Rosenkranzkirche (Bad Neuenahr)

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Rosenkranzkirche um 1970
… 2016

Die Rosenkranzkirche ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Bad Neuenahr. Sie gehört zur Pfarreiengemeinschaft St. Marien & St. Willibrord (kurz: Rosenkranzpfarrei) im Bistum Trier[1] und wurde 1904 geweiht.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rosenkranzkirche liegt an der Telegrafenstraße in Bad Neuenahr, in Nachbarschaft zur Hauptstelle der an der Hauptstraße gelegenen Volksbank RheinAhrEifel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rosenkranzkirche wurde von 1899 bis 1901 nach Entwürfen des Baumeisters August Menken erbaut und 1904 geweiht, jedoch erst 1907 vollständig fertiggestellt.[2][3]

2009 erfolgte mit Spendengeldern eine grundlegende Innenrenovierung.[3]

Die Kirche ist durch die Flutkatastrophe im Juli 2021 stark beschädigt worden. Ein erster Gottesdienst nach der Flut könnte am 3. Oktober gefeiert werden.[4]

Im Advent 2021 hat der Meckenheimer Künstler Rafael Buttlies die Fenster der Kirche unter dem Motto: „Hoffnung des Lichtes für das Ahrtal“ in verschiedenen Farben beleuchtet.[5][6]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mauerwände mit herausgeschnittenen Fensteröffnungen

Die Rosenkranzkirche wurde im neuromanischen Stil errichtet. Von außen prägt der an der Ostseite des Langhauses stehende 60 Meter hohe Kirchturm[2] das Bild des Gebäudes. Ein 1955 errichtetes Tympanon von Ernst Matschulla, das die Krönung Mariens durch die Dreifaltigkeit zeigt, fügt sich harmonisch in den Kirchenbau ein.[3]

Im Turmuntergeschoss befindet sich eine niedrige Vorhalle, die sich zum Kirchenschiff durch einen Bogens unterhalb der Orgelempore öffnet. Seit 2009 ist in der Vorhalle die Taufkapelle eingerichtet. Zwischen der Vorhalle und der Vierung liegt das Mittelschiff. Die glatten Mauerwände werden dort von scharfkantig herausgeschnittenen Fensteröffnungen unterbrochen.[3]

Das Ordnungsprinzip des Kirchensystems wird im Wechsel der Arkadenstützen erkennbar: Abwechselnd werden die Seitenschiffe vom Mittelschiff durch Eckpfeiler sowie Rundpfeiler an den Kapitellen im Norden und im Süden abgetrennt (Rheinischer Stützenwechsel). Ein Sterngewölbe schmückt die Hängekuppel der quadratischen Vierung, die von Pilastern mit Kapitellen begrenzt wird.[3]

Weitere Querhäuser ragen über die Seitenschiffwände hinaus. Strebepfeiler sichern die Querhäuser an den Ecken, die das Gewicht des Gewölbes und des Dachs tragen. Im Giebel werden die Häuser von einem gestuften Rundbogenfries geziert, während die Querschiffstirnwände mit jeweils einer Abstraktion einer Blütenform, einer Fensterrose aus zusammengesetzten Fastenbildern, ausgeschmückt wurden.[3]

Bleiglasfenster

Der Chorumgang ist durch Rundpfeiler mit ausgeprägten Kapitellen vom Hochchor getrennt. Die fünf Chorkapellen haben ungerahmte und gekoppelte Rundbogenfenster. Die Chorflankentürme erheben sich auf einem quadratischen Grundriss.[3]

Menken entwarf die Kirche mit symbolträchtigen Bauformen, also Säulen, Apsiden, Bögen, Türmen und Wölbungen, in Anspielung auf das Himmlische Jerusalem.[3]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Taufkapelle in der Vorhalle unter der Orgel steht seit 1912 ein aus Sandstein gefertigter Taufstein mit aus Messing getriebenem Becken und Kupferdeckel, der die vier Evangelistensymbole zeigt. 1912 wurde die Kirche zudem um zwei Travertinreliefs mit Szenen aus der Bergpredigt und der Darstellung des zwölfjährigen Jesus im Tempel nach Lukas (Lk 2,41-52 EU) bereichert, ebenso hinzu kam die Kanzel aus Sandstein und mit Marmorsäulen und Holzschalldeckel mit Heilig-Geist-Taube und schmiedeeisernem Aufbau.[3]

