Schindlers Liste

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Film
Deutscher TitelSchindlers Liste
OriginaltitelSchindler’s List
Schindlers Liste logo de.svg
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch, Deutsch, Polnisch, Hebräisch
Erscheinungsjahr1993
Länge194 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieSteven Spielberg
DrehbuchSteven Zaillian
ProduktionSteven Spielberg,
Branko Lustig,
Gerald R. Molen
MusikJohn Williams
KameraJanusz Kamiński
SchnittMichael Kahn
Besetzung

→ Hauptartikel: Liste der Darsteller des Spielfilms Schindlers Liste

Synchronisation

Schindlers Liste (Originaltitel: Schindler’s List) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von 1993, den Steven Spielberg inszeniert und koproduziert hat. Es handelt sich um die Filmbiografie des deutschmährischen Industriellen und Nationalsozialisten Oskar Schindler, der im Zweiten Weltkrieg etwa 1200 Juden in seinen Rüstungsbetrieben beschäftigte und damit vor dem Tod im Vernichtungslager Auschwitz bewahrte. Für das Drehbuch der Literaturverfilmung adaptierte Steven Zaillian den im Deutschen gleichnamigen Roman des Australiers Thomas Keneally.

Der mehr als dreistündige Film wurde hauptsächlich mit europäischen und israelischen Schauspielern, einem europäischen Stab, an Originalschauplätzen in und um Krakau und in dokumentarischem Stil mit schwarz-weißem Bild gedreht. Hauptdarsteller sind neben dem Iren Liam Neeson in der Rolle des Oskar Schindler die Engländer Ralph Fiennes und Ben Kingsley.

Entstanden mit einem Budget von 22 Millionen US-Dollar unter dem Dach der Universal Studios, wurde der Film mit einem Einspielergebnis von weltweit über 320 Millionen US-Dollar zu einem kommerziellen Erfolg. Das Werk, beziehungsweise die an seiner Entstehung Beteiligten, wurden mit sieben Oscars und drei Golden Globes prämiert, unter anderem für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch, und erhielten zahlreiche weitere Auszeichnungen und Würdigungen. Der Film wurde zu einem internationalen Medienereignis und zu einem der bedeutendsten und meistrezipierten Filme der 1990er Jahre. Über ihn äußerten sich zahlreiche Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler, Politiker, Künstler und Holocaust-Überlebende. Kritiker beurteilten ihn oftmals als Meisterwerk, gleichwohl gab es auch viel Ablehnung und etliche Kontroversen, die sich unter anderem um Antisemitismus und die grundsätzliche Darstellbarkeit des Holocaust im Film drehten. In der islamischen Welt wurde seine Aufführung verboten. Besonders in den Vereinigten Staaten, Deutschland und Österreich wurde er als ein Mittel zur Aufklärung der Menschen über den Holocaust und gegen Geschichtsfälschung wahrgenommen und als Mittel zur politischen Bildung im Schulunterricht eingesetzt.

Anlässlich des 25-jährigen Erstaufführungsjubiläums erschien der Film 2018 technisch überarbeitet erneut in den Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Wohnung sprechen Juden den Segensspruch Kiddusch, mit dem der Sabbat eingeleitet wird. Eine Nahaufnahme zeigt die verglimmende Flamme einer Kerze, ehe der bis dahin farbige Film zu Schwarz-weiß wechselt. Nach Beginn der deutschen Besetzung Polens 1939 erfassen deutsche Beamte im Bahnhof Kraków Główny die Personalien einer eben angekommenen Gruppe Juden, welche von den Deutschen wie viele andere Juden aus Krakau und Umgebung zu Tausenden in das Krakauer Ghetto zwangsumgesiedelt werden.

In einem Tanzlokal macht sich der NSDAP-angehörige Geschäftsmann Oskar Schindler mit Nazi-Offizieren bekannt und feiert mit ihnen. Er ist auf ihr Wohlwollen angewiesen, treibt er doch seine Bemühungen voran, eine heruntergekommene, bankrotte Krakauer Emailwarenfabrik zu kaufen. Selbst als Direktor fungierend und offensichtlich nicht über das nötige Eigenkapital verfügend, stellt er den jüdischen Buchhalter Itzhak Stern als seinen Geschäftsführer ein und lässt ihn unter dessen Bekannten Geld für den Firmenkauf beschaffen. Schindler lässt ihn zudem im Ghetto jüdische Arbeitskräfte engagieren, die ihn weniger kosten als Polen und dazu das Ghetto verlassen dürfen. Den jüdischen Schwarzhändler Poldek Pfefferberg nutzt Schindler, um sich Material und Luxusgüter beschaffen zu lassen. Schindler lässt in der Fabrik Geschirr für den Einsatz in deutschen Feldküchen herstellen und positioniert sich damit gegenüber den örtlichen SS-Verantwortlichen als zuverlässiger Partner. Als sein einziges Ziel mit der Fabrik benennt er, Profit zu erwirtschaften.

In seiner Krakauer Wohnung, die vor seinem kürzlichen Einzug vertriebene Juden bewohnt haben, wird Oskar Schindler im Beisein einer Geliebten von seiner Ehefrau Emilie überrascht. Da er Emilie nicht versprechen kann, dass sich so ein Vorfall nicht wiederholt, lässt er sie die Stadt wieder verlassen. Danach setzt er die Affäre fort.

Nachdem Stern vergessen hat, seine Arbeitserlaubnis mit sich zu führen, wollen die Besatzer ihn gemeinsam mit zahlreichen anderen Juden per Zug aus der Stadt schaffen. Schindler sorgt in letzter Sekunde dafür, dass Stern den Zug wieder verlassen darf, weil er ihn in der Fabrik benötigt.

SS-Untersturmführer Amon Göth verantwortet im Winter 1942/43 die Errichtung des KZ Plaszow, in das die Bewohner des Krakauer Ghettos umgesiedelt werden sollen. Er bezieht eine Villa oberhalb des Steinbruchs, in dem sich das KZ befindet, und wählt unter den jüdischen Häftlingen, die das Lager errichten, die junge Helene Hirsch als Hausmädchen für seinen neuen Wohnort aus. Ab und zu ordnet er willkürlich Erschießungen von jüdischen KZ-Häftlingen an oder führt diese selbst aus.

Das Ghetto wird am 13. März 1943 liquidiert. Als Schindler von einem Hügel oberhalb des Ghettos die Räumung verfolgt, fällt ihm ein kleines Mädchen auf, das allein durch die Straßen irrt und dessen roter Mantel farbig gezeigt wird. Es versteckt sich anschließend im Ghetto – ebenso, wie viele andere Bewohner, von denen etliche deshalb erschossen werden.

Nach der Räumung des Ghettos darf Schindler nicht mehr über Stern und seine Fabrik-Arbeitskräfte verfügen, weshalb die Produktion nun ruht. Er wendet sich deshalb persönlich an Göth und erhält von ihm die Erlaubnis, Stern und die Fabrikarbeiter weiter zu beschäftigen. Als Gegenleistung dafür verspricht Schindler ihm, Schmiergelder an ihn und andere SS-Leute und -Institutionen zu zahlen.

Stern bringt mit Schindlers Einverständnis einige KZ-Häftlinge, die kurz vor der Erschießung durch Göth standen, als Arbeitskräfte in die Fabrik oder ermöglicht ihnen die Weiterbeschäftigung. Dadurch verbreitet sich der Ruf von Schindlers Fabrik als einem Zufluchtsort für Juden und von Schindler als einem guten Menschen. Das zeigt sich für ihn, als ihn eine Jüdin, die unter deutschem Namen in Freiheit lebt, darum bittet, ihre im KZ inhaftierten Eltern in der Fabrik zu beschäftigen. Zwar empört er sich gegenüber Stern zunächst über den neuerlichen Ruf seiner Fabrik, veranlasst aber die Anstellung der Eltern.

In Göths Villa spricht Schindler insgeheim mit Hirsch, die unter Göths Willkür leidet, und versichert ihr, dass sie von Göth schon nicht erschossen werde, da er zu sehr auf sie angewiesen sei. Anschließend gibt er ihr zum Trost einen Kuss auf die Stirn. Zudem erklärt er Göth sein Verständnis von Macht, demzufolge man diese besitze, wenn man zwar im Recht sei, jemanden zu töten, es aber nicht unbedingt tue, sondern Gnade walten lasse. Tags darauf verhält sich Göth gegenüber KZ-Häftlingen zunächst gnädig, erschießt aber einen von ihnen dennoch. Eines Abends verprügelt er, erfüllt von Verachtung für Juden, Hirsch.

Als Schindler seinen Geburtstag feiert, küsst er zum Dank für ein Geburtstagsgeschenk eine Jüdin, die in seiner Fabrik angestellt ist, und ihre Tochter im Beisein Göths und anderer SS-Offiziere innig.

Indes sind Juden im KZ Plaszow davon überzeugt, nicht getötet zu werden, weil sie als Arbeitskräfte benötigt würden. Bald danach sortieren SS-Mediziner im Rahmen einer Selektion kranke und arbeitsuntüchtige Juden aus, um Platz für neue, ungarische Häftlinge zu schaffen. Währenddessen lässt die SS auch viele Kinder aus dem Lager schaffen. Am Bahnhof Krakau-Plaszow zeigt Schindler Mitgefühl für die in Viehwagons gesperrten Häftlinge und versorgt sie mit Wasser, während sein Handeln durch Göth und andere Offiziere zunächst verlacht, dann sprachlos beäugt wird. Wenig später wird Schindler wegen des Verstoßes gegen die Nürnberger Rassegesetze infolge des Küssens einer Jüdin in ein Gefängnis der SS gesperrt. Göth setzt sich bei Vorgesetzten für seine Freilassung ein, danach kommt er wieder frei.

Verwundert bemerkt Schindler an einem sonnigen Tag im April 1944, dass es Asche regnet. Sie entsteht, als Göth die Leichen Tausender Juden, die im KZ und bei der Ghettoräumung getötet wurden, nach ihrer Exhumierung haufenweise verbrennen lässt. Nahe dem Verbrennungsort erfährt Schindler von Göth als Grund dafür den kürzlich erhaltenen Abzugsbefehl. Erschüttert bemerkt er unter den exhumierten Leichen auch das junge Mädchen im roten Mantel, der hier erneut farbig gezeigt wird.

Auch Stern und die Fabrik-Arbeitskräfte sollen aus dem KZ Plaszow nach Auschwitz gebracht werden. Vorgeblich, um seine Geschäfte weiterführen zu können, erwirkt Schindler bei Göth, dass Schindler seine bisherigen Angestellten behalten darf und sie, ebenso wie weitere, von ihm und Stern ausgewählte Juden, in Mähren zur Produktion von Panzergranathülsen einsetzen darf. Dafür zahlt Schindler ihm hohe Geldbeträge. Zu den Juden gehören auch Helene Hirsch und zahlreiche Kinder. Tatsächlich ist es sein Ziel, die Juden vor ihrer Tötung in Auschwitz zu retten. Die Namen aller betreffenden Juden, deren Zahl etwa 1000 beträgt, diktiert er Stern, der sie per Schreibmaschine in einer mehrseitigen Liste erfasst.

Getrennt nach Geschlechtern verlassen zwei Viehwagon-Züge mit den von Schindler ausgewählten „Schindlerjuden“ Plaszow. Während Schindler die männlichen Juden im tschechoslowakischen Zwittau-Brünnlitz, dem Ort seiner Heimat, seiner neuen Fabrik und des KZ-Außenlagers Brünnlitz, persönlich willkommen heißt, wird der andere Zug fehlgeleitet und bringt die Jüdinnen direkt ins KZ Auschwitz-Birkenau. Nachdem ihnen dort die Haare kurz geschnitten wurden, sind sie nach einigem Warten in einem Gemeinschaftsduschraum erleichtert, als aus den Duschen Wasser strömt. Durch Bestechung eines SS-Offiziers mit Edelsteinen sowie mit dem Argument, es handele sich um kriegswichtige Arbeitskräfte, erreicht Schindler, dass die Jüdinnen aus dem KZ Auschwitz-Birkenau nach Brünnlitz gebracht werden.

Nachdem Schindler seiner Ehefrau versprochen hat, ihr künftig treu zu sein, kehrt sie in seine Nähe zurück. Als er erfährt, dass die in seiner Fabrik hergestellten Granathülsen allesamt die Qualitätskontrolle nicht bestanden haben, verfügt er den Ankauf korrekter Hülsen, um sie als die eigenen auszugeben. Funktionstüchtige Granathülsen beabsichtigt er nicht herzustellen. Den Juden erlaubt er, freitags den Sabbat zu feiern. Die Flammen der dabei entzündeten Kerzen sind erneut farbig zu sehen. Binnen sieben Monaten unproduktiven Betriebs und dem Einsatz von Millionen Reichsmark, auch zur Bestechung, schwindet Schindlers Kapital, bis er fast mittellos ist.

Kurz, nachdem das Kriegsende im Radio verkündet wurde, versammelt Schindler die Juden und die deutsche Wachmannschaft in der Fabrik. In einem persönlichen Appell stellt er die Wachsoldaten vor die Wahl, die Juden sofort und befehlsgemäß zu erschießen oder zu ihren eigenen Familien als Männer statt als Mörder zurückzukehren. Sie entscheiden sich für letzteres, ehe Schindler gemeinsam mit den Juden zum Gedenken an die vielen Toten ihres Volks drei Schweigeminuten einlegt.

Kurz nach Mitternacht verlässt Schindler mit seiner Frau die Fabrik, um vor der herannahenden Roten Armee zu fliehen. Als er sich von Stern und seinen Arbeitern verabschiedet, überreichen diese ihm einen von allen unterzeichneten Brief, in dem sie seine rettenden Taten erklären. Als Zeichen der Dankbarkeit schenken sie ihm zudem einen selbstgefertigten goldenen Ring, der mit dem eingravierten, hebräischen Zitat aus dem Talmud versehen ist: „Wer nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt.“ Vor Stern bereut Schindler weinend, nicht noch mehr Menschen gerettet zu haben.

Drei Tage später verkündet ein russischer Dragoner den Juden, von der Roten Armee befreit worden zu sein. Anschließend sind die Schindlerjuden beim gemeinsamen Gang über ein Feld zu sehen, anfangs in schwarz-weißem Bild gegen Kriegsende, danach in farbigem Bild zur Zeit der Entstehung des Films. Diese Szene enthält zudem eine schwarz-weiße Sequenz von der Exekution Göths per Strang sowie per Untertitel geschilderte Informationen zum weiteren Leben Oskar Schindlers. Ebenfalls in farbigen Bildern und zur Entstehungszeit des Films sind auf einem Friedhof Emilie Schindler, Itzhak Sterns Witwe und die realen Schindlerjuden gemeinsam mit den Darstellern, von denen sie im Film verkörpert wurden, beim Niederlegen eines Steins auf Oskar Schindlers Grab zu sehen. Schließlich legt Liam Neeson, der Darsteller des Oskar Schindler, eine Rose auf das Grab.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Idee und Projektierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erzählt die reale Geschichte des deutschmährischen Unternehmers und NSDAP-Mitglieds Oskar Schindler (1908–1974), der mit Hilfe seiner Frau Emilie während des Zweiten Weltkrieges über 1200 Juden in seinen Fabriken beschäftigte und damit vor der Ermordung in den NS-Vernichtungslagern bewahrte. Manche von den so Geretteten, die auch Schindlerjuden genannt werden, berichteten ab den späten 1940er Jahren in Presseartikeln, die in Europa und den Vereinigten Staaten erschienen, über Schindlers Heldentaten. Bestrebt, sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, engagierte sich der in die USA emigrierte Schindlerjude Leopold Pfefferberg in seinem Wohnort Los Angeles für eine Verfilmung des Stoffes. 1950/51 regte er eine solche mit Schindlers Einverständnis bei dem österreichisch-amerikanischen Regisseur Fritz Lang an. Dieser zeigte sich zwar interessiert, jedoch wurde kein entsprechendes Projekt verwirklicht.[2] In den Folgejahren verhandelte Schindler auch mit Walt Disney über die Rechte an der Verwertung seiner Geschichte, ohne dass ein Projekt realisiert wurde.[3]

1963/64 kam Pfefferberg in L. A. mit Martin Gosch in Kontakt, einem Drehbuchautor mit Verbindungen zum Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer. Gosch erwarb für sich und MGM die Rechte von Schindler zur Verfilmung von dessen Geschichte und sammelte danach Material für das Drehbuch, das bis Mitte 1965 fast fertiggestellt war. Für die Hauptrolle des geplanten Films war Richard Burton vorgesehen. Allerdings kam es nicht zur Verfilmung, im Oktober 1965 verkündete MGM die Einstellung des Projektes (→ Hauptartikel: Until The Last Hour).[4][3]

1980 traf Pfefferberg in L. A. zufällig auf den australischen Schriftsteller Thomas Keneally und überzeugte ihn, über Schindlers Geschichte einen Roman zu schreiben. 1982 erschien der halbdokumentarische Roman Schindlers Liste, in dem Keneally die Aussagen von mehr als 80, von ihm interviewten Schindlerjuden verarbeitet hatte. Keneally ließ eine Vorab-Fassung des Buches mehreren Hollywood-Filmstudios anbieten, von denen mindestens fünf eine Verfilmung ablehnten, unter anderem, weil man das Buch eher für einen Fernseh-Mehrteiler für geeignet hielt.[5]

Regisseur und Koproduzent Steven Spielberg

Sidney Sheinberg, Leiter des Filmstudios Universal Pictures, machte den Regisseur Steven Spielberg auf den Roman aufmerksam. Spielberg war von der Geschichte so fasziniert, dass Universal für ihn noch 1982 die Rechte zur Verfilmung des Buchs erwarb,[6] und zwar zu einem Preis von 500.000 US-Dollar.[7] Spezialisiert auf Unterhaltungsfilme, fühlte sich Spielberg zu der Zeit aber noch nicht erfahren, reif und erwachsen genug, um eine so ernste Geschichte zu erzählen, sodass er die Verfilmung vorerst unverwirklicht ließ.[6] Auf eine Frage Pfefferbergs 1983, wann Spielberg mit der Verfilmung des Buches beginne, antwortete der Regisseur: „In zehn Jahren, von jetzt an“.[8] Der später verpflichtete Drehbuchautor Steven Zaillian sagte in einem Interview, dass sich Spielberg, selbst amerikanischer Jude, erst über seine jüdische Identität habe klar werden müssen.[9]

Nach dem Erscheinen von Keneallys Roman plante der südafrikanische Filmemacher Jon Blair, einen Dokumentarfilm über Schindler zu drehen, und erhielt die Erlaubnis dafür erst auf Betreiben Spielbergs, nachdem Universal als Rechteinhaber gezögert hatte. Der britische Fernseh-Dokumentarfilm Schindler erschien 1983, basiert auf dem Roman und enthält ebenfalls Interviews mit Schindlerjuden.[10]

