Kristof Magnusson

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Kristof Magnusson, Leipziger Buchmesse 2015

Kristof Magnusson (geboren als Kristof Weitemeier-Magnusson; * 4. März 1976 in Hamburg) ist ein isländisch-deutscher Schriftsteller und Übersetzer. Er lebt in Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnusson wuchs als Sohn einer deutschen Mutter und eines isländischen Vaters in Hamburg auf. Nach dem Abitur leistete er seinen Anderen Dienst im Ausland bei der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in New York, wo er mit Obdachlosen und Holocaust-Überlebenden arbeitete. Danach absolvierte er eine Ausbildung zum Kirchenmusiker bei der evangelischen Landeskirche Nordelbien. Anschließend studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, Szenisches Schreiben an der Hochschule der Künste Berlin und Isländische Literatur an der Universität Reykjavík.

Magnusson hat sowohl als Schriftsteller als auch als Übersetzer viele Preise, Aufenthalts- und Arbeitsstipendien erhalten. Im Sommer 2006 war Magnusson Stadtschreiber des Goethe-Instituts in Pune/Indien. Im Herbst 2008 war er Writer in Residence der University of Iowa, 2010 am Grinnell College in Iowa, 2013 an der Queen Mary University of London sowie im Frühjahr 2014 am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Als Translator in Residence war er im Herbst 2010 am Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen. Im Wintersemester 2012/2013 sowie im Wintersemester 2016/2017 hatte er eine Gastprofessur am Deutschen Literaturinstitut Leipzig inne und unterrichtete Literarisches Schreiben. Im Wintersemester 2015/2016 war Kristof Magnusson Poetikdozent an der Hochschule RheinMain.[1]

Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kristof Magnussons Werk umfasst neben Erzählungen, Essays und Reportagen in in- und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften sowohl Romane als auch Theaterstücke. Hinzu kommen zahlreiche Übersetzungen aus dem Isländischen sowie ein Buch über Island. Der Ton seiner Werke ist stets geprägt von Komik, Leichtigkeit und Unterhaltsamkeit. Der Blick des Autors auf die Figuren, die sich häufig auf skurrilen Abwegen befinden, ist „sarkastisch, doch liebevoll“[2]. Auffallend sind die umfangreichen Detailkenntnisse unterschiedlichster Lebenswelten, denen oftmals intensive Recherchen zugrunde liegen. So gilt er in der Literaturkritik als „höchst wirklichkeits- und milieutrainierter Schriftsteller“, dessen Stil „pointen- und dialogsicher“[3] ist.

Magnusson trat zuerst als Theaterautor hervor. Auch in seiner Prosa, bislang drei plotbetonte und temporeich erzählte Romane, sind schlagfertige, zugespitzte Dialoge stets ein wichtiges Element. Alle drei Romane erschienen im Münchner Verlag Antje Kunstmann.

Theaterstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnusson wurde zunächst bekannt durch seine Komödie Männerhort (2002), die 2003 am Schauspiel Bonn uraufgeführt wurde und dort „in kürzester Zeit zum Kulthit“[4] avancierte. Im November 2005 feierte das Stück auch am Theater am Kurfürstendamm in Berlin Premiere, mit Bastian Pastewka, Christoph Maria Herbst, Michael Kessler und Jürgen Tonkel in den Hauptrollen. Männerhort, das von einem Männerrückzugsreservat (Man Cave bzw. Männergarten) in einem Einkaufszentrum handelt, lief inzwischen an über 80[5] Theatern im In- und Ausland, zum Beispiel am Deutschen Theater Göttingen, am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, an der Komödie im Bayerischen Hof in München, am VAT Teater Tallinn, Teatr Capitol Warschau und im Studio DVA Prag. Das Stück wurde unter anderem ins Niederdeutsche,[6] Französische,[7] Englische,[8] Schwedische, Türkische,[9] Bulgarische,[10] Estnische,[11] Slowakische, in Marathi,[8] ins Tschechische[12] und ins Polnische[13] übersetzt.

Im Oktober 2014 kam der gleichnamige Film Männerhort in die deutschen Kinos, dessen Drehbuch auf Kristof Magnussons Theaterstück basiert.

