Rocket Lab

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Rocket Lab Ltd.

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Rechtsform Kapitalgesellschaft
Sitz Los Angeles
Leitung Peter Beck, CEO
Branche Raketenentwicklung und -herstellung
Website www.rocketlabusa.com

Rocket Lab ist ein Unternehmen mit Hauptsitz in Los Angeles (vormals in Auckland), das einen Raketenstartplatz in Neuseeland betreibt. Ursprünglich wurde es unter der Bezeichnung Rocket Lab Ltd. 2006 von Peter Beck in Neuseeland gegründet. Es entwirft und produziert die Trägerrakete Electron, um Kleinsatelliten in den Orbit zu bringen.

Hauptinvestoren sind Khosla Ventures, Bessemer Venture Partners, Data Collective, Promus Ventures, Lockheed Martin und K1W1. Zudem erhielt das Unternehmen Finanzmittel von der Foundation for Research, Science and Technology, für die Peter Beck als Wissenschaftler tätig war.

Ātea[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rocket Lab entwickelte zunächst die Höhenforschungsrakete Ātea-1 (Māori für 'Weltraum'), die nur einen Start absolvierte. Die 6 m lange und 60 kg schwere Rakete sollte 2 kg Nutzlast in eine Höhe von 120 km bringen können.[1] Sie sollte kleine wissenschaftliche Nutzlasten und möglicherweise auch persönliche Gegenstände transportieren.[2][3]

Ātea-1 wurde erfolgreich von Great Mercury Island in der Nähe von Coromandel am 30. November 2009 gestartet.[4]

Eine größere Ātea-2 war in Planung, wurde jedoch nicht realisiert.[5]

Electron[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2010 schloss Rocket Lab einen Vertrag mit dem Operationally Responsive Space Office (ORS), um kostengünstige Trägerraketen für Kleinsatelliten zu entwickeln.[6][7] Gebaut wurde eine zwei- bis dreistufige Rakete mit der Bezeichnung Electron, die Nutzlasten bis 225 kg in eine Erdumlaufbahn bringen kann.[8] Als Startplatz wurde die Mahia-Halbinsel an der Ostküste der Nordinsel ausgewählt;[9] die Bauarbeiten für den so bezeichneten Rocket Lab Launch Complex 1 begannen im März 2016.[10] Der erste von drei Testflügen fand am 25. Mai 2017 um 06:20 Uhr MEZ statt und endete in einem Fehlschlag.[11] Der zweite Testflug wurde am 21. Januar 2018 durchgeführt und brachte erfolgreich drei Cubesats in eine Erdumlaufbahn.[12]

Photon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die optionale dritte Stufe (die „Kickstage“) der Electron soll ab 2020 auch als Satellitenbus mit der Bezeichnung „Photon“ verfügbar sein. Photon stellt eine 28-Volt-Stromversorgung sowie S-Band-Kommunikation und 1 Terabyte Datenspeicher bereit. Die Nutzlast kann bis zu 170 kg schwer sein und mindestens fünf Jahre lang mit Photon im Orbit verbleiben. Rocket Lab möchte selbst als Satellitenbauer auftreten und die Nutzlasten der Kunden mit Photon zu Satelliten integrieren.[13][14]

Startplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2016 besitzt Rocket Lab den bereits beschriebenen Startplatz in Neuseeland. Zudem sollen Vereinbarungen mit der NASA über die Nutzung von Startplätzen im Kennedy Space Center und mit der Alaska Aerospace Corporation über die Nutzung des Pacific Spaceport Complex – Alaska bestehen; beide sind bislang aber nicht für Electron-Starts ausgerüstet. Im Oktober 2018 kündigte Rocket Lab den Mid-Atlantic Regional Spaceport als Standort für Rocket Lab Launch Complex 2 an.[15] Als dritter Standort ist der in Planung befindliche Sutherland Spaceport in den schottischen Highlands im Gespräch.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rocket Lab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ātea-1. Rocket Lab, 2009, archiviert vom Original am 11. Oktober 2009; abgerufen am 4. Mai 2018 (englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  2. Rocket project gears for take off. In: The New Zealand Herald, 15. August 2007. Abgerufen am 17. November 2009. 
  3. Rob Goldsmith: Rocket lab primed to launch new zealand’s first rocket into space. In: Space Fellowship website, 16. November 2009. Abgerufen am 17. November 2009. 
  4. NZ's first space launch saved by $6 replacement part. In: The New Zealand Herald. 30. November 2009. Abgerufen am 11. September 2011.
  5. Ātea-2 technical specifications (Memento vom 4. Oktober 2011 im Internet Archive)
  6. Rocket Lab News (Memento vom 23. Juli 2011 im Internet Archive): "Dezember 2010 - Rocket Lab was awarded a US contract from the Operationally Responsive Space Office (ORS) to study low cost international alternatives. Included in this study is a 640,000Ns booster, a miniature avionics system and a launch vehicle to place small mass satellites into polar and low Earth orbits."
  7. NZ set to join the space age. In: Stuff.co.nz, 9. Oktober 2009. Abgerufen am 22. November 2011. 
  8. electron. 1. Januar 2016, abgerufen am 9. April 2019 (englisch).
  9. Debbie Gregory and Andrew Ashton: Rocket Lab chooses Mahia for space launches. Gisborne Herald, 24. November 2015, abgerufen am 16. März 2016 (englisch).
  10. Rocketlab: Construction begins on Rocket Lab’s Orbital Launch Site. Abgerufen am 16. März 2016 (englisch).
  11. Spaceflightnow: Maiden flight of Rocket Lab’s small satellite launcher reaches space. 25. Mai 2017, abgerufen am 28. Mai 2017 (englisch).
  12. Stephen Clark: Live coverage: Test flight of Rocket Lab’s satellite launcher set for today. In: Spaceflight Now. 21. Januar 2018, abgerufen am 21. Januar 2018 (englisch).
  13. Loren Grush: Rocket Lab is now building customizable satellites. In: The Verge. 9. April 2019, abgerufen am 9. April 2019.
  14. Photon. Rocket Lab, abgerufen am 9. April 2019.
  15. Tariq Malik: Rocket Lab Picks Virginia Spaceport As US Launch Site for Small Satellites. In: Space.com. 17. Oktober 2018, abgerufen am 9. September 2019.
  16. Rocket men: locals divided over plans for UK's first spaceport. In: The Guardian. 16. Juli 2018, abgerufen am 9. September 2019.