Auf Spielbergs Betreiben hin wurde der Oscar-prämierte Drehbuchautor Kurt Luedtke engagiert. Dieser zog sich jedoch nach mehr als drei Jahren und, da er auf Seiten Spielbergs keine Begeisterung über seine Drehbuchversion spürte, wieder von dem Projekt zurück.[11] Spielberg versuchte danach in den 1980er Jahren, die Verfilmung von Keneallys Buch an andere Regisseure abzugeben, darunter an Sydney Pollack und mehrfach an Roman Polanski. Polanski aber wollte die Zeit seiner eigenen Gefangenschaft im Krakauer Ghetto nicht erneut durchleben und lehnte ab. 1988 übergab Spielberg dem Regisseur Martin Scorsese die Aufgabe, die Verfilmung zu inszenieren, und erklärte sich als Gegenleistung dafür dazu bereit, sie selbst zu produzieren. Nachdem Steven Zaillian in Scorseses Auftrag eine neue Drehbuchversion für die Verfilmung verfasst hatte, gewann Spielberg das Interesse daran zurück, sie selbst zu inszenieren. Ursprünglich als Regisseur für den Film Kap der Angst vorgesehen, gab Spielberg die Regie für jenen Thriller an Scorsese ab und erhielt von ihm dafür die Regie für Schindlers Liste wieder zurück.[9][12]

Die finale Entscheidung zum Dreh des Films traf Spielberg bei seinem ersten Besuch in Krakau 1992.[13] In einem Interview erklärte er seine Motivation dafür, den Film zu der Zeit zu realisieren, mit den Nachrichten von den Jugoslawienkriegen und täglichen Meldungen über KZ-ähnliche Todeslager in Bosnien, Gräueltaten gegen Muslime und – ähnlich der „Endlösung der Judenfrage“ – „Ethnische Säuberungen“.[12][14] Einen weiteren Einfluss auf Spielbergs Entscheidung, den Film zu realisieren, hatte der Regisseur Billy Wilder, der wegen der Auschwitz-Vergangenheit seiner Familie ebenfalls Interesse daran hatte, bei dem Film Regie zu führen. Über seinen Austausch mit Wilder sagte Spielberg: „Durch ihn blickte ich sehr tief in mich selbst, als er es leidenschaftlich gern realisieren wollte.“[15]

Vor dem Hintergrund, dass man Filmen mit dem Holocaust als Thema keinen besonders großen kommerziellen Erfolg zutraute, stimmte Universal Pictures der Absicht Spielbergs zur Verfilmung unter der Bedingung zu, dass es ein Low-Budget-Film werden würde.[16] Eine weitere Bedingung für die Zustimmung durch das Filmstudio war, dass Spielberg den Film Jurassic Park zuerst dreht.[9] Zunächst war Universal gegen Spielbergs Vorhaben, das Werk als Schwarzweißfilm erscheinen zu lassen – auch, weil es sich dann auf Videokassette und im Fernsehen schlechter hätte verwerten lassen –, konnte sich damit aber gegen den Regisseur nicht durchsetzen.[17]

Vorproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielberg fungierte neben Gerald R. Molen und Branko Lustig auch als Koproduzent. Von dem kroatischen Juden und Holocaust-Überlebenden Lustig erhoffte sich Spielberg nützliche Erfahrungen aus dem Aufenthalt im KZ Auschwitz-Birkenau.[18] Als Kameramann engagierte Spielberg den jungen polnischen Emigranten Janusz Kaminski.[9] Das Budget betrug 22 Millionen US$.[19]

Während Keneallys Roman aus der Perspektive der Schindlerjuden verfasst ist, hatte Zaillian das Drehbuch aus dem Blickwinkel von Oskar Schindler angelegt.[5] Zaillian verzichtete auf etliche Details und Figuren aus dem Roman und baute dafür die Figur des jüdischen Buchhalters Itzhak Stern aus.[13] Auf Spielbergs Betreiben hin gab es bis nach Drehbeginn noch umfangreiche Änderungen an dem Drehbuch. Unter Verwendung von Informationen, die Spielberg aufgetrieben hatte, aus dem Nachlass von Zeugen und aus Vorlesungen änderte man bestehende Szenen oder ergänzte sie.[11] Nach den von Spielberg verfügten Änderungen am Drehbuch war dessen Umfang von 130 auf 190 Seiten angewachsen.[20]

Neben Keneallys Roman war auch Blairs Dokumentarfilm eine wichtige Grundlage für den Spielfilm. Zumindest die britischen Schauspieler von Spielbergs Film nutzten den Dokumentarfilm zur Vorbereitung auf ihre Rollen.[21]

Während der Vorproduktion hatte Spielberg die behördliche Genehmigung zum Drehen bestimmter Szenen auf dem Gelände des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau erhalten. Der Jüdische Weltkongress protestierte dagegen jedoch bei der polnischen Botschaft in den USA und äußerte die Befürchtung, dass der Sterbeort von über einer Million Juden durch die unbeschränkten Aktivitäten eines kommerziellen Filmteams entweiht würde. Später protestierte auch Internationale Rat des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau gegen die Dreharbeiten. Nach einem daraufhin anberaumten Treffen zwischen Spielberg und Vertretern beider Organisationen im Februar 1993 verwarf der Regisseur den Plan, auf dem KZ-Gelände zu filmen, und entschied dafür, sechs der für das KZ Plaszow rekonstruierten Baracken nahe dem Zufahrtsgleis zum KZ Auschwitz-Birkenau zu errichten. Dadurch konnte man das Einfahrtsgebäude und einige Originalbaracken des Frauenlagers als Kulisse für den Film nutzen. Letztlich filmte man dort fünf Szenen.[22]

Die Geschichte des rot gekleideten Mädchens, das auch „Rote Genia“ genannt wird, beruht auf einer tatsächlichen Beobachtung Oskar Schindlers.[23] Die finale Rede Oskar Schindlers vor seinen Fabrikarbeitern beruht auf Aufzeichnungen, die von einem Schindlerjuden überliefert sind.[24]

Das Filmen im Schwarz-Weiß-Verfahren brachte besondere Anforderungen an die Kostümierung mit sich. So war es nötig, auf weiße Kostüme zu verzichten sowie auf solche Kostüme, die dem jeweiligen Hintergrund oder den Tönen der menschlichen Haut sehr ähnelten. Historische Authentizität war ein wichtiges Gebot bei der Auswahl der Kostüme. Deshalb beschaffte man sich manche Kostüme auch über Zeitungsinserate. Für die Szenen im KZ Auschwitz, in denen den Frauen der Kopf geschoren wird, erstellte man spezielle glatzenähnliche Perücken.[25] Bei der Farbauswahl verzichtete man zudem auf Grün.[26] Für circa 7.000 Statisten wurden 18.000 Kostüme erschaffen.[27]

Der Abspann enthält auch eine Würdigung für „Steve Ross“. Dabei handelt es sich um den kurz vor Beginn der Dreharbeiten verstorbenen Medienmanager Steven Ross, den Spielberg als Inspirationsquelle für die Charakterisierung Oskar Schindlers in dem Film nutzte. Dazu führte Spielberg Hauptdarsteller Neeson einige Videos mit Ross vor, dessen Persönlichkeit und Ausdruckskraft er als sehr ähnlich zu der des realen Oskar Schindlers beurteilte.[28]

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptdarsteller
Liam Neeson, Darsteller des Oskar Schindler
Ben Kingsley, Darsteller des Itzhak Stern
Ralph Fiennes, Darsteller des Amon Göth

Es war Spielbergs Absicht, die Hauptrolle des Oskar Schindler nicht mit einem Star zu besetzen, um die Figur nicht durch die Berühmtheit des Schauspielers in den Schatten zu stellen. Im Gespräch für die Rolle waren neben den amerikanischen Schauspielern Mel Gibson und Kevin Costner auch die polnischen Darsteller Piotr Fronczewski und Andrzej Seweryn. In die engere Wahl kam neben Seweryn auch der Ire Liam Neeson, der bis dahin schon in einigen Filmen zu sehen gewesen war, aber nicht als Star galt. Für Neeson als Hauptdarsteller entschied sich Spielberg, nachdem er ihn bei einer Aufführung des Theaterstücks Anna Christie im Broadway verfolgt hatte.[29] Ehe der Engländer Ralph Fiennes die Rolle des Amon Göth erhielt, hatte Spielberg sie erfolglos auch dem Deutschen Götz George angeboten.[30]

Insgesamt gibt es 126 Sprechrollen in dem Film. Die wichtigsten jüdischen von ihnen besetzte Spielberg mit israelischen Schauspielern, darunter viele Kinder von Holocaust-Überlebenden; andere gingen an katholische Polen aus Krakau und Umgebung.[9] Die Statisten engagierte man zwecks Authentizität in Polen.[31]

Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten begannen am 1. März 1993, umfassten 75 Drehtage[32] und dauerten bis Ende Mai 1993.[33] Sie wurden durch eine Crew aus Mitarbeitern hauptsächlich aus Polen realisiert, aber auch von solchen aus England, Kroatien, Österreich, Deutschland, Kanada, Israel und den Vereinigten Staaten, darunter vielen Polnischamerikanern. Für die Dreharbeiten standen über 148 Sets und 34 Schauplätze in und um Krakau zur Verfügung.[32] Während der Dreharbeiten wirkte Spielberg von Krakau aus auch am Schnitt des von ihm inszenierten Dinosaurier-Films Jurassic Park mit.[34][35]

Das Gebäude von Oskar Schindlers Fabrik in der Krakauer Lipowa-Straße 4 (ca. 2014)
Das ursprüngliche KZ Plaszow, welches für die Dreharbeiten nachgebaut wurde

Die Dreharbeiten fanden überwiegend an Originalschauplätzen statt. In Krakau filmte man hauptsächlich in den Stadtteilen Podgórze, dem Schauplatz des Krakauer Ghettos,[36] und Kazimierz, dem alten jüdischen Viertel.[37] Um zu vermeiden, dass Krakaus moderne Silhouette im Bild erscheint, filmte man am realen Standort des KZ Plaszow nicht. Dafür baute man das Konzentrationslager auf dem nahen Gelände eines Steinbruchs in Płaszów nach.[36] Die Rekonstruktion war eine der Aufgaben der von Lew Rywin geführten polnischen Filmproduktionsgesellschaft Heritage Films[38] und kostete 600.000 US$.[39] Sie basierte auf den Plänen des originalen Lagers und bestand aus 34 Baracken, sieben Wachtürmen und der mit jüdischen Grabsteinen gepflasterten Anfahrtsstraße.[40] Auch die Villa, die von Amon Goeth okkupiert worden war, oberhalb des Steinbruchs baute man für die Dreharbeiten nach.[41] Die Außen- und Büroaufnahmen, die bei Oskar Schindlers Emaillewarenfabrik in Krakau spielen, drehte man am Originalschauplatz,[36] die anderen Innenaufnahmen jenes Schauplatzes in einer Emaillewarenfabrik in Olkusz.[42] Als Drehort für den Schauplatz Brünnlitz diente die Kleinstadt Niepołomice.[43]

Um eine möglichst direkte, realistische und dokumentarische Wirkung zu erzielen, verzichtete Spielberg beim Filmen einerseits auf den Einsatz von Kamerakränen und Dollys. Andererseits forcierte er, dass ein Großteil des Films per Handkamera gedreht wurde, der Anteil betrug letztlich circa 40 Prozent.[44] Kameramann Kaminski ließ sich für seine Arbeit an dem Film, besonders beim Einsatz von Licht und Schatten, wesentlich durch die Aufnahmen des US-Fotografen Roman Vishniac inspirieren, der in den 1920er und 1930er Jahren jüdische Siedlungen in Osteuropa abgebildet hatte.[45]

Die finale Szene filmte man auf dem Jerusalemer katholischen Friedhof, auf dem, an den Hängen des Berges Zion gelegen, sich Oskar Schindlers Grab befindet. Die Entscheidung für diesen Drehort hatte Spielberg erst während der Dreharbeiten in Krakau gefällt. Für den Dreh ließ Spielberg über 300 Schindlerjuden aus der ganzen Welt zusammenkommen. Jeder von ihnen erhielt dafür 22 US$, die man aber gesammelt an Emilie Schindler spendete.[46]

Nachbearbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Schnittfassung war für Universal mit fast vier Stunden zu lang, sodass der Film gekürzt wurde. Zu den entfernten Szenen gehören die Lieferung eines Güterwaggons voller gefrorener Leichname nach Brünnlitz und eine Partie Siebzehn und Vier zwischen Schindler und Göth, mit der sie um Göths Hausmädchen Helen Hirsch spielen.[9]

Mit der Komposition der Filmmusik betraute Spielberg den mehrfach oscarprämierten US-Komponisten John Williams, mit dem er bei vorherigen Filmen schon einige Male kooperiert hatte. Williams lehnte Spielbergs Anfrage zunächst ab, da er diese Aufgabe für zu herausfordernd empfand. Nach Spielbergs Aussage, dass die Komponisten, die besser dafür geeignet seien, bereits tot seien, ließ sich Williams aber überzeugen. Das Hauptthema des Films ließ man den jüdischen Geiger Itzhak Perlman einspielen,[47] den Rest überwiegend durch das Boston Symphony Orchestra.

Deutsche Synchronfassung [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Berliner Synchron nach einem Dialogbuch von Erik Paulsen und unter der Dialogregie von Osman Ragheb.[48] Ragheb war schon zuvor bei den Dreharbeiten als Sprach- und Dialekttrainer engagiert und hatte als solcher etwa dabei geholfen, dass amerikanische Schauspieler auf Englisch mit einem europäischen statt amerikanischen Akzent sprechen.[49]

Restaurierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Universal Studios gehörte Schindlers Liste 2012 zu 13 Filmen, die durch das Unternehmen restauriert wurden. Unter Spielbergs Aufsicht wurde der Film, ausgehend von den Original-Negativen, neu abgetastet, sodass er danach in einer Auflösung von 4K vorlag. Auf deren Basis nahm man eine Farbkorrektur vor und entfernte unerwünschte Bildartefakte. Die Restaurierung des Films dauerte fünf Monate und erforderte bis zu 30 Personen. Schließlich entstanden neue 35-mm-Filmkopien, ein neues 35-mm-Negativ und ein neues Digital Cinema Package.[50]

Verwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landespremieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israels Ministerpräsident Jitzchak Rabin (l.), Präsident Ezer Weizmann (2. v. l.) und Regisseur Steven Spielberg (r.) bei der israelischen Premiere des Films 1994

In mehreren Ländern fand die jeweilige Auftaktvorstellung des Films im Beisein des Regisseurs und, ähnlich eines Staatsaktes, des jeweiligen Staatsoberhauptes bzw. Regierungschefs nichtöffentlich statt. In den Vereinigten Staaten war US-Präsident Bill Clinton bei der US-Premiere am 30. November 1993 im Holocaust-Museum in Washington, D.C. zugegen und sagte danach öffentlich: „Ich bitte jeden von Ihnen inständig, sich den Film anzusehen.“[51][52][53]

Der deutschen Erstaufführung in der Alten Oper in Frankfurt am Main am 1. März 1994[54] wohnte Bundespräsident Richard von Weizsäcker bei.[55] Bei der österreichischen Premiere, zugleich europäische Auftaktvorstellung, waren es Bundespräsident Thomas Klestil und Bundeskanzler Franz Vranitzky, bei der französischen Premiere Präsident François Mitterrand und bei der israelischen Erstvorstellung Ministerpräsident Jitzchak Rabin und Präsident Ezer Weizmann.[56] Während der jährlichen Sitzung der UN-Menschenrechtskommission in Genf Anfang März 1994 sahen den Film auf Einladung der US-Delegation etliche Diplomaten und andere Sitzungsteilnehmer.[57]

Kinoauswertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachzeichnung des ursprünglichen Filmplakat-Motivs. Es zeigt eine rechte Hand, die die linke Hand des Mädchens im roten Mantel hält.

Kinostart in den Vereinigten Staaten war am 15. Dezember 1993 in Form eines Limited Release, d. h. in einer begrenzten Anzahl von Kinos. Erst ab 4. Februar 1994 zeigte man den Film auch in anderen US-Kinos. Der Film kam mit einem R-Rating in die Kinos, d. h. sein Besuch war Jugendlichen unter 17 Jahren wegen Darstellungen von Sexualität und Gewalt nur in Begleitung Erwachsener empfohlen.[58] In Kanada war der Film ab 25. Dezember 1993 zu sehen, in Australien, Japan und dem Vereinigten Königreich ab Februar 1994. In einer Vielzahl von Ländern startete er im März 1994 in den Kinos, so auch in den deutschen (ab 3. März), schweizerischen und österreichischen (jeweils ab 4. März)[52] sowie in den israelischen, polnischen, französischen, anderen europäischen und lateinamerikanischen Kinos.[59]

In Deutschland erhielt der Film von der FSK eine Jugendfreigabe ab 12 Jahren.[1] Dort brachte der Verleih United International Pictures (UIP) den Film zunächst mit 45 Kopien in die Kinos. Zeitungen äußerten als möglichen Grund für diese verhältnismäßig geringe Zahl die Angst vor rechten und antisemitischen Protesten und zitierten in dem Zusammenhang einen UIP-Manager, der nach den möglichen Folgen von Applaus bei Erschießungsszenen fragte. Mit Blick auf die neuen Bundesländer, für die es anfangs nur 13 Filmkopien gab, sprachen Medien von einer Unterversorgung. UIP erklärte die geringe Anzahl an Kopien auch damit, dass das Kopieren von schwarz-weiß gedrehtem Material deutlich mehr Zeit beanspruche als von Farbmaterial, und versprach, sie schrittweise auf 170 zu steigern.[60][61]

In den mehrheitlich muslimischen Ländern Indonesien, Dubai, Ägypten, Jordanien, Malaysia und dem Libanon wurde die Aufführung des Films staatlicherseits verboten.[62] Begründet wurde dies primär mit Gewalt- und Nacktszenen und einer mutmaßlich prozionistischen Haltung des Films (→ Hauptabschnitt: Islamische Welt). In Syrien, Saudi-Arabien, Pakistan, Indien und dem Irak hatte der Verleih keine Absicht, den Film aufzuführen.[63] Auf den Philippinen hob Präsident Fidel Ramos die anfängliche Entscheidung der Zensurbehörde auf, den Film nur unter Schnittauflagen für Sex- und Nacktszenen freizugeben.[63] Auch in Thailand wurde der Film erst nach einigem Zögern zur Aufführung freigegeben.[62]

Bei der Erstaufführung spielte der Film weltweit etwa 321 Millionen US$ ein. Davon entfielen etwa 96 Millionen US$ auf die Vereinigten Staaten, 38,5 Millionen US$ auf Deutschland, 5,7 Millionen US$ auf die Schweiz und 3,6 Millionen US$ auf Österreich.[59] In seinem Ursprungsland hatte der Film etwa 25 Millionen Kinobesucher,[64] in Deutschland ungefähr 6,2 Millionen.[65]