Vor Männerhort schrieb Magnusson bereits im Jahr 2000 das Stück Enge im Haus und im Sarg, das im Rahmen eines Autorenprojekts an der Berliner Volksbühne in Begleitung von Improvisationen des Obdachlosen-Ensembles Ratten 07 entstand, eine „utopische Parabel“[14] oder ein „verschlungene(s) Antimärchen“[15]. Die Handlung wechselt zwischen einem Wald ohne Tiere in einem zeitlosen Staat, in dem sich beschäftigungslose Jäger die Zeit mit resignierten Gesprächen vertreiben, und der Großstadt der Gegenwart, in der zwei verkaterte Jungs zusammen mit vier Punk-Mädchen eine vermisste Freundin suchen, jener Prinzessin, deren Verschwinden auch die Jäger betrauern. Das Stück verhandelt „Fragen der Identität und Freiheit, Gewalt und Liebessehnsucht“[15]

Im selben Jahr erschien die Farce Der totale Kick, die im November 2001 unter der Regie von Hans Falár am Staatsschauspiel Dresden uraufgeführt wurde. Darin bricht eine junge Frau beim Versuch, „endlich auch einmal ein Ding so richtig Tarantino-mäßig durchziehen“[6], gemeinsam mit ihrem ängstlichen Verlobten in die Wohnung einer alten Dame ein, die sich gemeinsam mit drei Kaffeekränzchen-Freundinnen gegen die Hobby-Einbrecher zur Wehr setzt.

Zehn Jahre später folgte die Komödie Sushi für alle, die im März 2011 am Theater Dortmund unter der Regie von Oliver Dominique Endreß[16] uraufgeführt wurde. Darin versucht ein vermutlich sterbenskranker Familienvater, in einem Junggesellen einen Nachfolger für sich zu finden, als Partner für seine an Familie wenig interessierte Frau und als Vater für seine beiden neurotischen Kinder. Das Stück ist „eine turbulente und pointenreiche Komödie über die Glückssuche im Privaten, über letzte Kniffe, der Familie zu entkommen, und über Abgründe, die sich hinter den Fassaden heiler Familienwelten auftun“.[6]

Im April 2010 wurde die Theateradaption des Romans Zuhause in einer Fassung von Ronny Jakubaschk am Volkstheater Rostock uraufgeführt, der im Dezember desselben Jahres auch den zweiten Roman von Kristof Magnusson, Das war ich nicht, für die Bühne adaptierte und am Theater Basel uraufführte.

Regelmäßig werden seine Stücke auf deutschsprachigen Bühnen gespielt. Auch im Ausland ist Magnusson ein erfolgreicher Dramatiker. Darüber hinaus übersetzt er Dramatik aus dem Isländischen ins Deutsche.

Zuhause[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2005 veröffentlichte Magnusson sein Romandebüt Zuhause, mit dem er im selben Jahr zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb nach Klagenfurt eingeladen worden war.

Die Handlung dreht sich um Lárus Lúðvígsson, Ende zwanzig, Anfang dreißig, der mit dem Erwachsensein hadert, das Vergessen und Verdrängen dem Erinnern vorzieht und damit nicht nur seiner Freundin aus Kindheitstagen, Matilda, immer wieder vor den Kopf stößt. Gerade verlassen von seinem jetzt Exfreund Milan, reist Lárus in der Adventszeit von Hamburg nach Reykjavík. Statt langer vergnüglicher Ausgehnächte auf dem Laugavegur und einer beschaulich-harmonischen Vorweihnachtszeit in abgeschiedener Umgebung mit seinen Wahlverwandten erwarten ihn dort sonderbare Begebenheiten in rasanter Abfolge. Es beginnt damit, dass Lárus feststellen muss, dass ihn das isländische Einwohnermeldeamt als tot registriert hat. Seine beste Freundin Matilda und er haben sich kaum mehr etwas zu sagen, über das sie nicht in Streit geraten. Über seinen Liebeskummer versucht er sich mit einer Liaison mit dem verschrobenen Dagur, Sohn einer der mächtigsten Familien Islands, hinwegzutrösten. Diese Liebschaft sowie Dagurs plötzlicher Tod ziehen ihn so sehr in dessen Familiengeschichte hinein, dass Lárus sich selbst von Tag zu Tag an mehr erinnern muss, als ihm recht ist. Indem er zunächst unfreiwillig, dann forschend dem fremden Familiengeheimnis auf die Spur kommt, entschlüsselt Lárus ein damit verwobenes Geheimnis seiner eigenen Kindheit. Schließlich kehrt er, versöhnt mit Matilda und etwas gereift, „schwer versehrt wie ein Sagaheld, doch unbesiegt und zudem im Besitz einer geheimen Handschrift“[17] nach Hamburg zurück.

