SUSE (Unternehmen)

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SUSE Software Solutions Germany GmbH

Logo
Rechtsform GmbH[1]
Gründung 1992[2]
Sitz Nürnberg[1]
Leitung Melissa Di Donato (CEO)[3]
Mitarbeiterzahl 1750 (2019)[4]
Umsatz 303,4 Mio. USD (2017)[5]
Branche Software
Website www.suse.com

Unternehmensgebäude SUSE in Nürnberg (2007)
Messestand der SuSE Linux AG, Systems 2000
Novell / SUSE auf dem LinuxTag 2004

Die SUSE Software Solutions Germany GmbH ist ein international tätiges Softwareunternehmen mit Hauptsitz in Nürnberg, dessen Hauptprodukte die gleichnamigen Linuxdistributionen sowie der Kundendienst derselbigen sind. Nach mehreren Umfirmierungen handelt es sich wieder um eine eigenständige Geschäftseinheit, die der schwedische Finanzinvestor EQT Partners von Micro Focus übernahm.[6][7]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 1992 gründeten Roland Dyroff, Burchard Steinbild, Hubert Mantel und Thomas Fehr die „Gesellschaft für Software und Systementwicklung mbH“. Der Name S.u.S.E. stand dabei als Akronym für Software- und System-Entwicklung. Als erstes eigenes Linux-Produkt wurde dabei eine Erweiterung der Linux-Distribution Slackware vertrieben, die auf 40 Disketten ausgeliefert wurde. Das Unternehmen übersetzte die Distribution in einer Kooperation mit dem Slackware-Gründer Patrick Volkerding ins Deutsche. Der Kern der Distribution blieb jedoch Slackware, bis SuSE im Mai 1996 die erste eigene Distribution, basierend auf der Jurix-Distribution von Florian La Roche, veröffentlichte.[8]

1997 eröffnete S.u.S.E. ein Büro in Oakland.[9] 1998 wurde der Hauptsitz von Fürth nach Nürnberg verlegt; im Dezember 1998 wurde der Unternehmensname (Firma) von S.u.S.E. in SuSE geändert.[8] Im Laufe der folgenden Zeit eröffnete SuSE dann insgesamt sechs nationale und vier internationale (USA, Tschechien, Großbritannien und Italien[10]) Niederlassungen.[11] Am 25. November 2002 wurde Richard Seibt Geschäftsführer von SuSE.[12]

Am 4. November 2003 gab Novell die Übernahme der SuSE LINUX AG zum Preis von 210 Millionen US-Dollar bekannt.[13] Im August 2005 wurde mit dem Launch des openSUSE-Community-Projekts begonnen, die Weiterentwicklung von SUSE Linux für externe Benutzer und Entwickler zu öffnen. Novell schlug damit einen ähnlichen Weg wie Red Hat mit dem Fedora-Projekt ein. Novells zukünftige Linux-Varianten werden dann mit Hilfe der openSUSE-Community entwickelt.[14] 2011 trat das Unternehmen dem Beirat der Document Foundation bei.[15]

Der Firmensitz von SUSE wurde nach der Übernahme durch Novell von Nürnberg nach Massachusetts in den USA verlagert. Im Zuge der Übernahme Novells durch die Attachmate Group im Jahr 2011 wurde der Firmensitz nach Nürnberg zurückverlegt.[16]

Übernahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SUSE Linux GmbH war ein Tochterunternehmen von Novell, das organisatorisch dem Novell-Hauptsitz in den USA zugeordnet war und nicht zur deutschen Novell GmbH. Der Grund dafür ist, dass bei SUSE Linux mit Stand Dezember 2005 in Nürnberg unter anderem 250 Entwickler beschäftigt waren, die in die weltweite Produktentwicklung eingebunden sind, die von den USA aus gesteuert wird. Die deutsche Novell GmbH ist dagegen für den Vertrieb und die Vermarktung der Novell-Produkte, darunter auch SUSE-Linux-Produkte, in Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig. Im Zuge der Übernahme von Novell durch Attachmate im Mai 2011 ist SUSE von Novell getrennt und als eigene Geschäftseinheit SUSE wieder ausgegründet worden.[17][18]

Nach der Übernahme von Attachmate durch Micro Focus International im Jahr 2014 blieb die SUSE LLC unter dem neuen Eigentümer weiterhin eigenständig.[19]

Im Juli 2018 wurde SUSE an die schwedische Investitionsgruppe EQT Partners AB für 2,5 Milliarden US-Dollar weiterverkauft.[7][20] Formaler Eigentümer ist hierbei eine neu gegründete Gesellschaft „Marcel BidCo GmbH mit Sitz in München, inzwischen wird die Nürnberger SUSE Adresse als Geschäftsadresse angegeben.[21][22]

Ende 2020 gab SUSE die Übernahme des Kubernetes Spezialisten Rancher Labs bekannt.[23]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Privatkunden und Entwickler ist die SUSE-Linux-Version des openSUSE-Projekts gedacht, die entweder von den Projektseiten frei heruntergeladen oder per torrent bezogen werden kann.