Kinostartdaten und Einspielergebnisse für ausgewählte Länder (Erstaufführung 1993/94)[59]
Staat Kinostart Einspiel-
ergebnis
Besucher-
zahl
Alterseinstufung
Vereinigte Staaten 15. Dez. 1993 96,1 Mio. US$ 25 Mio.[64] R, d. h. ab 17 J. empfohlen (MPAA)[58]
Kanada 25. Dez. 1993 0?
Australien 10. Feb. 1994 07,0 Mio. US$
Vereinigtes Königreich 18. Feb. 1994 21,2 Mio. US$ ab 15 J. freigegeben (BBFC)[66]
Japan 26. Feb. 1994 32,8 Mio. US$
Frankreich 2. März 1994 17,2 Mio. US$ 2,6 Mio.[67] Avertissement, d. h. nicht eingestuft (CCŒC)[68]
Deutschland 3. März 1994 38,5 Mio. US$ 6,2 Mio.[65] ab 12 J. freigegeben (FSK)[1]
Schweiz 4. März 1994 05,7 Mio. US$ ab 12 J. zugelassen, ab 14 J. empfohlen (SK JiF)[69]
Österreich 4. März 1994 03,6 Mio. US$
Polen 4. März 1994 01,8 Mio. US$
Israel 4. März 1994 02,2 Mio. US$
Italien 11. März 1994 16,8 Mio. US$
Tschechien, Slowakei 11. März 1994 00,1 Mio. US$
Russland ? 0? 0,23 Mio.[70]

Anlässlich seines 25-jährigen Veröffentlichungsjubiläums erschien der Film in seinem Ursprungsland am 7. Dezember 2018 erneut in den Kinos, und zwar in der technisch überarbeiteten Fassung. Diese war in den Kinos von Deutschland,[71] Österreich und der Schweiz ab dem 27. Januar 2019 zu sehen, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag und dem deutschen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.[1] Das Einspielergebnis der Wiederaufführung betrug in den USA etwa 833.000 US$[72] und in Deutschland circa 184.000 Euro.[71]

Karitatives Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Dreharbeiten hatten sich etliche Holocaust-Überlebende persönlich an Spielberg gewandt und ihn gebeten, nach Oskar Schindlers Geschichte auch ihre eigenen Erfahrungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Daraus entstand die Idee zum Aufbau eines Archivs aus Videoaufnahmen, in denen die Überlebenden über ihre Erinnerungen an die Zeit des Holocausts sprechen und die der Nachwelt erhalten bleiben. Dafür gründete Spielberg 1994 gemeinsam mit den anderen Produzenten des Films das Oral-History-Projekt Survivors of the Shoah Visual History Foundation. Es entstand auch mit einem Teil der Gewinne aus dem Film und wurde finanziell unterstützt sowohl von Spielberg als auch Universal, dem US-Senat und US-Konzernen. In ihren ersten fünf Jahren nahm die Stiftung über 50.000 Interviews mit Holocaust-Überlebenden und -Zeitzeugen aus weiten Teilen der Welt auf.[73][74] Die Videos sind im dafür ebenfalls neu gegründeten Visual History Archive insbesondere für den Schulunterricht zugänglich. Ferner trat die Stiftung auch als Produktionsgesellschaft für Dokumentarfilme in Erscheinung, die auf jüdische Überlebende zentriert sind, darunter auch der Oscar-prämierte Film Die letzten Tage (1998).

Mit seinem Anteil an den Einnahmen aus der Veröffentlichung des Films gründete Spielberg 1994 zudem die Righteous Persons Foundation, zu deren Zielen es gehört, das jüdische Leben in den Vereinigten Staaten zu fördern.[75]

Einsatz als Bildungsinstrument[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde schon früh als ein Mittel für die Lehre über den Holocaust beworben, besonders von Spielberg selbst. In seiner Dankesrede bei der Oscarverleihung 1994 rief er weltweit zu mehr Bewusstsein und Geschichtswissen diesbezüglich auf und forderte: „Bitte unterrichten Sie das in Ihren Schulen“![76] Der Holocaust, so Spielberg in einem Interview, sei in so vielen Lehrbüchern stark unterrepräsentiert und Millionen Menschen wüssten kaum etwas über ihn, während andere gar leugneten, dass er stattgefunden habe.[77] Sein erklärtes Ziel war es auch, in der Gesellschaft ein breiteres Bewusstsein für Toleranz zu schaffen, und zwar mit Blick auf die Sklaverei, die Indianer und die Einwanderung, sowie für ethnische, religiöse und Gender-Probleme.[77]

Spielberg sorgte dafür, dass den Film im Frühjahrssemester 1994 in den USA etwa 2 Millionen High-School-Schüler sahen. Dazu kooperierte er mit Universal Pictures und mit Kinobetreibern und Gouverneuren von über 40 US-Bundesstaaten. Die Kinos führten den Film den Schülern vormittags kostenlos vor, auch im Folgesemester, als er schon nicht mehr regulär in den Kinos zu sehen war.[77] Die Vorführungen waren eingebettet in unterrichtsbezogene Diskussionen über den Film.[78] Die Stiftung Facing History and Ourselves bereitete auf Spielbergs Betreiben hin ein über 650-seitiges Lehrbuch vor, das mit Bezug zur historischen Person Oskar Schindlers und den Film Fragen, Kommentare und Erklärungen enthält. Es ging an alle Middle Schools und – zusammen mit dem Film auf Videokassette – an alle High Schools.[79][77]

Auch in anderen Ländern wurde der Film im Rahmen politischer Bildung als Mittel zur Lehre über den Holocaust eingesetzt. In vielen deutschen Kinos gab es Vormittagsvorstellungen für Schüler, teils eröffnet von Zeitzeugen wie Simon Wiesenthal und Ignatz Bubis. Dem Spiegel zufolge sei der Film ab dem 1. März 1994 an allen Oberschulen vor allem in Westdeutschland zum Hauptfach geworden.[61] Auch an deutschen Auslandsschulen wurde der Film vorgeführt.[80] In Österreich führten Politiker und Bildungsbeauftragte eine mit Ausnahme der Steiermark landesweite Aktion durch, in deren Rahmen sie Schülern ab 14 Jahren den klassenweisen Besuch des Films vergünstigt, teilweise kostenlos, ermöglichten und die auch von Unternehmen finanziell gefördert wurde. Etwa 150.000 Jugendliche sahen den Film dabei.[81] Im Vereinigten Königreich stellte die britische Wohltätigkeitsorganisation Holocaust Educational Trust jeder weiterführenden Schule ein bearbeitetes Exemplar des Films kostenlos zur Verfügung, sodass der Film landesweit zum meistgenutzten Video über den Holocaust wurde.[79]

Empfehlungen zum Einsatz des Films als Unterrichtsmittel gab es vom US-Bildungsminister Richard Riley[78] und von der deutschen Kultusministerkonferenz. Deren Vorsitzender Hans Zehetmair (CSU) sagte dabei, dass der Film „wichtige Erziehungsziele wie Toleranz und Achtung vor der Würde des Menschen überzeugend ins Bild“ setze. Der sächsische Kultusminister Friedbert Groß (CDU) hingegen verwehrte sich dagegen, den Film an Schulen seines Landes zu empfehlen, da er ihn der „Sensationslust“ verdächtigte.[82] Ablehnend äußerte sich auch der FPÖ-Landesparteiobmann Wolfgang Rauter, dem zufolge die Jugend durch die Gratisvorführungen ein unrichtiges Geschichtsbild bekomme, auch vor dem Hintergrund der Vorstellung, der zufolge die FPÖ die Nachfolgeorganisation der NSDAP sei.[83]

Unterrichtsmaterialien zur Arbeit mit dem Film erschienen bei der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem[84], der Bundeszentrale für politische Bildung,[85] dem Katholischen Filmwerk,[86] bei Vision Kino, dem Fritz Bauer Institut und dem Jüdischen Museum Frankfurt.[87]

Auch in späteren Jahren diente der Film in Schulen als Bildungsmittel. Einer Umfrage unter Lehrern in Wisconsin und Connecticut 2007 zufolge zeigten über ein Drittel von ihnen den Film regelmäßig ihren Schülern.[76] Gleichwohl verzichteten Lehrer an manchen deutschen Schulen – insbesondere jenen mit hohem Migrantenanteil – auch darauf, den Film vorzuführen, da sie Repressalien von Eltern fürchteten.[88]

Fernsehausstrahlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Februar 1997 wurde der Film in den Vereinigten Staaten erstmals im Fernsehen ausgestrahlt. Für die Ausstrahlung um 19.30 Uhr war er unter Beteiligung des Regisseurs besonders bei Sexszenen für den Jugendschutz um wenige Sekunden gekürzt worden. Das Network NBC zeigte ihn ohne Werbeunterbrechungen und kam damit Forderungen Spielbergs nach, den Film besonders zu behandeln. Als Sponsor der Ausstrahlung fungierte der Autohersteller Ford, von dem direkt vor Beginn und nach Ende des Films ein 60-sekündiger Werbespot zu sehen war.[64]

In Deutschland sendete den Film erstmals der Privatsender ProSieben, und zwar am Karfreitag, dem 28. März 1997, im Hauptabendprogramm. Dabei wurde er einmal unterbrochen durch eine Nachrichtensendung, die zwei Werbeblöcke umschlossen, und gesponsert durch die Rewe-Handelsgruppe.[89] Bei späteren Ausstrahlungen im deutschen und österreichischen Fernsehen wurde der Film mehrfach mit und ohne Werbeunterbrechung gezeigt, unter anderem bei den Sendern der ProSiebenSat.1 Media und der RTL Group.[90]

In Italien (1997)[91] und Israel (1998)[92] wurde der Film jeweils am Jom haScho’a erstausgestrahlt, dem israelischen Nationalfeiertag zum Gedenken an die Shoah-Opfer und die jüdischen Widerstandskämpfer. Wie auch bei den Erstausstrahlungen in anderen Ländern, darunter Deutschland, wurde die italienische Erstsendung des Films von thematisch verwandten Sendungen flankiert, d. h. zusammen etwa mit Dokumentarfilmen über den Holocaust gezeigt. Der italienische Sender Rai Uno machte den 5. Mai 1997, den Tag der Erstausstrahlung, sogar zu einem entsprechenden Thementag, dem ersten mit diesem Thema in der italienischen Fernsehgeschichte.[91]

In mehreren Ländern erreichten die Erstausstrahlungen außergewöhnlich hohe Einschaltquoten und stellten dabei teils Rekorde auf. In den Vereinigten Staaten sahen den Film circa 65 Millionen Menschen, wodurch er – von Sportübertragungen abgesehen – zur bis dato meistgesehenen Sendung während der US-Fernsehsaison 1996/97 wurde.[93] In Italien erreichte er 12,3 Millionen Zuschauer und mit fast 51 % einen der höchsten Marktanteile seit 1987,[91] in Israel mit 48,8 % den höchsten Marktanteil im ersten Jahrzehnt seit Bestehen des Kanals 2.[92] In Deutschland sahen ihn 6,74 Millionen Zuschauer.[94]

In manchen Ländern gab es wegen der Fernsehwerbung oder des Jugendschutzes öffentliche Diskussionen und Kritik (→ Hauptabschnitt Kritik an der Fernsehausstrahlung).

Heimkino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimvideo-Veröffentlichungsdaten
Format USA Dtl.[1]
VHS 17. Aug. 1994[95] 18. Jan. 1995
LaserDisc 21. Sep. 1994[95] 1994[96]
DVD 9. März 2004[97] 2. Apr. 2004
Blu-ray (20. Jubiläum) 5. März 2013[98] 11. Apr. 2013
Blu-ray (25. Jubiläum) 18. Dez. 2018[99] 28. März 2019
Ultra HD Blu-ray 18. Dez. 2018[100] 28. März 2019

Der Film erschien in allen gängigen Heimkino-Videoformaten auf Englisch und auch auf Deutsch. Zudem nahmen ihn auch Video-on-Demand-Anbieter in ihr Angebot auf.

Die deutsche Fassung brachte der Verleih CIC Video am 18. Januar 1995 als Kaufvideokassette in den Handel. Dabei stellte er die Veröffentlichung unter das Leitthema „Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen“ und finanzierte im Zuge dessen auch Projekte und Wettbewerbe an Schulen.[101] Erstmals auf DVD erschien der Film 2004. Zum ersten Mal auf Blu-ray und damit in Full-HD-Bildauflösung brachte man den Film – in der 2012 restaurierten Fassung – 2013 in den Handel; die US-Ausgabe und manche deutschsprachigen Ausgaben dieser Veröffentlichung sind im Titel unter das 20-jährige Jubiläum des Films gestellt. Im Anschluss an die Kino-Wiederaufführung des Films anlässlich des 25-jährigen Jubiläums erschien der Film im Dezember 2018 (USA) bzw. März 2019 (Deutschland) abermals auf Blu-ray sowie erstmals – in Ultra-HD-Bildauflösung und mit Dolby-Atmos-Raumklang – auf Ultra HD Blu-ray.[1] In der deutschen Ausgabe dieser Edition ist der Film zudem erstmals barrierefrei mit deutscher Audiodeskription enthalten.[102]

Je Format erschienen unterschiedlich ausgestattete Ausgaben. Auf DVD wurde er wahlweise als Widescreen-Fassung und im 4:3-Bildformat veröffentlicht.[103] Ausgaben des Films in neueren Formaten wie Blu-ray wurden teils auch zusammen mit dem Film in anderen Formaten vertrieben, darunter DVD, Digital Copy und UltraViolet.[98] Die Ausgaben enthalten als Zugaben teilweise ein Booklet, ein Poster, eine Soundtrack-CD, Keneallys Romanvorlage, eine Fotosammlung oder Dokumentarfilme.[95] Zu letzteren gehört der erstmals auf DVD erschienene Film Voices from the List, in dem sich Holocaust-Überlebende zu Ereignissen aus dem Film äußern. Die UHD-Blu-ray- und Blu-ray-Ausgaben von 2018 enthalten als Zugabe erstmals Schindler’s List: 25 Years Later, die Aufzeichnung einer Podiumsdiskussion zwischen der Filmkritikerin Janet Maslin, dem Regisseur und Hauptdarstellern über die Entstehungsgeschichte des Films.[100]

In Rezensionen wurden Bild- und Tonqualität sowie Ausstattung der DVD-, Blu-ray- und UHD-Blu-ray-Ausgaben meist als sehr gut, teils als herausragend beurteilt.[1][100][104]

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestehend aus 14 Titeln, erschien der Soundtrack zum Film am 16. Dezember 1993 bei MCA Records auf Musikkassette und Audio-CD.[95] Anlässlich der Wiederaufführung des Films zu dessen 25-jährigem Jubiläum veröffentlichte das Label La-La Land Records am 27. November 2018 eine um sechs Titel erweiterte Edition des Soundtracks, die auf 4.000 Exemplare limitiert ist.[105]

Filmhistorische Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schindlers Liste wurde in Medien als erster Film eines der großen Hollywood-Filmstudios[106] bzw. als erster großer Kinofilm überhaupt[7] eingeordnet, der den Holocaust zum zentralen Thema hat. Vorherige filmische Werke, die den Holocaust thematisieren, waren im Fernsehen oder außerhalb der Vereinigten Staaten erschienen. Auf sie wird in der Rezeption zum Film teilweise verwiesen. Zu ihnen gehört der von Alain Resnais inszenierte französische Dokumentarfilm Nacht und Nebel von 1955, bei dem es sich um den ersten Dokumentarfilm mit diesem Thema handelt. Der mehrteilige US-Fernsehfilm Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss, inszeniert von Marvin J. Chomsky und erstausgestrahlt 1978, erzählt die fiktive Geschichte einer jüdischen Arztfamilie aus Berlin zur Zeit des Nationalsozialismus. Im Zuge seiner deutschen Erstausstrahlung 1979 kam es in Westdeutschland zu einer breiten öffentlichen Debatte, machte er doch den Holocaust in der Öffentlichkeit präsent, die ihn bis dahin in vielen Aspekten verleugnet hatte.[55] Von dem französischen Regisseur Claude Lanzmann stammt der neunstündige Dokumentarfilm Shoah. 1985 erschienen, erzählt er vorwiegend anhand von langen Interviews mit Zeitzeugen von der systematischen Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten und verzichtet dabei gänzlich auf historisches Filmmaterial.

Öffentliche Reaktionen und Kritik zur Kino-Erstaufführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewertungen (Auswahl)
Medium Bewertung
Rotten Tomatoes Tomatometer:[107] 97 %[108]
Metacritic Metascore:[107] 94 %[109]
CinemaScore A+[110]
FBW „Besonders wertvoll“[111]
Film-Dienst (LdIF) 4 von 5 Sternen[1]
epd Film 4 von 5 Sternen[112]

Eine Vielzahl von Kritikern beurteilte den Film überaus positiv, darunter auch als fesselnd, kraftvoll, bewegend, herausragend, monumental und Meisterwerk. Sie bescheinigten Spielberg Erfolg bei der Verfilmung des Buches und dem Drehbuch eine gelungene Adaption für das Medium Film. Inszenierung und Kameraführung fanden viel Zuspruch, ebenso wie die Besetzung der Hauptrollen und die Leistung der Darsteller.

Einige Kritiker hoben anerkennend hervor, dass Spielberg den Protagonisten Oskar Schindler in dem Film nicht weniger ambivalent gemacht habe, als er in Keneallys Roman erscheine beziehungsweise als historisch überliefert; dass er keine finale Erklärung dafür biete, warum Schindler sich von einem opportunistischen Kriegsgewinnler zu einem Retter der Juden gewandelt habe.[113][114]

Manche Kritiker, auch diejenigen, die sich hauptsächlich positiv über den Film äußerten, störten sich am Filmende. Sie empfanden es als unpassend, als zu sentimental und melodramatisch, insbesondere äußerten sie sich ablehnend über die Rede Schindlers vor den Juden in seiner Fabrik, sie sei für seine Figur deplatziert.

Zusätzlich zu urteilenden Stimmen über den Film stellten die Medien der Öffentlichkeit auch die historische Person Oskar Schindler vor. In zahlreichen Presseartikeln thematisierten sie sein Wirken zur Rettung der Juden während des Zweiten Weltkrieges und sein Nachkriegsleben, welches von wirtschaftlicher Not und mangelnder Aufmerksamkeit für seine Leistung geprägt war. Darüber hinaus rückten die Medien Menschen in den Mittelpunkt, die während des Holocaust ähnlich wie Schindler ebenfalls an der Rettung von Juden beteiligt waren, so zum Beispiel den Japaner Chiune Sugihara.[115] Schindler wurde so zu einer Symbolfigur für Menschen, die sich während der Naziherrschaft für die Rettung von Juden eingesetzt hatten.

