Rheinbrücke Breisach–Neuf-Brisach

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Koordinaten: 48° 1′ 22″ N, 7° 34′ 54″ O

Rheinbrücke Breisach–Neuf-Brisach
Rheinbrücke Breisach–Neuf-Brisach
Rheinbrücke Breisach–Neuf-Brisach
Nutzung Straßenbrücke
Überführt

Bundesstraße 31
Route départementale 415

Querung von

Rhein, km 224,98

Ort Breisach am Rhein, Neuf-Brisach
Konstruktion Stahlbalkenbrücke
Gesamtlänge 282,8 m
Breite 12 m
Längste Stützweite 73 m
Konstruktionshöhe 2,55 m
Lichte Höhe 6,85 m über HSW
Baukosten 4,7 Millionen DM
Eröffnung 1. Dezember 1962
Lage
Rheinbrücke Breisach–Neuf-Brisach (Baden-Württemberg)
Rheinbrücke Breisach–Neuf-Brisach

Die Rheinbrücke Breisach–Neuf-Brisach überspannt bei Stromkilometer 224,98 den Rhein. Sie verbindet zusammen mit den westlich folgenden Brücken über die Schleuse des Rheinseitenkanals und den Staubereich des Flusskraftwerks der EDF das deutsche Breisach und das französische Neuf-Brisach miteinander. Das Bauwerk ist seit 1947 eine Straßenbrücke, zuvor war es von 1878 bis 1945 eine Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Freiburg–Colmar. Bereits im Mittelalter gab es zudem die Rheinbrücke Breisach.

Eisenbahnbrücke von 1878[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Großherzogtum Baden und das Deutsche Reich, als Träger der staatlichen Hoheit im Reichsland Elsass, vereinbarten am 13 Mai 1874 in einem Staatsvertrag, eine eingleisige, 22,35 km lange Bahnstrecke zwischen Breisach und Colmar mit einer neuen Rheinbrücke, ausgelegt für zwei Gleise, zu bauen. Dies geschah vor allem aus militärstrategischen Gründen. Im Jahr 1875 begann der Bau der Brücke, am 5. Januar 1878 wurde das Bauwerk dem Betrieb übergeben. Der eiserne Überbau hatte eine Masse von 829 t und kostete 287.546 Mark, insgesamt betrugen die Baukosten der Brücke 744.828 Mark.

Infotafel am Breisacher Bahnhof

1913 benutzten täglich zwei Eilzug-, 16 Personen- und zwei Güterzugpaare die Brücke. Im Ersten Weltkrieg wurde ein intensiver Militärzugverkehr zur Westfront über die Brücke abgewickelt. Mit dem Versailler Vertrag gelangte die eingleisige Brücke 1919 vollständig in den Besitz Frankreichs. Der Breisacher Bahnhof wurde zum gemeinsamenGrenzbahnhof ausgebaut. 1936 verkehrten im Personenverkehr nur noch drei Pendelzugpaare zwischen Breisach und Colmar.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sprengten französische Truppen am 12. Oktober 1939 die westliche Hauptbrückenöffnung, wobei jedoch nur ein großer Überbau in den Rhein absackte. Da eine Nutzung der Brücke zu Fuß noch möglich war, sprengten am 20. Oktober 1939 deutsche Pioniere einen östlichen Brückenabschnitt.[1] Nach der Besetzung des Elsass begannen die Deutschen im Juni 1940 mit dem provisorischen Wiederaufbau einer festen Rheinüberquerung, am 25. Juli 1940 folgte deren Inbetriebnahme.[1] Es war die erste am Oberrhein wiederhergestellte Eisenbahnbrücke. Nachdem das Bauwerk in den Monaten zuvor wegen seiner wichtigen Funktion für den Nachschub häufiges Ziel von Luftangriffen war, sprengten mit dem Heranrücken der Westfront an die westliche Reichsgrenze deutsche Pioniere am 5. Februar 1945 die Brücke und zerstörten das Bauwerk umfangreich.[2]

Konstruktion der Eisenbahnbrücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ständerfachwerk

Die alte Rheinbrücke bei Breisach wies bei einer Gesamtlänge von 328 m drei Hauptöffnungen mit Stützweiten von 72 m auf, sowie an beiden Ufern je zwei Flutöffnungen von 28 m Stützweite. Der Brückenüberbau bestand aus eisernen, parallelgurtigen Ständerfachwerkkonstruktionen mit unten liegender Fahrbahn. Die Fachwerklängsträger waren in einem Abstand von 4,65 m angeordnet und hatten einen Profilachsabstand von 7,2 m in der Höhe bei den Haupt- und 3,0 m bei den Nebenöffnungen. Zur Gründung der Strompfeiler wurden Senkkästen verwendet. Die maximale Gründungstiefe betrug 20 m unter dem mittleren Wasserspiegel.