In Zuhause verbindet Magnusson in humoristischer Weise Elemente von Schelmen-, Coming-of-age- bzw. Entwicklungsroman, Krimi- und Roadmovie-Geschichten und Mythenstoffen der isländischen Sagas mit diversen Zitaten aus Popsongs.

Im April 2010 wurde die Theateradaption des Romans in einer Fassung von Ronny Jakubaschk am Volkstheater Rostock uraufgeführt, der im Dezember desselben Jahres auch den zweiten Roman von Kristof Magnusson, Das war ich nicht, für die Bühne adaptierte und am Theater Basel uraufführte.

Auf Vorschlag von Klaus Nüchtern wurde Kristof Magnusson im Sommer 2005 mit seinem Prosadebüt zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb eingeladen. Die Kontroverse der damaligen Jury zeigt in verdichteter Weise die beiden Pole, zwischen denen sich die Rezeption von Magnussons Werken im Feuilleton seitdem immer wieder bewegt. Das Publikum war begeistert, auch ein Teil der Jury lobte die große Unterhaltsamkeit des Texts, während der andere Teil hingegen urteilte, der Roman sei „zu flach“.[18]

Der Autor selbst führt solche kontroversen Reaktionen zurück auf die „… veraltete(n) Trennung zwischen U- und E-Kunst. Dabei ist Humor eine wichtige und legitime Form des Weltwahrnehmens und Welterklärens. Die muss man nicht gegen andere Schreibweisen ausspielen. Humor bedeutet ja nicht, dass man sich ständig auf die Schenkel klopft. Humor ermuntert einen, sich den Dingen nicht gleich auszuliefern, sondern sie auch mal anders zu betrachten und sie nicht so hinzunehmen, wie sie erscheinen, oder wie sie einem verkauft werden“[19], wie er in einem Interview in der Berliner Zeitung äußerte.

Im selben Interview fragte Irene Bazinger: „Warum polarisieren Sie mit Ihrer leichten, amüsanten, dennoch ernsthaften Literatur bis heute?“. Antwort des Autors: „Tja, die Jury war damals genau geteilt: Eine Hälfte fand Zuhause total doof, die andere Hälfte super. Dafür, dass ich weder ästhetisch kühn noch voller steiler Thesen schreibe, überraschte mich das widersprüchliche Echo selbst“.[19]

Das war ich nicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnussons zweiter Roman Das war ich nicht folgte im Januar 2010. Darin geht es um den Investment-Banker Jasper Lüdemann, den Bestseller-Autor Henry LaMarck und die literarische Übersetzerin Meike Urbanski, aus deren Perspektive jeweils abwechselnd das Geschehen erzählt wird. Alle drei befinden sich am Abgrund einer persönlichen Krise, die gerade heraufzieht oder bereits begonnen hat. Sie begegnen sich durch teils von ihnen selbst provozierte Zufälle und geraten in eine abenteuerliche Abhängigkeit voneinander, die maßgeblich bestimmt wird durch Liebe und Geld. Mit Schärfe und Witz, gepaart mit Sympathie, zeichnet der Autor den je ganz eigenen Dünkel, die Eitelkeiten und Nöte der Figuren. Wie schon im Vorgänger Zuhause lässt er die Protagonisten Volten schlagen, treibt sie zwischen Chicago, dem Hamburger Schanzenviertel, einem Kaff im Ruhrgebiet und der norddeutschen ländlichen Einöde hinterm Deich umher, um schließlich nach atemlosen Turbulenzen ein Happy End, nicht ohne Ironie, für sie bereitzuhalten. Zugleich ist Das war ich nicht ein sarkastischer und amüsanter Roman über die Banken- und Finanzkrise, laut einer Kritik erhellend „für diejenigen, die immer schon mal wissen wollten, wie Geldverbrennung und Derivate funktionieren, ohne die Financial Times zu abonnieren. Es ist sozusagen der Roman zum letzten Jahr“[20].