Debatte um Darstellbarkeit des Holocaust[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An dem Film entzündete sich die Frage, ob der Holocaust mit künstlerischen bzw. filmischen Mitteln überhaupt darstellbar sei. Während die einen meinten, dass er durchaus darstellbar sei, sprachen sich andere strikt gegen jede Darstellung aus. Eine bestimmende und vielzitierte Stimme unter den Darstellbarkeitsgegnern war der französische Shoah-Regisseur Claude Lanzmann, dessen Kritik erstmals am 3. März 1994 in der französischen Zeitung Le Monde und später auch in anderen Sprachen und Ländern erschien, darunter Deutsch übersetzt in der FAZ und im Standard. Es sei, so Lanzmann, seine „tiefste Überzeugung“, dass jede Darstellung verboten sei und dass die Fiktion grundsätzlich eine Übertretung der Grenze zu dem Maß an Gräueln sei, das den Holocaust umgebe. In diesem Sinne trivialisiere der Film den Holocaust ebenso wie es die Holocaust-Fernsehserie getan habe.[116] Ähnliche Meinungen vertraten die Historiker Tom Segev (Israel) und Raul Hilberg (USA) in verschiedenen Zeitungen. Der Holocaust benötige keine „dramatischen Injektionen oder emotionale Manipulation“, meinte Segev zum Beispiel in der Haaretz.[117] Für Hilberg gab es „nur einen Claude Lanzmann, nur einen Shoah“, und es sei „unmöglich, etwas besseres oder mehr davon zu machen“, schrieb er im französischen Wochenmagazin Globe Hebdo. Ablehnend äußerte sich außerdem der französische Philosoph Alain Finkielkraut, der den Film in der Schweizer Revue Juive als eine „Herabsetzung der Erinnerung“ beurteilte.[118]

Zu den Befürwortern gehörte der Journalist Andreas Kilb, der in seiner Vorbesprechung des Films in der deutschen Zeit die Frage nach der Darstellbarkeit des Holocaust als „ebenso eindrucksvoll wie endgültig“ beantwortete.[119] Auch der Spiegel-Autor Urs Jenny sprach sich, den Film lobend, für die Darstellbarkeit aus.[120]

Zudem widersprachen etliche Autoren den Darstellbarkeitsgegnern. Der französische Filmkritiker Pierre Billard zum Beispiel nannte Lanzmann, Hilberg und die restlichen Kritiker in der Wochenzeitung Le Point „die neuen Fundamentalisten“ und beschuldigte sie, Spielbergs Film mit einer verglichen mit anderen Filmen, die den Holocaust thematisieren, nie dagewesenen Strenge kritisiert zu haben. Sie hätten die Kritik nur geübt, weil der Film von einem Hollywood-Regisseur stamme, und seine ästhetischen Verdienste unberücksichtigt gelassen.[121] Der israelische Historiker Yehuda Bauer nannte Segevs „ideologische Plattform“, wonach der Holocaust nicht dargestellt werden sollte, in der Haaretz „völliger Unsinn“. Die von Spielberg gewählten Codes zum Umgang mit dem Holocaust seien „adäquat für den Umgang mit dem Teufel“.[122] Der niederländische Filmemacher Ludi Boeken meinte in der Zeitung Libération, niemand besitze „das Urheberrecht über die Erinnerung“.[123] Für die Darstellung des Holocaust mit filmischen Mitteln auch nach Lanzmanns Dokumentarfilm sprachen sich außerdem die Journalistin Mariam Nirumand in der taz und der Dokumentarfilmregisseur Erwin Leiser in der Weltwoche aus. Siegfried Kohlhammer störte sich in der Zeitschrift Merkur an Lanzmanns fehlender Begründung; dieser sei wie ein „Großinquisitor, der die Menschen einteilt“ in die, die ohne Gründe verstehen, und die, die nicht verstehen.[124]

Eine von Lanzmann, aber auch Anderen, kritisierte Stelle in dem Film ist die Szene, in der sich die Duschen im Vernichtungslager Auschwitz, unter denen die nackten Jüdinnen in Todesangst und Panik stehen, tatsächlich als solche statt als Gaskammern erweisen. Leon Wieseltier zum Beispiel kritisierte sie im Magazin The New Republic als „sadistischer Trick“ und als beispielhaft dafür, dass der Film jede Demut vor seinem Thema vermissen lasse.[125] Urs Jenny widersprach im Spiegel und meinte, dass es „keine Frage von Geschmack oder Diskretion“ sei, so etwas in einem Spielfilm zu zeigen, sondern „von Mut und Kunst.“[120]

Andere wesentliche Kritikpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in Bezug auf andere Aspekte ist der Film umstritten. Ein Vorwurf lautete, dass Spielberg mit der Rettung relativ weniger Juden eine Ausnahme zeigt, obwohl Millionen von ihnen vernichtet worden sind.[126] Auch, dass mit Schindler ein Deutscher mit NSDAP-Abzeichen gezeigt werde, also ein guter Deutscher, stieß auf Kritik. Zum Beispiel war es Claude Lanzmanns Hauptvorwurf gegen Spielberg, weil das die Geschichte des Holocaust in einem völlig anderen Licht erscheinen lasse.[116] Weiterhin wurde der Film nicht als Kunstwerk, sondern als Produkt bzw. Ware der Kulturindustrie betrachtet, und Spielberg in dem Zusammenhang verdächtigt, ein Handlanger und Profiteur dieser Industrie zu sein.[127]

Besonders jüdische und israelische Kritiker bemängelten die Rolle der Juden in dem Film. Diese würden als unpersönliche Masse ohne individuelle Eigenarten dargestellt. Zum Beispiel kritisierte die Auschwitz-Überlebende Cordelia Edvardson den Film im Svenska Dagbladet deshalb als verletzend und kaum berührend, die Opfer würden zur Masse und dadurch ihrer „einmaligen Individualität beraubt.“[128] Frank Rich meinte in der New York Times, dass die emotionale Wucht der Szenen, in denen Gräueltaten wie die Liquidation des Krakauer Ghettos gezeigt werden, durch die Anonymität der Juden in dem Film gedämpft würden. Die Juden verschwömmen in Abstraktion und aus ihnen würde „eine weitere entpersonalisierte Statistik des Massenmordes.“[129]

Vereinigte Staaten und Kanada[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erschien in den USA in einem Jahr, in dem – Ergebnissen einer Umfrage unter US-Amerikanern zufolge – 22 Prozent der Teilnehmer es für möglich hielten, dass die Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten nie stattgefunden habe, und in dem mehr als 50 Prozent der High-School-Schüler die Bedeutung des Wortes „Holocaust“ nicht kannten.[130] Vor diesem Hintergrund beurteilten US-Kritiker den Film denn auch und bejahten die Frage, ob mit Schindlers Liste ein weiterer Film über den Holocaust benötigt werde. In dem Zusammenhang wiesen sie auch darauf hin, dass manche Menschen die Shoah in Frage stellten.[131] Ebenfalls 1993, wenige Monate vor dem Erscheinen des Films, hatte das Holocaust-Museum in Washington, D. C. eröffnet, der Umgang mit dem Holocaust stand auch deswegen unter besonderer Beachtung.[130]

Der Film spielte auch in Bill Clintons Politik bezüglich des Bosnienkrieges eine Rolle. Auf die Frage eines Newsweek-Journalisten im Dezember 1993, inwieweit ihn der Film seine Bosnien-Politik habe überdenken lassen, sagte Clinton, dass „wir“ es uns nicht leisten könnten, völlig unbeteiligt zu bleiben.[130]

Einige Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem Ursprungsland erhielt der Film bei seiner Erstveröffentlichung mehrheitlich positive Kritiken, welche vor allem zum US-Kinostart Mitte Dezember 1993 erschienen. Die Kritiker der Leitmedien äußerten sich teils euphorisch. Roger Ebert etwa fand es in der Chicago Sun-Times bewundernswert, wie komplett Spielberg die Geschichte darbiete. Der Film sei „brillant gespielt, geschrieben, inszeniert und anzusehen“, einzelne Szenen seien „Meisterstücke der künstlerischen Leitung, Kameraführung, Spezialeffekte, Steuerung großer Menschenmengen.“[132] Der Journalist Stephen Schiff pries den Film im New Yorker als „den feinsten, je geschaffenen fiktionalen Beitrag über das größte Übel des Jahrhunderts“ an. Das „fast unaussprechliche Geheimnis“ des Films sei seine Unterhaltsamkeit, denn seine Großartigkeit rühre teils daher, dass er „schnell und energisch“ bewege, er seine „Geschichte voller Flair und Zufriedenheit“ erzähle, er neben Schmerz auch Katharsis biete und kurzum kein Lehrstück, sondern ein Kunstwerk sei.[133]

Zu der Art, in der der Holocaust in dem Film inszeniert wird, meinte Owen Gleiberman im Entertainment Weekly, dass Spielberg zu verstehen scheine, „dass zu viel konventionelle Empathie unsere Auffassung vom einzigartigen Horror des Holocaust untergraben würde.“[134] Spielberg behandle den Holocaust angemessen, nicht formelhaft, befand Ebert.[132] Gegensätzlicher Meinung war hierüber Fred Bruning im kanadischen Magazin Maclean’s: Der Regisseur habe die „Schurkerei“ stromlinienförmig gestaltet, steril und vertraut gemacht und keine anderen Interpretationen als seine eigene zugelassen, kurzum er habe „den Holocaust so fest verpackt wie ein Fertiggericht.“[135]

Nicht einverstanden mit der Auffassung, dass Schindler in dem Film nicht weniger ambivalent als in Keneallys Roman erscheine, war der Autor Philip Gourevitch. In der Washington Post wie auch der Zeitschrift Commentary kritisierte er, dass Spielbergs Auslassungen in der Charakterisierung des Protagonisten Schindler seine menschliche Komplexität entzögen und mit Nichts ersetzten. Indem Schindler im Film seiner Verleugnung des Nazismus beraubt sei, präsentiere der Regisseur „eine einfach mysteriöse Schöpfung, den guten Nazi.“[136]

Im New York Review of Books war der Autor Jason Epstein mit dem Film nicht einverstanden, hauptsächlich weil dieser sich auf Schindler als jemanden konzentriere, der sich durch atypische gute Taten auszeichne. Es sei dies „ein Problem falscher Schwerpunktsetzung“ und der „ästhetische und moralische Fehler“ des Films. Denn eine dramatische Darstellung von Hitlers Verbrechen sollte „uns aufgerüttelt und beschämt im Namen unserer Spezies“ hinterlassen. Weder greife der Film die vom Holocaust ausgehenden Fragen über unsere kollektive Vernunft auf, noch rege er seine Zuschauer dazu an, sich mit ihnen zu befassen.[137] Zustimmung zu Epsteins Haltung kam von dem jüdischen Rhetorik-Dozenten Alan G. Gross.[138]

Die Meinungen von Bruning und Gourevitch gehörten zu einer Reihe von Negativkritiken, die hauptsächlich nach dem Kinostart erschienen und deren Autoren sich gegen die vorherigen, einhellig positiven Kritiken wandten. Widerspruch zu den lobenden Stimmen kam auch vom Kritiker Jim Hoberman, der in seiner Polemik, die zuerst in der Village Voice und später auch Deutsch übersetzt in der taz erschien, die rhetorische Frage stellte, ob selbst der Holocaust „spielbergisiert“ werden könne.[139] Ebenfalls als Reaktion auf den breiten Zuspruch zu dem Film erschien in der Village Voice ein Symposium, in dem James E. Young, Art Spiegelman und sechs weitere Kritiker, Akademiker und Künstler den Film diskutierten und unter anderem die Auffassung äußerten, dass er nicht das letzte Wort über den Holocaust darstelle.[140]

Ilene Rosenzweig, Kritikerin von der jüdischen Zeitschrift The Forward, hob im Zusammenhang mit der unpersönlichen Darstellung der Juden als Masse Itzhak Stern, die einzige jüdische Hauptfigur, als den „König der jüdischen Feiglinge“ hervor. Der Regisseur habe vor dem Hintergrund, dass mit Schindler ein deutscher Christ der Held und Judenretter ist, „nichts Originelleres […] als einen bequemen Film über christliche Wiedergutmachung und jüdische Niederlage“ geschaffen.[141]

Kritiker hoben zur Leistung des Regisseurs hervor, dass dieser, bislang auf Unterhaltungsfilme für ein jugendliches Publikum spezialisiert, mit dem Film das für ihn ungewöhnliche, sehr ernste Thema Holocaust bewältigt habe. In dem Zusammenhang schrieben sie ihm zu, erwachsen geworden zu sein. Für Spielberg, so etwa Stephen Schiff im New Yorker, hatte der Film „den Effekt einer riesigen Bar Mitzvah, eines Übergangsritus. Aus Prinz Hal ist Heinrich V. geworden; der Dauphin hat sich zum König gewandelt.“[142]

Reaktionen unter ethnischen Minderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Vorführung des Films vor 69 vorwiegend afroamerikanischen und hispanischen Schülern im Januar 1994 in einem Kino im kalifornischen Oakland brach während einer Szene, in der eine Jüdin erschossen wird, Gelächter und Applaus unter einigen Zuschauern aus. Als daraufhin einige Zuschauer aus Protest den Saal verließen, unterbrach der Kinodirektor die Vorführung und verwies alle Schüler des Kinos. Das Ereignis wurde Thema in den US-Medien, woraufhin sich die Schüler, von ihrer Schule organisiert, für ihr Verhalten entschuldigten. Im Beisein von Kaliforniens Gouverneur Pete Wilson richtete Spielberg an der Schule eine Sondervorführung des Films aus und sprach dabei mit den Schülern über Rassenhass und Intoleranz. Auch mehr als 30 Holocaust-Überlebende meldeten sich, um an der Schule zu sprechen. Das vom Simon Wiesenthal Center betriebene Museum der Toleranz ehrte die Schule mit einem Preis. Schwarze und Moslems protestierten gegen Spielbergs Besuch und beklagten sich darüber, dass Verfolgung und Ermordung von Menschen aus ihren Bevölkerungsgruppen nicht thematisiert werde.[143][144]

Um Rassismus zu bekämpfen und das Verständnis im Konflikt zwischen Schwarzen und Juden zu fördern, ließ New Jerseys Gouverneurin Christine Whitman den Film 1994 als Teil einer von Spielberg unterstützten Initiative vor College-Studenten vorführen. Schwarze Bürger kritisierten Whitman daraufhin und forderten, auch Filme mit Schwarzen als unter Ungerechtigkeit Leidenden vorzuführen.[145]

Deutschland, Österreich und Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland brachten zahlreiche Printmedien anlässlich des Kinostarts jeweils mehrere Kritiken, Hintergrundberichte und Interviews, zudem war er Thema von Beiträgen in Radio und Fernsehen. Die kontrovers geführte Debatte über den Film und seine Wirkung hielt im Wesentlichen bis Ende April 1994 an. Insgesamt erschienen in deutschen Zeitungen und Zeitschriften über 1.000 Artikel zu dem Film.[146] Nach Einschätzung der Wissenschaftlerin Thiele (2001) habe das Lob für den Film insgesamt überwogen, wenngleich es auch sehr viele negative und abwägende Kommentare gegeben habe.[147]

Gesellschaftlich-politischer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Erscheinen des Films fiel in eine Zeit, in der Statistiken zufolge in Deutschland seit der deutschen Wiedervereinigung sowie in Österreich eine Zunahme von Rechtsterrorismus, rechtsextremen Bewegungen und Ausländerhass zu verzeichnen war. Eine Emnid-Studie über Antisemitismus ergab, dass ein Fünftel der Deutschen negativ gegenüber Juden eingestellt war und dass etwa die Hälfte der Deutschen der Meinung war, dass die Nazivergangenheit nun, nach der Wiedervereinigung des Landes, als erledigt betrachtet werden sollte. Im Monat des deutschen Kinostarts hob der Bundesgerichtshof ein Urteil des Mannheimer Landgerichts gegen den NPD-Vorsitzenden Günter Deckert wegen Volksverhetzung wieder auf und löste damit einen Eklat in den Medien aus, ehe das Bundesverfassungsgericht Mitte April dem BGH widersprach und die „Auschwitzlüge“ als nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt beurteilte. Vor diesem gesellschaftlich-politischen Hintergrund wie auch dem des Wahlkampfs im „Superwahljahr“ 1994 wurde auch der Film in den deutschen und österreichischen Medien beurteilt.[148][149][150]

Wahrnehmung als Mittel zur Aufklärung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde verbreitet als ein Mittel zur Aufklärung der Menschen über den Holocaust verstanden und als solches – wesentlich stärker denn in künstlerischer oder kinematographischer Hinsicht – gelobt.[151] Zum Beispiel betonte Bundespräsident Roman Herzog in einer Rede bei seinem Antrittsbesuch in Israel im Dezember 1994 eine derartige Wirkung auf junge Deutsche:

„Der Film ‘Schindlers Liste’ hat den Holocaust der jungen Generation in meinem Land zum ersten Mal nicht als abstrakte Katastrophe, sondern als etwas dargestellt, was Menschen betrifft und was ihnen daher nicht gleichgültig sein kann, gestern nicht, heute nicht und auch nicht morgen!“

Dem Film wurde verbreitet zugeschrieben, den Deutschen zu zeigen, dass Widerstand gegen die Naziherrschaft und die Judenverfolgung möglich bzw. stärker möglich, als gemeinhin angenommen, gewesen sei. In diesem Sinne schätzten ihn etliche Kritiker in deutschen Medien als passend dafür ein, die Deutschen zum Überdenken ihrer Vergangenheit zu motivieren. Zum Beispiel meinte FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher in seinem Leitartikel, dass der Film den Zuschauer zu der Frage zwinge, „wieso, was einem Oskar Schindler möglich war, nicht auch andere versuchten“. Dirk Kurbjuweit äußerte sich in der Zeit überzeugt davon, dass Schindler „eine Lebenslüge der Deutschen“ „entlarvt“ habe, da man „eben doch“ etwas habe tun können, „sogar als Trinker und Lebemann.“[153][154]

Reagierend auf Jason Epsteins Negativkritik im New York Review of Books, würdigte die deutsche Publizistin Marion Gräfin Dönhoff den Film ebendort dafür, ihr den komplett neuen Aspekt aufgezeigt zu haben, dass die Menschen, die Hitler während seiner Diktatur gefolgt seien, „nicht so inhuman wie ahuman“, mithin „keine menschlichen Wesen“ sowie „mechanische, gewalttätige Roboter“ gewesen seien. Und dass man sich in einem System gemeinschaftlicher Gewalt im Gegensatz zum Falle individueller Gewalttaten wohl nicht als Held fühlen könne, sei ein möglicher Grund dafür, dass die deutschen Jugendlichen bei den Kinobesuchen so tief bewegt seien.[155]

Manche Kritiker meinten, dass Schindler die Deutschen emotional entlaste, und sahen darin eine Gefahr. Zum Beispiel fragte Wolf Schön rhetorisch im Rheinischen Merkur, ob Spielberg „das deutsche Gewissen“ dazu einlade, „sich mit Hilfe seiner Lichtgestalt zu entlasten und sich der kollektiven Scham zu entledigen“.[156] Ein weiteres Beispiel ist der polemische Beitrag der Literaturkritikerin Sigrid Löffler in der Wochenpost. Der Film, den sie als misslungen beurteilte, funktioniere „als seelische Schnell-Reinigung, als Instant-Absolution, als Gefühls-Quickie“; die Kino-Eintrittskarte werde „zum bequemen Ablaßzettel“, wenn man mit den Schindlerjuden leide, bange, weine und schließlich jubele.[157]

