Robin Thiesmeyer

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Robin Thiesmeyer (* 1979 in Bonn) ist ein deutscher Cartoonist, Autor und Texter. Unter dem Pseudonym meta bene wurde er mit seinen minimalistischen Zeichnungen, die an japanische Tuschmalerei erinnern, über die sozialen Medien bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thiesmeyer studierte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Philosophie, Politikwissenschaften und Geschichte. Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus studierte er an der Universität Hildesheim.[1] Er promoviert an der Universität der Künste Berlin zu kurzen Textformen der Werbekommunikation.[2] Als Vater von zwei Kindern[3] lebt er in Berlin.

Zeichnerisches Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2013 zeichnet Thiesmeyer unter seinem Pseudonym Tusche-Miniaturen über eine sprechende Strichtierwelt, die er auf Anregung seines ehemaligen Lehrers Stephan Porombka zunächst auf Twitter veröffentlichte. Er sagt über die minimalistische Art seiner kalligrafischen Zeichnungen: „Eigentlich ist das alles abstraktes Viehzeug, das immer dieselben Bewegungen macht. Ich dreh nur den Schwung hin und her“.[4] Seine nachdenklichen, sarkastischen, distanzierten oder melancholischen Tiere stellen philosophische und naive Fragen, finden überraschende Antworten, kommentieren Alltagssituationen, verdrehen Redewendungen, machen Scherze und denken über sich selbst oder den Sinn des Lebens nach: „Ich will mit Sprache so spielen, dass es Spaß macht, Sachen ausdrücken, die mit dem Kopf was machen, aber so, dass man es nach Feierabend versteht“.[4] Da die „Viecher“ kein Gesicht haben, beschränkt sich ihr Ausdruck auf Körpersprache, Ausrichtung und Gruppenkonstellation. Ausgehend von einer Schabe, die meist in Schwärmen auftritt und zum Logo des Künstlers wurde, lässt meta bene Vögel, Pinguine, „existentialistische Fische und Schnecken, deprimierte Antilopen und herzliche Käfer“ sprechen, denken und philosophieren.[5]

2016 zeichnete meta bene für Zeit Online in der Rubrik Freitext eine wöchentliche Comic-Kolumne unter dem Titel „Viecher über …“.[6] Im selben Jahr erschien sein erster Bildband Es gibt mehr Sterne als Idioten.[7] 2017 zeigte das Bert-Brecht-Haus in Oberhausen eine Auswahl seiner Arbeiten, die Thiesmeyer selbst als „Pseudo-Zen“ bezeichnet, in einer Einzelausstellung.[8]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Hasenfarm. In: 14. open mike. Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Literatur der Literaturwerkstatt Berlin. Allitera Verlag, München 2006.
  • Mick der Fisch. In: BELLA triste. Nr. 20, 2008, ISSN 1618-1727.
  • Unter Wasser atmen. In: Dirk von Gehlen, Annabel Dilling (Hrsg.): Von A nach B plus X. Geschichten von der Rückbank. Berliner Taschenbuch Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-596-03456-7.
  • Nowhere Man. In: Kristof Magnusson (Hrsg.): Dänen lügen nicht. Kuriose Geschichten aus Skandinavien. Piper, München, Zürich 2010, ISBN 978-3-492-25916-3.
  • Wer weiß, wo die Welt aufhört. In: Klaus Wowereit, Franziska Richter (Hrsg.): Ich wär’ gern einer von uns. Geschichten übers Ein- und Aufsteigen. Dietz, Bonn 2011, ISBN 978-3-8012-0409-9, S. 25 ff.
  • Der Torso. In: BELLA triste. Nr. 36, 2013, ISSN 1618-1727.
  • Der Hallimasch. Erzählung. Kindle Singles, 2014.
  • Was macht Werbung … Robin Thiesmeyer? Interview. In: Hans-Otto Hügel, Jan Schönfelder (Hrsg.): Grenzen der Kunst. Autonomie der Werbung. Begleitbuch zur Ausstellung des Fachbereichs Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation an der Universität Hildesheim. Universitätsverlag, Hildesheim 2014, ISBN 978-3-934105-44-7, S. 41 ff.
  • Meta Bene: Es gibt mehr Sterne als Idioten. Fischer, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-596-03456-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robin Thiesmeyer. In: bachmannpreis.ORF.at (Archiv). Österreichischer Rundfunk, Stiftung öffentlichen Rechts, abgerufen am 18. Oktober 2019.
  2. Robin Thiesmeyer. Wissenschaftlicher Mitarbeiter. In: Website der Studiengangs Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Universität der Künste (UdK) Berlin, abgerufen am 18. Oktober 2019.
  3. Anna-Sophie Barbutev: Vergnügen: Die Fabeltiere der META BENE. Blogfabrik GmbH & Co. KG, 9. März 2016, abgerufen am 18. Oktober 2019.
  4. a b Doris Akrap: Twitter-Zeichner „meta bene“: Aphorisierende Antilopen. taz Verlags und Vertriebs GmbH, abgerufen am 18. Oktober 2019.
  5. META BENE: Es gibt mehr Sterne als Idioten. S.-Fischer-Verlag, Frankfurt am Main 2016.
  6. META BENE, Schriftsteller. ZEIT ONLINE GmbH, abgerufen am 18. Oktober 2019.
  7. Arno Widmann: Pausenkünstler. Perlentaucher Medien GmbH, 17. März 2016, abgerufen am 18. Oktober 2019.
  8. Ralph Wilms: Robin Thiesmeyer zeigt seine Zeichnungen im Bert-Brecht-Haus. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 22. Mai 2017, abgerufen am 18. Oktober 2019.