Zu den Produkten für Geschäftskunden zählen die Server-Familien mit dem SUSE Linux Enterprise Server (kurz SLES). Dieser wird derzeit in drei Versionen gepflegt: Der ältere SLES 9 mit einem Linux 2.6.5 Kernel, der SLES 10 Service Pack 4 mit einem 2.6.16 Kernel und der SLES 11 Service Pack 3 mit dem 3.0 Kernel. SLES 12 wurde im Oktober 2014 fertiggestellt und nutzt derzeit Kernel 4.4. Das 2018 erschienene SLES 15 nutzt die Kernel-Version 4.12. Alle Varianten sind für mehrere Prozessorarchitekturen verfügbar, unter anderem Intel x86, AMD x86-64, IBM Power, IBM S/390 und zSeries, sowie Intel Itanium.

In der Desktop-Familie ist der Nachfolger des SUSE Linux Desktop der Novell Linux Desktop (kurz NLD). Ab der im Sommer 2006 erschienenen Version 10 basieren Server und Desktop auf einer identischen Codebasis, SUSE Linux Enterprise. Das spiegelt sich auch im Namen wider. Aus dem Novell Linux Desktop wird der SUSE Linux Enterprise Desktop („SLED“).

Als Anwendung im Groupware-Segment gab es bis vor einiger Zeit den SUSE Linux Open-Xchange Server. Linux-Lösungen wurden durch die SUSE Framework Solutions angeboten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Contacts & Offices Suse.com: Contact & Offices
  2. suse.com: Company History
  3. Melissa Di Donato wird CEO von Suse. Abgerufen am 3. Februar 2020.
  4. The new SUSE. 1. April 2019, abgerufen am 30. Januar 2020 (englisch).
  5. MicroFocus preliminary results 2017. Abgerufen am 29. Oktober 2018.
  6. iX: Linux- und Open-Source-Spezialist SUSE wieder eigenständig. Heise Verlag, abgerufen am 2. Juli 2018 (deutsch).
  7. a b heise online: SUSE-Übernahme durch Investor EQT abgeschlossen. Abgerufen am 18. März 2019.
  8. a b André von Raison: 20 Jahre deutsche Linux-Geschichte. In: iX. heise online, September 2012, abgerufen am 9. März 2021.
  9. SuSE entlässt US-Mitarbeiter. In: tecchannel.de. Abgerufen am 9. März 2021.
  10. SuSE gründet Niederlassung in Italien. Pro-Linux, abgerufen am 10. März 2021.
  11. Thomas Tjiang: Der Pinguin fühlt sich wohl in Mittelfranken. In: ihk-nuernberg.de. wIHK Nürnberg für Mittelfranken, abgerufen am 10. März 2021.
  12. Interview mit dem neuen SuSE-CEO Richard Seibt. In: linux-magazin.de. Abgerufen am 9. März 2021 (deutsch).
  13. Novell schluckt Suse Linux. In: handelsblatt.com. 4. November 2003, abgerufen am 16. Februar 2015.
  14. OpenSUSE kommt. In: pro-linux.de. Pro-Linux, 6. August 2005, abgerufen am 9. März 2021.
  15. Document Foundation besetzt Advisory Board. In: golem.de. Abgerufen am 17. März 2021.
  16. Neue Führungskräfte für Suse und Novell. In: golem.de. 2. Mai 2011, abgerufen am 9. März 2021.
  17. Novell-Übernahme abgeschlossen – heise open. In: heise.de. 28. April 2011, abgerufen am 16. Februar 2015.
  18. Umfangreiche Entlassungen bei Novell und Suse – heise open. In: heise.de. 3. Mai 2011, abgerufen am 16. Februar 2015.
  19. Heise News:Suse und Opensuse: Keine Änderungen trotz Übernahme von Attachmate (abgerufen am 30. Juni 2015)
  20. Suse-Chefin will Red Hat das Fürchten lehren. In: datacenter-insider.de. Abgerufen am 9. März 2021.
  21. Micro Focus Announces Sale Of SUSE Business For $2.535 Bln - Quick Facts. In: RTTNews. (rttnews.com [abgerufen am 3. Juli 2018]).
  22. Handelsregisterauszug von Blitz 18-679 GmbH aus München (HRB 241711). Abgerufen am 3. Juli 2018.
  23. Suse-Chefin will Red Hat das Fürchten lehren. In: datacenter-insider.de. Abgerufen am 9. März 2021.

Koordinaten: 49° 27′ 33″ N, 11° 4′ 56″ O