Das war ich nicht stand in seinem Erscheinungsjahr 2010 sowohl auf der Spiegel-Bestsellerliste als auch auf der SWR-Bestenliste.

Im Dezember 2010 wurde die Theateradaption des Romans in einer Bühnenfassung von Ronny Jakubaschk am Theater Basel uraufgeführt. Zuvor hatte Jakubaschk bereits die Adaption von Zuhause am Volkstheater Rostock realisiert.

Das war ich nicht wurde in mehrere Sprachen übersetzt, unter anderem ins Französische, Italienische, Isländische, Niederländische, Slowenische, Bulgarische und Vietnamesische.

Arztroman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zuletzt erschienene Roman von Kristof Magnusson, Arztroman, veröffentlicht im August 2014, erhielt viel mediale Aufmerksamkeit und stand ebenfalls auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Magnusson, der schon viele Jahre in Berlin lebt, legte hiermit seine erste Arbeit vor, deren Handlung in dieser Stadt spielt.

Herzstück und Ausgangspunkt ist die Rettungsstelle des Kreuzberger Klinikums Am Urban, in der die Notärztin Dr. Anita Cornelius arbeitet. Der Roman schildert ihre beruflichen und privaten Konflikte und behandelt beiläufig Themen wie das Gesundheitswesen oder das Phänomen der Gentrifizierung.

Gebrauchsanweisung für Island[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2011 erschien in der Reihe Gebrauchsanweisung für… des Piper Verlags Kristof Magnussons Gebrauchsanweisung für Island. Die Publikationen dieser Reihe gehen über das Format der üblichen Reiseführerliteratur hinaus. So nähert sich auch Magnusson seinem Gegenstand essayistisch, fügt Beobachtungen und Anekdoten über Kurioses und Alltägliches, Impressionen und Fakten über die Geschichte und Kultur des kleinen Inselstaats zusammen und betrachtet die Anziehung, die dieser „geologische Teenager“ mit seinem „kärgliche(n) Liebreiz“[21] auf Reisende aus aller Welt ausübt. Er widerlegt (oder bekräftigt augenzwinkernd) manches Klischee, das in den verbreiteten Vorstellungen vorherrscht. Als Halbisländer weiß der Autor und Übersetzer, „unser Mann für die deutsch-isländische Verständigung (...), der zum Glück über beträchtlichen Humor verfügt und daher genau der Richtige ist, den Aberwitz der Insel am nördlichen Rand Europas verständlich zu machen“[22], viel zu berichten über den Inselstaat und dessen Bevölkerung, eine „Lese- und Schreibnation“ [23], sowie über die große Bedeutung der Literatur; auch dies auf heitere, sehr anschauliche und wortspielerische Weise voller überraschender Vergleiche und Schlüsse. Ergebnis ist „eine sehr gelungene Analyse der isländischen Mentalität und ein idealer Einstieg für Island-Neulinge“[24].

Tätigkeit als Übersetzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seiner Tätigkeit als Romancier und Dramatiker übersetzt Kristof Magnusson aus dem Isländischen und Altisländischen ins Deutsche. Die von ihm übertragenen Werke stammen teils aus den Anfängen der isländischen Literaturgeschichte und reichen bis zu Texten der isländischen Gegenwartsliteratur. Er übersetzt sowohl Prosa als auch Dramatik und Gedichte. Magnusson hat Neuübersetzungen der mittelalterlichen Saga-Texte verfasst und unter anderem Werke von Einar Kárason, Hallgrímur Helgason, Sigurbjörg Þrastardóttir und Þorvaldur Þorsteinsson übersetzt.

