Rożnowo (Banie)

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Rożnowo
Rożnowo führt kein Wappen
Rożnowo (Polen)
Rożnowo
Rożnowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Gryfino
Gmina: Banie
Geographische Lage: 53° 10′ N, 14° 36′ OKoordinaten: 53° 9′ 47″ N, 14° 35′ 40″ O
Einwohner: 210 (2003)
Postleitzahl: 74-111[1]
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZGR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 121: Pniewo/DK 31LubanowoBanieRów/DK 26
Borzym → Rożnowo
Babinek → Rożnowo
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Stettin



Rożnowo (deutsch Rosenfelde) ist ein Dorf in der Woiwodschaft Westpommern in Polen. Es gehört zur Gmina Banie (Gemeinde Bahn) im Powiat Gryfiński (Greifenhagener Kreis).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 35 Kilometer südlich der Stadt Stettin und zwölf Kilometer südöstlich der Kreisstadt Gryfino (Greifenhagen).

Gebäude im früheren Gutspark Rosenfelde

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf war ein Lehen der adligen Familie von Steinwehr, später der adligen Familie von Ankersheim. 1756 wurde es allodifiziert. 1779 verkaufte Friedrich Ludwig von Ankersheim es an den Landrat Franz von Steinaecker. In Ludwig Wilhelm Brüggemanns Ausführlicher Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern (1784) wurde Rosenfelde wie folgt beschrieben: Es gab damals sechs Kossäten, eine Schmiede, einen Heidewärter und einen Schulmeister, insgesamt 24 Haushaltungen „(Feuerstellen“). Ferner bestand eine Kirche, die eine Filialkirche der Kirche in Stecklin war.[2]

1874 wurde Rosenfelde Amtssitz und damit namensgebend für den neu errichteten Amtsbezirk,[3] der bis 1945 bestand und zum Kreis Greifenhagen im Regierungsbezirk Stettin der preußischen Provinz Pommern gehörte. Im Jahre 1910 zählte Rosenfeld insgesamt 253 Einwohner, von denen 27 im Dorf und 226 im Gutsbezirk lebten.[4] Vor 1927 wurde der Gutsbezirk in die Gemeinde Rosenfeld eingemeindet.

Die Gemeinde Rosenfelde umfasste in den 1920er Jahren eine Fläche von 8,9 km² und zählte im Jahre 1925 eine Bevölkerung von 256 Einwohnern, von denen 120 männlich (47,1 %) und 135 weiblich (52,9 %) waren. Sie wohnte in 63 Haushaltungen.[5] Die Zahl der Einwohner verringerte sich bis 1933 auf 217 und belief sich 1939 auf 195.[6]

In Kriegsfolge kam Rosenfelde 1945 mit dem gesamten pommerschen Gebiet östlich der Oder (polnisch Odra) zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Rożnowo“. Heute ist das Dorf eine Ortschaft im Verbund der Landgemeinde Banie (Bahn) im Powiat Gryfiński (Kreis Greifenhagen) in der Woiwodschaft Westpommern.

Amtsbezirk Rosenfelde (1874–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amtsbezirk Rosenfelde bestand 1908 aus fünf Gemeinden, am Ende waren es aufgrund struktureller Veränderungen noch drei[3]:

Name Polnischer Name Bemerkungen
Bayershöhe Steklinko
Rosenfelde, Dorf Rożnowo
Rosenfelde, Gut nach 1927 in die Landgemeinde Rosenfelde eingegliedert
Stecklin, Dorf Steklno
Stecklin, Gut nach 1927 in die Landgemeinde Stecklin eingegliedert

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rosenfelde bestand bis 1945 eine evangelische Kirchengemeinde mit eigenem Gotteshaus und war eine Filialgemeinde der Pfarrei Stecklin (polnisch Steklno) im Kirchenkreis Greifenhagen (Gryfino) in der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union.[7] Mit 253 Kirchengliedern (99,2 %) war 1925 die große Mehrheit der Einwohner Rosenfeldes evangelischen Glaubens. Darüber hinaus gab es in Rosenfelde zwei Katholiken (0,8 %).[5]

Die einst evangelische, heute katholische Kirche in Rożnowo

Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung machten nach 1945 kirchliches Leben nahezu unmöglich. Heute gehören die in Rożnowo lebenden evangelischen Einwohner zur Kirchengemeinde der St.-Trinitatis-Kirche Stettin in der Diözese Breslau der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Römisch-katholisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wenigen katholischen Einwohner Rosenfeldes gehörten vor 1945 zur Pfarrgemeinde in Pyritz (polnisch Pyrzyce).[8] Nach 1945 siedelten sich in Rożnowo polnische Bürger fast ausnahmslos katholischer Konfession an, die die örtliche bisher evangelische Kirche als ihr Gotteshaus nutzten und heute in die Pfarrgemeinde Lubanowo (Liebenow) im Bistum Stettin-Cammin der Römisch-katholischen Kirche in Polen eingepfarrt sind.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rożnowo liegt verkehrsgünstig an der Woiwodschaftsstraße 121 (Teilstück der einstigen deutschen Reichsstraße 113), die die Landesstraßen 31 und 26 verbindet. Außerdem enden Nebenstraßen aus nördlicher bzw. südlicher Richtung im Ort.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rosenfelde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 1086
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. 2. Teil, 1. Band. Stettin 1784, S. 84 (Online).
  3. a b Rolf Jehke, Amtsbezirk Rosenfelde
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Greifenhagen
  5. a b Die Gemeinde Rosenfelde
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Greifenhagen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Hans Glaeser, Das Evangelische Pommern, II. Teil, Stettin, 1940, S. 75
  8. Rosenfelde@1@2Vorlage:Toter Link/wiki-de.genealogy.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Joachim Rienhardt, Ein Opfer, in: stern Nr. 1/29.12.2016, S. 38–39