Robert Eiter

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Robert Eiter anlässlich der Verlegung von Stolpersteinen in Wels

Robert Eiter (* 1960 in Wels) ist ein österreichischer Jurist, Journalist und Mitbegründer der Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa), der er von ihrer Gründung im Jahre 1984 bis zum Jahr 2010 vorstand.[1][2]

Welser Initiative gegen Faschismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese unabhängige Initiative bekämpft Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. So wurden die „braunen Flecken“ von Wels – drei Symbole mit NS-Bezug – nach einem langen und heftigen Konflikt 1996/97 entfernt. Dieselbe Hartnäckigkeit führte 1998/99 auch zur Auflösung des rechtsextremen Vereins Dichterstein Offenhausen.

Auf Betreiben der damals von Eiter geführten Antifa lud die Stadt ihre vertriebenen jüdischen Bürger ein, errichtete drei Mahnmale für NS-Opfer und benannte mehrere Straßen – etwa nach Anne Frank und Rosa Jochmann. Alljährlich organisiert die Antifa in Wels und Gunskirchen Gedenkkundgebungen. Viele bekannte Persönlichkeiten haben auf diesen Kundgebungen bereits gesprochen, darunter der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer, die Schauspieler Christiane Hörbiger, Dietmar Schönherr, Harald Krassnitzer und Erwin Steinhauer, die Schriftsteller Michael Köhlmeier, Robert Schindel und Doron Rabinovici sowie der Politikwissenschafter Anton Pelinka.

An den Schulen leistet die Welser Initiative demokratische Aufklärungsarbeit: Beispielsweise sahen rund 6000 Jugendliche in Sondervorstellungen der Antifa den Film „Schindlers Liste“, mehr als 5000 nahmen bisher an Zeitzeugenprogrammen mit KZ-Überlebenden teil.

Um die Lage der Migranten in Wels zu verbessern, setzte die Initiative die Einrichtung des Integrationsbüros „Mosaik“ durch und gestaltet die Integrationsmaßnahmen der Stadt maßgeblich mit. Auf humanitärem Gebiet half die Antifa unter anderem der Familie des Todesopfers eines neonazistischen Brandanschlages.

Weiteres Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eiter ist auch Mitbegründer und Sprecher des Oberösterreichischen Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus.[2] Dieses Netzwerk besteht seit 2001. Mittlerweile gehören ihm 58 politische, religiöse, kulturelle und humanitäre Organisationen an – von der Katholischen Aktion über die Gewerkschaftsjugend bis zur Pfadfinderbewegung.

Darüber hinaus ist Eiter seit 2002 Mitglied des Bundesvorstandes des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ)[3] und Unterstützer der Idee zur Einrichtung eines Hauses der Verantwortung im Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn.[4]

Hauptberuflich arbeitet er in der Kommunikationsabteilung der Arbeiterkammer Oberösterreich.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000 erhielt die von Robert Eiter gegründete Welser Initiative gegen Faschismus den Solidaritätspreis der Kirchenzeitung der Diözese Linz. 2009 wurde Robert Eiter für sein antifaschistisches Engagement mit der Goldenen Humanitätsmedaille der Stadt Wels ausgezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bericht auf der Homepage des Oberösterreichischen Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus, zuletzt abgerufen am 9. Juli 2011 (2019 nicht mehr abrufbar).
  2. a b Wer fürchtet sich vorm weißen Mann? – Rechtsextreme Subkultur und Fundamentalismus in Österreich (PDF). In: Nachlese zur Tagung am 20. Oktober 2009 auf jugendreferat.steiermark.at, abgerufen am 3. April 2019.
  3. Mauthausen Komitee Österreich. Der Vorstand. In: mkoe.at, abgerufen am 3. April 2019.
  4. Liste der Unterstützer auf HRB.at (House of Responsibility - Braunau am Inn), abgerufen am 4. August 2017.