Richard Bünemann

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Richard Bünemann (* 21. April 1920 in Hamburg; † 17. Mai 2009 ebenda) war ein deutscher Politiker (SPD, Die Linke), Politikwissenschaftler und Historiker.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bünemann besuchte bis in die Oberstufe hinein die Oberrealschule Eimsbüttel, die er wegen Querelen mit der Lehrerschaft verlassen musste.[1] Seine Schulzeit beendete er anschließend mit der Reifeprüfung an der Oberschule für Jungen in Eppendorf.

Bis zu seiner Einberufung zur Wehrmacht 1940 war Bünemann Jungvolkführer in Winterhude, zuletzt Jungstammführer im Jungbann 188.

Nach dem Abitur nahm Bünemann, der evangelischen Glaubens war, von 1940 bis 1945 als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil, anschließend war er bis 1946 in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Freilassung studierte er an der Universität Hamburg Geschichte, deutsche Literatur und Erziehungswissenschaften. 1951 wurde er zum Doktor der Philosophie promoviert und schloss dann bis 1955 ein Studium der Politikwissenschaften in Oxford, Harvard und an der Pariser Sorbonne an. Nach der Referendarzeit in Rheinland-Pfalz war er von 1958 bis 1962 wissenschaftlicher Assistent an der Universität Kiel und anschließend bis 1967 stellvertretender Landesbeauftragter für Staatsbürgerliche Bildung in Schleswig-Holstein. Während dieser Zeit hatte er 1963/64 eine NATO-Gastprofessur an der Sir-George-Williams-Universität in Montreal inne.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bünemann gehörte viele Jahre der SPD an. Er war von 1961 bis 1967 Vorsitzender des Ortsvereins Wellsee und von 1969 bis 1975 Vorsitzender der SPD im Kreis Plön. Am 26. Februar 1975 wurde Bünemann wegen eines Verstoßes gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss mit der DKP aus der SPD ausgeschlossen.[2] Im Anschluss war Bünemann leitend in der Gruppe Westeuropäischer Sozialismus beziehungsweise Organisation Sozialistischer Gruppen aktiv, einer Vereinigung, welche sich an der damaligen Linie der französischen Parti Socialiste orientierte, und beteiligte sich in ihrem Rahmen 1976 an den gescheiterten Diskussionen u. a. mit Johannes Agnoli, Peter Brückner und Rudi Dutschke über die Gründung einer linkssozialistischen Partei in der Bundesrepublik.

2007 trat Bünemann als Gründungsmitglied der neuen Partei Die Linke bei. Seit Februar 2008 bis zu seinem Tod war er Ehrenvorsitzender des Plöner Kreisverbandes.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1962 bis 1967 war Bünemann Gemeindevertreter in Wellsee und von 1962 bis 1970 Kreistagsabgeordneter im Kreis Plön.

Bünemann war von 1967 bis 1975 Landtagsabgeordneter in Schleswig-Holstein. Vom 24. Mai 1971 bis zum 27. September 1973 war er stellvertretender Vorsitzender des Innenausschusses des Landtages.

Mit einer Gedenkminute zu Beginn der Plenarsitzung am 17. Juni 2009 trauerte der Landtag um seinen ehemaligen Abgeordneten Richard Bünemann. Landtagspräsident Martin Kayenburg gedachte des Wirkens Bünemanns in „Dankbarkeit“.[3]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Laut Uwe Schmidt Hamburger Schulen im „Dritten Reich“ (PDF; 2,3 MB)
  2. Bünemann hatte gemeinsam mit Kommunisten in der Initiative »Weg mit den Berufsverboten« zusammengearbeitet, Vgl. Horst Bethge: Plöner Feuerkopf Für Menschenrechte und Sozialismus: Über Richard Bünemann und seinen Kampf gegen die Berufsverbote, junge welt, 11. Juli 2009, abgerufen am 8. Oktober 2017 (Online-Artikel mit Bezahlschranke).
  3. Schleswig-Holsteinischer Landtag, Plenarprotokoll 16/114, 114. Sitzung, Mittwoch, 17. Juni 2009, PDF, abgerufen am 8. Oktober 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]