namensänderungen für das Jahr 1934 auf web.hs-merseburg.de
  3. Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 19 ff. (Strecke 001). S. 19.
  4. Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 19 ff. (Strecke 001). S. 42.
  5. Vgl. Verkehrsinvestitionsbericht für das Berichtsjahr 2010, S. 164. BMVBS, 20. Februar 2012; abgerufen am 1. April 2012 (PDF; 42,0 MiB).
  6. Vgl. Ausschreibung der Bahn "Neubau Igelsteinkurve". Deutsche Bahn AG, 14. April 2010; abgerufen am 27. April 2011.
  7. Vgl. Wasserwerte in Ordnung. Wiesbadener Kurier, 28. April 2011; abgerufen am 13. November 2011.
  8. Vgl. Ein Lärmkorridor ohne Schutz. Wiesbadener Kurier, 5. August 2011; abgerufen am 13. November 2011.