Behelfsstraßenbrücke von 1947 bis 1962[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da bei der französischen Militärregierung an einer Wiederherstellung als Eisenbahnbrücke kein Interesse bestand, wurden die noch verwendbaren Überbauten demontiert und zum provisorischen Wiederaufbau der Rheinbrücke Neuenburg–Chalampé, die gleiche Stützweiten aufweist, verwendet. 1947 folgte schließlich mit den verbliebenen Überbauten und Kriegsbrückengerät der Bau einer Behelfsstraßenbrücke, die bis 1962 in Betrieb war.

Straßenbrücke von 1962[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

vorne Rheinbrücke und dahinter Rheinseitenkanalbrücke
Pfeiler

Im Januar 1953 wurde zwischen Deutschland und Frankreich das „Abkommen über die festen Brücken und Fähren über den Rhein an der deutsch-französischen Grenze“ abgeschlossen, das bei Breisach den Neubau einer Straßenbrücke unter Verwendung der Unterbauten der ehemaligen Eisenbahnbrücke vorsah. Die Straßenbrücke entstand von 1960 bis 1962 als Stahlbalkenbrücke mit obenliegender, 8,5 m breiter Fahrbahn und beidseitigen je 1,5 m breiten Gehwegen. Die Baukosten betrugen 4,7 Millionen DM und wurden von Deutschland getragen. Am 1. Dezember 1962 war Verkehrsübergabe. Straßenverkehrszählungen von 2003 ergaben, dass durchschnittlich 15.134 Kraftfahrzeuge pro Tag die Brücke passieren, womit sie einer der verkehrsreichen Grenzübergänge zwischen Baden und Elsass ist. [3]

Konstruktion der Straßenbrücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bau der Brücke wurden zuerst die alten Brückenpfeiler, die einseitig durch die Behelfsstraßenbrücke belastet waren, zur Hälfte abgebrochen. Anschließend folgte auf den vorhandenen, alten Senkkästen der Neubau von Stahlbetonpfeilern mit einer Granitverkleidung und mit einer Breite von 8,0 m sowie einer Dicke von 3,0 m am Pfeilerkopf.

Der stählerne Überbau mit 964 t Masse ist eine Hohlkastenkonstruktion mit zwei vollwandigen, stählernen Hauptträgern, einer 12 mm dicken orthotropen Fahrbahnplatte und einem Bodenblech. Der 282,8 m lange Überbau weist in Längsrichtung den Vierfeldträger als Bauwerkssystem auf. Die drei Hauptöffnungen von 72 m Stützweite wurden am deutschen Ufer durch ein Randfeld mit 63,8 m Stützweite ergänzt, die alten westlichen Flutbrücken durch Dämme ersetzt. Die Hauptträger sind im Abstand von 5,94 m angeordnet und weisen eine Konstruktionshöhe von 2,55 m auf. Die senkrecht dazu angeordneten Querträger liegen in Abständen von 2,0 m. Rund alle 12,3 m sind Querverbände angeordnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahn-Rheinbrücken in Deutschland, EK-Verlag 2003 Freiburg, ISBN 3-88255-689-7.
  • Joseph Wahner: Straßenbrücken über den Rhein bei Neuenburg und Breisach. In:Der Bauingenieur. 1964, S. 255-262 und S. 293-302.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahn-Rheinbrücken in Deutschland,S.56
  2. Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahn-Rheinbrücken in Deutschland,S.57
  3. Straßenverkehrszählungen 2003 im Oberrheingebiet, Regierungspräsidium Freiburg (PDF; 35 kB)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rheinbrücke Breisach-Neuf Brisach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien