Rudolf Fischer (Sprachwissenschaftler)

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Rudolf Fischer, 1970

Rudolf Georg Fischer (* 18. Dezember 1910 in Königsberg an der Eger, Österreich-Ungarn (heute Kynšperk nad Ohří); † 2. August 1971 in Erfurt) war ein deutscher Professor für Slawistik und Bohemistik[1] und Onomastiker.

Leben[Bearbeiten]

Rudolf Fischer wurde als Sohn eines Schneidermeisters geboren. Er besuchte in Eger (heute Cheb) das Gymnasium und studierte nach dem Abitur in den Jahren 1929 bis 1935 an der Karls-Universität Prag slawische und deutsche Philologie.

Von 1935 bis 1945 unterrichtete er als Lehrer an verschiedenen Schulen in Böhmen. Er wurde 1936 an der Karls-Universität Prag mit einem Thema über die slawischen Ortsnamen des Egerlandes und ihre Auswertungen für die Lautlehre und Siedlungsgeschichte promoviert. Ein von ihm 1940 veröffentlichtes Buch zur Namenskunde des Egerlandes wurde in der Zeit der faschistischen Okkupation verfolgt und aus den Bibliotheken entfernt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wohnte und arbeitete er als Lehrer in Arnstadt.

1950 habilitierte er sich an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit einer Arbeit zur Namenforschung der Orts- und Flurnamen im westlichen Böhmen und seiner Nachbarschaft. Von 1950 bis 1951 war er Lehrbeauftragter für Slawistik an der Universität Jena, von 1951 bis 1953 Professor mit vollem Lehrauftrag für Slawistik an der Universität Jena.1953 wurde er als Professor mit Lehrstuhl für Slawistik an die Philosophische Fakultät der Karl-Marx-Universität Leipzig berufen. Bis 1969 war er ordentlicher Professor für Bohemistik an dieser Universität. 1969 wurde er als politisch untragbar dieses Amtes enthoben.[1]

Wissenschaftliche Tätigkeiten[Bearbeiten]

Sein wissenschaftliches Wirken, u.a. auch als Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied des "Comité International des Scinces Onomastiques", konzentrierte sich stark auf die Onomastik und deutsch-slawischen Beziehungen. Er war Mitbegründer des deutsch-polnischen Gemeinschaftsunternehmens "Onomastica Slavogermanica".

Mit einer Vielzahl eigener Publikationen zur germanoslawischen Namenforschung und einer umfangreichen Herausgeber- und Redaktionstätigkeit wurde er weit über die Grenzen Deutschland hinaus bekannt.

Schriften[Bearbeiten]

  • Die slawischen Ortsnamen des Egerlandes und ihre Auswertungen für die Lautlehre und Siedlungsgeschichte. Prag, 1936 (Dissertation).
  • Probleme der Namensforschung an Orts- und Flurnamen im westlichen Böhmen und in seiner Nachbarschaft. Jena, 1950 (Habilitationsschrift).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Professorenkatalog der Universität Leipzig - Die Professoren-Datenbank für Leipzig. Website der Universität Leipzig. Abgerufen am 26. Januar 2012.