Andere Kritiker richteten sich in ihren Beiträgen gegen Einwände, wonach der Film bzw. Schindler die Deutschen emotional entlaste.[154] Hans-Ulrich Jörges verurteilte Löfflers Aussage um den Ausdruck „Ablaßzettel“ in der Woche als „zynische Verirrung“, auch angesichts von Aussagen wie der an jüdische Repräsentanten gerichteten Warnung eines CDU-Bundestagsabgeordneten davor, angesichts des Antisemitismus „den Holocaust gegen uns zu instrumentalisieren“. Insofern, so Jörges, sei der Film „unverzichtbar zur Immunisierung der jungen Generation“[149] Ähnliche Aussagen von Politikern führte Gabriele von Arnim in der SZ mit Blick auf die Wahlen als Beispiele für einen „Rechtsruck“ an, bei dessen Enttarnung als „Gefährdung für uns alle“ der Film helfen könne.[158] Ähnlich die Meinung von Simon Wiesenthal, der den Film im Standard als „Mittel zur Bekämpfung der Gleichgültigkeit gegenüber dem Neonazismus“ beurteilte.[159]

Der Filmkritiker Georg Seeßlen machte im Freitag lobend auch darauf aufmerksam, dass Spielberg die Schuld der Nazis – im Gegensatz zu „unseren Mythen“ – „keineswegs nur in einer Art von ideologischer Verblendung“ sehe, „sondern auch in einem System schamloser, mörderischer Bereicherung“. Daher sei der Film auch geeignet als „Vorgriff auf eine noch nicht geführte Debatte um die Verantwortung des Kapitals für das Elend der Welt“.[160]

Künstlerische Beurteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Kritikern vieler Zeitungen, darunter von Bild, FAZ, Wochenpost, Tagesspiegel und Neues Deutschland, wurde der Film als „Meisterwerk“ gefeiert. Positive Kritiken priesen den Film hinsichtlich seiner Kinematographie und beurteilten diese in dem Zusammenhang als eher europäisch denn amerikanisch.[161] Im Spiegel lobte Urs Jenny, dass Spielberg „so genau und brillant wie noch nie“ erzähle, „so lebendig in jedem Detail, so voller Lust und ebendeshalb so eindringlich, so dicht, daß dem Zuschauer der Atem stockt.“[120]

Franz Everschor beurteilte das Werk im Film-Dienst, aus dem sich das Lexikon des Internationalen Films speist, als „besser als erwartet und schlechter als erhofft“, da Spielberg „auch mit Handkamera und Schwarzweißfilm“ außerstande sei, „etwas völlig anderes als einen Hollywoodfilm zu machen“, „aber gleichzeitig in der Gigantomanie der Szenerien und Ereignisse die kleinen, scheinbar unwesentlichen, aber doch so bezeichnenden Details“ nicht untergingen. Lobenswerterweise habe er „mehr, als man zuvor vermutet hätte, seiner Neigung zur Emotionalisierung entsagt“, und versuche er innerhalb „seines von Hollywood geprägten Denkens beharrlich“, „bei der nackten Wahrheit zu bleiben, statt sie in eine melodramatische Legende umzumünzen“ – von wenigen Klischees abgesehen, darunter dem klavierspielenden SS-Offizier während der Liquidierung des Ghettos.[162] Ähnlich urteilte Sabine Horst in der epd Film: Es mache „einen Teil der Redlichkeit des Films aus“, dass er darauf verzichte, „»originelle«, spektakuläre oder spekulative Bilder zu entwerfen“.[112] Im gleichen Zusammenhang hoben auch manche Kritiker hervor, dass der Film inszenatorisch nicht mit der Fernsehserie Holocaust und – wie es etwa in der Cinema hieß – deren „Seifenoper-Trivialisierung“ vergleichbar sei.[163]

Kritik von Will Tremper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Artikel Indiana Jones im Ghetto von Krakau, der in der Beilage Geistige Welt der Zeitung Die Welt vor dem deutschen Kinostart erschien, beurteilte sich der Journalist Will Tremper als denjenigen mit mehr Erfahrung in der Geschichte der Judenverfolgung als Spielberg und lehnte es ab, sich „als Deutscher im Kollektiv schuldig zu fühlen.“ Unter Berufung auf einen Teil der Posener Reden des Reichsführers SS Heinrich Himmler vom Oktober 1943 kritisierte Tremper, dass die „wildwestartige Räumung des Ghettos […] so blutrünstig nicht verlaufen sein“ könne wie im Film dargestellt. Weiterhin beurteilte er die im Film gezeigten „sexuellen Intimitäten zwischen SS-Männern und nackten Jüdinnen“ als unrealistisch und vermutete, dass die Zeugen und Überlebenden der Zeit im Krakauer Ghetto ihre Aussagen, auf denen der Roman und der Film basieren, dramatisiert hätten.[164]

Über Trempers Äußerungen empörten sich etliche Kritiker. Artur Brauner zum Beispiel verurteilte in einem Beitrag in derselben Zeitung Trempers Artikel als skandalöses „Pamphlet“, und meinte, dass er sich mit der „versuchten Reinwaschung der SS […] politisch disqualifiziert“ habe.[165] Elisabeth Bauschmid meinte in der Süddeutschen Zeitung, dass Tremper sich einer „verqueren Logik“ bediene, „in der die Leidenschaftslosigkeit des bürokratisch organisierten Fließbandmords noch zum Tugend-Argument gegen den gewöhnlichen, den privaten Sadismus wird.“ Trempers Äußerungen seien beispielhaft für „die augenblickliche Stimmung kollektiver Reinwaschung durch Vergessen.“[166] Jan Gympel hingegen verteidigte Tremper im Tagesspiegel und beklagte die Auffassung, wonach Filme über deutsche Verbrechen durch Deutsche grundsätzlich nicht schlecht beurteilt werden dürften.[167]

Redakteure der Zeitung Die Welt wehrten sich in einem Protestbrief an die Leiter der Zeitung gegen Trempers Filmkritik, aber auch andere, im Ressort Geistige Welt erschienenen Beiträge. Sie beurteilten sie als Hinwendung zur politischen Rechten und damit als abweichend von der traditionellen Linie der Zeitung. Der Leiter des Kultur-Ressorts der Welt sowie Rainer Zitelmann, Leiter des Ressorts Geistige Welt, mussten deshalb ihre Posten aufgeben, zudem verzichtete die Zeitung fortan auf Trempers Dienste. 2016 erinnerte die Welt an Trempers Beitrag als Fehlurteil.[168][169]

Antisemitismus-Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Tagesspiegel vom 10. März 1994 urteilte Günther Rühle über den Film, seine Wirkung und seinen Erfolg: „Mit Schindler verdienen viele Leute derzeit viel Geld.“[170] Der Publizist Henryk M. Broder glaubte in Rühles Äußerung den „Vorwurf der jüdischen Geschäftemacherei“ zu erkennen, ein antimitisches Stereotyp, wie er in seinem Beitrag Kritik der dummen Kerls Mitte März 1994 in der FAZ schrieb. Darin unterstellte er Löffler und Tremper ebenfalls Antisemitismus. Deren und Rühles Kritiken fielen, so Broder, unter den vielen positiven, abwägenden Kritiken aus dem Rahmen und seien für die öffentliche Meinung zum Verhältnis der Deutschen und Juden „eher charakteristisch als für den Stand der veröffentlichten Meinungen“, mit denen sich Broder auf die Ergebnisse einer entsprechenden emnid-Meinungsumfrage bezog. Löffler, Tremper und Rühle wollten, so Broder, „von dem ganzen Judenkram nichts mehr wissen“.[171][172]

Etliche Kritiker wandten sich gegen die von Broder vorgebrachte Anschuldigung des Antisemitismus. Michael Wolffsohn etwa warnte in der FAZ davor, die Kritiker des Films „in die rechte Ecke zu stellen“. Wer Tremper und Löffler als Antisemiten bezeichne, kenne nicht „Brutalität und Rassismus der wirklichen Antisemiten.“[173] Klaus Rainer Röhl pflichtete Wolffsohn in der Wochenpost bei und glaubte in den Äußerungen Broders, für den, so Röhl, „alle Deutschen Antisemiten“ seien, eine „neue Qualität der Antisemiten-Macherei“ zu erkennen.[174] Gegen Röhls Artikel wiederum wandte sich Elke Schmitter in der taz. Sie unterstellte ihm darin ihrerseits Antisemitismus und warf ihm vor, Broder mit der Aussage falsch wiedergegeben zu haben, wonach alle Deutschen Antisemiten seien.[175]

Danach, in einem Mitte April 1994 erschienenen Artikel in der Zeitung Die Woche, wandte sich Broder, reagierend auf das mediale Echo auf seinen Beitrag, gegen „intellektuelle Linienrichter“ und Bedenkenträger, denen es nicht um die Frage nach der angemessenen Darstellbarkeit des Massenmordes gehe, sondern darum, dass Spielberg mit dem Film in die Domäne jener eingebrochen sei, „die bislang das Monopol auf die ‚Bewältigung der Vergangenheit‘ verwaltet“ hätten.[176]

Eigene Bemühungen um Verfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manche Medien berichteten auch von den tatsächlichen, aber gescheiterten Bestrebungen zur Verfilmung von Schindlers Geschichte sowohl durch MGM in Hollywood als auch in Deutschland. Der Berliner Filmproduzent Artur Brauner hatte Entsprechendes 1984 und 1992 geplant und jeweils bei der Filmförderungsanstalt finanzielle Hilfen zur Produktion einer Verfilmung beantragt, für die auch Klaus Maria Brandauer als Hauptdarsteller vorgesehen war. Die Institution lehnte den Antrag jedoch ab, auch da sie den Vorhaben ungenügenden wirtschaftlichen Nutzen beimaß. Beim zweiten Versuch 1992 beurteilte die Anstalt den Schindler-Stoff überdies als „spekulativ“ und in der Wirkung „wie eine mit Emotionen aufgeladene Kolportage“.[177]

Auch unabhängig von Brauners Bemühungen fragten sich etliche Kritiker, warum keine deutschen Regisseure und Produzenten es gewagt hätten, Keneallys Buch zu verfilmen. Auf diese Frage reagierend, beurteilte der Regisseur Volker Schlöndorff in einem Brief an die Zeitung Die Woche einen solchen Versuch als wahrscheinlich „peinlich“; der Film wäre – so der Wissenschaftler William J. Niven über Schlöndorffs Auffassung – „möglicherweise als ein Akt von Selbstbefreiung verstanden worden“.[178]

Andere Wirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht vom 24. auf den 25. März 1994 verübten Jugendliche einen antisemitisch motivierten Brandanschlag auf die Lübecker Synagoge, den ersten dieser Art seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Etliche Journalisten, aber auch Ignatz Bubis und der Historiker Julius H. Schoeps, äußerten danach die Vermutung, dass die Vorführungen des Films den Anschlag mit begünstigt hätten. Bubis meinte überdies, dass Trempers Negativkritik in der Welt-Beilage mit dafür verantwortlich gewesen sei.[179]

Die antideutsche Gruppe Initiative Sozialistisches Forum gab 1994 das Buch Schindlerdeutsche – Ein Kinotraum vom Dritten Reich heraus, das stark polemische, vorwiegend gegen den Film und seine positive Rezeption gerichtete Beiträge versammelt. Der Klappentext bezeichnet den Film als „hartes Stück Kulturindustrie“, das dem Publikum genau das widerspiegele, was sich „das gesunde Volksempfinden“ schon immer über den Faschismus gedacht habe, und das zeige, was alle schon gewusst hätten, „als herzergreifende Erkenntnis, inszeniert […] als Aha-Erlebnis“. Zu den Autoren gehören Eike Geisel, Detlev Claussen, Joachim Bruhn, Lothar Baier und Dierk Spreen.

Der Film wurde auch als Mittel im Wahlkampf eingesetzt. Zum Beispiel warb die Sozialdemokratische Partei Europas vor der Europawahl für sich als antirassistische Partei, indem sie in ganzseitigen Anzeigen in deutschen meinungsführenden Medien auf den Film und seinen Erfolg bei der Oscarverleihung verwies.[180]

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Frankreich stieß der Film ebenfalls auf ein immens großes Interesse der Medien, von denen ihn viele als Ereignis begrüßten. Ein dominierendes Thema war die von Lanzmann, Hilberg und Segev geprägte Debatte um die (Nicht-)Darstellbarkeit des Holocaust. Im Figaro gab sich die Historikerin Annie Kriegel davon überzeugt, dass der Film in der französischen Presse deswegen eine so leidenschaftliche und teils aggressive Debatte ausgelöst habe, weil es in Frankreich den typisch französischen Verdacht gegenüber dem für Hollywood charakteristischen Geist des Kommerzialismus gebe, der das Risiko berge, die Integrität von Film als künstlerischem Medium zu verletzen. Es sei dies der Verdacht, der Frankreich 1994 in den Verhandlungen zum Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen dazu bewogen habe, für sich eine Ausnahme betreffs Kinofilmen zu bewirken.[181]

Tschechien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschechische Medien nahmen den Film zumindest anfangs positiv auf. Sie fokussierten sich in ihren Reaktionen vor allem auf Schindlers Herkunft als Sudetendeutscher, jener Volksgruppe, deren Mitglieder von vielen Tschechen für ihre Unterstützung der Besetzung der Tschechoslowakei durch Nazideutschland nach wie vor Ablehnung erfuhren. Vor diesem Hintergrund und dem Umstand, dass der Film mit Schindler einen „guten Deutschen“ zeigt, wurde der Film von vielen Kritikern als eine mögliche Brücke zwischen Tschechen und Tschechisch-Deutschen im Exil verstanden.[182] In der Zeitung Mladá fronta Dnes hieß es in dem Zusammenhang, dass der Film „uns dabei helfen kann zu lernen, differenzierter mit Kritik in unserer Vergangenheit umzugehen“, und, dass „die allgemeinen Verdammungen der Sudetendeutschen nicht für immer bestehen können“.[183]

Die offizielle tschechische Premierenvorstellung des Films fand am 10. März 1994 in Prag im Beisein des Staatspräsidenten Václav Havel statt. Tags zuvor hatte es allerdings schon eine Voraufführung in Zwittau gegeben, dem Geburtsort von Oskar Schindler. Waren 1991 Bemühungen zur Errichtung eines Schindler-Denkmals in der Stadt – sowohl durch die deutsche katholische Ackermann-Gemeinde, die sich für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Tschechen einsetzt, als auch einen Schindlerjuden – noch erfolglos geblieben, so führte erst der internationale Erfolg des Films 1994 dazu, dass die Stadt ein Denkmal errichtete, das Schindler ehrt; es wurde gegenüber seinem Geburtshaus aufgestellt und am Tag der Voraufführung eingeweiht. Außerdem wurde eine von der Ackermann-Gemeinde finanzierte Gedenktafel installiert. Durch diese kam es im August 1994 zu einer Kontroverse im tschechischen Parlament. Dabei beschuldigte die rechtsextreme Partei Sdružení pro republiku – Republikánská strana Československa die Erbauer der Tafel des kriminellen Verhaltens durch das Unterstützen von Bewegungen, die sich gegen Bürgerrechte einsetzen. Darauf reagierend, verwies Premierminister Václav Klaus auf die Justiz als zuständiges Organ für die Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Gedenktafel.[183]

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Polen wurde der Film wegen der Mitwirkung der Polen an seiner Entstehung, aber auch der in Polen gelegenen Drehorte, von vielen Journalisten mit Stolz und Wohlwollen aufgenommen. Auch der Regisseur Andrzej Wajda lobte den Film in diesem Sinne und beurteilte die polnische Kinematographie als internationalen Standards genügend.[126] Der polnische Kulturstaatssekretär Waldemar Dąbrowski, dem Spielberg seine Entscheidung für das Drehen des Films in Polen verdankt, befand ihn als „tief berührend“ und „ausgezeichnete Darstellung.“[184]

Auch die Rolle der Polen vor der Kamera beschäftigte die Kritiker. Die Kolumnistin Agnieszka Wroblewska etwa vermisste in ihrer Kritik in der Zeitung Życie Warszawy „ein bisschen Balance“ bei der Darstellung der Polen in dem Film. Zwar habe es nichtjüdische Polen wie das Mädchen gegeben, das den Juden auf ihrem Weg ins Krakauer Ghetto „Tschüss, ihr Juden!“ zuruft, aber auch andere. Schindlers Liste sei kein antipolnischer Film, im Grunde existiere Polen in ihm gar nicht.[185]

Entsprechend dem Abspann des Films leben „heute“ in Polen 4000 Juden und gibt es 6000 Nachkommen der von Schindler Geretteten. Viele Kritiker empfanden diese Zahlen als grob verfälschend, da sie suggerierten, dass mit Schindler ein einziger Deutscher mehr Juden gerettet habe als alle Polen zusammen.[186]

Zwei vorwiegend negative Filmkritiken, die in polnischen Medien erschienen waren, stießen bei der Polen-Korrespondentin Helga Hirsch in der deutschen Zeit auf scharfen Widerspruch. Die Auffassung des Kritikers der Tageszeitung Gazeta Wyborcza, wonach Spielberg die historische Wahrheit verzerre, indem er nicht die „Normalität der Todesprozedur“ zeige, beurteilte Hirsch als die „Fortführung des tiefverankerten Klischees von Polen über die Deutschen im Dritten Reich“, dem zufolge alle Deutschen als „Hitleristen“[187] „integrierte Räder eines Unterdrückungs- und Gewaltapparats“ gewesen seien und es unter ihnen keine Ausnahmen gegeben habe. Im Nachrichtenmagazin Polityka kam eine starke Abneigung gegen Schindler als Retter zum Ausdruck, denn dieser habe nur geholfen, weil er feige, gierig und opportunistisch gewesen sei. Diese Suggestion sei, so Hirsch, „unehrlich und denunziatorisch zugleich“, unter anderem weil auch nicht alle Polen aus idealistischen Motiven geholfen hätten.[126]

Israel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Israel löste der Film ein innerhalb der Geschichte des Landes beispielloses mediales Echo aus. Wie der Londoner Autor Haim Bresheeth festhielt, sei über den Film in kurzer Zeit mehr geschrieben worden als über jeden anderen, in Israel gezeigten Film. Sowohl Befürworter als auch Gegner des Films hätten sich einer so emotionsgeladenen Sprache und Argumentation bedient, wie es sie in israelischen Filmrezensionen zuvor noch nicht gegeben habe.[188]

Zu den schärfsten Kritikern des Films gehörte der Journalist Tom Segev. In seinem Artikel Spielberg’s Holocaust Park, der einige Tage vor dem Kinostart in der Zeitung Haaretz erschien, sprach er dem Regisseur seine in einem Interview geäußerte Intention ab, das Filmbudget für seine zweite Bar Mitzvah investiert zu haben. Wie schon bei E.T. und Jurassic Park habe das Budget ihm den Zweck erfüllt, Profit zu erwirtschaften. An Spielberg gerichtet, meinte Segev dazu: „Erspar uns diesen Scheiß!“[127]

