Rudbeckien

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Rudbeckien
Rudbeckia triloba

Rudbeckia triloba

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Heliantheae
Gattung: Rudbeckien
Wissenschaftlicher Name
Rudbeckia
L.

Die Rudbeckien (Rudbeckia) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die 20 bis 23 Arten sind in Nordamerika verbreitet. Es gibt einige Sorten, die als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet werden.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudbeckia-Arten sind ein-, zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, die meist Wuchshöhen von 50 bis 300 Zentimetern erreichen. Oft bilden sie Rhizome, manchmal Stolonen. Die aufrechten Stängel sind meist verzweigt und sind glatt oder behaart.

Die gestielten oder ungestielten Laubblätter sind wechselständig in grundständigen Rosetten und entlang des Stängels angeordnet. Die Blattspreiten sind einfach bis fiederteilig. Die Blattränder sind glatt, gezähnt oder gesägt.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzeln oder zu mehreren zusammen in einem schirmtraubigen Gesamtblütenstand stehen die körbchenförmigen Blütenstände. Der Körbchenboden ist kegelförmig hochgewölbt, was in Verbindung mit den meist etwas herabhängenden Zungenblüten die Form eines Hutes ergibt und zum deutschen Namen Sonnenhut geführt hat. Sie sollten jedoch nicht mit Sonnenhüten (Echinacea) verwechselt werden. Im Unterschied zu diesen ist auch keine Verwendung von Rudbeckien in der Medizin bekannt. 5 bis 20 Hüllblätter sind in meist ein bis zwei, selten drei Reihen angeordnet. Es sind Spreublätter vorhanden. Im Blütenkorb befinden sich oft am Rand zungenförmige, zygomorphe, dreizipfelige Zungenblüten (Strahlenblüten), radiärsymmetrische Röhrenblüten (Scheibenblüten) sind immer vorhanden. Die fünf Kronblätter sind zu einer Röhre verwachsen.

Die meist schwarzen Achänen sind vierkantig und besitzen einen kleinen Pappus, der jedoch auch fehlen kann.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sektion Rudbeckia: Illustration von Rudbeckia triloba
Sektion Rudbeckia: Rudbeckia subtomentosa

Die Gattung Rudbeckia wurde durch Carl von Linné aufgestellt. Der Gattungsname Rudbeckia ehrt die beiden schwedischen Wissenschaftler Olof Rudbeck den Älteren (1630–1702) und Olof Rudbeck den Jüngeren (1660–1740), Vater und Sohn.[1] Als Lectotypus-Art wurde 1913 Rudbeckia hirta L. durch Nathaniel Lord Britton und Addison Brown in An Illustrated Flora of the Northern United States, 2. Auflage, 3, S. 469 festgelegt.[2] Synonyme für Rudbeckia L. sind: Centrocarpha D.Don, Dracopis (Cass.) Cass.[3]

Die nordamerikanische Gattung Rudbeckia gehört zur Tribus Heliantheae in der Unterfamilie Asteroideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Die Gattung Rudbeckia wird in drei Sektionen gegliedert und enthält 20 bis 23 Arten:

  • Sektion Dracopis (Cass.) A.Gray: Sie enthält nur eine Art:
  • Sektion Macrocline Torrey & A.Gray: Alle 13 Arten sind ausdauernd:
  • Sektion Rudbeckia: Sie enthält etwa neun Arten:
    • Leuchtender Sonnenhut (Rudbeckia fulgida Aiton): Sie ist mit sieben Varietäten im östlichen Nordamerika verbreitet.
    • Rudbeckia graminifolia (Torrey & A.Gray) C.L.Boynton & Beadle: Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 30 Metern nur in Florida.
    • Rudbeckia grandiflora (Sweet) C.C.Gmelin ex DC.: Sie ist mit zwei Varietäten in Nordamerika, aber nicht im westlichen Bereich, verbreitet:
      • Rudbeckia grandiflora var. alismifolia (Torr. & A. Gray) Cronquist: Sie kommt in Arkansas, Mississippi, Louisiana und im östlichen Texas vor.[3]
      • Rudbeckia grandiflora var. grandiflora: Sie kommt in Ohio, Illinois, Kansas, Missouri, Oklahoma, Arkansas, Georgia, Kentucky, Louisiana, Mississippi und Texas vor.[3]
    • Rudbeckia heliopsidis Torrey & A.Gray: Sie gedeiht in Höhenlagen von 70 bis 200 Metern.
    • Schwarzäugige Rudbeckie (Rudbeckia hirta L.): Sie ist mit vier Varietäten im östlichen Nordamerika verbreitet.
    • Rudbeckia missouriensis Engelmann ex C.L.Boynton & Beadle: Sie gedeiht auf trockenen steinigen Prärien und Kalkgestein in Höhenlagen von 10 bis 80 Metern.
    • Weichhaarige Rudbeckie (Rudbeckia mollis Elliott): Sie gedeiht auf trockenen sandigen Böden in Höhenlagen von 30 bis 90 Meter.
    • Rudbeckia subtomentosa Pursh: Sie gedeiht in nicht zu trockenen Prärien, an Flussufern und in Lichtungen von Waldländern in Höhenlagen von 20 bis 300 Metern in weiten Teilen der USA.
    • Rudbeckia triloba L.: Sie ist mit drei Varietäten in den USA verbreitet und ist in Kanada ein Neophyt:
      • Rudbeckia triloba var. pinnatiloba Torr. & A. Gray: Sie kommt in Alabama, North Carolina, Tennessee, Virginia und Florida vor.[3]
      • Rudbeckia triloba var. rupestris (Chick.) A. Gray: Sie kommt im westlichen North Carolina und im östlichen Tennessee vor.[3]
      • Rudbeckia triloba var. triloba: Sie kommt in den zentralen und in den östlichen Vereinigten Staaten vor und ist im südöstlichen Kanada ein Neophyt.[3]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von mindestens drei Arten werden Sorten als Zierpflanzen in Parks und Gärten der gemäßigten Zonen verwendet.

Sorten des Leuchtenden Sonnenhutes oder Gelben Sonnenhutes (Rudbeckia fulgida) mit den allgemein verbreiteten braunen Röhrenblüten:

Sorten des Schlitzblättrigen Sonnenhutes, auch Echte Rödertalblume genannt, mit der Besonderheit der grünen Röhrenblüten

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodore M. Barkley, Luc Brouillet, John L. Strother: Tribe Heliantheae, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Vol. 21 – Magnoliophyta: Asteridae (in part): Asteraceae, part 3, Oxford University Press, New York und Oxford, 2006. ISBN 0-19-530565-5: Lowell E. Urbatsch, Patricia B. Cox: in der Flora of North America; Volume 21: Rudbeckia, S. 24 – textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung und Systematik)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rudbeckien (Rudbeckia) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin Berlin 2018. [1]
  2. Rudbeckia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 30. April 2016.
  3. a b c d e f Rudbeckia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 21. Januar 2019.