Richard Süßmeier

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Richard Süßmeier (Feb. 2012)
Schild der Gaststätte "zum Spöckmeier"

Richard Süßmeier (* 22. August 1930 in München) ist ein bayerischer Hotelier, Gastronom und ein legendärer Wirt des Oktoberfests. Im Zeitraum von 1958 bis 1984 war Richard Süßmeier Festwirt des Armbrustschützenzeltes und ab 1970 Sprecher der Wiesn-Wirte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eltern von Richard Süßmeier waren ebenfalls Wirte und betrieben in München zuerst das Kapuzinereck am Baldeplatz in München und dann den Straubinger Hof am Viktualienmarkt. Der gebürtige Münchner besuchte ein Realgymnasium und absolvierte 1953 und 1954 ein Praktikum in der Wirtsmetzgerei im Rheinhof. Danach folgte eine Ausbildung in der Hotelfachschule Bad Reichenhall. Als gelernter Gastwirt und Hotelier betrieb er ab 1948 als Juniorwirt den elterlichen Betrieb Straubinger Hof.

Sein Vater starb 1948, drei Tage vor der Währungsreform, auch seine beiden Brüder verlor Süßmeier bald danach.

1958 erwarb er das damals verhältnismäßig unwichtige Armbrustschützenzelt auf dem Oktoberfest, das er systematisch in wenigen Jahren zu einem Großunternehmen umfunktionierte.[1] In derselben Zeit wurde er zum Sprecher der Wiesn-Wirte und galt als Schrecken und Problemkind des Münchener Kreisverwaltungsreferats und der Bayerischen Staatskanzlei.

1984 verursachte er einen lokalen Politskandal, als er sich über den damaligen Kreisverwaltungsreferenten Peter Gauweiler lustig machte. Süßmeier verkleidete sich als Gauweiler und ließ sarkastische Plakate mit Gauweilers Konterfei und dem Spruch „Gauweiler sieht dich - Gauweiler is watching you“ in seinem Armbrustschützenzelt aufhängen. Infolge seiner Aktionen verschärfte die Kreisverwaltung die Kontrollmaßnahmen um Süßmeiers Betrieb, was am 30. September 1984 zum Verlust der Wiesn-Konzession und zum Rücktritt als Sprecher der Wiesn-Wirte führte. Richard Süßmeier war außerdem Betreiber und Pächter weiterer Gastwirtschaften im Raum München: dem Straubinger Hof, der Gaststätte Großmarkthalle, des Hotels Amba, des Großrestaurants auf dem Olympiagelände, der Gaststätte Zum Spöckmeier und des Forsthaus Wörnbrunn.

Er heiratete Christa Pschorr, die Tochter des Brauereibesitzers Walter Pschorr, der gegen die Hochzeit war. Mit ihr hat er zwei Kinder, Michael und Barbara. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere übernahm er das Traditionsgasthaus Spöckmeier am Marienplatz und erwarb das Forsthaus Wörnbrunn in Grünwald. 2007 erschien Richard Süßmeiers Biographie. Er lebt in Grünwald.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Napoleon der Wirte. Geschichten aus dem Leben eines Münchner Originals, aufgezeichnet von Bernd Dost, Redline Wirtschaftsverlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-636-01514-3.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Kotteder: 85. Geburtstag von Richard Süßmeier. Wirt mit Witz. Süddeutsche Zeitung, 21. August 2015; abgerufen am 24. August 2015.