In zahlreichen Briefen an Medien dankten Holocaust-Überlebende dem Regisseur dafür, ihrer sonst so schwierig zu visualisierenden Notlage auf realistische Weise Ausdruck verschafft zu haben. Lobend über den Regisseur und bejahend zur Darstellbarkeit des Holocaust äußerte sich auch der Kritiker Uri Schin in der Zeitung Davar: Spielberg finde mit dem Film eine zwar „parteiische, aber komplexe Art, mit dem schmerzhaften Thema“ umzugehen und gleite dabei nicht in die „Pornografie von Horror“ ab. Es gelinge ihm „das, worin die Vielen und Guten gescheitert“ seien.[189]

Israelische Kritiker bemängelten besonders, dass der Film in seinen historischen Details ungenau sei. Zum Beispiel ging es dabei um die Vielzahl von Akzenten in der Aussprache, darunter auch einen unpassenden israelischen Akzent. Als wesentliche historische Unstimmigkeit beurteilten viele israelische Kritiker bei Vorab-Vorführungen des Films das Lied Jerusalem aus Gold von 1967, das nach dem Sechstagekrieg als inoffizielle Siegeshymne populär wurde. Auf die Kritik reagierend, ließ Spielberg das Lied in der israelischen Fassung des Films durch das Stück To Caesarea ersetzen, das von der ungarischen Widerstandskämpferin Hannah Szenes stammt.[190]

Islamische Welt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Indonesien und Ägypten begründeten die Verbote des Films in ihren Ländern mit den Gewalt- und Nacktszenen.[191] Dem Verbot in Indonesien war eine mehrwöchige öffentliche Diskussion über den Film vorausgegangen, in der das Committee for World Muslim Solidarity ihn zudem als „zionistische Propaganda“ verurteilt hatte. Islamische Gelehrte meinten, der Film wolle die Welt die Grausamkeit der Juden gegen die Palästinenser vergessen machen. Mit ähnlicher Argumentation wurde der Film in Malaysia kritisiert. Der Premierminister des Landes, Mahathir bin Mohamad, sprach sich dabei gegen zionistische Expansion in arabische Territorien aus.[192] Gegen das Verbot in Malaysia protestierten jüdische Interessensvertretungen weltweit.[193] Der Verleih zog den Film zurück, nachdem seine Aufführung nur unter erheblichen Schnittauflagen erlaubt worden war, die Spielberg aber ablehnte.[63]

Der jordanische Informationsminister Jawad Anani sagte, dass es wegen des von einem Israeli verübten, antimuslimischen Massakers von Hebron am 25. April 1994 mit 29 Toten nicht die Zeit für den Film sei.[194] Im Libanon zog der Verleih Universal bzw. UIP den Film zurück, nachdem ein Verbot von Kinowerbung verordnet worden war.[63]

Das US-Außenministerium äußerte Bedauern über die Aufführungsverbote und verlautete, dass die Aufführung des Films dabei helfen könne, künftige Genozide zu verhindern.[63] Spielberg äußerte sich in Presse-Interviews überzeugt davon, dass Antisemitismus der Grund für die Aufführungsverbote sei.[194] Auch in diesem Zusammenhang warb er in Interviews für die Aufführung des Films, indem er auf die Parallelen zum Schicksal der von ethnischen Säuberungen bedrohten Bosniaken hinwies, die in ihm zum Ausdruck kämen.[63]

Spätere öffentliche Reaktionen und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik an der Fernsehausstrahlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der US-Fernseherstausstrahlung kam es wegen der Sendezeit und des Jugendschutzes zu einer öffentlichen Kontroverse, in der der konservative republikanische Politiker Tom Coburn NBC kritisierte, weil Kinder den Darstellungen von Nacktheit, Gewalt und Obszönität ausgesetzt seien. Fernsehschaffende und der republikanische Senator Al D’Amato wandten sich gegen Coburns Standpunkt. Die Nacktheit von Holocaust-Opfern im Konzentrationslager gleichzusetzen mit sexuellen Konnotationen, sei „ungeheuerlich und widerwärtig“, so D’Amato.[195]

In Deutschland entzündete sich an der Absicht, den Film mit Werbeunterbrechungen auszustrahlen, öffentliche Kritik durch jüdische Interessensvertretungen. Zum Beispiel Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, vermisste in diesem Zusammenhang „Rücksicht auf die Empfindlichkeiten von Überlebenden des Holocausts“. Seiner eigenen Aussage nach habe Bubis vergeblich versucht Spielberg zu überzeugen, die Fernsehrechte nur zu vergeben, wenn der Film werbefrei gezeigt werde.[89]

Reaktionen auf die Kino-Wiederaufführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch die Kino-Wiederaufführung des Films zu seinem 25. Erscheinungsjubiläum fand in den Medien breite Beachtung. Manche von ihnen bestätigten angesichts gestiegenen Antisemitismus in der Gesellschaft den nun zur Vermarktung verwendeten Slogan, der den Film als „Geschichte von Mut, den die Welt heute mehr als je zuvor braucht“, charakterisiert[196]. Auch wurde er als Mittel gegen Vergessen und Geschichtsfälschung hervorgehoben, das heute aktueller denn je sei.[197] In diesem Zusammenhang und im Kontext des deutschen Gedenktags für die NS-Opfer beurteilte ihn zum Beispiel der Pfarrer Benedikt Welter im Wort zum Sonntag als hilfreich.[198]

Mit der Frage nach der Darstellbarkeit des Holocaust mit den Mitteln der Massenunterhaltung bleibe der Film, hieß es in der Los Angeles Times, „eine Art von Prüfstein für Hollywood-Filmemacher“.[199]

Andere Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzerbewertungen in Filmdatenbanken
Medium Bewertung
Rotten Tomatoes 97 %[108]
Metacritic 8,8 von 10[109]
IMDb 8,9 von 10[200]
OFDb 8,33 von 10[201]
Filmstarts.de 4,6 von 5 Sternen[202]

Der ungarische Auschwitz-Überlebende und Literaturnobelpreisträger Imre Kertész verurteilte Schindlers Liste in einem Interview 2009 als „schlimmste[n] Film von allen“ und als „scheißfalsch“. Der Ausgangspunkt des Films, das positive Denken und das Erzählen der Geschichte aus dem Blickwinkel eines Siegers sei falsch. Der Ausgangspunkt eines KZ-Filmes könne „nur der Verlust sein, die Niederlage der europäischen Kulturzivilisation.“[203]

In Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde mitunter kritisiert, dass der Film für Jugendliche schon ab 12 Jahren freigegeben wurde. Zum Beispiel war er 2010 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in einer Liste von Filmen vertreten, die für Jugendliche ungeeignet seien. Der Kritik, der sich auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder angeschlossen hatte, widersprach ein FSK-Vertreter und erklärte mit Blick auf den Film, dass bei seiner Freigabe erst ab 16 Jahren jüngeren Menschen die Möglichkeit verwehrt würde, sich „intellektuell und emotional“ den KZ-Gräueltaten anzunähern.[204]

Würdigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmpreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Oscarverleihung 1994 erhielt der zwölfmal nominierte Film sieben Prämierungen. Dazu gehören die Oscars für den besten Film und die beste Regie sowie für Kamera, Musik, Schnitt, Szenenbild und adaptiertes Drehbuch. In den Schauspielerkategorien (Hauptdarsteller und Nebendarsteller) blieb es bei Nominierungen für Neeson und Fiennes, ebenso wie in den Kategorien für Kostümdesign, Make-up und Ton. Für den besten Film, das Drehbuch und die Regie gab es zudem je einen Golden Globe Award, bei insgesamt sechs Nominierungen. Die Gewerkschaften der Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseure zeichneten den Film ebenfalls aus. John Williams erhielt für seine Musikkomposition neben dem Oscar einen BMI Film & TV Award und einen Grammy Award, beim Golden Globe blieb es bei einer Nominierung. Etliche Auszeichnungen gab es überdies von den Filmkritikervereinigungen in Chicago, Dallas-Fort Worth, New York, Kansas und Los Angeles sowie von der National Society of Film Critics. Zudem wurde der Film mit dem Humanitas-Preis, dem Political Film Society Award und mit Preisen des National Board of Review geehrt.[205]

Auch außerhalb der Vereinigten Staaten wurden dem Film Auszeichnungen zuteil, überwiegend als bester ausländischer oder fremdsprachiger Film. In Deutschland gab es zwei Goldene Leinwände, davon eine mit Stern, sowie zwei Jupiter-Filmpreise. Daneben erhielt er vor allem Preise in Japan, darunter den Japanese Academy Award, den Kinema-Jumpō-Preis und einen Preis beim Mainichi Eiga Concours. In Großbritannien erhielt der Film – bei insgesamt 13 Nominierungen – in sieben Kategorien einen British Academy Film Award sowie Prämierungen beim London Critics’ Circle Film Award, dem Evening Standard British Film Award und von der British Society of Cinematographers. In Norwegen wurde dem Film ein Amanda verliehen. Bei Filmpreisen aus anderen europäischen Ländern blieb es überwiegend bei Nominierungen, darunter dem französischen César, dem schwedischen Guldbagge und den italienischen Preisen David di Donatello und Nastro d’Argento.[205]

Bei der Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises 2020 erhielt Universal Pictures Germany für die anlässlich der 25-jährigen Wiederaufführung angefertigte Audiodeskription den Sonderpreis der Jury.[206]

Teil von Auswahl- und Bestenlisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2000 wählte die Broadcast Film Critics Association den Film zum besten Kinofilm der 1990er Jahre.[207] 2004 nahm die Library of Congress das Werk als besonders erhaltenswerten Film in das National Film Registry auf.[208] Der Vatikan nahm den Film 1995 in seine Liste von 45 besonders empfehlenswerten Filmen auf.[209] In der 2016 erschienenen Liste der 80 bestinszenierten Filme der Directors Guild of America rangiert der Film auf Platz 8,[210] in der Liste der 101 großartigsten Drehbücher der Writers Guild of America (ca. 2005) auf Platz 49.[211] Auch in manchen Bestenlisten des American Film Institute ist der Film vertreten, darunter auf dem achten Platz der Liste der 100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten von 2007.[212] Auch in der 2005 erschienenen Time-Auswahl der besten 100 Filme von 1923 bis 2005 ist der Film enthalten.

Verdienstorden für Spielberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Film, für die Shoah Foundation und seine damit einhergehenden Verdienste zur Bewahrung der Geschichte des Holocaust erhielt Steven Spielberg mehrere Verdienstorden. In Deutschland wurde ihm 1998 das Bundesverdienstkreuz der Stufe Großes Verdienstkreuz mit Stern verliehen. Bei der Verleihung am 10. September 1998 im Berliner Schloss Bellevue sagte Bundespräsident Roman Herzog, dass Spielberg sich mit seinem Werk tiefen Respekt errungen habe. „Deutschland verdankt Ihnen ein Werk, das uns mehr gegeben hat, als Sie vielleicht selber ahnen“. Der Film, so Herzog, habe neue Maßstäbe für den Umgang mit dem sensiblen Thema Holocaust gesetzt und gezeigt, dass die Verantwortung des Einzelnen auch in einer Diktatur niemals aufhöre.[213] 2004 erhielt Spielberg den Verdienstorden der Italienischen Republik in Form des Großkreuzes. Bei der Verleihung am 14. April 2004 in Rom durch den italienischen Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi würdigte dieser Spielbergs „Zeugnis über die Grausamkeit der Geschichte“.[214][215]

Analyse und Interpretation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spannungsdramaturgie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Elementen der Spannungsdramaturgie des Films gehört, entsprechend der Darstellung der Filmwissenschaftlerin Corell, die Wandlung des Protagonisten Oskar Schindler von einer aus Sicht des Zuschauers antipathischen Figur hin zu einem Sympathieträger. Antipathie löst Schindler in der Anfangsphase des Films beim Publikum etwa dadurch aus, dass er es sich selbstzufrieden in einer Wohnung bequem macht, von der eine jüdische Familie zuvor enteignet wurde. In der mittleren Phase des Films lässt sich die Haltung des Zuschauers gegenüber Schindler als Kriegsgewinnler als schwankend zwischen Anti- und Sympathie verstehen. Exemplarisch dafür ist die Szene, in der er eine junge jüdische Frau erst dann empfängt, nachdem sie ihr äußeres Erscheinungsbild verbessert hat, und ihre Bitte, ihre Eltern vor dem Tod im Lager zu retten, unfreundlich mit dem Hinweis zurückweist, dass sein Interesse nur den handwerklichen Fähigkeiten der Arbeiter gilt. Schindlers Wandlung hin zu einem empathischen, mutigen Menschen wird im letzten Drittel des Films vollendet, er wird darin zu einem vorbildhaften Helden und einer positiven Identifikationsfigur. Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass er die in gleißender Sonne bereitstehenden Viehwaggons mit Wasser benässen lässt, um den darin gefangenen jüdischen Häftlingen Abkühlung zu verschaffen, oder er seiner Ehefrau verspricht, nie wieder von einem Portier oder Oberkellner verwechselt zu werden.[216]

Für Spannung sorgt auch, dass neben Schindler auch Amon Göth als schwer durchschaubar und schwer berechenbar dargestellt wird. Im Gegensatz zu Schindler macht Göth aber keine dauerhafte Wandlung zum Guten durch. Zum Beispiel zeigt Göth unter Schindlers Einfluss Anzeichen von Mitmenschlichkeit und verschont eine Lagerinsassin, die Zigarette raucht, vor dem Tod, erschießt dann aber den Jungen, der in seiner Villa arbeitet, wegen eines Vergehens. Zu den Parallelen zwischen Schindler und Göth gehören neben der Ambivalenz beider Charaktere auch ihr Vorteilsdenken und ihre Vorliebe für Luxus. Die Beziehung zwischen beiden Figuren oszilliert, so Corell, spannungsvoll zwischen Konkurrenz wegen gegenläufigen Zielen, einer gewissen Sympathie durch ähnliche Interessen und Zeichen von Freundschaftlichkeit.[217] Auch die Beziehung zwischen Oskar Schindler und Itzhak Stern gehört zu den spannungsgebenden Verhältnissen in dem Film. Stern verhält sich Schindler gegenüber zunächst reserviert und lehnt mehrfach einen von ihm angebotenen Drink ab, unsicher angesichts Schindlers wahrer Absichten. Insofern kann seine Haltung gegenüber Schindler auch als sinnbildlich für die des Zuschauers verstanden werden. Erst gegen Ende des Films bringt Stern Schindler ungetrübtes Vertrauen und freundschaftliche Gefühle entgegen.[218]

Zu den Spannungsverhältnissen des Films gehört auch, dass die Schindlerjuden ständig schwankend zwischen der Hoffnung auf Rettung und der Furcht vor neuer Lebensgefahr sind. Zudem gibt es Spannung dadurch, dass Spielberg regelmäßig dem überwiegend glücklich ausgehenden Schicksal der Schindlerjuden die Vernichtung anonymer Opfer gegenüberstellt. Zum Beispiel entkommen die Schindlerjüdinnen im KZ Auschwitz ihrer Ermordung, während eine anonyme Gruppe von Opfern in der Gaskammer ermordet wird. Des Weiteren gibt es dadurch Spannung, dass – entsprechend der Darstellung des Filmwissenschaftlers Korte – der Mord an den Juden nur in der ersten Hälfte des Films visualisiert wird, im weiteren Verlauf hingegen durch latente und akute Bedrohungsszenarien im Bewusstsein bzw. der Erinnerung des Zuschauers wachgehalten wird. Der Regisseur begrenzt damit die Visualisierung von Gewalt, er zeigt allenfalls deren Resultat oder deutet Tötungen nur an.[219] Für Spannung sorgen überdies unterschiedliche Erzählperspektiven: Spielberg wechselt zwischen einer figurenunabhängigen Perspektive, die den Zuschauer in eine distanzierte Beobachterrolle versetzt, und einer figurenabhängigen, die unterschiedliche, hauptsächlich positive Identifikationsmöglichkeiten ermöglicht.[220]

Ein weiteres Element der Spannungsdramaturgie und zugleich ein wesentliches Stilmittel des Films ist die Asynchronität zwischen Bild und Ton. So werden die letzten Bilder einer Szene bzw. Sequenz schon mit der Tonspur der folgenden unterlegt. Dadurch werden ohne Spannungsabfall gleitende Übergänge geschaffen, das Erzähltempo beschleunigt und die Handlung verdichtet. Das Stilmittel wird teils auch zusammen mit der Parallelmontage eingesetzt.[221]

Dokumentarischer Charakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film weist etliche Merkmale auf, die ihn dokumentarisch und authentisierend, die Wirklichkeit abbildend, wirken lassen. Dazu gehört, dass er überwiegend in Schwarz-Weiß gedreht wurde, den Farben, in denen auch die meisten fotografischen und filmischen Aufnahmen aus der Zeit des Holocausts sind und im Zuschauer Assoziationen mit der damaligen Zeit wecken. Weiterhin kommt zur Authentizitätssteigerung Originalton-Material zum Einsatz, bei dem es sich um Winston Churchills Radioansprache handelt, in der er die Kapitulation Deutschlands verkündet. Abgesehen von den Namen der Schindlerjuden im Epilog werden zudem an 24 Stellen im Film Untertitel eingeblendet, die Informationen zum Beispiel über die Handlungszeit, den Handlungsort oder den Kriegsverlauf enthalten. Sie geben dem Film einen journalistischen Anstrich und wirken wie ein Ersatz für einen Erzähler oder Kommentator. Zur dokumentarischen Wirkung tragen überdies die Originalschauplätze bei, an denen gedreht wurde, und der Verzicht auf Schauspieler mit sehr hohem Bekanntheitsgrad, wodurch die Aufmerksamkeit des Zuschauers stärker auf der verkörperten Figur als auf der Persönlichkeit ihres Darstellers liegt. Nicht zuletzt ist die Tatsache, dass der zweite Teil des Epilogs in der Gegenwart spielt, ein wesentliches Charakteristikum für den Eindruck des Zuschauers, dass das zuvor Gesehene der Wahrheit entspricht. Einen die Authentizität steigernden Eindruck hat im Übrigen auch die Handkameraästhetik. Die Handkamera wird sehr bewegungsreich und wackelnd geführt, versetzt den Zuschauer in die Lage eines stillen Beobachters, gibt ihm das Gefühl des unmittelbaren Dabeiseins und verleiht dem Film einen – wie Korte es formulierte – „Newsreel-Effekt“.[222][223]

Akustik und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmmusik wird nach einem bestimmten Muster eingesetzt, wie es der Musikwissenschaftler Berner beschrieben hat. Demzufolge wird diegetische Popmusik – also von sichtbaren Instrumenten gespielte Musik – dazu genutzt, Hedonismus sowie Gier von Mitläufern und Umstehenden abzubilden. Zum Beispiel wird Oskar Schindler mit internationaler Popmusik aus den 1930er Jahren eingeführt, darunter dem Tango Por una cabeza, und damit auch als ein Dandy charakterisiert. Nichtdiegetische Musik, also Hintergrundmusik, dient dazu, Mitgefühl, Mut und Großzügigkeit darzustellen, zu ihr gehört auch das Hauptthema. Hingegen werden Lärm oder Stille dazu eingesetzt, Gewalt zu kennzeichnen, die insbesondere von Nazis ausgeht. Zu dem Lärm gehören die Geräusche von Lkw- oder Pkw-Motoren, pfeifende Dampflokomotiven, Maschinengewehrsalven und Einzelschüsse.[224]