Zu seinem Übersetzungsansatz äußerte sich Magnusson in einem Interview wie folgt: „Ich favorisiere die so genannte Wirkungsäquivalenz. Ein Text soll auf den deutschen Leser so wirken, wie das Original auf einen isländischen Leser. Und deswegen würde ich ein in Island neu erfundenes Wort wie tölva (Zahlenhexe) stets als Computer übersetzen, damit man in Deutschland dieselben Assoziationen hat. Ich würde keine Paraphrasen formulieren oder erklären, wie Neologismen im Isländischen funktionieren. Isländisch hat nicht diese vielen Einflüsse aus dem Griechischen, Lateinischen oder Französischen. Wenn man nur zum deutschen Wort greift und Brauchtum statt Tradition oder Sippe statt Familie übersetzt, dann wird der deutsche Sprachstil antiquiert. Das bedeutet, man muss mit der vollen Bandbreite des Deutschen arbeiten, wozu auch Fremdwörter gehören. Ich achte darauf, dass ich nicht zeitfremdes germanisches Vokabular verwende.“[25]

Über seine Zweisprachigkeit bemerkte Magnusson: „Obwohl ich mit meinem Vater viel Isländisch gesprochen habe und daher zweisprachig aufgewachsen bin, ist Deutsch eindeutig meine Muttersprache. (…) Daher könnte ich auch nur auf Deutsch schreiben, nicht auf Isländisch, so gern ich auch aus dem Isländischen übersetze.“[26]

Auszeichnungen und Stipendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theaterstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Enge im Haus und im Sarg. Autorenprojekt an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz mit dem Obdachlosen-Ensemble Ratten 07. Uraufführung am 7. November 2000 ebenda in Berlin, Regie: Christine Umpfenbach und Antje Wenningmann (C&A).
  • Der totale Kick. Theaterstück. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2000. Uraufführung am 1. November 2001 am Staatsschauspiel Dresden, Regie: Hans Falár.
  • Männerhort. Komödie. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-88661-286-4. Uraufführung am 19. Oktober 2003 am Schauspiel Bonn, Regie: Kay Voges.
  • Sushi für alle. Komödie. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-88661-337-3. Uraufführung am 11. März 2011 am Schauspiel Dortmund, Regie: Oliver D. Endreß.
  • Zuhause. Bühnenfassung von Ronny Jakubaschk. Uraufführung am Volkstheater Rostock, 30. April 2010, Regie: Ronny Jakubaschk.
  • Das war ich nicht. Bühnenfassung von Ronny Jakubaschk. Uraufführung im Theater Basel, 16. Dezember 2010, Regie: Ronny Jakubaschk.

Islandbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebrauchsanweisung für Island. Piper, München/Zürich 2011, ISBN 978-3-492-27588-0.

Übersetzungen der Werke von Kristof Magnusson in andere Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuhause[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ins Französische übersetzt von Sébastian Gravier: Retour à Reykjavík. Gaïa Éditions, Montfort-en-Chalosse 2008, ISBN 978-2-84720-119-2.

Das war ich nicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ins Französische übersetzt von Gaëlle Guicheney: C’était pas ma faute. Éditions Métailié, Paris 2011, ISBN 978-2-86424-840-8.
  • Ins Italienische übersetzt von Bice Rinaldi: Non sono stato io. Pozza, Vicenza 2011, ISBN 88-545-0427-0.
  • Ins Isländische übersetzt von Bjarni Jónsson: Það var ekki ég. Mál og Menning, Reykjavík 2012, ISBN 978-9979-3-3308-1.
  • Ins Niederländische übersetzt von Hilde Keteleer: Ik was heet niet. De Geus, Breda 2011, ISBN 978-90-445-1737-8.
  • Ins Slowenische übersetzt von Ana Jasmina Oseban: Nisem bil jaz. Modrijan, Ljubljana 2012, ISBN 978-961-241-681-2.
  • Ins Bulgarische übersetzt von Ljubomir Iliev: Ne bjach az. Atlantis, Sofija 2012, ISBN 978-954-9621-55-6.