1928 wurde der aus Marmor gefertigte Hochaltar, der bis dahin in der Kölner Pfarrkirche St. Georg stand, in der Rosenkranzkirche aufgestellt. Mehr als viereinhalb Jahrzehnte später, 1974, wurde der Zelebrationsaltar aus italienischem Marmor angefertigt. 2010 wurde ein neuer Ambo eingeweiht.[3]

1910 stiftete eine Familie den Altar der Schmerzhaften Mutter Gottes, der heute an der Westwand des rechten Querhauses steht.[3]

Erste Kapelle im Kapellenkranz ist die Marienkapelle, in der nach der Innenrenovierung im Jahr 2009 eine Holzfigur aufgestellt wurde, eine Madonna aus dem 17. Jahrhundert. Die Muttergottesfigur mit Kind stammt aus der ehemaligen Josefskapelle von Bad Neuenahr. Dort steht dafür die Kreuzigungsgruppe. Die zweite Kapelle birgt den Johannesaltar aus dem Jahr 1912. In der dritten Kapelle steht heute der ehemalige Hochaltar. Er dient in der Karwoche der „Grablegung Christi“ als Rahmen. Die vierte Kapelle wird als Beichtkapelle verwendet. Die fünfte Kapelle wurde 2009 als Friedenskapelle eingerichtet, in der die kleinen Holzkreuze mit den Namen der gefallenen Gemeindemitglieder stehen. Ursprünglich waren sie in der Eingangshalle platziert.[3]

Ausgemalt wurde die Kirche von Carl Kögl, der von 1910 bis 1911 einen Zyklus über den Rosenkranz über dem Hochaltar schuf. Die Geschichte ist nach dem Lukasevangelium dargestellt: Auf der linken Hochwandfläche mit der Verkündigungsszene beginnend, ist im zweiten Bild Marias Heimsuchung, die Begegnung zwischen Maria und ihrer Verwandten Elisabet, dargestellt. Das dritte Bild zeigt die Geburt Christi, das vorletzte Mariä Lichtmess.[3]

Die zwei Hochwandfelder im linken Querschiffarm schmücken Kögls Fresken aus. Auf der Nordwand ist die Himmelfahrt Mariä zu sehen und rechts daneben die Rosenkranzkönigin. Auf ähnliche Weise gestaltete der Künstler die zwei Monumentalfresken im rechten Querschiffarm, die die Seeschlacht von Lepanto sowie die Krönung Mariens zeigen.[3]

Eine 1940 von Klais gebaute Orgel steht auf der Empore über dem Hauptportal. Sie verfügt über 36 klingende Register mit drei Manualen, Rückpositiv, Haupt-, und Schwellwerk sowie Pedal.

Das aus vier Glocken bestehende Geläut der Pfarrkirche wurde 1951 vom Bochumer Verein aus Stahl gegossen. In der folgenden Tabelle werden die Glocken der Größe nach genannt:[3]

Glocke Gewicht
(in Tonnen)
Ton
Christkönigsglocke 5,9 gis
Muttergottesglocke 3,8 h
Willibrordusglocke 1,7 cis
Michaelsglocke 1,1 e

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Berthold Busse: Die Rosenkranzkirche Bad Neuenahr. Plachner, Bad Neuenahr 1990.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rosenkranzkirche (Bad Neuenahr-Ahrweiler) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptseite der Katholischen Pfarrgemeinde St. Marien und Willibrord. rosenkranz-badneuenahr.de, abgerufen am 1. Mai 2014.
  2. a b Rosenkranzkirche. eifel.de, abgerufen am 1. Mai 2014.
  3. a b c d e f g h i j k l m n o Rosenkranzkirche. rosenkranz-badneuenahr.de, abgerufen am 1. Mai 2014.
  4. Erster Gottesdienst nach der Flutkatastrophe in der Rosenkranzkirche. Abgerufen am 2. Dezember 2021.
  5. Lichtkunst in Bad Neuenahr: Rosenkranzkirche wird im Advent illuminiert. 24. November 2021, abgerufen am 2. Dezember 2021.
  6. Licht soll Hoffnung für das Ahrtal stiften. Abgerufen am 2. Dezember 2021.

Koordinaten: 50° 32′ 34,7″ N, 7° 8′ 11,7″ O