Das Hauptthema des Soundtracks unterstreicht die Wandlung Schindlers von einem Nazi-Kollaborateur und -Profiteur hin zu einem heldenhaften, altruistischen Retter. So wird die Musik anfangs, bei Schindlers erstem Entschluss, ein älteres Paar vor seiner Deportation zu bewahren, noch behutsam und, nur von einer Gitarre gespielt, eingesetzt. Später dann, als Schindler mit Sterns Hilfe beginnt, die rettende Liste zu schreiben, erklingt die Musik deutlicher, nunmehr gespielt von dem Geiger Itzhak Perlman und orchestral begleitet. In der zweiten Hälfte des Films dient das Hauptthema dazu, das Happy End anzukündigen und zu unterstützen.[224]

Entsprechend Berner kommt an dem Soundtrack durch drei unterschiedliche Stile jüdischer Musik eine ausgeprägte jüdische Identität und aschkenasische Tradition zum Ausdruck. Zu diesen gehören neben der religiösen Musik des gesungenen Sabbat-Gebets am Filmbeginn auch die Stücke, die während der Auflösung des Krakauer Ghettos erklingen. Zu letzteren gehört Klezmer-Musik, hier vor allem in Form des Klarinettensolos von Giora Feidman, und das von einem Kinderchor gesungene, jiddische Volkslied, das aus dem 19. Jahrhundert stammt und in der russischen und osteuropäischen, jüdischen Gesellschaft vor dem Zweiten Weltkrieg sehr populär war. Entsprechend Berners Interpretation lassen sich die aschkenasischen Musikformen, mit denen jüdisches Leben in dem Film dargestellt wird, auch als Erwiderung auf antisemitische Ideologie verstehen, der zufolge Juden die Modernität erfunden hätten und keine eigene „natürliche“ europäisch-jüdische Tradition besäßen.[224]

Pädagogische Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirkung der an österreichischen Schulen durchgeführten Aktion untersuchte das Wiener Institut für Konfliktforschung in einer Studie.[81] Deren Autorinnen folgerten, dass der Film eine sinnvolle Ergänzung des Geschichtsunterrichts sein könne; dass er es den Schülern ermögliche, sich in die Situation der Opfer hineinzuversetzen und mit ihnen zu fühlen; und dass er helfe, Stereotypen bezüglich des Aussehens von Juden klarzustellen.[225]

Weitere Nachwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstlerische Einflüsse und Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Film wird zugeschrieben, den Trend hin zur Verwendung von Reenactment beeinflusst zu haben, der bei Geschichtsdokumentationen im Fernsehen seit Mitte der 1990er Jahre zu beobachten ist. Der Einfluss wird besonders auf die Sequenz am Filmende zurückgeführt, in der Nachfahren von Schindlerjuden auftreten und die die in dem Film erzählte Geschichte wahrhaftig erscheinen lässt.[226]

Von der Schindlerjüdin Stella Müller-Madej stammt das Buch Das Mädchen von der Schindler-Liste, in dem sie ihre Erinnerungen an ihre Zeit in Krakau, Auschwitz und in Schindlers Fabrik schildert. Erst durch Spielbergs Besuch in Polen im Zuge des Films wurde es 1994 von einem polnischen staatlichen Verlag publiziert, der das Jahre zuvor aus wirtschaftlichen Gründen noch abgelehnt hatte.[227]

Die aus einer jüdischen Familie stammende Polin Roma Ligocka hat sich mit dem im Film enthaltenen Mädchen im roten Mantel identifiziert, da sie als Kind im Krakauer Ghetto ein ebensolches Kleidungsstück trug, und ihre damaligen Erlebnisse in dem 2000 erschienenen Buch Das Mädchen im roten Mantel verarbeitet.[228]

Der israelische Videokünstler Omer Fast schuf 2003 die zweikanalige Videoinstallation Spielberg’s List, für die er Bewohner, die in dem Kinofilm einst als Statisten mitgewirkt hatten, der polnischen Drehorte von Schindlers Liste interviewte und damit auf künstlerische Weise den Einfluss des Hollywood-Spielfilms auf die Region und ihre Bewohner interpretierte.[229]

Andere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit inspiriert durch den Film, wurde der Schweizer Christoph Meili 1997 zu einem Whistleblower, indem er zur Vernichtung bestimmte Dokumente publik machte, die entsprechend seiner damaligen Annahme Bankbeziehungen mit jüdischen Holocaust-Opfern belegten.[230]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David M. Crowe: Oskar Schindler: The Untold Account of His Life, Wartime Activites, and the True Story Behind the List, Westview Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0-465-00253-5
  • Esther Margolis (Hrsg.): Testimony. The Legacy of Schindler’s List and the USC Shoah Foundation, Newmarket Press for IT Books, New York 2014, ISBN 978-0-06-228518-8[231]
  • Joseph McBride: Steven Spielberg. A Biography. Second Edition, University Press of Mississippi, Jackson 2010, ISBN 978-1-60473-836-0
  • Franciszek Palowski: Spielberg: W Poszukiwaniu Arki. Parol, Krakau 1993, ISBN 83-85331-48-4 (polnisch)
    • Englische Übersetzung von Anna und Robert G. Ware: Witness. The Making of Schindler’s List. Orion, London 1999, ISBN 0-7528-1791-4

Kritik und öffentliche Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haim Bresheeth: The Great Taboo Broken. Reflections on the Israeli Reception of Schindler’s List, in: Loshitzky 1997, S. 193–212
  • Thomas Fensch (Hrsg.): Oskar Schindler and His List: The Man, the Book, the Film, the Holocaust and Its Survivors, Paul S. Eriksson, Forest Dale 1995, ISBN 0-8397-6472-3 (Nachdruck von englischsprachigen Kritiken und anderen Beiträgen)
  • Henry Gonshak: Hollywood and the Holocaust. Rowman & Littlefield, Lanham 2015, ISBN 978-1-4422-5223-3
  • Natasha Lehrer: Between Obsession and Amnesia. Reflections on the French Reception of Schindler’s List, in: Loshitzky 1997, S. 213–225
  • Initiative Sozialistisches Forum (Hrsg.): Schindlerdeutsche: Ein Kinotraum vom Dritten Reich. Ça ira Verlag, Freiburg 1994, ISBN 3-924627-40-1 (Sammelband mit Kritiken, teils schon vorher in anderen Publikationen erschienen, und der Abschrift einer Diskussion)
  • William J. Niven: The reception of Steven Spielberg’s Schindler’s List in the German Media, in: Journal of European Studies xxv von 1995, S. 165–189
  • Martina Thiele: Publizistische Kontroversen über den Holocaust im Film, LIT Verlag, Münster 2001, ISBN 3-8258-5807-3 (Dissertation, Georg-August-Universität Göttingen), auch online abrufbar auf der Webpräsenz der Uni Göttingen
    • Rezension in: MEDIENwissenschaft Nr. 4/2002, S. 521–524
  • Christoph Weiss (Hrsg.): „Der gute Deutsche“. Dokumente zur Diskussion um Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ in Deutschland. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 1995, ISBN 3-86110-055-X (Nachdruck von 65 deutschsprachigen Filmkritiken)