Männerhort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ins Französische übersetzt von Johannes Honigmann und Sandrine Aumercier: Crèche pour hommes. Manuscrit 2005.
  • Ins Schwedische übersetzt von Teaterhögskolan: Manskällaren. Stockholm, 2005.
  • Ins Bulgarische übersetzt von Boian Ivanov: Галерия на представлението. 2005.
  • Ins Estnische übersetzt von Eili Heinmets: Meeste varjupaik. 2006.
  • Ins Türkische übersetzt von Sibel A. Yeşilay: Erkek Parkı. Istanbul 2009.
  • Ins Niederdeutsche übersetzt von Arne Christophersen: Männerhort oder Een Platz för Keerls. Verden 2010.
  • Ins Slowakische übersetzt von Katarína Motyková: Aj muži majú svoje dni. 2011.
  • Ins Tschechische übersetzt von Iva Michňová: Kutloch. 2012.
  • Ins Polnische übersetzt von Izabela Rozhin: Klub mężusiów. 2013.

Übersetzungen von Kristof Magnusson aus dem Isländischen ins Deutsche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur in Einfacher Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016/2017 beteiligte sich Kristof Magnusson am Projekt „Frankfurt, Deine Geschichte. Literatur in einfacher Sprache“ des Frankfurter Literaturhauses, des Historischen Museums Frankfurt und der Stabsstelle für Inklusion der Stadt Frankfurt.[29] Sechs Autoren, neben Magnusson Henning Ahrens, Mirko Bonné, Nora Bossong, Olga Grjasnowa und Alissa Walser, schrieben Texte zur Frankfurter Geschichte in Einfacher Sprache und erarbeiteten dazu ein Regelwerk.[30] In einem Beitrag über das Projekt in der FAZ schrieb Magnusson zur Wirkung des Regelkatalogs: „Die Regeln zur Leichten Sprache, die einem Text jegliche Literarizität auszutreiben scheinen, wirken nun – wo eine Gruppe von Autoren sie vor dem Schreiben formuliert – plötzlich wie ein künstlerisches Manifest, das den Minimalismus zur Tugend macht“.[31] Er plädierte dafür, „mit mehr Mühe nach Bereichen [zu] suchen, in denen wir sprachliche Barrieren sinnvoll abbauen können. Dann werden wir sehen, dass uns Leichte Sprache bereichern kann: Als Chance für eine gerechtere Gesellschaft, als Einladung zum Nachdenken über Sprache, zu künstlerischen Experiment, zum Spiel.“

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vollertsen. Mit Linolschnitten von Wolfgang Jörg. Berliner Handpresse, Berlin 2007. Erstveröffentlichung der Erzählung in: Sprache im technischen Zeitalter (1999), Heft 151.
  • Ihr Dichter, schreibt! Wir wollens lesen. Essay über die Textdichter Johann Sebastian Bachs, Gewandhaus-Magazin (2000).
  • Sänger und Orchester im Komplott gegen mich. Essay über Albert Lortzings Leipziger Zeit, Gewandhaus-Magazin (2000).
  • Summer of Love, in: Vom Fisch bespuckt. Erzählungen, Hg.: Katja Lange-Müller, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2001, ISBN 978-3-462-03073-0.
  • Ich, das Drama und Robert McKee. Essay, veröffentlicht in: Wie werde ich ein verdammt guter Schriftsteller? Berichte aus der Werkstatt, Hg.: Josef Haslinger, Hans-Ulrich Treichel, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-518-12395-9.
  • Als es nicht mehr schlimmer kommen kann, kommt Beethoven. Radiofeature über Musik und ihre „Verwortlichungen“ in der Literatur, SWR, 2006.
  • Inflation will pay. Essay über den Hintergrund der isländischen Finanzkrise, Financial Times, 2008.
  • Als Herausgeber: Dänen lügen nicht: Kuriose Geschichten aus Skandinavien. Piper, München 2009, ISBN 978-3-492-05268-9.
  • Berlin allein. Literarischer Stadtspaziergang, 2009, Audiodatei online.
  • Als Sprecher: Die Saga-Aufnahmen. Grettis Saga. 2 CDs. supposé, Berlin 2011, ISBN 978-3-86385-002-9.

Literatur über Kristof Magnusson[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Timo Treiber: Kristof Magnusson: „Das war ich nicht“. Bergmoser + Höller, Aachen 2014.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kristof Magnusson sagte in einem Interview anlässlich seiner Antrittsvorlesung als Poetikdozent an der Hochschule RheinMain: „Schreiben ist der Versuch, einen chaotischen unplanbaren Inspirationsprozess irgendwie handwerklich in den Griff zu bekommen. Man hält gewisse Regeln ein, um das Schicksal gnädig zu stimmen.“[32]

In einem Interview[33] erzählte Kristof Magnusson von der Recherche zu seinem Roman „Das war ich nicht“. Zugang zu den Händlersälen zu bekommen sei zunächst schwierig gewesen. „Ich habe dann ganz ehrlich gesagt: Ich möchte über dieses Thema schreiben, und ohne Recherche könnte ich nur über die Klischees schreiben, ich könnte nur schreiben über irgendwelche Bänker, die morgens aus dem Stripclub mit ihrem Porsche zur Arbeit fahren, koksen und so. Und das wollte ich nicht. Und als ich das dann geschrieben habe, kam sofort eine Reaktion und die Leute haben mich eingeladen.“ Magnusson berichtete zudem, auch der britische Investmentbanker Nick Leeson sei eine Quelle der Inspiration für ihn gewesen, insbesondere, dass dieser seine ersten krummen Geschäfte gemacht habe, um Fehler eines Kollegen auszugleichen.

Kristof Magnusson in einem Interview[33] über Humor: „Humor ist für mich (…) eine sehr wichtige Art und Weise, die Welt zu betrachten. (…) Ich glaube, Leuten nicht zu trauen, die gar keinen Humor haben, ist schon mal gar keine schlechte Idee, wenn man sich mal umguckt, was sich in der politischen Rhetorik zur Zeit tut. Humor ist ja immer eine Form von zwar einfühlsamem Wahrnehmen, aber gleichzeitig auch einem Sichdistanzieren. Das heißt, wer Humor hat, der kann sich nicht so leicht manipulieren lassen. Und was wirklich alle totalitären Regime gemein haben, ist, dass sie extrem humorlos sind.“