Wissenschaftliche Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterrichtsmaterialien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Schindlers Liste (Überblick) in: Film-Dienst, abgerufen am 22. Mai 2020
  2. Crowe 2007 (Kindle-Ausgabe), Pos. 10906 ff.
  3. a b Claudia Keller, Stefan Braun: „Es muß ein Film sein, der auch Erfolg hat“, in: Stuttgarter Zeitung vom 23. Okt. 1999, S. 5, online abgerufen über GBI-Genios am 16. Mai 2020
  4. Crowe 2007 (Kindle-Ausgabe), Pos. 11565 ff.
  5. a b Marco Giannangeli: The long list of problems that nearly sunk Schindler’s List, in: Webpräsenz von Daily Express und Sunday Express vom 7. April 2013, abgerufen am 30. Mai 2020
  6. a b Palowski 1999, S. 170 f.
  7. a b Vom großen Morden, in: Der Spiegel vom 21. Feb. 1994, hier in: Weiss 1995, S. 45–57, hier S. 53
  8. McBride 2010, S. 426, Zitat S. Spielberg: „Ten years from now“
  9. a b c d e f Anne Thompson: Schindler’s List: How Steven Spielberg brought it to life, in: Entertainment Weekly vom 21. Januar 1994, abgerufen am 29. Mai 2020
  10. Crowe 2007 (Kindle-Ausgabe), Pos. 4494 ff.
  11. a b Palowski 1999, S. 46 f.
  12. a b McBride 2010, S. 427
  13. a b Thiele 2001, S. 420.
  14. Palowski 1999, Vorwort von Thomas Keneally, S. xiii
  15. McBride 2010, S. 427, Zitat S. Spielberg: „He made me look very deeply inside myself when he was so passionate to do this“
  16. Palowski 1999, S. 27
  17. Palowski 1999, S. 105
  18. Filmproduzent Branko Lustig gestorben, in: General-Anzeiger Bonn vom 14. Nov. 2019, abgerufen am 28. April 2020
  19. Schindler’s List (1993), in: Box Office Mojo, abgerufen am 29. April 2020
  20. Palowski 1999, S. 72.
  21. David Gritten: The ‘Schindler’ Everyone Forgot About--Until Now : A decade ago, Jon Blair’s documentary won a British Academy Award. In: Los Angeles Times. 27. Feb. 1994, abgerufen am 14. Juni 2020 ([1]).
  22. Palowski 1999, S. 59–62.
  23. Noack 1998, S. 80.
  24. Margolis 2014, S. 121.
  25. Noack 1998, S. 84.
  26. Margolis 2014, S. 71.
  27. Margolis 2014, S. 72.
  28. McBride 2010, S. 429 f.
  29. Palowski 1999, S. 86
  30. Wolfgang Wissler: Götz George und der Schatten der Vergangenheit, in: Südkurier vom 27. Juni 2016, abgerufen am 21. Okt. 2020
  31. Margolis 2014, S. 85
  32. a b Margolis 2014, S. 35
  33. Palowski 1999, S. 156 ff.
  34. Palowski 1999, S. 45
  35. McBride 2010, S. 414 ff.
  36. a b c Palowski 1999, Vorwort von Thomas Keneally, S. xii
  37. Palowski 1999, S. 26
  38. Palowski 1999, S. 21 ff.
  39. Palowski 1999, S. 67
  40. Noack 1998, S. 82
  41. Margolis 2014, S. 45
  42. Palowski 1999, S. 111
  43. Noack 1998, S. 82
  44. Margolis 2014, S. 65
  45. Margolis 2014, S. 61–63
  46. Palowski 1999, S. 150–160
  47. John Williams – Schindler’s List, in: Webpräsenz von Classic FM, abgerufen am 30. Mai 2020
  48. Schindlers Liste. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 4. April 2020.
  49. Palowski 1999, S. 126 f.
  50. Wook Kim: A ‘New’ Schindler’s List: A Q&A with Film-Restoration Expert Michael Daruty, in: Time vom 5. März 2013, abgerufen am 14. Mai 2020
  51. Tim Appelo: Bill Clinton on “Schindler’s List”, in: Entertainment Weekly vom 17. Dez. 1993, abgerufen am 18. April 2020, Originalzitat Bill Clinton: „I implore every one of you to go see it.“
  52. a b Schindlers Liste (1993) Release Info, in: imdb, abgerufen am 17. April 2020
  53. Elaine Dutka: They Made the ‘List’ and Lived, in: Los Angeles Times vom 12. Dez. 1993, abgerufen am 18. April 2020
  54. Stadtchronik 1994, in: Institut für Stadtgeschichte (Frankfurt am Main), abgerufen am 18. April 2020
  55. a b Silvia Bahl: „Holocaust“ & „Schindlers Liste“, in: Film-Dienst vom 25. Jan. 2019, abgerufen am 18. April 2020
  56. „GRENZE FÜR GREUEL“, in: Der Spiegel Nr. 11/1994, S. 192–194, online abgerufen am 7. Mai 2020
  57. Dan Perry: Spielberg Arrives for Israeli “Schindler’s List” Premiere, in: Associated Press vom 4. März 1994, abgerufen am 18. April 2020
  58. a b Schindler’s List (1993), in: The Numbers, abgerufen am 17. April 2020
  59. a b c Schindler’s List – Original Release, in: Box Office Mojo, abgerufen am 16. April 2020
  60. Niven 1995, S. 172 f.
  61. a b „Es ist unsere Geschichte“, in: Der Spiegel Nr. 12/1994, S. 97–100, online abgerufen am 7. Mai 2020
  62. a b Anton de Baets: Censorship of Historical Thought: A World Guide, 1945–2000, Greenwood Press, Westport 2002, ISBN 0-313-31193-5, S. 286
  63. a b c d e f ‘Schindler’s List’ Faces Censor and Censure by Islamic Countries, in: Jewish Telegraphic Agency vom 11. April 1994, abgerufen am 8. Mai 2020
  64. a b c Sharon Waxman: ‘SCHINDLER’S’ TV HISTORY, in: The Washington Post vom 23. Feb. 1997, abgerufen am 24. April 2020
  65. a b TOP 100 DEUTSCHLAND 1994, in: InsideKino, abgerufen am 17. April 2020
  66. SCHINDLER’S LIST (1993), Webpräsenz des BBFC, abgerufen am 9. Juli 2020
  67. Caroline Besse: “La Liste de Schindler” a 25 ans : le film controversé de Spielberg ressort en salles et débarque sur Netflix, in: Télérama vom 13. März 2019, abgerufen am 9. Juli 2020
  68. LA LISTE DE SCHINDLER, Webpräsenz des Centre national du cinéma et de l’image animée, abgerufen am 9. Juli 2020
  69. Schindler’s List, Webpräsenz von ProCinema, abgerufen am 9. Juli 2020
  70. Olga Gershenson: The Phantom Holocaust. Soviet Cinema and Jewish Catastrophe. Rutgers University Press, New Brunswick, New Jersey, London 2013, ISBN 978-0-8135-6180-6 (Reihe Jewish cultures of the world), S. 217
  71. a b Schindlers Liste, in: Webpräsenz von Blickpunkt:Film, abgerufen am 16. April 2020
  72. Schindler’s List – 2018 Re-release, in: Box Office Mojo, abgerufen am 16. April 2020
  73. Margolis 2014, S. 147, 158 f., 172
  74. Sonja M. Schultz: Der Nationalsozialismus im Film. Von Triumph des Willens bis Inglourious Basterds. Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2012 (Deep focus, Nr. 13), ISBN 9783865053145, S. 245
  75. Spielberg Foundation Set to Enhance Jewish Life in U.S., in: Jewish Telegraphic Agency vom 19. Juli 1995, abgerufen am 22. August 2020
  76. a b Brian L. Ott, Carl R. Burgchardt: On Critical-Rhetorical Pedagogy: Dialoging with Schindler’s List, in: Western Journal of Communication, Nr. 1/2013 (77. Jg.), S. 14–33, hier: S. 21
  77. a b c d Stephen Feinberg, Samuel Totten: Steven Spielberg: „My Primary Purpose in Making Schindler’s List Was For Education.“, in: Social Education, Nr. 6/1995 (59. Jg.), S. 365 f., online abgerufen von der Webpräsenz des National Council for the Social Studies am 7. Mai 2020
  78. a b Karen Diegmueller: ‘Schindler’s List’ Spurring Calls for Holocaust Education, in: Education Week Nr. 27. von 1994, abgerufen am 7. Mai 2020
  79. a b Thomas D. Fallace: The Emergence of Holocaust Education in American Schools, Palgrave Macmillan, New York 2008, ISBN 978-0-230-61115-3, S. 115 f.
  80. Totaler Sieg, in: Der Spiegel Nr. 48 vom 28. Nov. 1994, S. 152, abgerufen über GBI-Genios am 23. August 2020
  81. a b Amesberger und Halbmayr 1995, S. 13, 16 f.
  82. Niven 1995, S. 171, Zitat von ebenda
  83. Amesberger und Halbmayr 1995, S. 30
  84. Schindler’s List as an Educational Tool, in: Webpräsenz von Yad Vashem, abgerufen am 7. Mai 2020
  85. Liliane Weissberg: The Tale of a Good German. Reflections on the German Reception of Schindler´s List, in: Loshitzky 1997, S. 171–192, hier: S. 177
  86. Arbeitshilfe zum Film, Webpräsenz des Katholischen Filmwerks, abgerufen am 27. Sep. 2020
  87. Unterrichtsmaterial SCHINDLERS LISTE, in: Vision Kino, abgerufen am 27. Sep. 2020
  88. Lehrerverband warnt vor „Klima der Einschüchterung“, in: FAZ vom 20. Okt. 2020, abgerufen am 23. Okt. 2020
  89. a b Michael Wölfle, Ignatz Bubis: Schindlers Liste" mit Werbepause?, in: Leipziger Volkszeitung vom 26. März 1997, S. 8, online abgerufen über GBI-Genios am 19. April 2020
  90. Schindlers Liste in der Online-Filmdatenbank , abgerufen am 24. April 2020
  91. a b c Emiliano Perra: Conflicts of Memory. The Reception of Holocaust Films and TV Programmes in Italy, 1945 to the Present, Peter Lang Verlag, Bern 2011, ISBN 978-3-03911-880-9 (Italian Modernities, Nr. 8), S. 183 f.
  92. a b Oren Meyers, Eyal Zandberg, Motti Neiger: Prime Time Commemoration: An Analysis of Television Broadcasts on Israel’s Memorial Day for the Holocaust and the Heroism, in: Journal of Communication 2009 (59. Jg.), S. 456–480, hier: S. 474, Endnote 2
  93. ‘Schindler’ Sets A TV Record, in: The New York Times vom 25. Feb. 1997, abgerufen am 24. April 2020
  94. Christian Hörburger: Überwältigt, unbewältigt. In: Der Tagesspiegel vom 30. März 1997, S. 25, online abgerufen über GBI-Genios am 19. April 2020
  95. a b c d Eileen Fitzpatrick: MCA Lists ‘Schindler’ Special Box At $139.98, in: Billboard vom 25. Juni 1994, S. 6, 110
  96. Schindler’s List (1993), in: LaserDisc Database, abgerufen am 18. April 2020
  97. Chris McGowan: ‘Schindler,’ ‘T2’ Lead The Way In Special Edition Explosion, in: Billboard vom 2. Juli 1994, S. 93
  98. a b Schindler’s List Blu-ray (20th Anniversary Limited Edition), in: Blu-ray.com, abgerufen am 22. Mai 2020
  99. Schindler’s List Blu-ray (25th Anniversary Edition), in: Blu-ray.com, abgerufen am 22. Mai 2020
  100. a b c Schindler’s List 4K Blu-ray (25th Anniversary Edition), in: Blu-ray.com, abgerufen am 22. Mai 2020
  101. Schindlers Liste kommt als Video in den Handel, in: Horizont Nr. 1 vom 13. Jan. 1995, S. 17, online abgerufen über GBI-Genios am 14. Mai 2020
  102. Jörg Rumbucher: Universal legt „Schindlers Liste“ neu auf, in: Blickpunkt:Film vom 25. Januar 2019, abgerufen am 31. Mai 2020
  103. Jill Kipnis: ‘Schindler’s List’ Comes To DVD, in: Billboard vom 13. März 2004, S. 5, 60
  104. Kenneth Sweeney: DVD Playback, in: American Cinematographer, Juni 2004, abgerufen am 21. Mai 2020
  105. ‘Schindler’s List’ 25th Anniversary Edition Soundtrack Announced, in: Film Music Reporter vom 23. Nov. 2018, abgerufen am 5. April 2020
  106. Jörg von Uthmann: Vom Lebemann zum Lebensretter, in: FAZ vom 14. Dez. 1993, hier in: Weiss 1995, S. 20–23
  107. a b Aggregierter Wert aus vorwiegend englischsprachigen Kritiken.
  108. a b Schindlers Liste bei Rotten Tomatoes (englisch), abgerufen am 25. Juni 2020
  109. a b Schindlers Liste bei Metacritic (englisch), abgerufen am 25. Juni 2020
  110. Pamela McClintock: Why CinemaScore Matters for Box Office, in: The Hollywood Reporter vom 19. Aug. 2011, abgerufen am 28. Aug. 2020
  111. Schindlers Liste, in: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW), abgerufen am 29. Sep. 2020
  112. a b Sabine Horst: Kritik zu Schindlers Liste, in: epd Film, abgerufen am 28. Aug. 2020
  113. Stanley Kauffmann: Spielberg Revisited, in: The New Republic vom 24. Jan. 1994, hier in: Fensch 1995, S. 112–115
  114. Scott Rosenberg: The Paradox of a Candle, in: San Francisco Examiner vom 15. Dez. 1993, hier in: Fensch 1995, S. 175–178
  115. Fensch 1995, S. 243 ff.
  116. a b Claude Lanzmann: Ihr sollt nicht weinen, in: FAZ vom 5. März 1994 (ursprünglich erschienen am 3. März 1994 in: Le Monde), hier in: Weiss 1995, S. 173–178
  117. Bresheeth 1997, S. 204, Originalzitat T. Segev: „dramatic injections or emotional manipulation“
  118. Lehrer 1997, S. 216, Originalzitate von R. Hilberg: „only one Claude Lanzmann, only one Shoah“, „impossible to do better or more“, von A. Finkielkraut: „cheapening of memory“
  119. Thiele 2001, S. 437
  120. a b c Urs Jenny: Vom großen Morden, in: Der Spiegel vom 21. Feb. 1994, abgerufen am 10. Okt. 2020
  121. Lehrer 1997, S. 216, Originalzitat P. Billard: „the new fundamentalists“
  122. Bresheeth 1997, S. 205, Originalzitate Y. Bauer in selber Reihenfolge: „ideological platform“, „total nonsense“, „appropriate for dealing with evil“
  123. Lehrer 1997, S. 216, Originalzitat L. Boeken: „[no one has] author´s copyright over la mémoire
  124. Thiele 2001, S. 454 f.
  125. Leon Wieseltier: Close Encounters of the Nazi Kind, in: The New Republic vom 24. Jan. 1994, hier in: Fensch 1995, S. 116–118, Zitat von S. 117: „sadistic trick“
  126. a b c Helga Hirsch: Wohltäter aus Angst?, in: Die Zeit Nr. 11/1994, abgerufen am 25. Sep. 2020
  127. a b Bresheeth 1997, S. 201, Originalzitat T. Segev: „Just spare us the bullshit!“
  128. Cordelia Edvardson: Der Film verletzt mich, in: Publik-Forum Nr. 11 vom 10. Juni 1994 (ursprünglich in: Svenska Dagbladet vom 13. März 1994), hier in: Weiss 1995, S. 266 ff., Zitat von S. 267
  129. Frank Rich: Extras in the Shadows, in: The New York Times vom 2. Jan. 1994, hier in: Fensch 1995, S. 186–188, Zitat von S. 187: „another depersonalized statistic of mass death.“
  130. a b c Jonathan Alter: After the Survivors, in: Newsweek vom 20. Dez. 1993, hier in: Fensch 1995, S. 196–201
  131. Stanley Kauffmann: A New Spielberg, in: The New Republic vom 10. Dez. 1993, abgerufen am 8. Mai 2020
  132. a b Roger Ebert: Schindler's List, urspr. in: Chicago Sun-Times vom 15. Dez. 1993, hier online abgerufen am 2. Juli 2020, Originalzitat: „brilliantly acted, written, directed and seen. [Individual scenes are] masterpieces of art direction, cinematography, special effects, crowd control.“
  133. Stephen Schiff: Seriously Spielberg, in: The New Yorker vom 21. März 1994, hier in: Fensch 1995, S. 142–164, Zitate in selber Reihenfolge: „the finest fiction feature ever made about the century’s greatest evil.“ (S. 144), „almost unmentionable secret“, „storytelling confidence and flair“ (beide S. 148)
  134. Owen Gleiberman: Schindler's List, in: Entertainment Weekly vom 17. Dez. 1993, abgerufen am 2. Juli 2020, Originalzitat: „that too much conventional empathy would undermine our apprehension of the Holocaust’s unique horror.“
  135. Fred Bruning: The problem with Schindler's List, in: Maclean’s vom 25. April 1994, S. 9, Originalzitate: „villainy“, „packaged as tightly as a TV dinner“
  136. Philip Gourevitch: A Dissent on “Schindler's List”, in: Commentary, Februar 1994, abgerufen am 2. Juli 2020, Originalzitat: „a simply enigmatic creation, the good Nazi.“ (Artikel in ähnlicher Form auch erschienen unter dem Titel Genocide Pop in der Washington Post vom 16. Januar 1994)
  137. Jason Epstein: A Dissent on ‘Schindler’s List’, in: The New York Review of Books vom 21. April 1994, S. 65, Originalzitate in selber Reihenfolge: „a matter of misplaced emphasis“, „aesthetic and moral failure“, „us shaken and humiliated on behalf of our species“
  138. Alan G. Gross: ‘Dissent on Schindler’s List’, in: The New York Review of Books vom 9. Juni 1994, abgerufen am 14. Nov. 2020
  139. Jim Hoberman: Spielbergs Oskar, deutsch übersetzt in: die tageszeitung vom 3. März 1994, S. 13, ursprünglich auf Englisch erschienen in: The Village Voice vom 21. Dez. 1993
  140. Schindler's List: Myth, movie, and memory, in: The Village Voice vom 29. März 1994, S. 24–31, abgerufen bei der Webpräsenz der University of Pennsylvania am 29. Aug. 2020
  141. Monika Gierig: Abgrund der Erinnerung, in: Frankfurter Rundschau vom 15. Jan. 1994, hier in: Weiss 1995, S. 27–30, Zitate von S. 28 bzw. 29
  142. Stephen Schiff: Seriously Spielberg, in: The New Yorker vom 21. März 1994, hier in: Fensch 1995, S. 142–164, Zitat von S. 144: „the effect of a giant bar mitzvah, a rite of passage. Prince Hal has become Henry V; the dauphin has emerged a king.“
  143. Unterricht von Protesten begleitet, in: Nürnberger Nachrichten vom 13. April 1994, abgerufen über GBI-Genios am 23. August 2020
  144. Lynn Rapaport: Hollywood's Holocaust: Schindler's List and the Construction of Memory. In: Film & History: An Interdisciplinary Journal of Film and Television Studies Nr. 1/2002 (32. Jg.), S. 55–65, hier: S. 61 f.
  145. Iver Peterson: Emphasis on Holocaust Film in Fighting Racism Criticized, in: The New York Times vom 19. Feb. 1994, hier in: Fensch 1995, S. 235 f.
  146. Christoph Weiß: Vorbemerkung, in: Weiß 1995, S. 9
  147. Thiele 2001, S. 465
  148. Niven 1995, S. 166–168
  149. a b Hans-Ulrich Jörges: Ein Film packt die Deutschen, in: Die Woche vom 3. März 1994, hier in: Weiss 1995, S. 131 f.
  150. Amesberger und Halbmayr 1995, S. 15
  151. Niven 1995, S. 169
  152. Die Aufgabe, Erinnerung wachzuhalten. Bundespraesident Herzog in Israel: „Die Bundesrepublik ist eine stabile Demokratie“., in: Der Tagesspiegel Nr. 15114 vom 7. Dez. 1994, online abgerufen über GBI-Genios am 17. Mai 2020
  153. Niven 1995, S. 177
  154. a b Thiele 2001, S. 442
  155. Marion Gräfin Dönhoff: ‘Dissent on Schindler’s List’, in: The New York Review of Books vom 9. Juni 1994, abgerufen am 17. Okt. 2020, Originalzitate in selber Reihenfolge: „not so much ‚inhuman‘ as ‚ahuman.‘“, „not human beings“, „strange creatures or mechanical robots of violence“
  156. Niven 1995, S. 179
  157. Sigrid Löffler: Kino als Ablaß, in: Wochenpost vom 24. Feb. 1994, hier in: Weiss 1995, S. 57 ff., Zitate von S. 58
  158. Gabriele von Arnim: Vom Handeln in mörderischer Zeit, in: Süddeutsche Zeitung vom 26./27. Feb. 1994, hier in: Weiss 1995, S. 70–73, Zitate von S. 73
  159. Amesberger und Halbmayr 1995, S. 29
  160. Georg Seeßlen: Shoah, oder die Erzählung des Nichterzählbaren, in: Freitag vom 4. März 1994, hier in: Weiss 1995, S. 158 ff., Zitate von S. 166
  161. Niven 1995, S. 168 f.
  162. Franz Everschor: »Schindlers Liste«, in: Film-Dienst Nr. 4/1994, hier in: Weiss 1995, S. 38–42
  163. Heiko Rosner: »Schindlers Liste«: Der definitive Film über das Grauen des Naziterrors, in: Cinema Nr. 190, März 1994, hier in: Weiss 1995, S. 85–90
  164. Will Tremper: Indiana Jones im Ghetto von Krakau, in: Die Welt vom 26. Feb. 1994, S. G3, hier in: Weiss 1995, S. 63 ff., Zitate von S. 64 und 67
  165. Artur Brauner: Ein Pamphlet, das zum Skandal wurde, in: Die Welt vom 2. April 1994, hier in: Weiss 1995, S. 224 ff.
  166. Elisabeth Bauschmid: Kronzeuge Himmler, in: Süddeutsche Zeitung vom 3. März 1994, hier in: Weiss 1995, S. 109–111
  167. Thiele 2001, S. 449
  168. Geistige Welt sucht nach einem neuen Chef, in: Süddeutsche Zeitung Nr. 104 vom 6. Mai 1994, S. F13, abgerufen über GBI-Genios am 13. Sep. 2020
  169. Abba? Flotte Banalkost in Go-go-Atmosphäre, in: Die Welt vom 2. April 2016, abgerufen am 25. Sep. 2020
  170. Thiele 2001, S. 447
  171. Henryk M. Broder: Kritik der dummen Kerls, in: FAZ vom 15. März 1994, hier in: Weiss 1995, S. 183 ff., Zitate von S. 187 f.
  172. Thiele 2001, S. 446 f.
  173. Thiele 2001, S. 448
  174. Thiele 2001, S. 450
  175. Thiele 2001, S. 451
  176. Thiele 2001, S. 452
  177. Engel in der Hölle, in: Der Spiegel (ursprünglich erschienen in Nr. 8/1994, S. 174), hier online abgerufen am 31. Okt. 2020
  178. Niven 1995, S. 182 f., Zitate von S. 183, Originalzitat von W. J. Niven: „possibly have been interpreted as an act of self-exoneration“
  179. Niven 1995, S. 173 f.
  180. Thiele 2001, S. 470
  181. Lehrer 1995, S. 215, 218, Originalzitat von A. Kriegel von S. 218: „absurd squabble“
  182. Erin Bell: “Britain’s Secret Schindler”: The Impact of Schindler’s List on British Media Perceptions of Civilian Heroes, in: Morris 2017, S. 320–335, hier: S. 328
  183. a b Tomas Sniegon: Vanished History. The Holocaust in Czech and Slovak Historical Culture, Berghahn Books, New York 2014, ISBN 978-1-78238-294-2, Kap. 4 (S. 107 ff.), hier vor allem S. 107, 114–116, 123, 127 f., Originalzitate aus der Mladá fronta Dnes von S. 127: „could help us to learn differentiate with criticism in our past“, „the general condemnations of the Sudeten Germans cannot last forever“
  184. Rick Richardson: Krakow welcomes ‘Schindler’ , in: Variety vom 2. März 1994, abgerufen am 11. Sep. 2020, Originalzitate W. Dąbrowski: “[This film] touches deeply […] fine statement.”
  185. Andrew Nagorski: ‘Schindler's List’ Hits Home, in: Newsweek vom 13. März 1994, abgerufen am 25. Sep. 2020, Originalzitat A. Wrobliewska: „[But it requires] a touch of balance.“
  186. Thiele 2001, S. 434 f.
  187. Deutsche Übersetzung des polnischen Originalzitats „hitlerowcy“
  188. Bresheeth 1997, S. 193
  189. Bresheeth 1997, S. 201, Originalzitate U. Schin: „partial but complex way of dealing with the painful subject“, „pornography of horror“, „[Spielberg succeeds] where the many and good have failed“
  190. Bresheeth 1997, S. 205
  191. Zensoren verbieten “Schindlers Liste”, in: Der Tagesspiegel vom 3. Juni 1994, online abgerufen über GBI-Genios am 3. Mai 2020
  192. William Branigin: The Manila Envelope, please…, in: Washington Post vom 16. Juni 1994, abgerufen am 3. Mai 2020, Originalzitat vom Committee for World Muslim Solidarity: „Zionist propaganda“
  193. Charles P. Wallace: Malaysian Censors Move to Ban ‘List’, in: Los Angeles Times vom 24. März 1994, abgerufen am 8. Mai 2020
  194. a b Bernard Weinraub: Islamic Nations Move to Keep Out ‘Schindler’s List’, in: The New York Times vom 7. April 1994, abgerufen am 8. Mai 2020
  195. Christopher Stern: Solon blasts NBC over ‘List’ content, in: Variety vom 25. Feb. 1997, abgerufen am 24. April 2020, Originalzitat von Al D’Amato: “outrageous and offensive”
  196. Dana Feldman: Universal Honors 25th Anniversary Of ‘Schindler’s List’ During A Time Of Rising Anti-Semitism, in: Forbes vom 6. Dez. 2018, abgerufen am 30. Aug. 2020, Zitat: „A story of courage that the world needs now more than ever“
  197. Hartwig Tegeler: Wider das Vergessen, in: Deutschlandfunk vom 22. Jan. 2019, abgerufen am 30. Aug. 2020
  198. 25 Jahre „Schindlers Liste“ (Transkript der Sendung Das Wort zum Sonntag vom 26. Jan. 2019), in: Webpräsenz von Das Erste, abgerufen am 25. Sep. 2020
  199. Akiva Gottlieb: Commentary: Why ‘Schindler’s List’ remains brilliant and troubling 25 years after its release, in: Los Angeles Times vom 5. Dez. 2018, abgerufen am 30. Aug. 2020, Zitat: „a kind of litmus test for Hollywood moviemaking“
  200. Schindlers Liste in der Internet Movie Database (englisch), abgerufen am 28. Aug. 2020
  201. Schindlers Liste in der Online-Filmdatenbank , abgerufen am 29. Aug. 2020
  202. Schindlers Liste, in: Filmstarts.de, abgerufen am 29. Aug. 2020
  203. Ein Leben nach dem Tod, in: Der Standard vom 13. Nov. 2009, abgerufen am 28. Aug. 2020
  204. Karin Truscheit: Nützliche Greuel und wertvoller Sex, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 12. Okt. 2010, abgerufen am 31. Okt. 2020
  205. a b Schindlers Liste – Awards, Internet Movie Database, abgerufen am 18. April 2020
  206. Countdown für den Deutschen Hörfilmpreis 2020: Sonderpreis der Jury für Filmklassiker „Schindlers Liste“ (Pressemitteilung), in: Webpräsenz von Deutscher Hörfilmpreis vom 10. März 2020, abgerufen am 31. Mai 2020
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  208. Complete National Film Registry Listing, in: Webpräsenz der Library of Congress, abgerufen am 18. April 2020
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  212. AFI’S 100 YEARS...100 MOVIES — 10TH ANNIVERSARY EDITION, in: American Film Institute, 2007, abgerufen am 18. April 2020
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  214. Italy decorates Spielberg for his Holocaust work, in: Deseret News vom 15. April 2004, abgerufen am 19. April 2020
  215. Spielberg zum Ehrenritter ernannt, in: Berliner Zeitung vom 15. April 2004
  216. Corell 2009, S. 246–249
  217. Corell 2009, S. 249–251
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  222. Zitat aus Corell 2009, S. 235
  223. Noack 1998, S. 99–115
  224. a b c Elias Berner: ‘Remember me, but forget my fate’ – The use of music in Schindler’s List and In Darkness. In: Holocaust Studies, Spezialausgabe Contemporary Holocaust Film, 2019, S. 1–15, hier: S. 3–7
  225. Amesberger und Halbmayr 1995, S. 126 f.
  226. Manfred Riepe: Geschichte oder nur Geschichten? Über Reenactment: Fiktion und Realität im Rahmen nachinszenierter Historiendarstellung im Fernsehen, in: Medienkorrespondenz vom 3. Dez. 2018, abgerufen am 6. Sep. 2020
  227. Jörg Thunecke: „Wer leben will, stirbt und wer tot zu sein wünscht, muß leben“, in: Viktoria Hertling (Hrsg.): Mit den Augen eines Kindes – Children in the Holocaust, Children in Exile, Children under Fascism (Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur, Band 134), Rodopi, Amsterdam 1998, ISBN 9042006234, S. 26 ff., hier: S. 28 f.
  228. Jörg Hafkemeyer: Das Mädchen im roten Mantel, in: Deutschlandfunk Kultur vom 25. Dez. 2007, abgerufen am 1. Sep. 2020
  229. Eva-Kristin Winter: Omer Fasts Spielberg’s List: Künstlerische Interpretation der Effekte von Schindler’s List auf Tourismus und regionale Holocaustrezeption, in: ffk Journal Nr. 2/2017, S. 160–174, abgerufen am 1. Sep. 2020
  230. Steven J. Stark: JEWISH GROUP HONORS GUARD WHO SAVED BANK DOCUMENTS, in: Chicago Tribune vom 17. Juli 1997, abgerufen am 19. Nov. 2020
  231. Das Buch nennt keine Autorennamen.