Nach dem überraschenden Erfolg der isländischen Fußball-Nationalmeisterschaft und dem sympathischen Jubel der isländischen Fans während der Europameisterschaft 2016 wurde Kristof Magnusson von mehreren Medien[34][35] zu seiner Sicht auf die Bedeutung des Sports für das das Land, Klischees und isländische Besonderheiten interviewt. Der Abendzeitung sagte er: „Held ist man in Island immer nur in Anführungszeichen. Die Gesellschaft ist ja so klein, dass man immer einen kennt, der mit der Schwester des ‚Helden‘ in der Realschule herumgeknutscht hat. Außerdem trifft man ihn ständig beim Einkaufen, man duzt sich, oder man ist gleich miteinander verwandt. Das mit der Unnahbarkeit und dem Heldenstatus wird also schwierig, aber man wird sich immer an die Mannschaft erinnern.“[36]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 17. Kristof Magnusson - Hochschule RheinMain. In: hs-rm.de. Abgerufen am 27. März 2017.
  2. Zitiert aus dem ORF-Filmbeitrag zum Bachmann-Preis 2005
  3. Kommt er durch? In: Die Zeit. 14. Oktober 2014.
  4. Kristof Magnusson In: komoedie-muenchen.de.
  5. Alle Newss: Verlag der Autoren. Männerhort? das war ich nicht! In: verlagderautoren.de. Abgerufen am 29. März 2017.
  6. a b c Theaterautoren Details: Verlag der Autoren. Kristof Magnusson. In: verlagderautoren.de. Abgerufen am 29. März 2017.
  7. L’Arche Editeur - Agence - Répertoire des pièces. In: arche-editeur.com. Abgerufen am 29. März 2017 (französisch).
  8. a b Kristof Magnusson … – Schau ins Blau. In: schauinsblau.de. 22. April 2011, abgerufen am 29. März 2017.
  9. Yollarda - Cultural Bridges - Events - Goethe-Institut. In: goethe.de. 3. März 2010, abgerufen am 29. März 2017 (englisch).
  10. Plovdiv, Bulgaria – Programm für April. In: plovdivguide.com. 2. April 2007, abgerufen am 29. März 2017.
  11. VAT Teater. In: vatteater.ee. Oktober 2006, abgerufen am 29. März 2017 (englisch).
  12. Kutloch « Kutloch aneb I muži mají své dny « Studio DVA divadlo. In: studiodva.cz. Juli 2012, abgerufen am 29. März 2017 (tschechisch).
  13. Kristof Magnusson, KLUB MĘŻUSIÓW, tytuł oryginalny: Männerhort (Memento vom 27. Juni 2014 im Internet Archive) (clubcapitol.pl, polnisch)
  14. Ulrich Seidler: Die Ratten 07 spielen wieder im dritten Stock der Volksbühne: Zu Hause: die Obdachlosen. In: Berliner Zeitung. 17. November 2000, abgerufen am 29. März 2017.
  15. a b Eva Behrendt: Mehr Bier. In: taz.de. 13. November 2000, abgerufen am 29. März 2017.
  16. Portfolio Oliver D. Endreß. In: cargocollective.com. 6. Dezember 2014, abgerufen am 29. März 2017 (PDF; 1,2 MB).
  17. Der Punk-Retrolook der Reiherente In: Süddeutsche Zeitung. 13. Februar 2006.
  18. Drei Texte gefielen einhellig - Bachmannpreis. In: bachmannpreis.orf.at. Abgerufen am 29. März 2017.
  19. a b Wer ist krank? Wer ist gesund? In: Berliner Zeitung. 4./5. Oktober 2014.
  20. Die Rockstars der Investmentbanken In: Neues Deutschland. 4. Februar 2010.
  21. Das unmögliche Land In: Welt am Sonntag. 3. April 2011.
  22. Magnusson, Kristof: Gebrauchsanweisung für Island In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. August 2011.
  23. Insel für Exzentriker In: Die Welt. 1. Oktober 2011.
  24. Druckfrisch: "Gebrauchsanweisung für Island" von Kristof Magnusson (Memento vom 9. Januar 2012 im Internet Archive) In: ARD. 25. September 2011.
  25. Aufmerksamkeit für Island In: Buchkultur Nr. 137, S. 20 f., August/ September 2011.
  26. Island für Einsteiger In: Wiesbadener Kurier. 31. August 2011.
  27. Stiftung Lydia Eymann: Stipendiaten. In: le-stiftung.ch. 2005, abgerufen am 29. März 2017.
  28. Preisträger - Die Euregio liest. In: euregio-lit.eu. Abgerufen am 29. März 2017.
  29. Stefan Dege: Kristof Magnusson: „Schreiben in einfacher Sprache ist für mich ein künstlerisches Experiment“. In: dw.com. 27. Januar 2017, abgerufen am 29. März 2017.
  30. Literaturhaus Frankfurt: Frankfurt, deine Geschichte – Literatur in Einfacher Sprache. In: literaturhaus-frankfurt.de. 13. Dezember 2016, abgerufen am 29. März 2017.
  31. Unser Dogma ist einfach. In: faz.net. 4. Januar 2017, abgerufen am 29. März 2017 (kostenpflichtiger Artikel).
  32. Bastian Reisch: „Ich brauche eher Abwechslung als Rituale“ – Poetikdozent Kristof Magnusson hält am 22. Oktober seine Antrittsvorlesung. In: wiesbadener-kurier.de. 20. Oktober 2015, abgerufen am 27. März 2017.
  33. a b Gespräch mit Kristof Magnusson: Der Roman „Das war ich nicht“. In: SWR Mediathek. 5. Februar 2017, abgerufen am 27. März 2017 (10:25 min. Verfügbar bis: 31. Januar 2018).
  34. Kristof Magnusson: „Wir können jetzt auch Fußball“, In: NDR.de, 28. Juni 2016.
  35. Flexibel und spontan. Der Schriftsteller Kristof Magnusson erklärt den isländischen Erfolg und das tägliche Leben mit dem Wikinger-Style und unterm Vulkan., In: taz.de, 28. Juni 2016.
  36. AZ-EM-Gespräch Schriftsteller Kristof Magnusson: „Wikinger? Absurd!“, In: Abendzeitung, 27. Juni 2016.